Rhein-Ruhr-Halle
Die Rhein-Ruhr-Halle war eine Mehrzweckhalle in Duisburg-Hamborn, die von 1975 bis 2011 betrieben wurde.<ref name="WAZ20110310">Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 10. März 2011</ref> Sie hatte eine Szenenfläche von 45 × 54 Metern und bot Platz für 1100 bis 4362 Personen.<ref>http://web.archive.org/web/20100526122241/http://www.duisburg.de/micro/hallen/rheinruhrhalle/index.php</ref>
Die Halle lag unmittelbar an der Ausfahrt Duisburg-Marxloh der A59 und war direkt an die Straßenbahnlinie 903 sowie mehrere Buslinien angeschlossen. Die Haltestelle „Rhein-Ruhr-Halle“ behielt auch nach Abriss des Gebäudes diesen Namen.
Geschichte
Die Halle wurde am 31. Oktober 1975 eröffnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 24. November 2011 im Internet Archive)</ref>
Die Halle wurde für Fernsehshows, Konzerte, Sportveranstaltungen sowie Messen und Ausstellungen genutzt. Jeden Dienstag findet auf dem Parkplatz der Halle ein Trödelmarkt statt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 14. Juli 2010 im Internet Archive)</ref>
Die Sendung Wetten, dass..? wurde mehrmals aus der Rhein-Ruhr-Halle gesendet; im Gedächtnis geblieben ist insbesondere die Ausgabe vom November 1995 mit der Weltpremiere des Earth Song von Michael Jackson.<ref>Uwe Zak: In Hamborn wurde Michael Jackson zum Riesen. In: Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung. Funke Mediengruppe, 27. Juni 2009, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref> Auch andere Fernsehsendungen, wie beispielsweise Flitterabend oder Die verflixte Sieben mit Rudi Carrell, machten in der Rhein-Ruhr-Halle Station. Ebenfalls gern gesehener Gast in der Halle war Dieter Thomas Heck mit seinen Sendungen Melodien für Millionen oder Musik liegt in der Luft.
In den 1980er und 1990er Jahren fanden auch viele Konzerte von Udo Jürgens, James Last und anderen Künstlern in Hamborn statt. Die World Games 2005 wurden teilweise in der Halle ausgetragen.<ref>http://www.duisburgnonstop.de/site_de/index.php?page=show_highlight&aid=1392</ref>
Im September 2009 verunglückte ein Bühnenarbeiter bei Aufbauarbeiten für eine Ausgabe von Willkommen bei Carmen Nebel tödlich.<ref>Focus Online: Tödlicher Sturz bei Carmen Nebel. In: Focus Online. (focus.de [abgerufen am 1. März 2018]).</ref>
Schließung
Im März 2011 wurde die Halle geschlossen. Die letzte öffentliche Veranstaltung war ein Auftritt von Atze Schröder am 17. März, die letzte nichtöffentliche Veranstaltung eine Versammlung von Thyssenkrupp ein paar Tage danach.<ref>Gregor Herberhold: Atze Schröder letzter Stargast in Rhein-Ruhr-Halle in Duisburg. (waz.de [abgerufen am 27. Februar 2018]).</ref> Die Schließung war in der Stadtpolitik umstritten, da sie eigentlich erst erfolgen sollte, wenn eine neue Sporthalle in Hamborn als Ersatz fertiggestellt ist.<ref>Gregor Herberhold: Rhein-Ruhr-Halle vor dem Aus? (waz.de [abgerufen am 27. Februar 2018]).</ref> Tatsächlich wurde die neue Sporthalle jedoch erst 2015 fertiggestellt und als reine Sport- und nicht als Veranstaltungshalle ausgeführt.<ref>Gregor Herberhold: Fertige Sporthalle in Duisburg-Hamborn noch nicht nutzbar. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 7. August 2015, abgerufen am 27. Februar 2018.</ref>
Zukunft
Pläne für Outlet-Center
Ein niederländischer Investor wollte auf dem Gelände der Rhein-Ruhr-Halle für rund 125 Millionen Euro ein Einkaufszentrum für Markenwaren errichten, das „Duisburg Village Outlet“. Die Rhein-Ruhr-Halle sollte als Gerüst erhalten bleiben. Ein neues gläsernes Dach sollte einen offenen Boulevard bilden, der die einzelnen Geschäfte auf einer Gesamtfläche von 19.000 Quadratmetern verbunden hätte.<ref>Christian Schwerdtfeger: Duisburg: 1000 Mieter sollen Parkplätzen weichen. In: rp-online.de. 2. Januar 2012, abgerufen am 8. Februar 2024.</ref> Ursprünglich sollten 95 Geschäfte im Oktober 2013 eröffnet werden, jedoch wurde der Bau des Outlet-Centers mehrfach verschoben. Ein Hauptgrund dafür waren Proteste von Anwohnern, da für den Bau mehrere umliegende Wohnhäuser der angrenzenden „Zinkhüttensiedlung“ abgerissen und die Bewohner umgesiedelt werden sollten.<ref>Stefan Endell: Star-Architekt kauft Duisburger Siedlung nach Aus für Outlet. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 11. Juni 2016, abgerufen am 17. März 2018.</ref>
Scheitern der Planungen und weiterer Leerstand
Im Februar 2016 beschloss die Bezirksvertretung das Ende der Planungen.<ref>Martin Kleinwächter: Auch die Bezirksvertretung hakt das FOC-Projekt Duisburg ab. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 26. Februar 2016, abgerufen am 5. November 2016.</ref> Ab 2017 wurden neue Investoren gesucht.<ref>Oliver Schmeer: Stadt Duisburg sucht Investoren für ehemalige Outlet-Fläche. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 2. November 2016, abgerufen am 5. November 2016.</ref> Zwar gingen infolge der neuen Ausschreibung mehrere Angebote ein, ein neuer Käufer war mit Stand Januar 2018 jedoch noch nicht gefunden worden.<ref>Rhein-Ruhr-Halle: Ex-Outlet-Gelände noch nicht verkauft. (waz.de [abgerufen am 27. Februar 2018]).</ref> Auch 2019 war die Halle noch immer ungenutzt und verfiel zunehmend; zudem lag auf dem Gelände Müll herum und waren Metallteile der Hallenverkleidung entweder durch Sturmschäden oder Metalldiebstahl verschwunden.<ref>Gregor Herberhold: Rhein-Ruhr-Halle in Duisburg ist ein Schandfleck geworden. 23. März 2019, abgerufen am 18. Juni 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Verwahrloste Flächen in Duisburg-Hamborn verärgern Bürger. Abgerufen am 18. Juni 2019.</ref>
Abriss
Im September 2019 wurde der Abriss der Halle beschlossen, der zunächst für Ende 2020 geplant war.<ref>Abriss der Rhein-Ruhr-Halle wird bald auf den Weg gebracht – Fördergelder sorgen für Aufbruchstimmung: 50 Millionen Euro für Hamborn und Marxloh. Abgerufen am 8. Dezember 2019.</ref>
Zwischenzeitlich wurde vonseiten der Stadt ab Mitte 2020 über eine eventuelle Sanierung und Reaktivierung der Halle nachgedacht.<ref>Christian Schmitt: Rhein-Ruhr-Halle: Stadt Duisburg will Sanierung statt Abriss. 5. Juni 2020, abgerufen am 17. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Februar 2023 wurde jedoch bekannt, dass der Abriss letztlich im Frühsommer desselben Jahres stattfinden soll. Am 26. Juni 2023 kam es zu einem kleineren Schwelbrand in einer Kegelbahnanlage im Inneren.<ref>FUNKE Mediengruppe: Feuerwehr löscht Brand an der Duisburger Rhein-Ruhr-Halle. 20. Juni 2023, abgerufen am 28. Mai 2024.</ref> Die Bekämpfung des Feuers durch die Feuerwehr Duisburg wurde in der 8. Staffel der WDR-Serie Feuer & Flamme dokumentiert.<ref>Folge 3: Schwer verletzter Radfahrer – Einsatz für Christoph 9 (S08/E03). ardmediathek.de, abgerufen am 29. Mai 2024.</ref>
Anfang 2024 begann der Abriss der Halle<ref>Radio Duisburg: Update zum Abriss der Rhein Ruhr Halle. Abgerufen am 28. Mai 2024.</ref><ref>Abschied von der Rhein-Ruhr-Halle WDR Nachrichten vom 5. April 2024, abgerufen am 16. April 2024</ref> und war Anfang Herbst 2024 abgeschlossen. Das Gelände soll künftig von der Feuerwehr Duisburg sowie als Parkplatz genutzt werden.<ref>Abschied von der Rhein-Ruhr-Halle WDR Nachrichten vom 5. April 2024, abgerufen am 6. Februar 2025</ref>
Weblinks
- Michael Jackson und Co. – Stars in der RheinRuhrHalle (Fotogalerie bei der Rheinischen Post)
- Bericht über die Geschichte der Halle
Einzelnachweise
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Koordinaten: 51° 29′ 54,8″ N, 6° 45′ 58,1″ O
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