Zum Inhalt springen

Fritz Duda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 18. Februar 2025 um 18:41 Uhr durch imported>Aka (Literatur: Halbgeviertstrich).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Duda Grab in Pankow.jpg
Grab auf dem Friedhof Pankow III, Abt. 10 U

Fritz Duda (* 30. Januar 1904 in Horst/Gelsenkirchen; † 13. Juli 1991 in Berlin) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben

Fritz Duda wurde in einer Bergarbeiterfamilie des Ruhrgebietes geboren. Da er von Geburt zusammengewachsene Finger an beiden Händen hatte, konnte er nicht – der Tradition und Vorstellungen der Eltern entsprechend – Bergarbeiter werden.<ref>Theodor Bergmann: Fritz Duda – Nachruf. In: Zeitschrift Sozialismus. 12/1991, S. 11–12.</ref> Er studierte von 1922 bis 1924 an der Folkwangschule in Essen und von 1924 bis 1933 als Student und Meisterschüler bei Karl Hofer und Paul Plontke an der Kunsthochschule Berlin-Charlottenburg/Berlin-Weißensee. Sein künstlerisches Werk begann um 1925. „In seinen frühen sozialkritischen Gemälden werden Natur und Kreatur zu Gleichnissen für soziale Tatbestände.“<ref>Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1983, S. 159.</ref>

Duda war ab 1928 Mitglied der Asso Berlin, 1929 trat er der KPD-Opposition (KPO) bei. 1930 war er Mitbegründer des Roten Studentenbundes an der Kunsthochschule, 1933 wurde er von der Kunsthochschule ausgeschlossen und lebte als freischaffender Künstler. 1936 erhielt er ein Ausstellungsverbot, bis 1939 unternahm er Reisen nach Österreich, Dänemark, in die Tschechoslowakei sowie in die Schweiz. Ab 1939 war er Zeichner und Modellbauer in einem Architekturbüro und arbeitete im politischen Untergrund mit Kontakten zur KPO, KPD und der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“. 1944 wurde sein Atelier ausgebombt und führte zum Verlust des Ateliers sowie seiner gesamten Arbeiten in Berlin.

Ab 1945 war er erneut freischaffend tätig und beteiligte sich am Wiederaufbau der KPD, der städtischen Verwaltung Berlins und am Wiederaufbau des Schutzverbandes bildender Künstler (SbK) im FDGB. 1946 gründete Duda die Arbeitsgemeinschaft sozialistische Künstler, die an die Tradition der „Asso“ anknüpfen wollte.<ref>Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1983, S. 13.</ref> Er trat der SED bei und war 1948–1949 im Vorstand des Schutzverbandes Bildender Künstler. Enge Freundschaft verband Duda mit Fritz Cremer<ref>Theodor Bergmann: Fritz Duda – Nachruf. In: Zeitschrift Sozialismus. 12/1991, S. 11–12.</ref> 1950 war er Mitbegründer des Verbands Bildender Künstler der DDR sowie Funktionär des Verbandes.

1950 bis 1956 war er wegen seiner früheren Mitgliedschaft in der KPO aus der SED ausgeschlossen. Die VVN-Rente wurde ihm entzogen, er erhielt keine Aufträge, konnte keine Bilder verkaufen. Nach dem 20. Parteitag der KPdSU wurde er rehabilitiert. Mutmaßlich Anfang der 1960er Jahre erhielt er den Auftrag für den Entwurf repräsentativer Bleiglasfenster des Ratssaals des Rathauses Pankow.<ref>Stale Session. Abgerufen am 4. Oktober 2023.</ref>

Ab 1958 machte Duda sehr viele Studienreisen unter anderem nach Bulgarien, Moskau, Leningrad, mittelasiatische Sowjetrepubliken, Kraków und Colmar. Untergebracht war er in der sogenannten Intelligenzsiedlung in Berlin-Schönholz nahe der Straße 201.<ref>http://www.max-lingner-stiftung.de/intelligenzsiedlung</ref>

Duda hatte in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. 1946, 1953, 1958, 1962/63, 1972/73 und 1977/78 an den Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden.

Ehrungen (Auswahl)

Fotografische Darstellung Dudas

Öffentliche Sammlungen mit Werken Dudas (mutmaßlich unvollständig)

Publizierte Essays Dudas

  • Von den Grundlagen künstlerischer Gestaltung. In: Bildende Kunst, Berlin, 1964, S. 293–296
  • Ein großer Künstler und aufrechter Kämpfer. Zum Gedenken des Grafikers Boris Angeluschew. In: Bildende Kunst, Berlin, 1967, S. 409–412
  • Dürers Gedächtnissäule für den Bauernkrieg. Polemische Gedanken zu einem Artikel von Wilhelm Fraenger in der „Bildenden Kunst“ Heft 9/1970. In: Bildende Kunst, Berlin, 1972, S. 38–40

Weitere Ausstellungen (unvollständig)

Datei:Altes Museum in Berlin. Fritz Duda Ausstellung 1974.jpg
Duda-Ausstellung im Alten Museum Berlin, 1974
  • bis 1933: Beteiligungen an Ausstellungen u. a. in Berlin, Essen, Münster, Kassel und Dortmund
  • 1935: Kollektivausstellung „Ruhrgebiet“ Galerie Gurlitt Berlin
  • 1936: Beteiligung an der Ausstellung junger Maler in der Galerie van der Heyde Berlin (Ausstellung musste sofort geschlossen werden)
  • 1948: Einzelausstellung in der Galerie Franz, Berlin-Wilmersdorf

Literatur

  • Wolfgang Frankenstein: Ein Maler aus dem „Kohlenpott“. In: Bildende Kunst, Berlin, 3/1957, S. 163–167
  • Lothar Lang: Künstler in Berlin. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1979.
  • Werner Röhr: Fritz Duda. Verlag der Kunst, Dresden 1980 (Reihe Maler und Werk).
  • Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1983, S. 13 und passim
  • Duda, Fritz. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 167/168
  • Duda, Fritz. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein