Zum Inhalt springen

Hazenit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. März 2025 um 15:37 Uhr durch imported>Mabschaaf (Update Klassifikation (unter Verwendung des Mineralklassifikation-Tool, V 7.0); ggf. zus. Fixes/Formalia).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Hazenit
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

2007-061<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Hz<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel KNaMg2[PO4]2·14H2O<ref name="YangSunDowns" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/C.22-030

8.CH.40
40.01.01.03
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-dipyramidal; 2/m2/m2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe Pmnb (Nr. 62, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/62.2<ref name="YangSunDowns" />
Gitterparameter a = 6,9349 Å; b = 25,1737 Å; c = 11,2195 Å<ref name="YangSunDowns" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="YangSunDowns" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2 bis 2,5<ref name="Hazen" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 1,91; berechnet: 1,88<ref name="Hazen" />
Spaltbarkeit gut nach {001}
Bruch; Tenazität spröde
Farbe farblos
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig
Glanz Glasglanz

Hazenit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung KNaMg2[PO4]2·14H2O<ref name="YangSunDowns" /><ref name="Lapis" />, ist also ein wasserhaltiges Kalium-Natrium-Magnesium-Phosphat.

Hazenit wurde bisher nur in Form von radialstrahlig gewachsenen, farblosen und durchsichtigen Kristallen bis etwa 0,06 mm × 0,12 mm × 0,40 mm Größe und tafeligem bis prismatischem Habitus<ref name="Mindat" /> gefunden.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Hazenit von Hexiong Yang (University of Arizona) an der Südküste des Mono Lake in Kalifornien, der das Mineral auch analysierte, beschrieb und nach dem US-amerikanischen Wissenschaftler Robert M. Hazen (1948-) benannte.<ref name="Hazen" />

Ende 2007 reichte Yang seine Untersuchungsergebnisse und den Antrag zur Anerkennung als eigenständiges Mineral bei der International Mineralogical Association (IMA) ein, der die Register-Nummer IMA 2007-061 erhielt. Anerkannt wurden Mineral und der Name Hazenit am 28. Februar 2008.<ref name="Hazen" />

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Hazenit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/C.22-030. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, ohne fremde Anionen“, wo Hazenit zusammen mit Apexit, Catalanoit und Dorfmanit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/C.22 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Hazenit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit großen und mittelgroßen Kationen; RO4 : H2O < 1 : 1“ zu finden, wo es zusammen mit Struvit und Struvit-(K) die „Struvitgruppe“ mit der Systemnummer 8.CH.40 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Hazenit die System- und Mineralnummer 40.01.01.03. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc.“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit A2+B2+(XO4) × x(H2O)“ in der „Struvitgruppe“, in der auch Struvit und Struvit-(K) eingeordnet sind.

Kristallstruktur

Hazenit kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Pmnb (Raumgruppen-Nr. 62, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/62.2 mit den Gitterparametern a = 6,9349 Å; b = 25,1737 Å; c = 11,2195 Å sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="YangSunDowns" />

Eigenschaften

Hazenit löst sich bei Raumtemperatur in 10-prozentiger Salzsäure.<ref name="Hazen" />

Bildung und Fundorte

Hazenit wird durch Mikroorganismen im Mono Lake (ein alkalischer Salzsee in Mono County, Kalifornien) gebildet und findet sich in ausgetrockneten oder zersetzten Algen auf einem Substrat aus porösem Calciumcarbonat in Gestalt der Minerale Calcit und Aragonit.<ref name="Hazen" />

Bisher (Stand: 2012) konnte Hazenit nur an seiner Typlokalität Mono Lake (Kalifornien) nachgewiesen werden.<ref name="Mindat" />

Siehe auch

Literatur

  • Ernst A. J. Burke, Frédéric Hatert: New Minerals approved in 2007 Nomenclature modifications approved in 2007 by the Commission on new Minerals, Nomenclature and Classification International Mineralogical Association. 2007, S. 12 (units.it [PDF; 90 kB; abgerufen am 10. August 2017]).
  • Hexiong Yanga, Henry J. Sun: Crystal structure of a new phosphate compound, Mg2KNa(PO4)2·14H2O. In: Journal of Solid State Chemistry. Band 177, Nr. 9, 2004, S. 2991–2997, doi:10.1016/j.jssc.2004.05.008.
  • Hexion Yang, Henry J. Sun, Robert T. Downs: Hazenite, KNaMg2(PO4)2·14H2O, a new biologically related phosphate mineral, from Mono Lake, California, USA. In: American Mineralogist. Band 96, Nr. 4, 2011, S. 675–681 (rruff.info [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 10. August 2017]).

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Hazen"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Robert M. Hazen, Geophysical Laboratory – Hazenite officially approved as a new mineral (Memento vom 8. Dezember 2008 im Internet Archive) (englisch) </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Mindat – Hazenite (englisch) </ref> <ref name="Webmineral"> Webmineral – Hazenite (englisch) </ref> <ref name="YangSunDowns"> Hexion Yang, Henry J. Sun, Robert T. Downs: Hazenite, KNaMg2(PO4)2·14H2O, a new biologically related phosphate mineral, from Mono Lake, California, USA. In: American Mineralogist. Band 96, 2011, S. 675–681 (rruff.info [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 10. August 2017]). </ref> </references>