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Annelise Thimme

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Annelise Thimme (* 24. November 1918 in Berlin; † 5. April 2005 in Göttingen) war eine deutsche Historikerin.

Thimme war die jüngste Tochter des Historikers Friedrich Thimme (1868–1938); der Archäologe Jürgen Thimme war ihr Bruder. Sie studierte in Berlin, Freiburg i. Br. und Göttingen und promovierte 1951 bei Siegfried A. Kaehler in Göttingen. Seit 1968 war sie Professorin für Deutsche Geschichte an der University of Alberta in Kanada.

Thimme erhielt vom Bollwerk-Verlag den Auftrag, ein Buch über Gustav Stresemann zu schreiben und dabei seinen Wandel vom Nationalisten zum Europäer zu zeigen, um das Bild von Stresemann als eines großen Europäers zu festigen. Ihr schien dieses Bild jedoch falsch und sie wagte es, diese Galionsfigur der Europa-Historiker zu kritisieren und das idealisierte Bild des deutschen Außenministers als eine großen Europäers in Zweifel zu ziehen. Sie zeigte auf, dass die Friedensrhetorik Stresemanns in Wahrheit deutsche Revisionspolitik war. Daraufhin wurde sie als Bilderstürmerin betrachtet, die aus Stresemann angeblich eine Machiavellisten gemacht hat. Ihr Buch wurde eingestampft, ihr Essay über die Stresemann-Kontroverse aus einem Handbuch für Geschichtslehrer kurz vor der Publikation wieder herausgestrichen und ihre Stresemann-Arbeiten wurden in der Literatur über die Weimarer Republik nicht mehr erwähnt.<ref>Fritz Fischer: Hitler war kein Betriebsunfall. Aufsätze. München 1992, S. 14 f.</ref>

Schriften (Auswahl)

  • Friedrich Thimme 1868–1938. Ein politischer Historiker, Publizist und Schriftsteller in seinen Briefen. Boldt, Boppard am Rhein 1994; ISBN 3-7646-1937-6.
  • Flucht in den Mythos. Die Deutschnationale Volkspartei und die Niederlage von 1918. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1969; DNB 458333514.
  • Gustav Stresemann. Eine politische Biographie zur Geschichte der Weimarer Republik. Norddeutsche Verlags-Anstalt Goedel, Hannover / Frankfurt am Main 1957; DNB 455048835.
  • Hans Delbrück als Kritiker der wilhelminischen Epoche. Droste, Düsseldorf 1955; DNB 455048827.

Literatur

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks

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