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Kripp

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Vorlage:Hinweisbaustein

Kripp
Stadt Remagen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3756)&title=Kripp 50° 34′ N, 7° 16′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3756) 50° 33′ 41″ N, 7° 15′ 57″ O
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Höhe: 65 m ü. NHN
Einwohner: 3756 (30. Juni 2020)Stadt Remagen<ref name="Einwohner">Einwohner ohne Nebenwohnsitze; Quelle: Einwohnerstatistik der Stadt Remagen</ref>
Postleitzahl: 53424
Vorwahl: 02642
Lage von Kripp in Rheinland-Pfalz
Datei:Kripp (Remagen) - Gesamtansicht.jpg
Kripp – Ansicht von der anderen Rheinseite
Datei:Rheinpromenade in Kripp.jpg
Rheinpromenade in Kripp
Datei:Ahr-Bruecke.jpg
Die Ahrbrücke in Kripp
Datei:Johannes Brus, Zwei Pferde und ein Boot, Rolandseck.jpg
Johannes Brus: 2 Pferde und ein Boot, 2008
Datei:Fintenbrunnen Kripp.jpg
Fintenbrunnen in Kripp

Kripp ist einer von sechs Ortsbezirken und zugleich einer von acht Ortsteilen<ref name="Hauptsatzung" /> der verbandsfreien Stadt Remagen im Landkreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Im Juni 2020 besaß der Ortsbezirk 3756 Einwohner.<ref name="Einwohner" />

Datei:Remagen Kripp.JPG
Luftaufnahme von Kripp aus südlicher Richtung

Geschichte

Vorlage:Hinweisbaustein Urkundlich wurde Kripp erstmals 1474 erwähnt, als im Burgundischen Krieg kaiserliche Truppen die gegenüberliegende Stadt Linz beobachteten. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Ort Kripp stärker besiedelt. Das erste Haus wurde 1706 vom Linzer Bürger Johann Breuer errichtet, dieses Jahr gilt als Gründungsdatum des Ortes Kripp.<ref name="1100jahre">Josef Siebertz: Aus der Geschichte der Rheinfähre Linz-Kripp. In: 1100 Jahre Linz am Rhein – Festbuch zur 1100-Jahr-Feier. S. 275.</ref>

Der Name der Ortschaft ist auf die Zeit der Treidelschifffahrt zurückzuführen, da an der Stelle eine Futterstelle (Krippe) für die Treidelpferde eingerichtet war. Kripp war eine bedeutende Zwischenstation der Treidelschifffahrt zwischen Köln und Koblenz.<ref>Horst Krebs: Kripp 19. Jahrhundert. In: geschichte-kripp.de. Abgerufen am 31. Juli 2025.</ref>

Die Caledonia war das erste Dampfschiff, das Kripp am 13. November 1817 passierte, denn die Defiance hatte es nur bis nach Köln geschafft.<ref>Horst Krebs: Erstes Dampfschiff Kripp. In: geschichte-kripp.de. Abgerufen am 31. Juli 2025.</ref><ref name="Schriften">Horst Krebs: Kripper Schriften. In: geschichte-kripp.de. Horst Krebs (Hrsg.), abgerufen am 31. Juli 2025.</ref> Als noch mehr Dampfschiffe verfügbar waren und den Rhein befuhren, insbesondere durch den Ausbau der Flotte durch Haniel und Stinnes, ließen es die Treidler an Einsicht für die notwendigen strukturellen Veränderungen mangeln und beschossen 1848 die Dampfschiffe. Es kam sogar eine Kanone zum Einsatz, jedoch wurde keines der Schiffe versenkt. Die Kanone ist noch heute als Denkmal eines unbeugsamen Willens, oder einer „halsstarrigen Fortschrittsfeindlichkeit“ am Rhein auf einem Sockel nahe der Fähranlegestelle zu sehen. Der Aufstand griff auch auf andere Treidelstationen von Wesseling bis Weißenthurm über. Es ist ebenfalls überliefert, dass die alten Kripper „wilde Gesellen“ gewesen sein müssen – an die Obrigkeit in Remagen wurden entsprechende Beschwerden herangetragen.

Zur Blüte gelangte Kripp mit dem Brennen von Ziegelsteinen aus Lehm, der nun dort gefunden und abgebaut wurde. Ein Unternehmer aus Italien nahm sich des Geschäftes an und brannte die Ziegel für eine Lederfabrik. Die Arbeiter entlohnte er ebenfalls mit Ziegeln; freilich nur mit den schlechten. Aus den guten Ziegeln wurde die Lederfabrik, die noch heute steht, aus den schlechten die Kripper Häuser gebaut. Aus Kripper Ziegeln wurde von 1900 bis 1903 auch die römisch-katholische Kirche St. Johannes Nepomuk errichtet.

Als man schließlich keine Ziegel mehr brannte, wurden die Arbeiter mit Schnaps bezahlt und auch mit selbst gemachtem Geld. In der Lederfabrik, erbaut 1905, fanden bis zu 170 Menschen Arbeit.<ref>(falsche Seite, keine Informationen)</ref>

Als der gesamte Lehm für die Ziegel abgetragen war, trat nun das darunter liegende Kiesbett zu Tage. Geschäftstüchtig verarbeiteten die Kripper auch dieses und machten daraus Beton. Die Beton-Union steht heute noch dort.

Die bis etwa 1933 alljährlich wiederkehrenden Schwärme des heringsartigen Fisches Finte haben bis heute ihre unmittelbare Wirkung auf Namensgebung und Brauchtum in Kripp.<ref>(falsche Seite, keine Informationen)</ref> Über die Kripper gibt es ein Schmähwort aus den umliegenden Orten: „Kripper Fente, rüch ens, wat se stinke“ (auf Hochdeutsch etwa: „Kripper Finte, riech mal, wie die stinken“). So wurde 1951 die Karnevalsgesellschaft „Kripper Fente“ gegründet. Am 29. Dezember 1953 wurde das Fährschiff „Finte“ in Dienst gestellt – heute außer Dienst. 1955 war Friedel Valentin der erste Kripper Karnevalsprinz mit einem Fintenfisch auf der Prinzenuniform. 1998 wurde die Karnevalsgesellschaft „Kripper Fente KG“ als Nachfolger der „Kripper Fente“ gegründet.

Die eigentliche Erfolgsgeschichte von Kripp begann mit der Entdeckung der Maria-Luisen-Quelle, die bei einem Hochwasser durch das Auftreten kleiner Luftbläschen gefunden wurde. Kripp wurde daraufhin zu „Bad Kripp“. Es bildete sich ein Kurhaus. Die Bundesstraße 266 wurde ausgebaut, bis in den 1950er Jahren die Quelle zerfiel. Das Wasser wurde unrein und nicht mehr genießbar, blieb jedoch Grundlage für die Limonadenherstellung durch die Quellen-Lehnig AG.

Die Abfüllanlagen zweier Quellen wurden aufgegeben. Wegen akuter Einsturzgefahr der Ruine in der Quellenstraße ist mittlerweile der Gehweg gesperrt. Die Industriebauten werden von der Natur zurückerobert und Jahr für Jahr von dichteren Teppichen aus Brombeerranken und wildem Wein überwuchert. Jeden Frühling zur Zeit des Hochwassers bahnt sich die Ahr ihren Weg durch die verwilderten Grundstücke.

Ort

Datei:Wasserturm Kripp.jpg
Der Kripper Wasserturm

Kripp teilt sich in das Ober- und Unterdorf, unterschieden nach der Höhenlage am Rheinufer. Sein Wahrzeichen ist der Kripper Wasserturm (erbaut 1904), der sich weithin sichtbar über die Gärten erhebt und unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Wichtig für die Bevölkerung sind die zwei Bäckereien zur Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs.

Die B266 führt durch den Ort und endet erstmal am Rheinufer. Dort verkehrt die Fähre, die Reisende nach Linz trägt. In anderer Richtung führt die B 266 ins Ahrtal, wo an den steilen, kargen Schieferhängen Weine in winzerischer Handarbeit angebaut werden. Während der Wartezeit können Reisende sich im Weinkontor direkt neben der Fähranlegestelle einen Vorrat davon zulegen.

Campingfreunden ist Kripp ein Begriff ob des Campingplatzes Goldene Meile, der auch im Winter gut besucht ist. Vom Rhein aus erkennt man auch den früheren Charakter von Kripp als Standort von Obstplantagen.

Um der Freiwilligen Feuerwehr im Hochwasserfall das Bauen und Versetzen von Stegen zu ersparen, wurde ein Kanal, namens „Ingo-Wolf-Kanal“, angelegt. Versorgungs- und Transportboote können so, sogenannte Jahrhunderthochwasser einmal ausgenommen, Bewohner des Hochwassergebietes und Versorgungsgüter „trockenen Fußes“ an Land bringen.

Neben einer Grundschule sind drei Kindergärten in Kripp beheimatet.

Politik

Ortsbezirk

Kripp ist einer von sechs Ortsbezirken der Stadt Remagen. Der Stadtteil wird von einem Ortsbeirat sowie einem Ortsvorsteher politisch vertreten.<ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Stadt Remagen. (PDF) § 2 und 3. Stadtverwaltung Remagen, 24. Juni 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Juli 2020; abgerufen am 25. Juli 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.remagen.de</ref>

Ortsbeirat

Der Ortsbeirat besteht aus zwölf Mitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsvorsteher als Vorsitzendem. Laut Hauptsatzung der Stadt vom Juni 2019 wurde ab der Wahl 2024 die bisherige Zahl von zehn Sitzen um zwei angehoben.

Die Sitzverteilung im Ortsbeirat:

Wahl SPD CDU Grüne FBL Gesamt
2024 2 2 8 12 Sitze<ref>Wahl zum Ortsbeirat Kripp 2024. Stadt Remagen, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref>
2019 1 3 6 10 Sitze<ref>Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Ortsbeiratswahl 2019 Kripp. Abgerufen am 25. Juli 2020.</ref>
2014 2 4 1 3 10 Sitze<ref>Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Ortsbeiratswahl 2014 Kripp. Abgerufen am 25. Juli 2020.</ref>
2009 1 4 1 4 10 Sitze<ref>Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Ortsbeiratswahl 2009 Kripp. Abgerufen am 25. Juli 2020.</ref>
  • FBL = Freie Bürgerliste Kripp

Ortsvorsteher

Axel Blumenstein (FBL) wurde Mitte August 2019 Ortsvorsteher von Kripp.<ref>Axel Blumenstein: Erste Bürgersprechstunde. Pressemitteilung. In: Blick Aktuell. Krupp Verlags GmbH, Sinzig, 28. August 2019, abgerufen am 25. Juli 2020.</ref> Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 85,90 % für fünf Jahre gewählt worden.<ref>Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Remagen, verbandsfreie Gemeinde, erste Ergebniszeile. Abgerufen am 25. Juli 2020.</ref> Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 83,2 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.<ref>Wahl zum Ortsvorsteher Kripp 2024. Stadt Remagen, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref>

Blumensteins Vorgänger Heinz-Peter Hammer (CDU) hatte das Amt seit 2004 ausgeübt, wobei die vorangegangene Wahl 2014 bereits ohne Gegenkandidaten gewonnen wurde. Zur Wahl 2019 mit Aufstellung des derzeitigen Ortsvorstehers ist er nicht erneut angetreten, wodurch auch bei dieser Wahl kein Gegenkandidat zur Verfügung stand.<ref>Günther Schmitt: Heinz-Peter Hammer zieht Kandidatur zurück. In: General-Anzeiger. General-Anzeiger Bonn GmbH, 20. Oktober 2018, abgerufen am 25. Juli 2020.</ref>

Religion

  • Katholische Pfarrgemeinde St. Johannes Nepomuk Kripp
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Rhein-Ahr (Credogemeinde)

Kultur

Datei:Strohbär.jpg
Strohbär aus Naturstroh und sein Treiber in Kripp (2005)

Sehenswürdigkeiten

  • Alte Pumpe Kripp
  • Katholische Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk
  • Hochwassernotkapelle Kripp
  • Wasserturm Kripp
  • Rheinpromenade Kripp
  • Naturschutzgebiet Mündungsgebiet der Ahr
  • Ahr-Kurve vor der Mündung
  • An Kripp als bedeutende Treidelstation zwischen Köln und Koblenz erinnert eine Skulptur von Johannes Brus, die als eine Station des Skulpturenufer Remagen aufgestellt worden ist. Sie zeigt ein Boot aus Beton und zwei Pferde aus Bronze.
  • Finte-Brunnen, als Erinnerung an den historischen Fang von Finten in Kripp
  • Maria-Luisen-Quelle

Sport

  • Tischtennisclub Kripp
  • Sportverein 1946 Kripp e. V.

Mit Kripp verbundene Persönlichkeiten

Literatur

  • Horst Krebs: … immer wieder Kripp: Kleine Lichtblicke eines rheinischen Dorfes, 356 Seiten,
  • Horst Krebs: Kröömsche uss Kripp: 1993 bis 2013, 520 Seiten,
  • Horst Krebs: Die Fähren von Kripp – Querung des Rheins von 1400 bis 2006, 281 Seiten,
  • Horst Krebs: Alltag Kripp: 1750–1950 , 380 Seiten,
  • Horst Krebs: Kripper Schriften, Band 1–13<ref name="Schriften" /><ref>Mai-Fische sollen in der Ahrmündung wieder heimisch werden. In: Blick Aktuell. Krupp Verlags GmbH, Sinzig, 25. Mai 2017, abgerufen am 25. Juli 2020.</ref>

Weblinks

Commons: Kripp – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Kripp | Oberwinter (mit den Ortsteilen Bandorf, Oberwinter, Rolandseck) | Oedingen | Remagen | Rolandswerth | Unkelbach

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