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Nesocodon mauritianus

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Nesocodon mauritianus
Datei:Nesocodon mauritianus in INBG Glasnevin 02.jpg

Blüte von Nesocodon mauritianus mit den drei Narben

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Unterfamilie: Campanuloideae
Gattung: Nesocodon
Art: Nesocodon mauritianus
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Nesocodon
Thulin
Wissenschaftlicher Name der Art
Nesocodon mauritianus
(I.Richardson) Thulin

Nesocodon mauritianus ist die einzige Art aus der Gattung Nesocodon innerhalb der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae). Sie kommt endemisch nur auf Mauritius vor.

Beschreibung

Datei:Nesocodon mauritianus, Conservatoire botanique national de Brest 04.jpg
Hängende Blüte in Seitenansicht

Vegetative Merkmale

Nesocodon mauritianus ist ein Strauch. Die Laubblätter stehen gedrängt an den oberen Ende der Zweige.

Generative Merkmale

Die gestielten und hängenden Blüten befinden sich einzeln in den Blattachseln. Die relativ großen, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Es sind fünf Kelchblätter vorhanden. Die Krone ist glockenförmig, blass-blau gefärbt und mit einer dunkleren Aderung gezeichnet. Die Kronlappen sind deutlich kürzer als die Kronröhre. Die Staubblätter stehen einzeln voneinander, liegen an der Krone an und ragen nicht über sie hinaus. Die Staubbeutel sind etwas kürzer als die Staubfäden. Am Fruchtknoten befinden sich fünf scharlachrote, elliptischen Nektarien, die versetzt zu den Staubblättern stehen. Der Fruchtknoten ist dreikammerig. Der GriffelGriffel endet in drei Narben.

Die Kapselfrucht springt seitlich fachspaltig mit drei Fächern auf.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.<ref name="IPCN" />

Ökologie

Der Nektar ist blutrot, was sehr selten ist, auch Ruizia boutoniana produziert solchen.<ref name="Hansen2006" /> Der ungewöhnliche rote Nektar ist für Geckos der Gattung Phelsuma attraktiv.<ref name="Hansen2006" /> Nesocodon mauritianus wird von Geckos bestäubt.<ref name="Drummond-Renner2022" /> Zuvor wurde spekuliert, dass der rote Nektar die Attraktivität der Blüten für Vögel steigern könnte.<ref name="Olesen1998" />

Vorkommen und Gefährdung

Nesocodon mauritianus gedeiht auf feuchten Klippen in Mauritius in Höhenlagen von etwa 400 Metern.<ref name="Olesen2012" /> Nesocodon mauritianus ist sehr selten. Im Jahre 1997 war lediglich eine Population mit etwa 110 bis 130 Pflanzenexemplaren bekannt.<ref name="Olesen1998" />

Taxonomie

Das Typusexemplar wurde am 26. April 1976 gesammelt und mit der Sammelnummer I.B.K. Richardson 4040 hinterlegt.<ref name="Tropicos" /> Die Erstbeschreibung erfolgte 1979 unter dem Namen (Basionym) Wahlenbergia mauritiana durch Ian Bertram Kay Richardson in Kew Bulletin, Volume 33, Issue 4, S. 547, Tafel 1. Die Neukombination zu Nesocodon mauritianus <templatestyles src="Person/styles.css" />(I.Richardson) Thulin wurde 1980 durch Mats Thulin in Kew Bulletin, Volume 34, S. 813 veröffentlicht.<ref name="Tropicos" />

Literatur

  • T. G. Lammers: Campanulaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants. Band VIII: Flowering Plants: Eudicots, Asterales, Springer Verlag, 2007, ISBN 978-3-540-31050-1. S. 38–39.
  • Peter S. Wyse Jackson: 152. Nesocodon mauritianus: Campanulaceae. In: Curtis's Botanical Magazine, Volume 7, Issue 3, 1990, S. 113–117. doi:10.1111/j.1467-8748.1990.tb00153.x

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Nesocodon mauritianus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Nesocodon mauritianus bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Hansen2006"> Dennis M. Hansen, Karin Beer, Christine B. Müller: Mauritian coloured nectar no longer a mystery: a visual signal for lizard pollinators. In: Biology Letters, Volume 2, Issue 2, 2006, S. 165–168, doi:10.1098/rsbl.2006.0458. </ref> <ref name="Drummond-Renner2022"> C. P. Drummond, T. Renner: Genomic insights into the evolution of plant chemical defense. In: Current Opinion in Plant Biology, Volume 68, 2022, 102254. online. </ref> <ref name="Olesen2012"> J. M. Olesen, M. Alarcón, B. K. Ehlers, J. J. Aldasoro, C. Roquet: Pollination, biogeography and phylogeny of oceanic island bellflowers (Campanulaceae). In: Perspectives in Plant Ecology, Evolution and Systematics, Volume 14, Issue 3, 2012, S. 169–182. doi:10.1016/j.ppees.2012.01.003 </ref> <ref name="Olesen1998"> J. M. Olesen, N. Rønsted, U. Tolderlund, C. Cornett, P. Mølgaard, J. Madsen, C. E. Olsen: Mauritian red nectar remains a mystery. In: Nature, Volume 393 (6685), 1998, S. 529–529. online. </ref> </references>

Weblinks