Antimon(V)-chlorid
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Strukturformel von Antimon(V)-chlorid | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Antimon(V)-chlorid | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
| ||||||||||||||||||
| Summenformel | SbCl5 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
gelbe Flüssigkeit mit stechendem Geruch<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 299,02 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flüssig<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Dichte |
2,358 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
3,5 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
79 °C (bei 29,3 mbar)<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
18,6 mbar (68 °C)<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
| ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Toxikologische Daten | |||||||||||||||||||
| Thermodynamische Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| ΔHf0 |
−438,5 kJ·mol−1<ref>A. F. Holleman, N. Wiberg: Anorganische Chemie. 103. Auflage. 1. Band: Grundlagen und Hauptgruppenelemente. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2016, ISBN 978-3-11-049585-0, S. 952 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> | ||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Antimon(V)-chlorid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Chloride.
Geschichte
Antimon(V)-chlorid wurde zum ersten Mal 1825 von Heinrich Rose beschrieben.<ref name="DOI10.1002/andp.18250790404"> Heinrich Rose: Ueber die Verbindungen des Antimons mit Chlor und Schwefel. In: Annalen der Physik und Chemie. Band 79, Nr. 4, 1825, S. 441–454, doi:10.1002/andp.18250790404.</ref> Die Kristallstruktur konnte 1959 von Stanley M. Ohlberg aufgeklärt werden.<ref>Stanley M. Ohlberg: The Crystal Structure of Antimony Pentachloride at -30°. In: Journal of the American Chemical Society. 81, 1959, S. 811, doi:10.1021/ja01513a015.</ref>
Gewinnung und Darstellung
Antimon(V)-chlorid kann durch Reaktion von Chlorgas mit geschmolzenem Antimontrichlorid gewonnen werden<ref name="Brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 588.</ref>:
- <chem>SbCl3 + Cl2 -> SbCl5</chem>
Eigenschaften
Antimon(V)-chlorid ist eine farblose bis gelbliche, an Luft rauchende Flüssigkeit mit unangenehmem Geruch. Unter Normaldruck verdampft die Verbindung ab 140 °C, wobei sie sich ab 70 °C zu Chlor und Antimontrichlorid zu zersetzen beginnt. Mit wenig Wasser entstehen die Hydrate SbCl5·H2O und SbCl5·4H2O.<ref name="Brauer" /> Mit viel Wasser zersetzt es sich mit heftiger Reaktion.<ref name="GESTIS" />
- <chem>SbCl5 + 4H2O -> H3SbO4 + 5HCl</chem>
Antimon(V)-chlorid liegt bei −30 °C als Monomer vor und bildet eine trigonale Bipyramide. Es kristallisiert in der hexagonalen Raumgruppe P63/mmc (Raumgruppen-Nr. 194) mit den Gitterkonstanten a = 741,4 pm und c = 794,0 pm. Die Elementarzelle enthält dabei zwei Moleküle. Bei tiefen Temperaturen ab −55 °C bildet sich das doppelt chlorverbrückte Dimer Sb2Cl10 mit einer kantenverknüpften doppeloktaedrischen Struktur aus, was an einer Farbänderung von gelb nach orange sichtbar wird. Die Dimerisierungsenthalpie beträgt −7,5 kJ/mol (−1,8 kcal/mol).<ref name="Haupt">Haupt, Silvia: Pentahalogenide und Oxidhalogenide der Elemente der fünften Hauptgruppe. Dissertation, 2002.</ref>
Verwendung
Antimon(V)-chlorid wird als Chlorierungsmittel bei organischen Synthesen verwendet, zudem ist es eine starke Lewis-Säure, die Chloridionen abstrahiert und dabei das Hexachloroantimonat-Ion bildet. In der Dünnschichtchromatographie dient eine Antimon(V)-chlorid-Lösung in Chloroform oder Tetrachlormethan als Anfärbereagenz.<ref>Eintrag zu Antimonchloride. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Ätzender Stoff
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Antimonverbindung
- Chlorverbindung
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 75