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Antimon(V)-chlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Strukturformel von Antimon(V)-chlorid
Allgemeines
Name Antimon(V)-chlorid
Andere Namen
  • Antimonpentachlorid
  • Antimonsuperchlorid (veraltet)
Summenformel SbCl5
Kurzbeschreibung

gelbe Flüssigkeit mit stechendem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-601-8
ECHA-InfoCard 100.028.729
PubChem 24294
ChemSpider 10613049
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 299,02 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig<ref name="GESTIS" />

Dichte

2,358 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

3,5 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

79 °C (bei 29,3 mbar)<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

18,6 mbar (68 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.028.729">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314​‐​411
P: 260​‐​280​‐​303+361+353​‐​304+340+310​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

1120 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS" />

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−438,5 kJ·mol−1<ref>A. F. Holleman, N. Wiberg: Anorganische Chemie. 103. Auflage. 1. Band: Grundlagen und Hauptgruppenelemente. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2016, ISBN 978-3-11-049585-0, S. 952 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Antimon(V)-chlorid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Chloride.

Geschichte

Antimon(V)-chlorid wurde zum ersten Mal 1825 von Heinrich Rose beschrieben.<ref name="DOI10.1002/andp.18250790404"> Heinrich Rose: Ueber die Verbindungen des Antimons mit Chlor und Schwefel. In: Annalen der Physik und Chemie. Band 79, Nr. 4, 1825, S. 441–454, doi:10.1002/andp.18250790404.</ref> Die Kristallstruktur konnte 1959 von Stanley M. Ohlberg aufgeklärt werden.<ref>Stanley M. Ohlberg: The Crystal Structure of Antimony Pentachloride at -30°. In: Journal of the American Chemical Society. 81, 1959, S. 811, doi:10.1021/ja01513a015.</ref>

Gewinnung und Darstellung

Antimon(V)-chlorid kann durch Reaktion von Chlorgas mit geschmolzenem Antimontrichlorid gewonnen werden<ref name="Brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 588.</ref>:

<chem>SbCl3 + Cl2 -> SbCl5</chem>

Eigenschaften

Antimon(V)-chlorid ist eine farblose bis gelbliche, an Luft rauchende Flüssigkeit mit unangenehmem Geruch. Unter Normaldruck verdampft die Verbindung ab 140 °C, wobei sie sich ab 70 °C zu Chlor und Antimontrichlorid zu zersetzen beginnt. Mit wenig Wasser entstehen die Hydrate SbCl5·H2O und SbCl5·4H2O.<ref name="Brauer" /> Mit viel Wasser zersetzt es sich mit heftiger Reaktion.<ref name="GESTIS" />

<chem>SbCl5 + 4H2O -> H3SbO4 + 5HCl</chem>

Antimon(V)-chlorid liegt bei −30 °C als Monomer vor und bildet eine trigonale Bipyramide. Es kristallisiert in der hexagonalen Raumgruppe P63/mmc (Raumgruppen-Nr. 194)Vorlage:Raumgruppe/194 mit den Gitterkonstanten a = 741,4 pm und c = 794,0 pm. Die Elementarzelle enthält dabei zwei Moleküle. Bei tiefen Temperaturen ab −55 °C bildet sich das doppelt chlorverbrückte Dimer Sb2Cl10 mit einer kantenverknüpften doppeloktaedrischen Struktur aus, was an einer Farbänderung von gelb nach orange sichtbar wird. Die Dimerisierungsenthalpie beträgt −7,5 kJ/mol (−1,8 kcal/mol).<ref name="Haupt">Haupt, Silvia: Pentahalogenide und Oxidhalogenide der Elemente der fünften Hauptgruppe. Dissertation, 2002.</ref>

Verwendung

Antimon(V)-chlorid wird als Chlorierungsmittel bei organischen Synthesen verwendet, zudem ist es eine starke Lewis-Säure, die Chloridionen abstrahiert und dabei das Hexachloroantimonat-Ion bildet. In der Dünnschichtchromatographie dient eine Antimon(V)-chlorid-Lösung in Chloroform oder Tetrachlormethan als Anfärbereagenz.<ref>Eintrag zu Antimonchloride. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />