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Lenait

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Lenait
Datei:Lenaite - inclusion in test sample for SEM - Privolnoye, Sakha Republic (Yakutia), Russia.jpg
Lenait als Einschluss in einer Untersuchungsprobe für eine REM-Aufnahme – Privolnoye, Sacha (Jakutien)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1994-008<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Ln<ref name="Warr" />

Chemische Formel AgFeS2<ref name="StrunzNickel" /><ref name="IMA-Liste" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/C.03-025

2.CB.10a
02.09.01.05
Kristallographische Daten
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol ditetragonal-pyramidal; 4mm<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe P42mc (Nr. 105)Vorlage:Raumgruppe/105<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 5,64 Å; c = 10,34 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4 bis 4,5<ref name="Lapis" />
(VHN10 = 270–360, durchschnittlich 310<ref name="AM-81-1996" />)
Dichte (g/cm3) berechnet: 4,63<ref name="AM-81-1996" />
Spaltbarkeit nicht definiert
Farbe stahlgrau bis schwarz
Strichfarbe dunkelgrau bis schwarz<ref name="Mindat" />
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz

Lenait ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der chemischen Zusammensetzung AgFeS2<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein Silber-Eisen-Sulfid.

Lenait kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und konnte bisher nur in Form stahlgrauer bis schwarzer, metallisch glänzender, isometrischer Kristallkörner bis etwa 0,2 mm Größe gefunden werden.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Lenait in der Silber-Antimon-Quecksilber-Lagerstätte Khachakchan im Werchojansker Gebirge in der zur Russischen Föderation gehörenden Republik Sacha (Jakutien). Die Erstbeschreibung erfolgte 1995 durch V. A. Amuzinskii, Yu. Ya. Zhdanov, N. V. Zayakina und N. V. Leskova, die das Mineral nach dem in der Nähe des Fundortes verlaufenden Flusses Lena benannten.

Das Typmaterial des Minerals wird im Geologischen Museum des Wissenschaftszentrums Jakutsk der Russischen Akademie der Wissenschaften aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation

Da der Lenait erst 1995 entdeckt und als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der zuletzt 1982 aktualisierten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz nicht verzeichnet.

Im „Lapis-Mineralienverzeichnis“, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach der klassischen Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. II/C.03-025. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Lenait zusammen mit Chalkopyrit, Eskebornit, Gallit, Laforêtit und Roquesit die „Chalkopyritgruppe“ mit der System-Nr. II/C.03 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Lenait ebenfalls in die Abteilung der „Metallsulfide, M : S = 1 : 1 (und ähnliche)“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den an der Verbindung beteiligten Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Zink (Zn), Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Silber (Ag) usw.“ zu finden ist, wo es zusammen mit Chalkopyrit, Eskebornit, Gallit, Laforêtit und Roquesit ebenfalls die „Chalkopyritgruppe“ mit der System-Nr.2.CB.10a bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Lenait in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Sulfidminerale“ ein. Hier ist er ebenfalls zusammen mit Chalkopyrit, Eskebornit, Gallit, Roquesit und Laforêtit in der „Chalkopyritgruppe (Tetragonal: I42d)“ mit der System-Nr. 02.09.01 innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Selenide und Telluride – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=1:1“ zu finden.

Kristallstruktur

Lenait kristallisiert tetragonal in der Raumgruppe P42mc (Raumgruppen-Nr. 105)Vorlage:Raumgruppe/105 mit den Gitterparametern a = 5,64 Å und c = 10,34 Å sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte

Lenait findet sich in Goethit-Pseudomorphosen nach magnesiumhaltigem Siderit und in Quarz-Siderit-Adern. Begleitminerale ist daher vor allem Goethit, aber auch Akanthit, Ag–Hg-Amalgam, Chalkopyrit, Galenit, Stephanit und Tetraedrit.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Als sehr seltene Mineralbildung konnte Lenait nur in wenigen Proben nachgewiesen, wobei bisher weniger 10 Fundorte weltweit dokumentiert sind (Stand 2018).<ref name="MindatAnzahl" /> Außer an seiner Typlokalität in der Silber-Antimon-Quecksilber-Lagerstätte Khachakchan trat das Mineral in Russland noch in der nahe gelegenen, gleichartigen Lagerstätte Nochnoe sowie in der Grube Privolnoye in der Republik Sacha, bei Rodnikovoe auf der Halbinsel Kamtschatka, im Gulinskii-Massiv nahe den Flüssen Maimetscha und Kotui in der Region Krasnojarsk und in der Gold-Silber-Lagerstätte Teploe bei Omsuktschan im Flusstal des Kolyma im Föderationskreis Ferner Osten.

Weitere gesicherte Fundorte sind die Lagerstätte Kiziltepe bei Sındırgı in der türkischen Provinz Balıkesir sowie die epithermale Gold-Silber-Tellur-Lagerstätte Geis Mine (auch Gies Mine) im Bezirk Warm Springs (Fergus County) im US-Bundesstaat Montana.<ref name="Fundorte" />

Die weiteren Fundorte Grube St. Anna bei Annaberg in Niederösterreich, Grube Yatani bei Yonezawa in der Präfektur Yamagata auf der japanischen Insel Honshū und Grube Tynebottom bei Garrigill in Westmorland and Furness (Grafschaft Cumbria) sowie zwei weitere Lagerstätten in Russland konnten bisher nicht verifiziert werden.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Lenaite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references> <ref name="AM-81-1996"> </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Lenait beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 4. Februar 2023. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Lenaite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 14. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Landkarte mit Position und Anzahl der Fundorte für Lenait. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 14. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Lenaite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 14. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>