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Donpeacorit

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Donpeacorit
Datei:Donpeacorite.jpg
Donpeacorit-Kristallaggregat aus Balmat, St Lawrence County, New York
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1982-045<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Don<ref name="Warr" />

Chemische Formel (Mn,Mg)MgSi2O6<ref name="Petersen et al. 1984" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate – Kettensilikate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/F.02
VIII/F.02-030<ref name="Lapis" />

09.DA.05
65.01.02.03
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol mmmVorlage:Kristallklasse/Unbekannte Kristallklasse
Raumgruppe Pbca (Nr. 61)Vorlage:Raumgruppe/61
Gitterparameter a = 18,384(11) Å; b = 8,878(7) Å; c = 5,226(3) Å<ref name="Petersen et al. 1984" />
Formeleinheiten Z = 8<ref name="Petersen et al. 1984" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 5 bis 6<ref name="Petersen et al. 1984" />
Dichte (g/cm3) 3,36(1)<ref name="Petersen et al. 1984" />
Spaltbarkeit perfekt nach (110)<ref name="Petersen et al. 1984" />
Farbe gelb-orange<ref name="Petersen et al. 1984" />
Strichfarbe Bitte ergänzen!
Transparenz durchscheinend bis transparent
Glanz Glasglanz<ref name="Petersen et al. 1984" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,677(2)<ref name="Petersen et al. 1984" />
nβ 1,686(2)<ref name="Petersen et al. 1984" />
nγ 1,692(2)<ref name="Petersen et al. 1984" />
Doppelbrechung δ = 0,015
Optischer Charakter zweiachsig negativ<ref name="Petersen et al. 1984" />
Achsenwinkel 2V = 88°<ref name="Petersen et al. 1984" />

Das Mineral Donpeacorit ist ein sehr selten vorkommendes Kettensilikat aus der Pyroxengruppe innerhalb der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ mit der Endgliedzusammensetzung Mn2+Mg[Si2O6].

Donpeacorit kristallisiert mit orthorhombischer Symmetrie und entwickelt meist nur wenige Millimeter großen Kristalle im prismatischen oder leistenförmigen Habitus. Zudem bilden die Kristalle oft ineinander verzahnte oder auch radialstrahlige Mineral-Aggregate. Das durchsichtige bis durchscheinende Mineral ist von gelbbrauner bis orangebrauner Farbe und zeigt auf den Oberflächen einen glasähnlichen Glanz. Die Dichte beträgt 3,36 g/cm3, die Mohshärte liegt bei 5 bis 6.<ref name="Petersen et al. 1984" />

Etymologie und Geschichte

Erste Proben mit Donpeacorit wurden von J. T. Johnson und W. deLorraine auf der 2500-m-Sohle der Balmant Mine Nr. 4 (Balmant, New York, USA) geborgen. E. U. Peterson, L. M. Anovitz und E. J Essene beschrieben Donpeacorit 1994 als neues Mineral und benannten es nach dem amerikanischen Mineralogen Donald R. Peacor in Anerkennung seiner Arbeiten zur Mineralogie des Mangans sowie zu Pyroxenen und Pyroxenoiden.<ref name="Petersen et al. 1984" />

Klassifikation

In der strukturellen Klassifikation der International Mineralogical Association (IMA) gehört Donpeacorit zusammen mit Kanoit zu den Mangan-Magnesium-Proxenen (Mn-Mg-Pyroxene) in der Pyroxengruppe.<ref name="CNMMN 1989" />

Da der Donpeacorit erst 1982 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der zuletzt 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich im Aufbau noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VIII/F.02-020. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort der Abteilung „Ketten- und Bandsilikate“, wo Donpeacorit zusammen mit Akimotoit, Enstatit, Ferrosilit, Nchwaningit und Protoenstatit die Gruppe der „Orthopyroxene“ mit der System-Nr. VIII/F.02 innerhalb der Pyroxengruppe (F.01 bis F.02) bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Donpeacorit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Ketten- und Bandsilikate (Inosilikate)“ ein. Diese Abteilung ist weiter unterteilt nach der Art der Kettenbildung, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „Ketten- und Bandsilikate mit 2-periodischen Einfachketten Si2O6; Pyroxen-Familie“ zu finden ist, wo es zusammen mit Akimotoit, Enstatit und Ferrosilit die „Orthopyroxene – Enstatitgruppe“ mit der System-Nr. 9.DA.05 bildet.<ref name="IMA-Liste-2009" />

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Donpeacorit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Kettensilikatminerale“ ein. Hier ist er zusammen mit Enstatit und Ferrosilit in der Gruppe der „Orthopyroxene“ mit der System-Nr. 65.01.02 innerhalb der Unterabteilung „Kettensilikate: Einfache unverzweigte Ketten, W=1 mit Ketten P=2“ zu finden.

Chemismus

Donpeacorit hat die Endgliedzusammensetzung [M2]Mn2+[M1]Mg2+[T]Si2O6 ist das Mangan-Magnesium-Analog von Enstatit ([M2]Mg[M1]Mg[T]Si2O6), wobei [M2], [M1] und [T] die Positionen in der Pyroxenstruktur sind.<ref name="Petersen et al. 1984" />

Der Donpeacorit aus der Typlokalität hat die empirische Zusammensetzung

  • [M2](Mn2+0,63Mg2+0,33Ca2+0,03)[M1](Mg2+0,99Al3+0,01)[T]Si2,01O6,01,

und ist ein Donpeacorit-Enstatit Mischkristall.<ref name="Petersen et al. 1984" />

Kristallstruktur

Donpeacorit kristallisiert mit orthorhombischer Symmetrie der Raumgruppe Pbca (Raumgruppen-Nr. 61)Vorlage:Raumgruppe/61 und 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle. Der natürliche Mischkristall aus der Typlokalität hat die Gitterparameter a = 18,384(11) Å; b = 8,878(7) Å und c = 5,226(3) Å.<ref name="Petersen et al. 1984" />

Die Verteilung von Mangan auf die beiden Oktaederpositionen ist vollständig geordnet mit allem Mn auf der stärker verzerrten M2-Position.<ref name="Petersen et al. 1984" /><ref name="Stimpfl 2005" />

Modifikationen und Varietäten

Die Verbindung MnMgSi2O6 ist dimorph und Donpeacorit ist die orthorhombische Modifikation. Die zweite bekannte Modifikation ist das monokline Klinopyroxen Kanoit.

Bildung und Fundorte

Donpeacorit bildet sich vorwiegend bei der Metamorphose manganreicher kieseliger Kalke bei Bedingungen der oberen Amphiboith-Fazies (600–700 °C, 4–8 kbar). In solchen Marmoren tritt es zusammen mit Tirodit, Turmalin, Braunit, manganhaltigem Dolomit, Apatit, und Anhydrit auf.<ref name="Petersen et al. 1984" />

Die Typlokalität ist die St Joe Mine; ZCA No. 4 in Balmat im Bundesstaat New York, USA. Weitere Fundstellen sind die Tatehira Mine in Kumaishi auf der Oshima-Halbinsel, Hokkaidō, Japan und der Semail Ophiolith in Bulaydah im Khawr Fakkan Massiv, Oman.<ref name="Fundorte" />

Darüber hinaus findet man Donpeacorit in einigen Meteoriten.<ref name="Rubin 1997" />

Ferner konnte Donpeacorit in einigen präkolumbianischen Keramiken aus Nicaragua nachgewiesen werden und kann zur Eingrenzung des Produktionsgebietes der Artefakte herangezogen werden.<ref name="McCafferty et al. 2007" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Donpeacorite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="CNMMN 1989"> Subcommite on Pyroxenes, CNMMN; Nobuo Morimoto: Nomenclature of Pyroxenes. In: The Canadian Mineralogist. Band 27, 1989, S. 143–156 (rruff.info [PDF; 1,1 MB; abgerufen am 17. August 2023]). </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Donpeacorit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 6. Oktober 2024. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 1. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="McCafferty et al. 2007"> </ref> <ref name="Petersen et al. 1984"> </ref> <ref name="Rubin 1997"> </ref> <ref name="Stimpfl 2005"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>