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Kemant (Sprache)

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Kemat

Gesprochen in

AthiopienDatei:Flag of Ethiopia.svg Äthiopien
Sprecher 4,830<ref name="Ethnologue">Qimant. In: Ethnologue. Abgerufen am 11. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-1
ISO 639-2
ISO 639-3 ahg

Kemant (Eigenbezeichnung Kemantney, andere Bezeichnung Qimant) ist eine vom Aussterben bedrohte Sprache, die nur noch von wenigen älteren Mitgliedern der Volksgruppe der Kemant im Norden Äthiopiens gesprochen wird, vor allem in Chilga (Woreda) in der Semien-Gondar-Region zwischen Gonder und Metemma.

Einordnung

Die Sprache gehört dem westlichen Zweig der zentralkuschitischen Sprachen an,<ref>Zelealem 2003, S. 30</ref> zu dem ferner die mittlerweile ausgestorbenen Sprachen Kwara und Kayla zählen. Als kuschitische Sprache gehört Qimant zur Sprachfamilie der afroasiatischen Sprachen.

Geographische und gesellschaftliche Verbreitung

Das Kemant ist die ursprüngliche Sprache der Volksgruppe der Kemant aus der Semien-Gondar-Region in Äthiopien. Wenngleich diese Volksgruppe nach der Volkszählung aus dem Jahr 1994 noch 172327 Menschen angehörten, wird die Sprache heutzutage nur noch von einem geringen Teil von ihnen gesprochen. Die Zahl der Muttersprachler beläuft sich auf 1625, als Zweitsprache wird Kemant von weiteren 3450 Sprechern genutzt.<ref>Zelealem 2003, S. 62</ref> Alle Sprecher leben entweder in Chilga oder Lay Armachiho<ref>vgl. die Karte in Zelealem 2003, S. 31</ref> und sind älter als 30 Jahre, wobei über 75 % älter als 50 Jahre sind.<ref>Zelealem 2003, S. 63</ref> Die Sprache wird nicht mehr an die nächste Sprechergeneration vermittelt, da die meisten Kemant Amharisch sprechen. Weder in der Öffentlichkeit noch zu Hause findet die Sprache als gewöhnliches Kommunikationsmittel Verwendung, sondern wird lediglich als eine Art Geheimcode genutzt.<ref>Zelealem 2003, S. 75</ref>

Phonologie

Konsonanten

Konsonantphoneme<ref name="Zelealem 2003, S. 158">Zelealem 2003, S. 158</ref>
Labial Alveolar Palatal Velar
einfach labialisiert
Nasal m n   ŋ ŋʷ
Plosiv stimmlos   t k
stimmhaft b d ɡ ɡʷ
Frikativ stimmlos f s ʃ χ χʷ
stimmhaft   z   ɣ ɣʷ
Flap   r      
Approximant l j   w

Konsonanten (mit Ausnahme der Plosive und Nasale) können im Wortinnern geminiert werden.

Vokale

Vokalphoneme<ref name="Zelealem 2003, S. 158" />
  Vorderzungenvokale Zentralvokale Hinterzungenvokale
geschlossen <templatestyles src="IPA/styles.css" />i <templatestyles src="IPA/styles.css" />ɨ <templatestyles src="IPA/styles.css" />u
mittel   <templatestyles src="IPA/styles.css" />ə <templatestyles src="IPA/styles.css" />o
offen   <templatestyles src="IPA/styles.css" />a  

Phonotaktik

Die maximale Silbenstruktur ist Konsonant-Vokal-Konsonant. Konsonantencluster sind somit nur im Wortinnern möglich,<ref>Zelealem 2003, S. 160f</ref> in Lehnwörtern aus dem Amharischen können sie jedoch innerhalb einer Silbe auftreten. Vokalcluster sind nicht möglich. Konsonantencluster mit mehr als zwei Konsonanten werde durch Epenthese (Lauteinschub) des Vokals <templatestyles src="IPA/styles.css" />​/⁠ɨ⁠/​ durchbrochen.

Grammatik

Morphologie

Hinsichtlich der Person wird zwischen 1. Person Einzahl/Mehrzahl, 2. Person Einzahl/höflich/Mehrzahl und 3. Person männlich/weiblich/Mehrzahl unterschieden. Am Verb werden die Flexionskategorien durch Suffixe markiert. Zelealem (2003, S. 192) nennt drei verschiedene Aspekte: Perfektiv, Imperfektiv und Progressiv.

Syntax

Die Grundform der Satzstellung in Kemant, wie in allen anderen afroasiatischen Sprachen Äthiopiens, ist Subjekt-Objekt-Verb. Durch das Vorhandensein einer Kasusdeklination sind zudem andere, markierte Satzstellungen möglich. Während in Nominalphrasen generell Rechtsköpfigkeit herrscht, können Zahlwörter jedoch auch dem Substantiv nachgestellt werden. Nebensätze stehen vor dem Hauptverb des Satzes.<ref>Zelealem 2003, S. 252–262</ref>

Lexikon

Infolge des fortschreitenden Aussterbens der Sprache sind bereits viele Wörter durch amharische Wörter ersetzt worden.

Literatur

  • Zelealem Leyew. 2003. The Kemantney Language - A Sociolinguistic and Grammatical Study of Language Replacement. Köln: Rüdiger Köppe Verlag.
  • David L. Appleyard. 1975. "A descriptive outline of Kemant," Bulletin of the School of Oriental and African Studies 38:316-350.

Einzelnachweise

<references /> Vorlage:Navigationsleiste Kuschitische Sprachen