Wellersen
Wellersen Stadt Dassel
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(294)&title=Wellersen 51° 48′ N, 9° 47′ O
{{#coordinates:51,791666666667|9,7791666666667|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Wellersen | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 147 m | |||||
| Einwohner: | ca. 294<ref name="Gindex">Gemarkung Wellersen, Stadt Dassel. In: GEOindex. Abgerufen im September 2025.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 1. März 1974 | |||||
| Postleitzahl: | 37586 | |||||
| Vorwahl: | 05562 | |||||
Lage von Wellersen in Niedersachsen
| ||||||
Wellersen ist ein zur Stadt Dassel gehörendes Dorf im Landkreis Northeim.
Geographie
Wellersen liegt an der Dieße. Der Ort liegt am Nordrand der Ahlsburg (Höhenzug) am Westrand des Leinegrabens. Am Ortsrand liegt eine Verwerfung von Liaskalk oberflächennah, so dass hier Ammoniten gefunden worden sind.<ref>Karl von Seebach: Der Hannoversche Jura. I: Geognostischer Theil. Kieling-Osnabrück, Verlag Wilhelm Hertz (Bessersche Buchhandlung)-Berlin, Göttingen, den 27. Mai 1864, S. 17. Digitalisat</ref>
Geschichte
Der Ort wurde als Wolderikessen in der Verkaufsurkunde von 1310 des letzten Grafen von Dassel, Simon, erstmals urkundlich erwähnt und war somit bis dahin Teil der Grafschaft Dassel.<ref>Nathalie Kruppa: Die Grafen von Dassel (1097–1337/38). Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2002, S. 310. Teil-Digitalisat</ref> Nach der Hildesheimer Stiftsfehde geriet der Ort an das Fürstentum Grubenhagen als dessen westlichster Teil. Das zentrale Gutshaus des Ortes wechselte über die Jahrhunderte mehrfach den Besitzer, respektive den Eigentümer. Zu dieser frühen Zeit befand sich eine Gipsmühle in Wellersen.<ref>Wilhelm Kleeberg: Niedersächsische Mühlengeschichte. In: Hrsg. Vereinigung z. Erhaltung von Wind- u. Wassermühlen in Niedersachsen e.V. Hannover / Landesverwaltungsamts, Landeskonservator-Hannover, Verlag Bösmann, Detmold 1964, S. 158. Teil-Digitalisat</ref>
Das Gutshaus wechselte seit Mitte des 16. Jahrhunderts wiederholt den Besitzer. Das Gut wurde geführt von Pächtern und Besitzern, unter anderen die Herren von Bortfeld. Der Marschall Otto von Berckefeldt agierte als Pfandherr, er gilt 1539 als Bauherr des Herrenhauses, mit Wassergraben umzogen. Später folgte Carl Nahl, der für seinen Großvater Johann August Nahl ein von seinem Vater Samuel geschaffenes Grabdenkmal am Gutshaus aufstellte.<ref>Ulrich Schmidt, Sabine Fett, Michaela Kalusok: Die Künstlerfamilie Nahl. Rokoko und Klassizismus in Kassel. In: Monographische Reihe. 5; Hrsg. Staatliche Museen Kassel, Selbstverlag, Kassel 1994, S. 59. Teil-Digitalisat</ref>
Gut Wellersen kam anfangs des 17. Jahrhunderts, 1639, in das Eigentum der Familie von Dassel, einem bis heute bestehenden sehr alten Patriziergeschlecht, wobei keine verwandtschaftliche Beziehung zu den o. g. Grafen Dassel bestand. Friedrich von Dassel-Hoppensen war bis 1837 örtlicher Gutsherr. Sein ältester Sohn, der Ritterschafts-Depurtierte Wilhelm von Dassel (1807–1867), erbte das Hauptgut Hoppensen.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1900. Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha Januar 1900, S. 215. Digitalisat</ref> Gut Wellersen bekam dagegen der zweite Sohn, der kgl. hann. Major Albert von Dassel-Hoppensen (1809–1880). Er war mit der 1820 in Wellersen geborenen Alwine Rahl verheiratet und erhielt am 15. April 1880 die preußische Genehmigung zur Führung des Doppelnamens von Dassel-Wellersen,<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser (Uradel). 1900. Erster Jahrgang. Justus Perthes, Gotha Januar 1900, S. 216. Digitalisat</ref><ref>Vgl. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A. (Uradel). 1960. Band IV, Band 22 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1960.</ref> solange das Rittergut Wellersen bei seiner Nachkommenschaft bleibt.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. Vierunddreißigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha November 1941, S. 148.</ref>
Inmitten des 20. Jahrhunderts wurde das schlossartig ausgebaute Gutshaus abgerissen; sein Portal wird heute in der Ortsmitte präsentiert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Burgeninventar (Hrsg.) ( vom 13. Januar 2010 im Internet Archive)</ref> Die letzte Vertreterin der Familie von Dassel-Wellersen war die älteste Tochter Lonny von Dassel (1895–1970), die mit dem Landwirt Walter von Griesheim, 1940 in Wellersen verstorben, verheiratet war und bis zuletzt selbst in Wellersen lebte. Mit ihr starb<ref>Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1996. Band XXIV, Band 111 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1996, S. 45. Teil-Digitalisat</ref> der genealogische Nebenzweig derer von Dassel-Wellersen aus.<ref>Quellen zur Genealogie. Band 3, In: Veröffentlichung der Familienkundlichen Kommission für Niedersachsen und Bremen sowie Angrenzende Ostfälische Gebiete e.V., Verlag Reise, Göttingen 1965, S. 55. Teil-Digitalisat</ref> Die Familie von Dassel auf Rittergut Hoppensen wurde vertreten mit Friedhelm von Dassel, dann Wolfgang-Thedel von Dassel und heute durch den Landwirt Ludolf von Dassel, den heutigen stellv. Ortsbürgermeister.<ref>Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1996. Band XXIV, Band 111 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1996, S. 40, S. 44.</ref>
Wellersen wurde am 1. März 1974 in die Stadt Dassel eingegliedert.<ref>StBA-Wiesbaden: Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 206.</ref>
Politik
Ortsrat
Wellersen bildet mit Hoppensen einen gemeinsamen neunköpfigen Ortsrat, der seit der Kommunalwahl 2021 ausschließlich von Mitgliedern der „Wählergemeinschaft Hoppensen/Wellersen“ besetzt ist. Die Wahlbeteiligung lag bei 81,49 Prozent.<ref>Ergebnis Ortsratswahl 2021. Abgerufen am 10. Juli 2022.</ref>
Ortsbürgermeister
Ortsbürgermeister ist Helmut Dörger, stellvertretender Ortsbürgermeister ist Ludolf von Dassel. Die aktuelle Wahlperiode läuft vom 1. November 2016 bis 31. Oktober 2021.
Kirche
Die Kirche wurde 1664 erbaut.<ref>Helmut Jäger, Erhard Kühlhorn (Hrsg.): Historisch-Landeskundliche Exkursionskarte von Niedersachsen. Band (Teil) 4: Blatt Moringen am Solling. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1976, ISBN 3-7848-3624-0, S. 204. Teil-Digitalisat</ref> Sie hat einen Dachreiter. Die 1972 eingebaute Orgel dieser Kirche war ursprünglich 1864 mit Unterstützung von Georg V. für Avendshausen angeschafft worden.
Literatur
- Wellersen., In: Georg Max-Osterode: Geschichte des Fürstenthums Grubenhagen. Zweiter Theil, Anhang I: Die landtagsfähigen Ritter-Güter. Schmorl` & v. Seefeld, Hannover 1863, S. 339–341.
- Wellersen / A (Amt) Einbeck: In: Hector Wilhelm Heinrich Mithoff: Kunstdenkmäler und Alterthümer im Hannoverschen. Band 2: Fürstenthümer Göttingen und Grubenhagen nebst dem hannoverschen Theile des Harzes und der Grafschaft Hohnstein. Helwing’sche Hofbuchhandlung, Hannover 1873, S. 199.
Weblinks
- Gutshaus Wellersen auf Alleburgen.de.
Einzelnachweise
<references responsive />
Dassel | Amelsen | Deitersen | Eilensen | Ellensen | Hilwartshausen | Hoppensen | Hunnesrück | Krimmensen | Lauenberg | Lüthorst | Mackensen | Markoldendorf mit Oldendorf | Portenhagen | Relliehausen | Sievershausen | Wellersen