Mike Taylor (Basketballtrainer)
Michael Richard „Mike“ Taylor (* 29. August 1972 in Williamsport, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Basketballtrainer. Taylor trainierte in der Basketball-Bundesliga die Vereine Ratiopharm Ulm und Hamburg Towers, die er beide zum Aufstieg geführt hatte. Die polnische Nationalmannschaft erreichte 2019 unter seiner Leitung das WM-Viertelfinale. Er war auch in der NBA Development League tätig.
Karriere
Taylor war als Schüler Mitglied der Basketball- und American-Football-Mannschaft (Position: Quarterback) der Clarion Area High School im US-Bundesstaat Pennsylvania.<ref name=":0">Former Bobcat Standout Mike Taylor Having Great Success In Professional Basketball Coaching Ranks (06/05/19). In: Clarion Sports Zone. 5. Juni 2019, abgerufen am 5. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Er spielte während seines Studiums zunächst ein Jahr Baseball am Florida Southern College,<ref>Mike Taylor - International Basketball Coach. In: Hoop Heads Podcast Network auf youtube.com. Abgerufen am 2. Juni 2023.</ref> dann Basketball für die Crimson Hawk der Indiana University of Pennsylvania (IUP) in der NCAA Division II. Er stand 1994 im Kader, als die Hochschulmannschaft sich zum ersten Mal für die landesweiten Play-offs der Division II qualifizierte. Ein Jahr später erreichte man mit dem Final Four das Halbfinale der Meisterschaft. 1995 setzte er sein Studium mit einem Masterstudiengang in Kommunikationswissenschaft an der Clarion University of Pennsylvania fort und wurde Assistenztrainer der Golden Eagles, die ebenfalls in der Division II spielen. Nach seinem Abschluss 1997 kehrte er als Assistenztrainer an seine ursprüngliche Uni IUP zurück. 2000 sammelte er weitere Erfahrungen als Assistent einer weiteren Division II-Mannschaft, den Gorillas der Pittsburg State University in Kansas.
Seine erste Stelle als hauptverantwortlicher Trainer war 2001 im deutschen Chemnitz, wo er den BV 99 zur Regionalliga-Meisterschaft und zum Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga führte. Danach trainierte er den englischen Erstligisten Essex Leopards in Brentwood, unmittelbar angrenzend an Greater London. Taylor hatte von der Mannschaft einen Vertrag über mehrere Jahre erhalten. Als der Verein wegen finanzieller Probleme verkauft wurde und ein Jahr aussetzen sollte (jedoch später aufgelöst wurde), kehrte Taylor nach Deutschland zurück und wurde Trainer des Chemnitzer Ligakonkurrenten Ratiopharm Ulm. Die Verbindung zum Ulmer Geschäftsführer Thomas Stoll war über Taylors langjährigen Bekannten, den ehemaligen deutschen Nationalspieler Patrick King, der mittlerweile als Spielervermittler beschäftigt war, zustande gekommen.<ref>Interview mit Mike Taylor. In: Ratiopharm Ulm. 2003, abgerufen am 18. Juni 2023.</ref>
Nebenbei war Taylor noch als Assistent in der Sommerliga USBL in seinem Heimatland für die Mannschaften Dodge City Legend und Kansas Cagerz tätig. 2004 verfehlte Taylor den Bundesliga-Aufstieg mit Ulm knapp, dann gelang schließlich in der Saison 2005/06 als Meister der Gruppe Süd der Sprung in die höchste deutsche Spielklasse. Nach zwei Spielzeiten ohne Abstiegssorgen mit jeweils 16 Siegen aus 34 Spielen gelang in der Saison 2008/09 als Tabellenfünfter mit 21 Siegen in der Hauptrunde der Einzug in die Play-offs, wo man gegen den späteren Vizemeister Telekom Baskets Bonn in der ersten Runde ausschied. Nachdem man sich in jener Saison vor finanziell weitaus besser ausgestatteten Vereinen platziert hatte, musste Taylor mit Ulm in der zurückliegenden Spielzeit einen weiteren personellen Aderlass hinnehmen und landete mit 13 Siegen im „Niemandsland“ der Tabelle. Ab dem Sommer 2010 assistierte er Pavel Budinsky als Trainer der tschechischen Basketballnationalmannschaft.<ref>Mike Taylor wird Co-Nationaltrainer in Tschechien. Südwest Presse, 8. April 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. April 2010; abgerufen am 16. Juni 2010.</ref> Am 20. April 2011 wurde er bei Ratiopharm Ulm mit sofortiger Wirkung von Spiel- und Trainingsbetrieb freigestellt, nachdem er auf einer Pressekonferenz ohne Absprache mit dem Vorstand bekannt gegeben hatte, dass sein Vertrag in Ulm nicht verlängert wird.<ref>ratiopharm Ulm: Keine Vertragsverlängerung für Mike Taylor. Südwest Presse, 20. April 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. April 2011; abgerufen am 19. November 2011.</ref> Taylor erhielt in Ulm vorläufig Haus- und Hallenverbot.<ref>Als Mike Taylor in Ulm Hausverbot erhielt. In: Hamburger Abendblatt. 22. November 2019, abgerufen am 18. Juni 2023.</ref> Zu den namhaften Spielern, die Taylor während seiner Ulmer Amtszeit förderte, gehörten Robin Benzing, Per Günther und Konrad Wysocki.<ref>Mike Taylor verabschiedet sich mit einem Brief von den Fans und den Ulmern. Abgerufen am 5. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Taylor kehrte 2011 zunächst in sein Heimatland zurück und wurde Assistent des ebenfalls europaerfahrenen Nick Nurse bei den Rio Grande Valley Vipers in der NBA Development League. Nach einem Jahr wechselte er als Cheftrainer an die Nordostküste zu den Maine Red Claws, dem Farmteam der Boston Celtics. Im Sommer 2012 gehörte er während der Saisonvorbereitung zum Trainerstab der Bostoner Mannschaft, die damals von Doc Rivers als Cheftrainer betreut wurde.<ref name=":0" /> Mit den Red Claws schaffte er 2013 den erstmaligen Einzug in die Play-offs der Minor League der NBA. Dieser Erfolg konnte in der darauffolgenden Saison nicht wiederholt werden, so dass man sich wieder trennte,<ref>Maine Red Claws Will Feature New Head Coach For 2014-15 Season. National Basketball Association, 16. Juli 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 31. Januar 2015; abgerufen am 6. Dezember 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Medien-Info Red Claws). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> nachdem Taylor bereits Ende Januar 2014 als Nachfolger des deutschen Trainers Dirk Bauermann zum Nationaltrainer der polnischen Herrennationalmannschaft ernannt worden war<ref>Taylor Hopes To Unlock Polish Potential. FIBA Europa, 31. Januar 2014, abgerufen am 2. Februar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und sich mit dieser unter anderem gegen Deutschland erfolgreich für die Endrunde der Basketball-Europameisterschaft 2015 qualifizierte. 2017 betreute Taylor die polnische Mannschaft abermals bei einer EM.<ref>http://www.fiba.basketball/eurobasket/2017/qualifiers/Poland</ref>
Entsprechend seinem Hochschulabschluss im Fach Kommunikationswissenschaft ist Taylor sehr mitteilungs- und auskunftsfreudig und betrieb eine eigene englischsprachige Website mit Informationen zur Person, Linksammlung zum Thema Basketball, Forums- und Chatfunktion. Daneben war er zudem lange Zeit Autor bei Eurobasket.com, einer großen englischsprachigen Informationsbörse zum Thema Basketball.
Im Mai 2018 wurde Taylor als neuer Cheftrainer der Hamburg Towers (2. Bundesliga ProA) vorgestellt<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 24. Mai 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> und blieb zunächst auch als polnischer Nationaltrainer im Amt.<ref>Rainer Grünberg und Alexander Laux: „Wir wollen Hamburg zur Basketball-City machen“. In: Hamburger Abendblatt. 20. September 2018, abgerufen am 24. März 2022.</ref> Unter Taylors Leitung sicherte sich die polnische Nationalmannschaft 2019 zum ersten Mal nach 52 Jahren die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft.<ref>Slam dunk! Poland head’s to basketball World Cup for first time in 52 years after victory over Croatia. Abgerufen am 25. Februar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ende April 2019 errang er mit den Hamburgern den sportlichen Aufstieg in die Basketball-Bundesliga: Im fünften Spiel der Halbfinalserie gegen seinen früheren Verein Chemnitz gewann man auswärts mit 78:72 und holte somit in der entscheidenden Partie den Sieg.<ref>Rainer Grünberg: Hamburg Towers steigen spektakulär auf – Nowitzki gratuliert. In: Hamburger Abendblatt. 30. April 2019, abgerufen am 1. Mai 2019.</ref> Anschließend gewannen Taylors Hamburger den ProA-Meistertitel.<ref>Alexander Berthold und Rainer Grünberg: Spannendes Finale: Hamburg Towers sind Zweitliga-Meister. In: Hamburger Abendblatt. 4. Mai 2019, abgerufen am 4. Mai 2019.</ref> Zum Begleitspruch der Hanseaten in der Saison 2018/19 wurde Taylors bei seiner Vorstellung als Hamburger Trainer getätigte englisch-deutsche Aussage „You can’t guarantee an Aufstieg“ (deutsch: Man kann einen Aufstieg nicht garantieren), die nach dem geschafften Sprung in die Bundesliga in leicht abgewandelter Form („You can guarantee an Aufstieg“; deutsch: Man kann einen Aufstieg garantieren) auf den Hamburger Siegerhemden prangte.<ref>Christian Görtzen: Das Portrait: Trainer Mike Taylor als Garant für den Aufstieg. In: Die Tageszeitung. 6. Mai 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 4. Juni 2020]).</ref> Bei der Weltmeisterschaft 2019 führte er die polnische Nationalmannschaft ins Viertelfinale,<ref>Spain overpowers Poland for semifinal berth. In: eurohoops.net. 10. September 2019, abgerufen am 24. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> was eine der großen Überraschungen des Turniers bedeutete<ref>https://www.eurohoops.net/en/fibawc/932444/spain-overpowers-poland-for-semifinal-berth/</ref> und als „polnisches WM-Märchen“ bezeichnet wurde.<ref>Spain put an end to Poland's World Cup fairy tale. In: FIBA. Abgerufen am 24. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nach dem Aufstieg mit Hamburg erreichte Taylor mit der Mannschaft in der Saison 2019/20 drei Siege und 17 Niederlagen. Zum Zeitpunkt des Abbruchs des Spieljahres aufgrund der COVID-19-Pandemie lag man auf dem letzten Tabellenrang. Anschließend wurde Taylors Vertrag in Hamburg nicht verlängert.<ref>Das Trainer-Aus: Darum scheiterte Mike Taylor bei den Hamburg Towers. In: bild.de. Abgerufen am 4. Juni 2020.</ref> Ende September 2021 beendete der polnische Verband die Zusammenarbeit, Taylor betreute die polnische Nationalmannschaft in 111 Länderspielen.<ref>Poland men's basketball team sacks coach Mike Taylor. In: Xinhua. Abgerufen am 2. Oktober 2021.</ref>
Anfang Februar 2022 gaben die Fraser Valley Bandits aus der kanadischen Liga CEBL Taylors Verpflichtung bekannt.<ref>Bandits Announce Mike Taylor as Head Coach. In: Fraser Valley Bandits. 9. Februar 2022, abgerufen am 24. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er betreute die Mannschaft in der Sommersaison 2022, anschließend stieß er zum Trainerstab des an der amerikanischen Champions League teilnehmenden CEBL-Konkurrenten Brampton Honey Badgers<ref>CEBL Names Honey Badgers Coaching Staff for Basketball Champions League Americas. oursportscentral.com, 18. Oktober 2022, abgerufen am 5. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und nahm in Hinblick auf die Spielzeit 2023 beim CEBL-Neuling Winnipeg Sea Bears die Ämter des Cheftrainers und Managers an.<ref>Winnipeg Sea Bears Name Mike Taylor as their New Head Coach & General Manager. In: Basketball Manitoba. 14. Dezember 2022, abgerufen am 5. Januar 2023.</ref> Er führte Winnipegs Mannschaft in deren erster Spielzeit zu zwölf Siegen sowie acht Niederlagen und wurde 2023 als Trainer des Jahres der CEBL ausgezeichnet.<ref>Sea Bears Re-Sign Head Coach & General Manager Mike Taylor. In: CEBL. 29. November 2023, abgerufen am 16. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2025 wurde er durch Mike Raimbault abgelöst.<ref>Raimbault named new Winnipeg Sea Bears head coach. In: Winnipeg Free Press. 28. August 2025, abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Taylor kehrte 2026 in die deutsche Basketball-Bundesliga zurück und übernahm das Team von Science City Jena im Abstiegskampf. Er trat dort die Nachfolge von Björn Harmsen an.<ref>mdr.de: Basketball: Science City Jena trennt sich von Coach Björn Harmsen | MDR.DE. 15. April 2026, abgerufen am 19. April 2026.</ref>
Familie
Sein Vater Richard „Dick“ Taylor, den er als sein größtes Vorbild bezeichnete,<ref name=":0" /> war ebenfalls Basketballtrainer und Assistent des bekannten Collegetrainers Bobby Knight sowie in den 70er Jahren Assistent von Willis Reed bei den New York Knicks in der NBA.<ref>The new coach from ratiopharm Ulm: Mike Taylor. Schoenen-Dunk.de, 21. Juli 2003, abgerufen am 16. Juni 2010 (Pressemitteilung von ratiopharm Ulm).</ref>
Taylors Frau Alice wurde in Tschechien geboren und wuchs in Tübingen auf,<ref name=":0" /> wo ihr Vater Gerald Dietl Profibasketballer war.<ref>http://www.hamburgtowers.de/taylormadebasketball/</ref> Alice und Mike Taylor haben zwei Söhne. Der erste Sohn kam 2015 zur Welt,<ref>Former Bobcat Standout Mike Taylor Having Great Success In Professional Basketball Coaching Ranks (06/05/19). In: Clarion Sports Zone. 5. Juni 2019, abgerufen am 2. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> der jüngere Sohn wurde 2020 in Hamburg geboren.<ref>Hamburg Towers 92:98 gegen Riesen Ludwigsburg. Abgerufen am 2. Dezember 2020.</ref>
Weblinks
- http://www.taylorhoops.com/ – englischsprachige Website Taylor Hoops International
- Ulms Trainer Mike Taylor im Schoenen-Dunk-Interview – Interview mit Taylor vom Mai 2007
- University Videographer: Mike Taylor – Werbevideo mit Taylor auf den Seiten der Indiana University of Pennsylvania für die IUP
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Taylor, Mike |
| ALTERNATIVNAMEN | Taylor, Michael Richard (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Basketballtrainer |
| GEBURTSDATUM | 29. August 1972 |
| GEBURTSORT | Williamsport (Pennsylvania), USA |
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- Mann