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Tugarinovit

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Tugarinovit
Datei:Tugarinovite.jpg
Tugarinovit aus der Typlokalität Lenskoje, Oblast Amur, Russland
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1979-072<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Tug<ref name="Warr" />

Andere Namen

{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)

Chemische Formel MoO2<ref name="StrunzNickel" /><ref name="IMA-Liste" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Oxide und Hydroxide
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IV/D.03-010<ref name="Lapis" />

4.DB.05
04.04.15.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe P21/c (Nr. 14)Vorlage:Raumgruppe/14<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 5,61 Å; b = 4,86 Å; c = 5,63 Å
β = 120,9°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="StrunzNickel" />
Zwillingsbildung polysynthetische Zwillinge<ref name="Hawthorne-et-al" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4,5<ref name="Lapis" /> bis 4,6 (VHN20 = 300 kg/mm2)<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) berechnet: 6,58<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit nicht definiert
Farbe dunkel lilabraun<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe grünlichgrau<ref name="Handbookofmineralogy" />
Transparenz durchscheinend<ref name="Handbookofmineralogy" /> bis undurchsichtig<ref name="Mindat" />
Glanz Fettglanz bis Metallglanz<ref name="Handbookofmineralogy" />

Tugarinovit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide mit der chemischen Zusammensetzung MoO2 und damit chemisch gesehen Molybdän(IV)-oxid oder auch Molybdändioxid.

Tugarinovit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt dicktafelige bis prismatische Kristalle von etwa 0,5 bis 1,5 mm Größe mit einem fettähnlichen bis metallischen Glanz auf den Oberflächen. Das Mineral ist durchscheinend bis undurchsichtig und im Allgemeinen von dunkel lilabrauner Farbe. Die Strichfarbe von Tugarinovit ist dagegen grünlichgrau.

In oxidiertem Material können teilweise bis vollständige Pseudomorphosen von Wulfenit nach Tugarinovit auftreten.<ref name="Hawthorne-et-al" />

Etymologie und Geschichte

Entdeckt wurde Tugarinovit zuerst in der Molybdän-Uran-Lagerstätte Lenskoje in der Oblast Amur im Fernen Osten Russlands. Erstmals analysiert und beschrieben wurde das Mineral von W. G. Kruglowa, A. A. Poterjaikina, G. A. Sidorenko, L. S. Dubakina und Je. G. Rjabewa ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), die das Mineral nach dem russischen Geochemiker und Geologen Alexei Iwanowitsch Tugarinow ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); 1917–1977) benannten.<ref name="Kruglova-et-al"/>

Das Mineralogenteam sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1979 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1979-072<ref name="IMA-Liste" />), die den Tugarinovit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde im Jahr darauf im russischen Fachmagazin Sapiski Wsessojusnogo Mineralogitscheskogo Obschtschestwa ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) veröffentlicht.<ref name="Kruglova-et-al" /> Mit der Publikation New Mineral Names 1981 im englischen Fachmagazin American Mineralogist wurde auch die Anerkennung von Tugarinovit bestätigt.<ref name="FleischerPabst" /> Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von MineralName lautet „Tug“.<ref name="Warr" />

Das Typmaterial des Minerals wird im Mineralogischen Museum, benannt nach A. J. Fersman (FMM) unter der Katalognummer 81395 aufbewahrt.<ref name="IMA-Typmaterialkatalog" />

In der russischen Originalbeschreibung wird das Mineral als Тугариновит bezeichnet. Bei korrekter Transkription aus dem Russischen ins Deutsche müsste der Name damit Tugarinowit lauten. Allerdings stützen sich bisher bekannte deutschsprachige Quellen auf die englische Übersetzung Tugarinovite, die von der IMA anerkannt und bei der Publikation New Mineral Names im Fachmagazin American Mineralogist verwendet wurde.<ref name="FleischerPabst" /><ref name="Lapis" /> Im Deutschen wird nur das im Englischen übliche ‚e‘ weggelassen.

Klassifikation

Da der Tugarinovit erst 1979 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der letztmalig 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IV/D.03-010. Dies entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2 (MO2 und verwandte Verbindungen)“, wo Tugarinovit als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer IV/D.03 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Tugarinovit ebenfalls in die Abteilung „Metall : Sauerstoff = 1 : 2 und vergleichbare“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und der Kristallstruktur. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung und seinem Aufbau in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen Kationen; Ketten kantenverknüpfter Oktaeder“ zu finden, wo es zusammen mit Argutit, Kassiterit, Plattnerit, Pyrolusit, Rutil, Tripuhyit und Varlamoffit die „Rutilgruppe“ mit der Systemnummer 4.DB.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Tugarinovit die System- und Mineralnummer 04.04.15.01. Auch dies entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Oxide“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Einfache Oxide mit einer Kationenladung von 4+ (AO2)“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 04.04.15.

Kristallstruktur

Tugarinovit kristallisiert im in der monoklinen Raumgruppe P21/c (Raumgruppen-Nr. 14)Vorlage:Raumgruppe/14 mit den Gitterparametern a = 5,61 Å; b = 4,86 Å, c = 5,63 Å und β = 120,9° sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Eigenschaften

Tugarinovit ist in heißer Salz- (HCl) und Schwefelsäure (H2SO4) unlöslich, löst sich aber sehr langsam in heißer, konzentrierter Salpetersäure.<ref name="FleischerPabst" />

Bildung und Fundorte

Tugarinovit bildet sich durch Metasomatose unter reduzierenden Bedingungen in schwefelarmer Umgebung. Als Begleitminerale können unter anderem Uraninit, Molybdänit, Galenit, Zirkon und Wulfenit auftreten.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Tugarinovit gehört zu den sehr seltenen Mineralbildungen, das bisher nur in wenigen Proben aus weltweit weniger als 10 Vorkommen dokumentiert ist (Stand 2024). Außer an seiner Typlokalität Lenskoje in der Oblast Amur fand sich das Mineral in Russland noch am Vulkan Kudrjawy auf der Kurileninsel Iturup im Föderationskreis Fernost und in der porphyrischen Kupfer-Molybdän-Lagerstätte Aksug im Kreis Todschinski in der zum Föderationskreis Sibirien gehörenden autonomen Republik Tuwa.

Daneben konnte Tugarinovit noch am Vulkan Iōdake (auch Iwodake oder Ioudake) auf der zur japanischen Präfektur Kagoshima gehörenden Insel Iōjima und im Kohlenbergwerk Kateřina bei Radvanice v Čechách ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) im Okres Trutnov in Tschechien gefunden werden. Außerdem wurde das Mineral in einem Bruchstück des Steinmeteoriten Allende nachgewiesen, das 1969 bei Pueblito de Allende in Mexiko niederging.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="FleischerPabst"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Tugarinovit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 12. Dezember 2024. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Hawthorne-et-al"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmaterialkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – T. (PDF 222 kB) Commission on Museums (IMA), 10. Februar 2021, abgerufen am 12. Dezember 2024 (Gesamtkatalog der IMA). </ref> <ref name="Kruglova-et-al"> </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Tugarinovite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 12. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Tugarinovite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 12. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>