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Agraffe (Ornament)

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Datei:Agraffe, GÖ, Bürgerstr.38, 2024 02 17.jpg
Agraffe an einem Segmentbogentor, erbaut 1885 (Göttingen, Bürgerstraße 38, Turnhalle)

Agraffe (vom {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) bezeichnet in der Architektur den ornamental besonders hervorgehobenen Schlussstein in einem Bogen.

Beschreibung und Verwendung

Agraffen als Bogen-Schlusssteine sind oft größer sowie auffälliger gestaltet als die übrigen Keilsteine und bilden im engeren Sinne eine Überleitung und gestalterisch ‚tragende‘ Verbindung des Bogens zum darüberlaufenden Fassadengesims.<ref>Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 16. Februar 2024), S. 8.</ref> Im weiteren Sinne wird der Begriff Agraffe in der Architektur für alle besonders verzierten Schlusssteine verwendet.

Die klassische Agraffe zeigt eine konsolartige Volute, es gibt jedoch auch Medaillons oder Reliefs mit figürlichem Schmuck. Gerne sind auch Familienwappen oder Jahreszahlen eingearbeitet worden. Agraffen waren in der Renaissance und Barockzeit sehr beliebt und zeigten dann plastisch herausgearbeitete Reliefs und Figuren. Auch im Interieur findet man Agraffen z. B. an Bilderrahmen, Spiegeln oder Kamineinfassungen.<ref>Sehen und erkennen – Was ist eine Agraffe? in: Monumente, Juni 2018, S. 41.</ref>

Historische Beschreibungen

In J. G. Krünitz’ Oeconomischer Encyclopädie von 1782 liest man: „Agrafe, Agraffe, heißt bey den Bildhauern ein Zierath an dem Schlusse eines Bogens, eines Fensterrahmens, einer Thüre, eines Spiegels, eines Bilderrahmens, u. d. gl.“<ref>Agrafe. In: Johann Georg Krünitz: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirthschaft. Bd. 1: Aa–Am. 2. Auflage. Pauli, Berlin 1782, S. 451 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(auf Krünitz Online) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kruenitz1.uni-trier.de.</ref>

Nach Otto Luegers Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften von 1904 handelt es sich um eine „sich in Hakenform um die Bogenglieder schlingende Schlußsteinverzierung der Spätrenaissance in Form eines Medaillons, Schildes u. s. w.“<ref>Agraffe. In: Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften. 2., vollständig neu bearbeitete Auflage. Bd. 1: A–Biegung. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart/Leipzig 1904, S. 105.</ref>

Weblinks

Commons: Agraffe (Ornament) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references /> Vorlage:Hinweisbaustein