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Axel Milberg

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Datei:MJK 37063 Axel Milberg (arte Empfang, Berlinale 2019).jpg
Axel Milberg, 2019

Axel Theodor Klaus Milberg (* 1. August 1956 in Kiel) ist ein deutscher Schauspieler und Autor sowie Hörspielsprecher. Einem breiteren Publikum ist er insbesondere durch seine Rolle als Tatort-Kommissar Klaus Borowski bekannt.

Leben

Herkunft und Ausbildung

Axel Milberg ist Sohn einer Ärztin und eines Rechtsanwaltes aus Kiel. Dort wuchs er im Stadtteil Düsternbrook auf.<ref>Axel Milberg über seine Kindheit in Kiel und seinen Roman "Düsternbrook". Abgerufen am 15. März 2023.</ref> Milberg hat mehrere Geschwister. Sein Großvater ist der Landwirt und Politiker Theodor Milberg (1889–1972). Nach seinem Abitur auf der Kieler Gelehrtenschule<ref name=":0">Milberg, Axel – Literaturland SH. Abgerufen am 15. März 2023.</ref> studierte er von 1975 bis 1979 Philosophie, Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität<ref name=":0" /> in seiner Heimatstadt. Danach absolvierte er von 1979 bis 1981 eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München.<ref name="Munzinger">re: Biografie Axel Milberg. In: Munzinger-Archiv, Artikelanfang, aufgerufen am 29. Oktober 2015.</ref>

Privates

Aus Milbergs erster Ehe stammt ein Sohn (* 1990).<ref>Axel Milberg: Schauspieler mit Persönlichkeit. In: ndr.de. 10. April 2022, abgerufen am 17. März 2025.</ref> Milberg lebt seit 1992 mit der Ägyptologin, Kunsthistorikerin, Designerin und Malerin<ref name="Gala">Jonica Jahr: Judith Milberg. Die Kunst des Lebens. In: Gala. 24. Mai 2012, abgerufen am 17. März 2025.</ref><ref>Carla Mülhens: Zuhause bei Judith Milberg. In: Zuhause Wohnen. Nr. 9, 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Oktober 2015; abgerufen am 17. März 2025.</ref> Judith Milberg<ref name="RZ">Axel Milberg und Judith Betzler haben geheiratet. In: rhein-zeitung.de. 3. Januar 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Dezember 2015; abgerufen am 17. März 2025.</ref> zusammen, mit der er seit 2005 verheiratet ist.<ref name="Gala" /> Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, August Milberg (* 2003), mit dem Axel Milberg 2022 einen Tatort gedreht hat.<ref name="Gala" /> Judith Milberg brachte zwei Kinder mit in die neue Ehe.

Axel Milberg lebt mit seiner Familie in München.<ref>Michael Schacht: Bild-Interview mit dem TV-Paar Milberg: „Ich fühle mich nur mit Axel komplett.“ In: bild.de. 11. Mai 2013, abgerufen am 17. März 2025.</ref> Axel und Judith Milberg sind Unterstützer und Botschafter des südafrikanischen Kinderhilfsprojekts Umckaloabo-Stiftung.<ref>Botschafter Axel Milberg. In: Umckaloabo-Stiftung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. August 2017; abgerufen am 17. März 2025.</ref>

Werdegang

Theater

1981 wurde Milberg von dem Intendanten Dieter Dorn an die Münchner Kammerspiele engagiert. Er blieb festes Mitglied des Ensembles bis 1998 und stand unter anderem im Faust von Johann Wolfgang von Goethe, in Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing und in Woyzeck von Georg Büchner auf der Bühne.<ref name="Munzinger" /> Einen besonderen Eindruck hinterließ er als skurriler Gegenspieler<ref name="Munzinger" /> von Heinz Bennent im Stück Besucher (1988) von Botho Strauß.<ref>Hellmuth Karasek: Gibt es ein Leben nach dem Theater? In: Der Spiegel. Nr. 41, 1988, S. 278–280 (online10. Oktober 1988).</ref>

Film und Fernsehen

Neben seinem Theaterengagement spielt Milberg seit Anfang der 1980er Jahre regelmäßig in Film und Fernsehen. Sein Filmdebüt gab er als Bankangestellter in dem Kinospielfilm Neonstadt. Ab Ende der 1980er Jahre war er in verschiedenen Fernsehserien und -reihen wie Derrick, Die glückliche Familie, Café Meineid von Franz Xaver Bogner und Ein Fall für zwei. In der ZDF-Fernsehserie Immenhof übernahm er eine feste Serienrolle als Peter Graf von Bantz.

Eine seiner ersten großen Kinorollen bekam er 1995 mit der Hauptrolle in der Komödie Nach Fünf im Urwald von Hans-Christian Schmid, wo er den Vater einer 17-jährigen Ausreißerin (Franka Potente) spielte. 1997 übernahm Milberg in der Neuverfilmung von Es geschah am hellichten Tag, einem Drama nach Friedrich Dürrenmatt, die Rolle des Kindermörders Schrott, die im Original von 1958 mit Gert Fröbe besetzt war. Der zweiteilige Film, inszeniert von Nico Hofmann, wurde auf Sat.1 ausgestrahlt. 2000 war Axel Milberg in Margarethe von Trottas Fernseh-Vierteiler Jahrestage zu sehen. Seit 2002 spielt er, beginnend mit der Fernsehkomödie Liebling, bring die Hühner ins Bett, die Hauptrolle des brandenburgischen Steffen Teuffel, zunächst an der Seite von Barbara Rudnik, ab 2009 nach deren Tod mit Katja Flint als Spielpartnerin.

2002 verkörperte Milberg erstmals den eigensinnigen Hauptkommissar Klaus Borowski in der Folge PSI, einer Neuauflage der Krimiserie Stahlnetz, angesiedelt in Hannover. 2003, nach Einstellung von Stahlnetz, wurde Borowski nach Kiel und in den Tatort versetzt. Milberg ermittelt seither als Fernsehkommissar zweimal im Jahr in seiner Heimatstadt. Unterstützt wurde er dabei in den ersten sechs Folgen von Mehdi Moinzadeh als seinem Assistenten. Von 2010 bis 2017 war Sibel Kekilli als Polizeikommissaranwärterin Sarah Brandt an seiner Seite. Der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell schrieb die Vorlagen zu den Folgen Borowski und der vierte Mann, ausgestrahlt am 26. September 2010 in der ARD, und Borowski und der coole Hund, ausgestrahlt am 6. November 2011. In früheren Jahren war Milberg als Dr. Reinhart in Tatort, Folge 398, sowie in zwei weiteren Tatort-Folgen mit einer Gastrolle vertreten. 2025 wird Milberg als Kommissar Borowski aus dem Kieler Tatort aussteigen.<ref>Axel Milberg verabschiedet sich vom Kieler "Tatort". In: ndr.de. NDR, 15. März 2023, abgerufen am 15. März 2023.</ref>

Von 2007 bis 2009 spielte Milberg im ZDF in 14 Folgen die Titelfigur der Serie Doktor Martin, einen verschrobenen Arzt mit einer Blutphobie, den es aus Berlin in die Provinz nach Ostfriesland verschlagen hat. Für diese Rolle wurde Milberg als bester Schauspieler in der Kategorie „Serien und Reihen“ mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet.<ref>dpa: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bayerischer Fernsehpreis: Katharina Wackernagel beste Schauspielerin. (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive) In: Filmstarts, 10. Mai 2008, aufgerufen am 29. Oktober 2015.</ref>

Seit 2010 tritt Milberg gemeinsam mit seiner Frau in der Kulturreihe des Bayerischen Rundfunks Mit Milbergs im Museum auf.<ref>Mit Milbergs im Museum. In: fernsehserien.de, aufgerufen am 29. Oktober 2015.</ref> Darin präsentiert Judith Milberg ihrem unvorbereiteten Ehemann ein bestimmtes Kunstwerk, analysiert es zunächst und eröffnet dann mit ihm einen Dialog, in dem er ihr spontan seine Assoziationen mitteilt.<ref>Mit Milbergs im Museum im Bayerischen Fernsehen.</ref> Durch die Verwendung einer Steadycam-Kamera wird den Sendungen auch auf formaler Ebene Beweglichkeit verliehen.

2012 spielte Milberg mit Iris Berben, Nina Kunzendorf und Peter Simonischek in dem ZDF-Film Liebesjahre von Matti Geschonneck. Für diese Rolle erhielt er gemeinsam mit dem Filmensemble, dem Regisseur und dem Drehbuchautor den Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion“.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wettbewerb Fiktion/Spezial 2012. (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive) In: Grimme-Institut, abgerufen am 1. März 2015.</ref> Der Film wurde außerdem in der Kategorie „Bester Fernsehfilm“ mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />47. Verleihung. Die Preisträger 2012. (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive) In: Goldene Kamera, abgerufen am 1. März 2015.</ref> In dem Kinofilm Hannah Arendt von Margarethe von Trotta verkörperte Milberg im selben Jahr Heinrich Blücher, den Ehemann der Publizistin Hannah Arendt, gespielt von Barbara Sukowa. Der Film feierte am 11. September 2012 beim 37. Toronto International Film Festival Weltpremiere<ref>dpa: Film: „Hannah Arendt“ begeistert in Toronto. In: Focus, 12. September 2012.</ref> und wurde 2013 mit dem Deutschen Filmpreis in Silber in der Kategorie „Bester Spielfilm“ ausgezeichnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deutsche Filmpreise von 1951 bis heute (Memento vom 25. Juli 2010 im Internet Archive) In: Deutsche Filmakademie, abgerufen am 1. März 2015.</ref>

Seit 2015 ist Milberg im Rahmen der Fernsehreihe Familie Bundschuh neben Andrea Sawatzki, die seine Filmehefrau spielt, Protagonist in den Verfilmungen von Sawatzkis Romanen rund um Gundula und Gerald Bundschuh. Weitere feste Rollen spielen unter anderem Uwe Ochsenknecht, Judy Winter, Stephan Grossmann und Eva Löbau.<ref>Familie Bundschuh bei Fernsehserien.de; abgerufen am 19. Januar 2020.</ref>

Sprechertätigkeit

Milberg nahm als Sprecher zahlreiche Hörspiele und Hörbücher auf, darunter mehrere Romane des schwedischen Bestsellerautors Henning Mankell. Für das Mankell-Hörbuch Der Chinese wurde Milberg 2008 mit dem Literaturpreis Corine in der Kategorie „Claudio Hörbuchpreis“ ausgezeichnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Claudio Hörbuchpreis. (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive) In: Corine, 2008, abgerufen am 1. März 2015.</ref> Seit 2017 spricht Milberg den Erzähler in der Hörspielserie Die drei ???. Für die am 29. März 2019 gesendete 1000. Folge der NDR-Comedy-Reihe Wir sind die Freeses übernahm Axel Milberg eine kurze Sprechrolle, in der er sich selbst spielte.

Romanautor

Am 2. Mai 2019 erschien Milbergs erster Roman namens Düsternbrook. Er thematisiert darin seine Jugend im gleichnamigen Kieler Stadtteil Düsternbrook, in dem er die ersten 20 Jahre lebte.<ref>Ruth Bender: Der Klang von Düsternbrook. In: kn-online.de. Kieler Nachrichten, 2. Mai 2019, abgerufen am 3. Mai 2019.</ref> Es handelt sich – darauf legt Milberg Wert – keineswegs um ein Buch über private Erinnerungen, vielmehr ein Buch über Erfahrungen, die symptomatisch sind für seine Generation und die über die 1960er und 1970er Jahre der Bundesrepublik erzählen.<ref>Axel Milberg über das Schreiben: „Wir sind das, was wir tun“. Bei: Deutschlandfunk Kultur, 10. Mai 2019, abgerufen am 10. April 2022</ref>

Filmografie

Kino

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Fernsehen

Fernsehfilme

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Fernsehserien und -reihen

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Tatort-Folgen

Datei:Axel Milberg Tatort Kiel.jpg
Axel Milberg bei Tatort-Dreharbeiten in Kiel, 2007

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Mit Milbergs im Museum

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Dokumentarfilm zu Milberg

Hörspiele (Auswahl)

Roman

  • 2019: Düsternbrook, Piper Verlag München, 288 Seiten, ISBN 978-3-492-05948-0

Hörbücher

  • 2007: Stille von Tim Parks, Verlag Antje Kunstmann München, ISBN 978-3-88897-476-2, gekürzt, 5 CDs, 389 min
  • 2007: Die italienischen Schuhe von Henning Mankell, der Hörverlag, ISBN 978-3-8289-9242-9, ab 2009: ISBN 978-3-86717-441-1, gekürzt, 4 CDs, 292 min
  • 2009: Daisy Sisters von Henning Mankell, der Hörverlag München, ISBN 978-3-86717-496-1, gekürzt, 6 CDs, 481 min
  • 2009: Der Tod des Fotografen von Henning Mankell, Random House Audio, ISBN 978-3-8371-0084-6, gekürzt, 2 CDs
  • 2010: Der Feind im Schatten von Henning Mankell, der Hörverlag München, ISBN 978-3-86717-543-2, gekürzt, 7 CDs, 496 min
  • 2011: Axel Milberg liest Samuel Pepys, Haffmans Verlag Berlin, ISBN 978-3-942990-02-8.
  • 2011: Der Federmann von Max Bentow, der Hörverlag München, ISBN 978-3-86717-969-0, ungekürzt, 7 CDs, 512 min
  • 2012: Die Puppenmacherin von Max Bentow, der Hörverlag München, ISBN 978-3-86717-879-2, ungekürzt, 8 CDs, 555 min
  • 2013: Die Totentänzerin von Max Bentow, der Hörverlag München, ISBN 978-3-8445-1129-1, ungekürzt, 8 CDs, 552 min
  • 2014: Das Hexenmädchen von Max Bentow, der Hörverlag München, ISBN 978-3-8445-1526-8, ungekürzt, 1 MP3-CD, 563 min
  • 2014: Die Wahrheit und andere Lügen von Sascha Arango, der Hörverlag München, ISBN 978-3-8445-1434-6, ungekürzt, 1 MP3-CD, 486 min
  • 2015: Exil von Lion Feuchtwanger, Der Audio Verlag, ISBN 978-3-86231-511-6, gekürzt, 5 CDs, ca. 400 min
  • 2016: Die schwedischen Gummistiefel von Henning Mankell, der Hörverlag München, ISBN 978-3-8445-2349-2, 631 min
  • 2018: Der Sprengmeister von Henning Mankell, der Hörbuchverlag München, ISBN 978-3-8445-3023-0, ungekürzt, 4 CDs
  • 2020: Lauf, Ludwig, lauf! von Rafael Seligmann, USM Audio München und BR, ISBN 978-3-8032-9218-6, ungekürzt, 2 MP3-CDs, ca. 700 min
  • 2020: Hannah und Ludwig von Rafael Seligmann, USM Audio München, ISBN 978-3-8032-9238-4, gekürzt, 2 MP3-CDs, ca. 435 min
  • 2023: Sonne über Gudhjem von Michael Kobr, der Hörverlang München, ISBN 978-3-8445-4964-5, ungekürzt, 2 MP3-CDs, ca. 700 min
  • 2024: Nebel über Rønne von Michael Kobr, der Hörverlag München, ISBN 978-3-8445-5108-2, ungekürzt, 2 MP3-CDs, ca. 11 h 47 min

Auszeichnungen

Weblinks

Interviews

Einzelnachweise

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