QVC
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QVC Handel S.à r.l. & Co. KG (Quality, Value, Convenience) ist ein internationales Unternehmen im Besitz der amerikanischen Qurate Retail Group, das Dauerwerbesendungen produziert.<ref>Das Unternehmen Liberty Interactive hat sich 2018 in Qurate Retail Group umbenannt. Siehe Robert Briel: Liberty Interactive becomes Qurate Retail Group. In: Broadband TV news. 4. März 2018, abgerufen am 4. Dezember 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das 1986 in den USA gegründete Teleshopping- und E-Commerce-Unternehmen ist seit 1996 auch in Deutschland vertreten. Es hat außerdem Standorte in Großbritannien, Japan, Italien und Polen sowie ein Joint Venture in China. Weltweit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 21.400 Mitarbeiter,<ref name="Jahresbericht-QVC-2018">Jahresbericht der QVC, Inc. 2018. Abgerufen am 13. Juni 2019.</ref> davon rund 3.000 an deutschen Standorten.<ref name="Der-Handel-2019-05">Sybille Wilhelm: Süße Füße in Echtzeit. In: Der Handel, 5-2019, S. 28 f.</ref>
Geschichte
Weltweit
Joseph M. Segel gründete QVC 1986 in den USA.<ref name="Schoolman-401">Martha Schoolman, aktualisiert von Christina M. Stansell und Candice Mancini: QVC Inc. In: International Directory of Company Histories. Band 178, S. 401.</ref> Die erste Ausstrahlung des neuen Senders erfolgte am 24. November 1986,<ref name="Indipendent-2015-11-14" /> ab Januar 1987 sendete er rund um die Uhr.<ref name="Schoolman-401" /> QVC wuchs in den ersten Jahren organisch und durch Unternehmenskäufe (wie den Erwerb von Fashion Channel, CVN Shopping Channel und J.C. Penney Shopping Channel).<ref name="Schoolman-402">Martha Schoolman, aktualisiert von Christina M. Stansell und Candice Mancini: QVC Inc. In: International Directory of Company Histories. Band 178, S. 402.</ref> Inhalt der Werbesendungen waren Produktinformationen, die in den Gesprächen zwischen den Moderatoren und Produktexperten vermittelt werden sollten.<ref name="Schoolman-402" />
Segel ging 1993 in den Ruhestand. Auf ihn folgte Barry Diller.<ref name="Schoolman-402" /> Mitte 1993 ging ein zweiter Kanal auf Sendung: QVC Fashion Channel;<ref name="Schoolman-402" /> ein Jahr später passte das Management dessen Format an und benannte ihn in Q2 um.<ref>Stephanie A. Skumanich: Chapter 7. Television Shopping. In: August E. Grant, Ashley J. Bennington (Hrsg.): Communication Technology Update. 3rd Edition. Butterworth-Heinemann, Boston u. a. 1994, S. 67–77, hier S. 72, ISBN 0-7506-9593-5.</ref>
Ein Bieterwettkampf um Paramount prägte das Jahr 1993,<ref>Übernahmeschlacht um die Film- und Verlagsgruppe ist in vollem Gange. Kabel-TV-Riese QVC bietet für Paramount zwei Milliarden Dollar mehr als Viacom; in: Handelsblatt, 22. September 1993. Neue Partner für QVC im Kampf um Paramount. Stärkung durch Cox Enterprises und Advance Publications; in: Neue Zürcher Zeitung, 19. Oktober 1993. „Feindselige“ Offerte der QVC für Paramount. Erhöhte Bargeldtranche; in: Neue Zürcher Zeitung, 23. Oktober 1993. Gericht gibt QVC neue Chance bei Paramount; in: Handelsblatt, 13. Dezember 1993. QVC und Paramount angeblich vor Fusion; in: Handelsblatt, 23. Dezember 1993.</ref> QVCs Rivale Viacom setzte sich am Ende durch.<ref>Reuters: Viacom takes over Paramount. In: Variety. 13. März 1994, abgerufen am 7. Dezember 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Folgejahr unternahm Diller den Versuch, mit CBS zu fusionieren. Das Vorhaben zerschlug sich. Stattdessen machten Comcast und TCI ein gemeinsames Übernahmeangebot für QVC. Dieses war 1995 erfolgreich, nachdem die Federal Trade Commission zugestimmt hatte.<ref>CBS. Verhandlungen mit QVC Network weit gediehen. Ein neuer Fernseh-Riese entsteht; in: Handelsblatt, 1. Juli 1994. Durchkreuzter Fusionsplan von CBS und QVC. Unerwartete Konkurrenzofferte; in: Neue Zürcher Zeitung, 14. Juli 1994. Mediendeal: CBS fusioniert mit Shopping Channel QVC; in: Horizont, 15. Juli 1994. Grossfusion im US-Kabelfernsehen. Tele-Communications und Comcast übernehmen QVC; in: Neue Zürcher Zeitung, 6. August 1994.</ref>
1993 startete QVC gemeinsam mit BSkyB Teleshopping in Großbritannien.<ref>Zweifacher Start. Weltweit: QVC sendet jetzt auf beiden Seiten des atlantischen Ozeans; in: Werben & Verkaufen, 15. Oktober 1993. QVC will ein großes Stück vom Kuchen; in: Handelsblatt, 11. Dezember 1997.</ref> Im Jahr darauf kam ein Joint Venture mit Grupo Televisa zustande, um so einen Zugang zum lateinamerikanischen Markt zu erhalten.<ref>QVC, Inc.: Tender Offer. 11. August 1994, abgerufen am 7. Dezember 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Schoolman-403">Martha Schoolman, aktualisiert von Christina M. Stansell und Candice Mancini: QVC Inc. In: International Directory of Company Histories. Band 178, S. 403.</ref> Auf Diller folgte 1995 Douglas Briggs an der Spitze von QVC.<ref>Joe Flint: No Make-Up Necessary For QVC’s Briggs. In: Variety. 12. März 1995, abgerufen am 7. Dezember 2018.</ref> Ende 1996 sendete QVC erstmals in Deutschland.<ref name="Sendestart-D" /> Ende 2000 begann die Einspeisung des deutschen Programms in österreichische Kabelnetze.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Einkaufssender QVC kündigt für nächstes Jahr schwarze Zahlen an; in: Handelsblatt, 8. Dezember 2000. Brigitte Hertmanni: TV-Kaufhaus QVC weiter auf Wachstumskurs; in: Textilwirtschaft, 21. Dezember 2000.</ref> Sein japanisches Programm startete der Sender 2001.<ref>Anna-Marie Solowij: QVCool? How the shopping channel became the number one global retail outlet. In: Daily Mail. 14. Juli 2013, abgerufen am 7. Dezember 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Internet war das Unternehmen in den USA ab 1996 unter IQVC aktiv. Zwei Jahre später waren in Kanada und Großbritannien Online-Käufe möglich.<ref name="Schoolman-403" />
2003 übernahm für 7,9 Mrd. US-Dollar Liberty Media (heutiger Name: Qurate Retail Group), damals eine Tochtergesellschaft von AT&T, alle Comcast-Anteile an QVC und wurde damit zum Alleineigentümer.<ref>Liberty kauft Shoppingkanal QVC; in: Handelsblatt, 4. Juli 2003. Liberty Media kauft den TV-Verkaufskanal QVC. Noch immer interessiert an Vivendi; in: Neue Zürcher Zeitung, 5. Juli 2003. Martin Halusa: QVC geht komplett an Liberty Media. In: Die Welt. 5. Juli 2003, abgerufen am 10. Dezember 2018.</ref>
Michael George löste zwei Jahre später Douglas Briggs an der Unternehmensspitze ab.<ref>Joel Meyer: Liberty Taps Dell Exec for QVC Chief. In: broadcastingcable.com. 28. Oktober 2005, abgerufen am 10. Dezember 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Unter seiner Leitung kam es 2007 zu einer Kooperation mit Oprah Winfrey und der NFL.<ref name="Schoolman-404">Martha Schoolman, aktualisiert von Christina M. Stansell und Candice Mancini: QVC Inc. In: International Directory of Company Histories. Band 178, S. 404.</ref> Nach geringfügigen Umsatzrückgängen infolge der Subprime-Krise<ref name="Schoolman-404" /> unterstrich 2010 die Aufnahme des Sendebetriebs in Italien die Fortsetzung der internationalen Expansion.<ref>QVC beliefert bald von Baal aus Italien; in: Rheinische Post, 3. März 2010. QVC startet in Italien und wächst damit auch in Baal; in: Aachener Nachrichten, 21. September 2010.</ref> Zwei Jahre später vereinbarten QVC und China National Radio (heute CNR Media Group) ein Joint Venture, um den chinesischen Markt zu erschließen.<ref>Elisabeth Kapell: TV-Shopping Kanal QVC bald in China. In: Lebensmittel Zeitung, 23. März 2012.</ref> Im August 2015 weitete QVC seine Geschäfte nach Frankreich aus.<ref>QVC startet in Frankreich; in: Textilwirtschaft (online), 26. Juni 2015. QVC startet in Frankreich; in: Textilwirtschaft (online), 4. August 2015.</ref> Im selben Jahr übernahm QVC für rund 2,4 Mrd. US-Dollar Zulily, einen auf junge Mütter spezialisierten Internethändler.<ref>QVC kauft Internet-Retailer Zulily. In: Textilwirtschaft (online), 17. August 2015.</ref> 2017 erwarb Liberty Interactive schließlich Home Shopping Network, den langjährigen Rivalen von QVC. Beide Unternehmen firmieren seitdem als Qurate Retail Group.<ref>CNN Money: QVC buying rival Home Shopping Network</ref><ref>Chad Bray, Michael J. de la Merced: QVC to Merge With Home Shopping Network in $2.1 Billion Deal. In: The New York Times. 6. Juli 2017, abgerufen am 10. Dezember 2018. Chris Isidore, David Goldman: QVC buying rival Home Shopping Network. In: CNN. 6. Juli 2017, abgerufen am 10. Dezember 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Heute ist QVC ein Multichannel-Händler.<ref name="brand-eins-2018-3">Marc-Stefan Andres: Gib dem Zufall keine Chance. In: brand eins (Heft 3-2018). Abgerufen am 10. Dezember 2018.</ref> 2018 lag der globale Umsatz bei 11,28 Mrd. US-Dollar.<ref name="Der-Handel-2019-05" /> Die Hälfte (51 Prozent) stammt aus digitalen Vertriebswegen (2018).<ref name="Jahresbericht-QVC-2018" /> Der Anteil von Bestellungen über mobile Endgeräte liegt bei 32 Prozent (2017). Haushaltswaren machen rund ein Drittel der Umsätze aus. 19 Prozent werden mit Bekleidung, 17 Prozent mit Kosmetik und Körperpflege-Artikeln erzielt.<ref name="brand-eins-2018-3" /><ref>Angabe zum Anteil des Geschäfts über mobile Endgeräte nach Jahresbericht der QVC, Inc. 2017. Abgerufen am 15. Januar 2019.</ref>
Nach Eigenangaben lieferte das Unternehmen 2018 weltweit an rund 370 Millionen Kunden.<ref>QVC: QVC and HSN to Celebrate Women Who Dream on International Women’s Day. In: qurateretailgroup.com. 8. März 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pressemeldung).</ref> Global beschäftigt das Unternehmen insgesamt rund 21.400 Mitarbeiter (Stand: Ende 2018).<ref name="Jahresbericht-QVC-2018" /> Neben seinen Teleshopping-Kanälen betreibt das Unternehmen sieben Internetauftritte.<ref name="TW-2018-01-19" /> Hinzu kommen mehr als 200 Social-Media-Präsenzen.<ref>brand eins spricht von mehr als 240 solcher Auftritte. Siehe Marc-Stefan Andres: Gib dem Zufall keine Chance. In: brand eins (Heft 3-2018). Abgerufen am 10. Dezember 2018. An anderer Stelle werden 220 solcher Auftritte genannt. Siehe Rolf Kalscheur: Zappen zwischen den Kanälen. In: Handelsjournal, 15. November 2018.</ref>
Am 18. April 2026 meldeten die US-Muttergesellschaften der QVC Group Insolvenz an einem US-Insolvenzgericht in Texas an, um Schulden in Höhe von 6,6 Milliarden US-Dollar auf etwa 1,3 Milliarden US-Dollar zu reduzieren.<ref name=":1">Sebastian Richter: Teleshopping-König QVC droht die Pleite: Mutterkonzern rutscht in die Insolvenz. In: merkur.de. 18. April 2026, abgerufen am 19. April 2026.</ref><ref name=":2">"Grundstein für Neuanfang" - Teleshopping-Pionier QVC ist insolvent. In: t-online.de. 18. April 2026, abgerufen am 19. April 2026.</ref><ref name=":3">Teleshopping-Pionier: QVC-Eigentümer beantragt Gläubigerschutz in den USA. In: wiwo.de. 17. April 2026, abgerufen am 19. April 2026.</ref> Internationale Tochtergesellschaften, darunter die deutsche QVC Handel S.à r.l. & Co. KG, sind nicht Teil des Insolvenzverfahrens und führen ihren Betrieb unverändert weiter.<ref name=":1" /><ref name=":2" /><ref name=":3" /> Ursache sind strukturelle Veränderungen im Einzelhandel und im klassischen Fernsehkonsum sowie ein Wachstum von Onlinehandel und Social-Media-Verkauf.<ref name=":2" /><ref name=":3" />
Deutschland
Die Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen erteilte QVC im Sommer 1996 eine zunächst dreijährige Zulassung als digitales Pilotprojekt.<ref>Spartensender Giga TV und QVC in NRW zugelassen; in: Horizont. 12. Juli 1996. QVC startet am 1. Dezember; in: Lebensmittel Zeitung, 20. September 1996.</ref> Ende 1996 sendete QVC seine Dauerwerbesendungen erstmals in Deutschland über Kabel und Astra.<ref name="Sendestart-D" /> 2001 zog der Sender innerhalb des Düsseldorfer Medienhafens um.<ref>Einkaufskanal QVC überschreitet erstmals die Gewinnschwelle. In: Handelsblatt, 7. Dezember 2001.</ref> Im März desselben Jahres begann das Unternehmen mit dem Bau eines eigenen Distributionszentrums in Baal, einem Ortsteil von Hückelhoven.<ref>QVC hofft auf starkes Wachstum. In: Lebensmittel Zeitung, 7. Dezember 2001.</ref> Es nahm im September 2002 seinen Betrieb auf.<ref>Wolfgang Appelhans, Jan-Hinrich Fischer, Bernhard Stock: Feine Logistik fürs Teleshopping. QVC nimmt Distributionszentrum in Hueckelhoven in Betrieb. In: Deutsche Verkehrs-Zeitung. 18. Januar 2003.</ref> 2002 löste das Unternehmen den Konkurrenten im Teleshopping-Segment Home Shopping Europe als Marktführer in Deutschland ab.<ref>Susanne Frommert: Sprachliche Persuasionsstrategien in der Teleshoppingkommunikation. Eine qualitative Analyse von TV-Ausschnitten des reinen Verkaufsfernsehens aus dem Themenbereich „Küche & Kochen“, Verlag Narr, Tübingen 2012, ISBN 978-3-8233-6715-4, S. 40.</ref><ref>Hans-Peter Siebenhaar: Einkaufssender QVC hängt die Konkurrenten ab, Handelsblatt, 24. März 2005</ref> 2003 erreichte es die Gewinnschwelle.<ref name="Welt-2003-03-08">Hagen Seidel: Das Tele-Shopping kennt keine Konsumflaute. In: Die Welt. 8. März 2003, abgerufen am 10. Dezember 2018.</ref> Seit 2004 kooperiert QVC in Hückelhoven eng mit Hermes.<ref>Hermes löst die Post bei QVC-Paketen ab; in: DVZ, 5. Oktober 2004. Elisabeth Kapell: QVC baut Logistikzentrum aus; in: Lebensmittel Zeitung, 18. Mai 2007. QVC verlängert Vertrag mit Hermes; in: Textilwirtschaft (online), 22. Oktober 2013. QVC und Hermes setzen Zusammenarbeit fort; in: Aachener Nachrichten, 24. Oktober 2013.</ref>
Der zweite deutsche Kanal des Senders, QVC Plus, begann 2010 mit seinen Ausstrahlungen.<ref>Nathalie Riahi: Düsseldorf hat einen neuen Modezaren; in: Express, 2. September 2010. Matthias Erlinger: QVC: Zweiter Sender, frischer Auftritt; in: Textilwirtschaft, 9. September 2010. Elisabeth Kapell: QVC startet zweiten Verkaufssender; in: Lebensmittel Zeitung, 10. September 2010.</ref> Zwei Jahre später folgte der dritte deutsche Kanal: QVC Beauty.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Teleshopping wächst ungebrochen. Die Einkaufssender HSE 24 und QVC erzielen Umsatzrekorde; in: Handelsblatt, 28. Februar 2012. QVC steigert Umsatz und Gewinn; in: Textilwirtschaft (online), 28. Februar 2012. QVC wächst weiter. Neue Rekordzahlen. Dritter Sender ab März; in: Aachener Nachrichten, 29. Februar 2012. Maren Aline Merken: QVC eröffnet dritten TV-Kanal. In: Rheinische Post, 17. März 2012.</ref> Er wurde 2013 in QVC Beauty & Style umbenannt.<ref>QVC: Aus QVC BEAUTY wird QVC BEAUTY & STYLE Zum einjährigen Sendergeburtstag erweitert QVC das Angebot seines dritten Kanals. 15. März 2013, abgerufen am 10. Dezember 2018 (Pressemeldung).</ref> Eine erneute Reorganisation der Fernsehkanäle in Deutschland nahm das Unternehmen 2018 vor: QVC Beauty & Style benannte es dabei in QVC Style um, QVC Plus wurde zu QVC ZWEI.<ref name="TW-2018-01-19" /> Der Hauptkanal QVC behielt seinen Namen.
Für die Zusammenarbeit mit Start-ups legte QVC 2017 die Initiative QVC Next auf.<ref name="FAZ-2018-06-26">Wie der Verkaufssender QVC mehr verdienen will; in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Mai 2018. Thorsten Mumme: Wie Teleshopping seinen Ruf mit Startups aufpolieren will. In: gruenderszene.de. 26. Juni 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018. Antonia Thiele: „Der Handel ist gierig nach neuen Ideen und Produkten“. In: Die Welt Kompakt. 3. Juli 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018.</ref> Zugleich begann der Verkauf von Produkten, die in der Sendung Die Höhle der Löwen des Fernsehsenders VOX vorgestellt wurden und in die der Unternehmer Ralf Dümmel investiert. Er arbeitet mit QVC seit 1996 zusammen.<ref name="TW-2017-08-09">QVC verkauft Produkte aus „Höhle der Löwen“; in: Textilwirtschaft (online), 9. August 2017. Petra Schwegler: Diese DHDL-Produkte sind die Verkaufsschlager bei QVC. In: Werben & Verkaufen. 27. Oktober 2017, abgerufen am 10. Dezember 2018.</ref><ref name="brand-eins-2018-3" />
In Deutschland sind rund 3.000 Mitarbeiter bei QVC tätig.<ref name="Der-Handel-2019-05" /> Das Unternehmen hat Standorte in Düsseldorf (Zentrale und Studios) und Kassel (jeweils telefonischer Kundenservice), Hückelhoven (Logistik) sowie Düsseldorf und Hückelhoven (jeweils Fabrikverkauf).<ref name="fact-sheet">QVC: Fact Sheet zu QVC Deutschland. (PDF) In: unternehmen.qvc.de. Abgerufen am 11. Dezember 2018 (Eigenangaben des Unternehmens).</ref>
Seit Anfang 2015 führt Mathias Bork den deutschen Ableger von QVC als Geschäftsführer.<ref name="TW-2015-01-01">Matthias Erlinger: Der Fernseh-Verkäufer. Ende der Ungewissheit bei QVC: Mathias Bork ist neuer CEO beim Düsseldorfer Shopping-Sender. In: Textilwirtschaft, 1. Januar 2015.</ref> Der von ihm verantwortete Umsatz belief sich 2019 auf 890 Mio. US-Dollar.<ref name=":0">Factsheet QVC Deutschland – Geschäftsjahr 2019. (PDF) Abgerufen am 5. September 2021.</ref> Im Durchschnitt verschickt QVC Deutschland von Hückelhoven aus zirka 41.500 Pakete pro Tag.<ref name=":0" /> Das Programm von QVC ist über Kabel, Satellit, DVB-T2 HD und IPTV zu empfangen. Der Hauptkanal QVC sendet täglich 17 Stunden live. Der zweite Kanal QVC ZWEI zeigt eine Auswahl von Produkten und Fernsehshows des Hauptsenders und sendet gelegentlich live. Der dritte Fernsehkanal QVC Style ist auf Themen wie Mode und Wellness spezialisiert. Alle drei QVC-Kanäle senden in HDTV sowie im Breitbildformat 16:9.<ref>QVC im TV | QVC.de. Abgerufen am 26. Juli 2018.</ref>
Nach einer Repräsentativumfrage im Jahr 1999 waren 76 Prozent der Befragten der Meinung, sie würden bei QVC Produkte günstiger erhalten als anderswo.<ref>Claudia Fantapié Altobelli: Electronic Commerce im interaktiven Fernsehen, in: Friedhelm Bliemel, Georg Fassott, Axel Theobald (Hrsg.): Electronic Commerce. Herausforderungen – Anwendungen – Perspektiven, Gabler Verlag, Wiesbaden 2000, ISBN 978-3-409-38990-7, S. 176</ref> Rund 80 Prozent der Kunden seien nach Angaben der Unternehmens Frauen zwischen 35 und 64 Jahren. (Stand: 2018)<ref name="Stern-2018-06-12">Katharina Grimm: Warum QVC nichts dem Zufall überlässt – hinter den Kulissen des Tele-Shopping-Imperiums. In: Stern. 12. Juni 2018, abgerufen am 11. Dezember 2018.</ref>
Kritik
Der entscheidende Verkaufserfolg bestehe „immer im Suggerieren eines Schnäppchens“, so der Journalist Peter Luley über den Einkaufssender QVC 2007 im Spiegel. „Marketingstrategisch ausgedrückt sollen hier sogenannte Impulskäufe generiert werden – spontane Erwerbungen ohne Bedarf, nur aus dem Gefühl heraus, eine günstige Gelegenheit könnte gleich vorbei sein.“<ref>Peter Luley: Einkaufssender QVC. Der Preis ist heiß, Spiegel, 20. August 2007</ref> Stiftung Warentest untersuchte 2007 Teleshopping-Anbieter, darunter QVC, und kam zu dem Ergebnis, dass der Service zwar gut sei, die Qualität der Produkte jedoch mäßig, bei den Digitalkameras sogar mangelhaft. Zum selben Preis habe es im Einzelhandel und im Internet deutlich bessere Kameras gegeben als bei QVC.<ref>Teleshopping. Nur der Service stimmt, Stiftung Warentest, 6. Juli 2007</ref> In einer Reportage in der Zeitschrift Stern 2018 stellte Katharina Grimm fest, dass von QVC angebotene Markenprodukte bei der Konkurrenz mitunter deutlich günstiger seien. Als Beispiel nannte sie das Samsung Tablet S2, für das QVC 399 Euro plus Versandkosten verlangte, während das Produkt bei namhaften Onlinehändlern als auch in Fachmärkten für maximal 340 Euro verkauft werde.<ref>Katharina Grimm: Warum QVC nichts dem Zufall überlässt – hinter den Kulissen des Tele-Shopping-Imperiums, Stern, 12. Juni 2018</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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