Zum Inhalt springen

Wilhelm Riphahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 7. Dezember 2025 um 10:01 Uhr durch imported>Gunnar Klack (typo).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Wilhelm Riphahn, auch Riphan, (* 25. Juli 1889 in Köln; † 27. Dezember 1963 ebenda) war ein deutscher Architekt.

Leben

Wilhelm Riphahn wurde geboren als Sohn des Bauunternehmers Gottfried Riphahn und seiner Frau Maria Wilhelmine, einer Schwester des Bauunternehmers Peter Gärtner. Er besuchte zunächst die Baugewerkschule Köln, daran anschließend als Hospitant (Gasthörer) die Technische Hochschule München, die Technische Hochschule Dresden und die Technische Hochschule (Berlin-)Charlottenburg – zu seinen Lehrern zählten Theodor Fischer, Carl Hocheder, Martin Dülfer und Cornelius Gurlitt.

Er arbeitete zunächst im Siemens-Baubüro in Berlin und 1912 im Büro Gebrüder Taut & Hoffmann (Bruno Taut, Max Taut und Franz Hoffmann) in Berlin, außerdem war er zeitweise Mitarbeiter im Büro von Otho Orlando Kurz in München und beim Stadtbaurat Hans Erlwein in Dresden. Ab 1913 war Wilhelm Riphahn als selbstständiger Architekt in Köln tätig. Während des Ersten Weltkriegs und von 1925 bis 1931 arbeitete er mit dem Architekten Caspar Maria Grod zusammen. Beide errichteten 1931 in nur fünfmonatiger Bauzeit mit dem UFA-Palast eines der spektakulärsten Bauwerke jener Zeit in Köln. Mit einer Sitzplatzkapazität von 3.000 war er das größte Kino in Westdeutschland. Nach 1945 waren die Architekten Hans Menne, Benvenuto Bausch und Wolfgang Schmidtlein wichtige Mitarbeiter. Zwischen 1945 und 1948 war er Berater für den Wiederaufbau der Stadt Köln. In den 40er und 50er Jahren gab er der Stadtentwicklung Kölns wesentliche Impulse, indem er der Ost-West-Achse (Hahnenstraße zwischen Rudolfplatz und Neumarkt) ein stadtverträgliches Maß und eine luftige Architektur gab und auf dem Offenbachplatz mit dem Bau der Oper, der Opernterrassen, des Schauspielhauses und des gegenüberliegenden Geschäftshauses eines der wenigen gelungenen und großzügigen Ensembles des Kölner Wiederaufbaus schuf.<ref>Hiltrud Kier: Reclams Städteführer, Architektur und Kunst, Stuttgart 2008, S. 188f</ref>

Datei:Wilhelm Riphahn Melaten.jpg
Grabstätte auf dem Melaten-Friedhof

1950 erhielt Riphahn die Ehrendoktorwürde (Dr.-Ing. E. h.) der Technischen Hochschule Braunschweig und 1953 den Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. 1955 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Künste in Berlin berufen.

Sein Grab befindet sich auf dem Kölner Melaten-Friedhof. Seine Tochter Marlene Riphahn (1922–2004) wurde Schauspielerin.

Werk

Die Vielzahl und architektonische Bedeutung seiner Werke machte ihn zu einem der wichtigsten Architekten der Stadt Köln:

Datei:Deutzer Freiheit Riphahn-Bau.JPG
Deutzer Freiheit Entreé, Frühwerk.
Datei:Dresdner Bank Köln - Unter Sachsenhausen (4984-86).jpg
Dresdner Bank Köln – Unter Sachsenhausen
  • 1914: Wohnhaus „Justinianstraße 1“ in Köln-Deutz, Deutzer Freiheit Entreé<ref>Kulturpfade Köln. Band 5. 1. Auflage. J.B. Bachen Verlag, Köln 2012, S. 32.</ref>
  • 1919/21: Beamtenkolonie für die Fa. Meirowsky & Co, Vorgängerin der Dielektra Köln-Porz
  • 1920/21: Wohnanlage am Nordfriedhof Köln-Mauenheim (Abgerissen 2014/15 und durch Neubauten ersetzt<ref>Kölner Stadt-Anzeiger. 29. Dezember 2014.</ref>)
  • 1922–1924: Wohnanlage „Grüner Hof“ in Köln-Mauenheim (Erweiterung der vorgenannten Wohnsiedlung)
  • 1922–1938(?): GAG-Wohnsiedlung „Bickendorf II“ in Köln (Farbgestaltung u. a. von Heinrich Hoerle)
  • 1924: Restaurant „Bastei“ in Köln (Wiederaufbau durch Riphahn 1958)<ref>zeitgenössische Abb. in: Walter Müller-Wulckow: Deutsche Baukunst der Gegenwart. Bauten der Gemeinschaft. Langewiesche Verlag, Königstein (Taunus) / Leipzig 1929, S. 68.</ref>
  • 1927–1930: „Siedlung Zollstock“ in Köln-Zollstock
  • 1927–1932: Siedlung Kalkerfeld in Köln, heutiges Köln-Buchforst; „Weiße Stadt“ und „Blauer Hof“<ref>Abb. in: Walter Müller-Wulckow: Deutsche Baukunst der Gegenwart. Wohnbauten und Siedlungen. Königstein i.T., Langewiesche 1929, S. 106.</ref>
  • 1927–1929: Baugruppen 4 und 14 der Siedlung Dammerstock in Karlsruhe
  • 1930: Büro- und Geschäftshaus „Indanthren-Haus“ in Köln
  • 1930–1931: katholische Pfarrkirche St. Petrus Canisius in Köln-Buchforst
  • 1931: UFA-Palast, Hohenzollernring 22–24, Köln<ref></ref>
  • 1934: zehn Häuser am heutigen Gustav-Heinemann-Ufer in Köln
  • 1942: Kölner Hochbunker am Breslauer Platz<ref>Hochbunker Domstraße. Abgerufen am 22. November 2023.</ref>
  • 1947–1949: Wohn- und Geschäftsbauten in der Hahnenstraße in Köln
  • 1948: Sartory-Säle in der Friesenstraße in Köln
  • 1950 Atelierhaus für Gerhard Marcks, Köln-Müngersdorf Bauherr und Eigentümer Stadt Köln
  • 1950: Britisches Kulturinstitut British Council, später genannt „Die Brücke“, nach dessen Schließung Ende der 1990er Jahre seit 2002 Sitz des Kölnischen Kunstvereins Hahnenstraße 6, Köln<ref></ref>
  • 1951: Wohnhaus für Josef Haubrich, Köln-Müngersdorf<ref>Peter Fuchs: Josef Haubrich. Sammler und Stifter moderner Kunst. Nachrichtenamt der Stadt Köln, 1979, S. 51</ref>
  • 1950–1952: Concordia-Haus, Börsenplatz 1, Köln (mit Paul Doetsch)<ref>Wolfram Hagspiel, Hiltrud Kier: Köln. Architektur der 50er Jahre. In: Stadt Köln (Hrsg.): Stadtspuren – Denkmäler in Köln. Band 6. J.P. Bachem, Köln 1986, ISBN 3-7616-0858-6, S. 241 (Mit historischen Aufnahmen und neuen Fotos von Dorothea Heiermann).</ref>
  • 1952–1953: Verwaltungsgebäude der Provinzial Feuer- und Lebensversicherungsanstalten in Düsseldorf (mit Eugen Blanck und Hans Schwippert)
  • 1953: Institut Français in Köln (Sachsenring 77)
  • 1954–1957: Oper Köln
  • 1958–1961: Dresdner Bank Köln (1. Bauabschnitt: Komödienstraße 1958–1960, 2. Bauabschnitt: Turmbau Unter Sachsenhausen 1960–1961)<ref></ref>
  • 1959: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln
  • 1959–1962: Schauspielhaus Köln<ref>Gerhard Storck: Probleme des modernen Bauens und die Theaterarchitektur. Bonn 1971, S. 407–408.</ref>

Bildergalerie

Schriften

Literatur

  • H.: Siedlungen und andere Bauten von Architekt Wilhelm Riphahn, Köln. In: Moderne Bauformen, Jg. 22, 1923, S. 1–32 (+ 2 Farbtafeln).
  • Vorlage:WasmuthsBaukunst
  • Vorlage:WasmuthsBaukunst
  • D. Stuart: Architekt Wilhelm Riphahn, Köln. In: Moderne Bauformen, 1927, Jg. 26, S. 476–485 (Digitalisat).
  • Vorlage:WasmuthsBaukunst
  • Richard Braungart: Wohnbauten des Architekten W. Riphahn in Köln. In: Dekorative Kunst. Illustrierte Zeitschrift für angewandte Kunst, Jg. 32, Band 37, 1928/29, S. 33–36 (Digitalisat).
  • Heinrich de Fries (Einl.): Wilhelm Riphahn. Reihe Neue Werkkunst. Friedrich Ernst Hübsch Verlag, Berlin / Leipzig / Wien 1927 (Nachdruck mit einem Nachwort von Wolfram Hagspiel: Gebr. Mann Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-7861-1813-2).
  • Wolfram Hagspiel: Der Kölner Architekt Wilhelm Riphahn. Sein Lebenswerk von 1913 bis 1945. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 1982, ISBN 3-88375-017-4 (zugleich Dissertation, Universität zu Köln, 1981).
  • Werner Mantz: Architekturphotographie in Köln 1926–1932. Ausstellungskatalog, Museum Ludwig Köln, Köln 1982.
  • Clemens Klemmer: Der Kölner Architekt Wilhelm Riphahn (1889–1963). In: Werk, Bauen + Wohnen, 76. / 43. Jahrgang 1989, Heft 3, S. 72 und 74 (mit Literaturangaben).
  • Britta Funck (Bearb.): Wilhelm Riphahn, Architekt in Köln. Eine Bestandsaufnahme. (Katalog zur Ausstellung Wilhelm Riphahn – Architekt in Köln im Museum für Angewandte Kunst Köln vom 18. September 2004 bis 2. Februar 2005). Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2004 (2. Auflage: 2012, ISBN 978-3-88375-881-7).
  • Jürgen Roder: Wilhelm Riphahn, in: Rheinische Geschichte (lvr.de)

Weblinks

Commons: Wilhelm Riphahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein