(5370) Taranis
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| Asteroid (5370) Taranis | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database | |
| Orbittyp | Erdnaher Asteroid, Amor-Typ |
| Große Halbachse | 3.31824 AE |
| Exzentrizität | 0.637005 |
| Perihel – Aphel | Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE |
| Neigung der Bahnebene | 19.17168 ° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | Vorlage:Str round° |
| Argument der Periapsis | Vorlage:Str round° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate |
| Siderische Umlaufperiode | Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden. |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | Vorlage:Str round km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 3,6 km |
| Albedo | 0,04 |
| Rotationsperiode | Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden. |
| Absolute Helligkeit | Vorlage:Str round mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | Alain Maury |
| Datum der Entdeckung | Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate |
| Andere Bezeichnung | 1986 RA |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien
(5370) Taranis ist ein Asteroid vom Amor-III-Typ, der am 2. September 1986 vom französischen Astronomen Alain Maury am Palomar-Observatorium in Kalifornien bei einer Helligkeit von 14 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er am gleichen Ort bereits einige Wochen zuvor am 11. August fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt nach dem keltischen Donnergott Taranis (irisch „Torann“, gallisch „Taran“). Seine Symbole sind das Rad und der Blitz. Sein Kult war im antiken Gallien weit verbreitet. Taranis ist auch der Name des ersten Computernetzwerks in Frankreich für Amateurastronomen, das 1988 von Jean-Claude Merlin gegründet wurde.
(5370) Taranis befindet sich in einer 2:1-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter und bewegt sich in der Hecuba-Lücke zwischen den Asteroiden der Themis-Familie und den Mitgliedern der Cybele-Gruppe. Die Hecuba-Lücke liegt bei 3,27 AE Sonnenabstand und hat eine Breite von etwa 0,2 AE. Die Große Halbachse der Umlaufbahn des Asteroiden oskuliert mit einer Periode von etwa 308 Jahren um einen Mittelwert von 3,2778 AE. Viele Jahre lang glaubte man, die Hecuba-Lücke sei völlig frei von Asteroiden. Mitte des 20. Jahrhunderts war nur ein einziger Asteroid, (1362) Griqua, bekannt, der sich in der 2:1-Resonanz befand. Ab den 1970er Jahren begann die Anzahl der bekannten Asteroiden zu wachsen, als die Asteroiden (1921) Pala und (1922) Zulu entdeckt wurden. In den folgenden 20 Jahren stieg die Zahl weiter an, sie erreichte Anfang der 1990er Jahre einen bescheidenen Wert von etwa 10 Objekten und 2001 waren bereits über 50 bekannt.
Marsbahnkreuzer und NEA
(5370) Taranis bewegt sich auf einer Umlaufbahn mit hoher Exzentrizität, im sonnennächsten Punkt (Perihel) seiner Bahn ist er derzeit nur etwa 18 % weiter von der Sonne entfernt wie die Erde in ihrem sonnenfernsten Punkt (Aphel), während er sich in seinem Aphel so weit von der Sonne entfernt wie der sonnenfernste Punkt der Jupiterbahn, der er sich derzeit nur bis auf 0,37 AE annähern kann. Aufgrund der Bahnresonanz kommt der Asteroid dem Jupiter selbst in den 1000 Jahren um die aktuelle Epoche herum aber nicht näher als etwa 297 Mio. km (1,98 AE).
Aus dem Asteroidengürtel kommend, überquert (5370) Taranis die Umlaufbahn des Mars weit nach innen, somit gilt er auch als Marsbahnkreuzer. Durch die Schrägstellung seiner Umlaufbahn gegen die Ekliptik kann er dem Mars derzeit aber nur bis auf etwa 21,1 Mio. km (0,14 AE) nahekommen. Die letzte nahe Begegnung bis auf 34 Mio. km fand am 8. März 1872 statt, die nächste Annäherung bis auf 32 Mio. km erfolgt am 12. Mai 2041.
Ähnliche Abstände sind auch zur Erde möglich, da der absteigende Knoten und das Perihel der Asteroidenbahn nahe beieinander und nahe zur Erdbahn liegen. Der geringste Abstand zwischen den beiden Bahnen (Minimum orbit intersection distance, MOID) beträgt derzeit etwa 31,7 Mio. km (0,21 AE) und wird zwischen 2100 und 2130 nur noch Werte um 14 Mio. km (0,095 AE) annehmen, bevor sich der Abstand wieder vergrößert. (5370) Taranis gilt daher als erdnaher Asteroid (NEA). Die letzten Begegnungen mit der Erde bis auf weniger als 40 Mio. km Abstand ereigneten sich am 14. September 1931 (bis auf 34,9 Mio. km) und am 13. September 1986 (bis auf 37,2 Mio. km), die nächste erfolgt am 10. September 2099 (bis auf 19,8 Mio. km).<ref>A. Vitagliano: SOLEX 12.1. Abgerufen am 9. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Wissenschaftliche Auswertung
Eine Untersuchung von 2002 zu Asteroiden in einer 2:1-Resonanz mit Jupiter fand, dass die Umlaufbahn von (5370) Taranis in hohem Maße instabil ist und nach numerischen Simulationen nur eine dynamische Lebensdauer von etwa 7,3 Mio. Jahren besitzt bis die Resonanz wieder aufgelöst wird. Mit einer angenommenen Albedo von 0,05 wurde der Durchmesser von (5370) Taranis auf 4,4 km geschätzt.<ref>F. Roig, D. Nesvorný, S. Ferraz-Mello: Asteroids in the 2:1 resonance with Jupiter: dynamics and size distribution. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 335, Nr. 2, 2002, S. 417–431, doi:10.1046/j.1365-8711.2002.05635.x (PDF; 1,20 MB).</ref>
Eine neue Untersuchung von 2005 identifizierte etwa 100 weitere Asteroiden in der 2:1-Resonanz mit Jupiter. Neue numerische Simulationen erbrachten für (5370) Taranis erneut eine dynamische Lebensdauer von 7 Mio. Jahren in der Resonanz. Es wurde gezeigt, dass das Vorhandensein instabiler Asteroiden in der 2:1-Resonanz durch einen kontinuierlichen Strom an Asteroiden erklärt werden könnte, die durch den Jarkowski-Effekt in die Resonanzzone getrieben werden.<ref>M. Brož, D. Vokrouhlický, F. Roig, D. Nesvorný, W. F. Bottke, A. Morbidelli: Yarkovsky origin of the unstable asteroids in the 2/1 mean motion resonance with Jupiter. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 359, Nr. 4, 2005, S. 1437–1455, doi:10.1111/j.1365-2966.2005.08995.x (PDF; 590 kB).</ref>
Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für erdnahe Objekte ergab 2011 vorläufige Werte für den mittleren Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 5,3 oder 6,3 km bzw. 0,05 oder 0,04.<ref>A. Mainzer, T. Grav, J. Bauer, J. Masiero, R. S. McMillan, R. M. Cutri, R. Walker, E. Wright, P. Eisenhardt, D. J. Tholen, T. Spahr, R. Jedicke, L. Denneau, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier, S. Gomillion, E. Hand, W. Mo, J. Watkins, A. Wilkins, G. L. Bryngelson, A. Del Pino Molina, S. Desai, M. Gómez Camus, S. L. Hidalgo, I. Konstantopoulos, J. A. Larsen, C. Maleszewski, M. A. Malkan, J.-C. Mauduit, B. L. Mullan, E. W. Olszewski, J. Pforr, A. Saro, J. V. Scotti, L. H. Wasserman: NEOWISE Observations of Near-Earth Objects: Preliminary Results. In: The Astrophysical Journal. Band 743, Nr. 2, 2011, S. 1–17, doi:10.1088/0004-637X/743/2/156 (PDF; 2,97 MB).</ref> Diese Ergebnisse in Verbindung mit einem Tisserandparameter in Bezug auf den Planeten Jupiter <math>T_J = 2,731</math> und dem geringen Bahnabstand zur Jupiterbahn führten für (5370) Taranis in einer Untersuchung von 2015 zur Einstufung als Kandidaten für einen schlafenden, kurzperiodischen erdnahen Kometen.<ref>M. Mommert, A. W. Harris, M. Mueller, J. L. Hora, D. E. Trilling, W. F. Bottke, C. A. Thomas, M. Delbo, J. P. Emery, G. Fazio, H. A. Smith: ExploreNEOs. VIII. Dormant Short-period Comets in the Near-Earth Asteroid Population. In: The Astronomical Journal. Band 150, Nr. 4, 2015, S. 1–9, doi:10.1088/0004-6256/150/4/106 (PDF; 910 kB).</ref> Numerische Simulationen erbrachten eine mittlere dynamische Lebensdauer des Asteroiden von 0,6 Mio. Jahren in die Zukunft und 1,0 Mio. Jahren in die Vergangenheit, nahezu unabhängig vom Einfluss des Jarkowski-Effekts. Mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 70 % wird er aus dem Sonnensystem geschleudert und mit 20–25 % stürzt er in die Sonne, sofern er nicht mit einem Planeten kollidiert.<ref>I. Wlodarczyk: Orbital evolution of dormant short-period near-Earth comet candidates. In: Bulgarian Astronomical Journal. Band 26, 2017, S. 35–44, bibcode:2017BlgAJ..26...35W (PDF; 825 kB).</ref>
Siehe auch
Weblinks
- (5370) Taranis beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (5370) Taranis in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (5370) Taranis in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (5370) Taranis bei NEODyS (englisch)
Einzelnachweise
<references />