Calciumhydrid
| Kristallstruktur | ||||||||||||||||
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| Kristallstruktur von Calciumhydrid | ||||||||||||||||
| Vorlage:Farbe Ca2+ Vorlage:Farbe H− | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Calciumhydrid | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Verhältnisformel | CaH2 | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose hexagonale Prismen<ref name=roempp>Eintrag zu Calciumhydrid. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 42,1 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name=roempp/> | |||||||||||||||
| Dichte |
1,9 g·cm−3<ref name=roempp/><ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
1000 °C<ref name=roempp/><ref name="Barin">I. Barin: Thermochemical Data of Pure Substances, Wiley-VCH, 3. Auflage 1997, ISBN 978-3-527-28745-1, S. 296.</ref> | |||||||||||||||
| Siedepunkt |
Zersetzung > 600 °C<ref name="Merck"/> | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
zersetzt sich in Wasser<ref name="Merck"/> | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Calciumhydrid ist das Metallhydrid des Calciums.
Geschichte
Erstmals wurde die Bildung der Verbindung von Clemens Winkler beim Glühen von Calciumoxid und Magnesiumpulver in einer Wasserstoffatmosphäre beobachtet.<ref name="Winkler">C. Winkler: Ueber die Reduction von Sauerstoffverbindungen durch Magnesium in Ber. dt. chem. Ges. 24 (1891) 1966–1984.</ref><ref name="Soukup_anorg">Rolf Werner Soukup: Chemiegeschichtliche Daten anorganischer Substanzen, Version 2020, S. 36 pdf.</ref> Die Synthese aus den Elementen gelang 1895 dem ungarischen Chemiker Bela von Lengyel.<ref>B. v. Lengyel: in Math. naturwiss. Ber. Ungarn 14 (1895/96) 180–188.</ref><ref name="Soukup_anorg" />
Darstellung
Calciumhydrid wird durch das Überleiten von Wasserstoff über Calcium bei 400 °C hergestellt:
- <math>\mathrm{Ca + H_2 \longrightarrow CaH_2}</math>
Eigenschaften
Calciumhydrid tritt in zwei polymorphen Kristallformen auf. Die Tieftemperaturform A mit einer orthorhombischen Kristallstruktur wandelt sich bei 780 °C in die Hochtemperaturform B um. Diese schmilzt dann bei 1000 °C.<ref name="Barin"/>
Verwendung
Da es sich bei Kontakt mit Wasser unter heftiger Wasserstoffentwicklung zersetzt, dient Calciumhydrid als Speichersubstanz, um ortsunabhängig Wasserstoff produzieren zu können:
- <math>\mathrm{CaH_2 + 2 \ H_2O \longrightarrow Ca(OH)_2 + 2 \ H_2 + 228 \ kJ}</math>
Je Kilogramm Calciumhydrid entsteht rund 1 m3 Wasserstoff.
Daneben wird Calciumhydrid im so genannten Hydrimet-Verfahren eingesetzt, um Metalloxide (beispielsweise Vanadiumpentoxid, Zirkoniumdioxid, Titandioxid oder Natriumperoxid) zu elementarem Metall zu reduzieren. Mit Verarbeitungstemperaturen zwischen 600 und 1.000 °C geschieht dies bei relativ schonenden Bedingungen. Die sich bei der Reaktion bildende Wasserstoffatmosphäre schützt darüber hinaus das entstehende Metall:
- <math>\mathrm{n \ CaH_2 + MO_n \longrightarrow n \ CaO + n \ H_2 + M}</math>
Wegen seiner wasserziehenden Eigenschaft findet Calciumhydrid auch als Trocknungsmittel Anwendung.
Es wird auch dazu genutzt, die Restfeuchte in Kunststoffen zu messen.
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
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- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Feuergefährlicher Stoff
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 40
- Hautreizender Stoff
- Augenreizender Stoff
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Calciumverbindung
- Hydrid
- Trockenmittel