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Marylu Poolman

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 9. Januar 2026 um 15:28 Uhr durch imported>Un Gateaux (Leben: Joan Collins in "Nachts kommt die Angst" war Astrid Bless.).
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Vorlage:Hinweisbaustein Marylu Poolman (* 3. Oktober 1936 in Amsterdam, Nordholland, Niederlande; † 22. Mai 2004 in Leipzig, Sachsen, Deutschland) war eine niederländische Schauspielerin.

Leben

Marylu Poolman stammte aus einem künstlerischen Umfeld. Bereits ihre Großeltern und Eltern waren schauspielerisch tätig. Poolman absolvierte eine Schauspielausbildung in West-Berlin an der Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel bei Hilde Körber und Otto Graf. Nach ihrer Übersiedlung in die DDR war sie von 1956 bis zu ihrer offiziellen Verabschiedung im Sommer 2002 46 Jahre lang ununterbrochen Ensemblemitglied am Schauspielhaus Leipzig. Sie spielte dort über 80 verschiedene Rollen.<ref>Chronik 2004. (PDF) In: Stadtarchiv Leipzig. S. 18, abgerufen am 18. August 2018 (Eintrag für den 22. Mai 2004).</ref> 1997 trat sie bei einem Gastspiel des Schauspiels Leipzig mit dem Theaterstück Der Auftrag von Heiner Müller an der Volksbühne Berlin auf.<ref>„DER AUFTRAG“/Heiner Müller Volksbühne Berlin Spielzeit 1997/1998 („97/98“ auswählen), abgerufen am 18. August 2018.</ref>

Ihr Filmdebüt gab Poolman 1961 bei der DEFA in dem Gegenwartsfilm Drei Kapitel Glück. Insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren trat sie nachhaltig in Film und Fernsehen in Erscheinung. In der Heinrich-Mann-Verfilmung Im Schlaraffenland spielte sie 1975 die Rolle der Ehefrau Adelheid Türkheimer, die einen jungen Dichter aus der Provinz protegiert und finanziell unterstützt.<ref>Im Schlaraffenland. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 18. August 2018.</ref> 1976 wirkte sie in dem Märchenfilm Das blaue Licht mit, in dem sie einen „ausnehmend einprägsamen Auftritt als sinnliche Hexe“ hat.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Iris Gusner (Memento vom 18. Oktober 2020 im Internet Archive), Webseite der DEFA-Stiftung, abgerufen am 22. September 2019.</ref> 1982 lieferte sie ein „Kabinettstück“ in der Rolle der raffinierten Frau Dr. Eggenfels in der Komödie Märkische Forschungen von Roland Gräf. 1983 brillierte sie als Frau Sengebusch in der Komödie Automärchen. 1988 übernahm sie die Rolle der Magd Berta in dem Märchenfilm Die Geschichte von der Gänseprinzessin und ihrem treuen Pferd Falada. 2003 hatte sie eine kleine Rolle als Rentnerin in der Komödie Schultze gets the blues. Beim DFF spielte sie auch in etlichen Inszenierungen des Fernsehtheaters Moritzburg sowie in mehreren Folgen der Krimiserien Polizeiruf 110 und Der Staatsanwalt hat das Wort.

1973 übernahm sie an der Seite von Fred Düren und Ekkehard Schall die Rolle der Adelheid von Walldorf in einer Hörspielfassung von Goethes Schauspiel Götz von Berlichingen.<ref>Geschichte des Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand bei HÖRDAT, die Hörspieldatenbank</ref> Die Aufnahme befindet sich auch im Bestand des Deutschen Rundfunkarchivs.<ref>Die Geschichte des Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand Deutsches Rundfunkarchiv</ref> Ebenfalls 1973 wirkte sie in dem Kinderhörspiel Das Pferdemädchen mit.<ref>Das Pferdemädchen auf phonostar.de</ref> 1978 sprach sie die Titelrolle der Fledermaus in dem Science-Fiction-Hörspiel Begegnung mit einer Fledermaus von Heiner Rank.<ref>Science Fiction-Hörspiele in der DDR</ref>

Nach der Wende arbeitete sie hauptsächlich als Bühnendarstellerin und übernahm weiterhin zahlreiche Hörspielrollen, unter anderem 1992 als Alte Frau in dem Kinderhörspiel Prinzessin hinter Dornenhecken (von Katrin Lange, nach dem Märchen Dornröschen) und 1995 als Sprecherin in Fromme Lügen nach dem Roman von Irene Dische.<ref>Radiohörspiele im MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) auf Hörspielrezensionen.de</ref> 1993 war sie als Frau Zetsche in dem Kriminalhörspiel Bankraub von Andreas Berger zu hören.<ref>Bankraub. In: Hoerspieltipps.net. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Dezember 2009; abgerufen am 18. August 2018.</ref> 1993 übernahm sie die Rolle der Haushälterin Mrs. Pearce in der Hörspielfassung von George Bernard Shaws Komödie Pygmalion.<ref>Pygmalion. In: Hoerspieltipps.net, abgerufen am 18. August 2018.</ref> 1994 folgte wiederum beim MDR eine Rolle in der Hörspielfassung des Romans Fahrenheit 451.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fahrenheit 451 (Memento vom 15. Juli 2010 im Internet Archive) 2001-Odyssee im Cyberspace</ref> 1995 wirkte sie beim MDR in dem Hörspiel Frauentags Ende oder Die Rückkehr nach Ubliaduh von Fritz Rudolf Fries.<ref>Frauentags Ende oder Die Rückkehr nach Ubliaduh Deutsches Rundfunkarchiv</ref> Ebenfalls 1995 wirkte sie als Lady in der Hörspielfassung des Romans Uhrwerk Orange mit.<ref>Uhrwerk Orange Deutsches Rundfunkarchiv</ref> 2000 sprach sie die Rolle der Miriam Rockwell in dem Hörspiel Night Train nach dem Roman von Martin Amis.<ref>Radio:Tipp: Night Train auf Die Hoerspielfreunde.de</ref> 2003 nahm sie für das Hörbuch Anton ist fürs neue Jahr gemeinsam mit Karin Gregorek die Erzählung Das Rosenkissen von Peter Hacks auf.<ref>Anton ist fürs neue Jahr Deutsches Rundfunkarchiv</ref>

Gelegentlich arbeitete sie auch als Synchronsprecherin, so war sie 1981 die Synchronstimme von Gale Sondergaard in der DEFA-Synchronfassung Die Spinnenfrau des Films Das Spinnennest (1944).

Ihr Lebensgefährte war der Leipziger Theaterschauspieler Paul-Dolf Neis (1933–1996). Marylu Poolman erhielt eine Seebestattung.<ref>Rolf Richter: Poolman, Marylu. In: Stadt Leipzig. 2014, abgerufen am 18. August 2018.</ref> Ihre Tochter Frauke Poolman und ihre Enkelin Marylu-Saskia Poolman sind ebenfalls Schauspielerinnen.

Auszeichnungen

1982: Kunstpreis der DDR<ref>Kunstpreisträger 1982, In: Neues Deutschland, 19. Mai 1982, S. 4</ref>

Filmografie

<templatestyles src="column-multiple/styles.css" />

Hörspiele (Auswahl)

  • 1956: Georg Zivier: Ich kam von meiner Herrin Haus – Ein Hörbild um Heinrich Heine – Regie: Hans Drechsel (Hörbild – SFB)
  • 1967: Sos György: Der Schuhputzer – Regie: Peter Groeger – (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1967: Ludwig Achtel: Karriere N – Regie: Hans Knötzsch (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1967: Franz Carl Weiskopf: Puten und Tränen – Regie: Wolfgang Brunecker (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1968: Pjotr Petrowitsch Werschigora: Im Gespensterwald – Regie: Walter Niklaus (Hörspielreihe – Rundfunk der DDR)
  • 1970: Dimitar Dimow: Tabak – Regie: Walter Niklaus (Hörspielreihe – Rundfunk der DDR)
  • 1971: Charles de Coster: Grietje heiratet – Regie: Günter Bormann (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1972: Wilhelm Raabe: Die Gänse von Bützow – Regie: Walter Niklaus (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1973: Johann Wolfgang von Goethe: Geschichte des Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand (Adelheid) – Regie: Werner Grunow (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1973: Rudi Strahl: Adam und Eva und kein Ende – Regie: Walter Niklaus (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1974: Johann Wolfgang von Goethe: Die Wahlverwandtschaften – Regie: Walter Niklaus (zweiteiliges Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1975: Guy de Maupassant: Die Strafe – Regie: Walter Niklaus (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1976: Helmut Richter: Alfons Köhler – Regie: Walter Niklaus (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1978: Marie von Ebner-Eschenbach: Die Freiherren von Gemperlein – Regie: Walter Niklaus (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1978: Vladimir Pozner: Die Bindung der Ehe – Regie: Klaus Zippel – (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1980: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise – Regie: Walter Niklaus (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1980: Jean Paul: Katzenbergers Badereise – Regie: Klaus Zippel – (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1981: Peter Kramer: Der stille Teilhaber – Regie: Walter Niklaus (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1985: Gerhart Hauptmann: Vor Sonnenuntergang – Regie: Walter Niklaus (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1992: Halldór Laxness: Seelsorge am Gletscher – Bearbeitung: Armin Stolper, Regie: Joachim Staritz, Sprecher der Rolle der Ua: Marylu Poolman, MDR<ref>Seelsorge am Gletscher. In: www.hoerspieltipps.net. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. August 2016; abgerufen am 19. August 2016.</ref>
  • 1993: Andreas Berger: Bankraub (Frau Zetsche) – Regie: Joachim Staritz (Kriminalhörspiel – MDR)
  • 1993: Andreas Albrecht: Heute Morgen – Regie: Holger Rink (Hörspiel – MDR)
  • 1994: Ray Bradbury: Fahrenheit 451 – Regie: Holger Rink (Science-Fiction Kriminalhörspiel – MDR)
  • 1996: Melchior Schedler: Zukunft der Unzucht. Ein Nachtstück – Regie: Götz Fritsch (Hörspiel – MDR)
  • 1999: Isaak Babel: Die Reiterarmee (Bäuerin) – Regie: Joachim Staritz (Hörspiel (3 Teile) – MDR/DLR)
  • 2002: Samuel Shem: House of God (Sophie) – Regie: Norbert Schaeffer (Hörspiel – MDR)
  • 2003: Richard Farber: Ein Stein, nur ein kleiner Stein – Regie: Richard Farber (Hörspiel – Radio Bremen)

Literatur

  • Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-304-7, S. 263.
  • Frank-Burkhard Habel: Lexikon. Schauspieler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2009, ISBN 978-3-355-01760-2, S. 331.

Weblinks

  • Vorlage:IMDb/1
  • Marylu Poolman bei filmportal.de
  • Günter Helmes, Steffi Schültzke (Hrsg.): Das Fernsehtheater Moritzburg. Institution und Spielplan. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2003. ISBN 3-936522-99-5.
  • Claudia Kusebauch (Hrsg.): Fernsehtheater Moritzburg II. Programmgeschichte. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2005. ISBN 3-86583-015-3.
    • Claudia Kusebauch (unter Mitarbeit von Michael Grisko): Das Fernsehtheater Moritzburg – Programmchronologie. Ebd., S. 15–208.

Einzelnachweise

<references />

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