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William King Thomas

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William King Thomas (gebürtig: Alexander Keith Jr.) (* 13. November 1827 in Halkirk, Schottland; † 16. Dezember 1875 in Bremerhaven, Deutsches Reich) war ein nordamerikanischer Schmuggler und Betrüger, dessen bekannteste Tat der Anschlag auf das Schiff Mosel war.

Biografie

Datei:William King Thomas.jpg
Alexander Keith alias William King Thomas (vermutlich ein Fahndungsfoto)

Alexander Keith Jr., genannt „Sandy“, wurde als Sohn von John Keith im schottischen Halkirk geboren. 1836 wanderten seine Eltern mit ihm und seinen beiden Geschwistern nach Halifax (Nova Scotia) aus, wo es sein Onkel Alexander Keith sen. als Gründer der Alexander Keith’s Brewery zu Wohlstand gebracht hatte. 1857 sprengte er das Magazin seines Onkels in die Luft, um wahrscheinlich verschiedene Betrügereien bei Waffengeschäften zu vertuschen.<ref name="nyt">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: The New York Times, 29. Juni 2005 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Im amerikanischen Sezessionskrieg ab 1861 soll er unter anderem mit einem Schiff Blockadebrecher gewesen sein. 1864 musste er die USA fluchtartig verlassen, da er sich auf beiden Seiten zu viele Feinde gemacht hatte und die Pinkerton Detective Beweismittel gegen ihn sammelten.<ref name="nyt" /> Zu diesem Zeitpunkt hatte er seinen ursprünglichen Decknamen William King Thomas endgültig angenommen. Er lebte in Wien, Linz und Leipzig und dann längere Zeit in Strehlen bei Dresden mit seiner Frau.

Er führte ein aufwändiges Leben. Seine Geldprobleme wollte er durch einen weiteren Versicherungsbetrug lösen, in dem er eine Schiffsfracht sehr hoch versichern ließ, um dann das Schiff durch Sprengstoff zu versenken. 1873 gab er beim Turmuhrmacher Johann Ignaz Fuchs in Bernburg (Saale) eine gekapselte Uhr in Auftrag, die wasserdicht sein und wenigstens zehn Tage laufen sollte. Er hatte vor, dass diese Uhr eine Explosion des Sprengstoffs Dynamit in Form der neuartigen Rezeptur Lithofracteur auf einem Schiff auslösen sollte. 1875 baute er die Bombe zusammen, getarnt als harmlose Fracht.

Datei:Steamship Mosel bombed 1875.jpg
Die Mosel kurz nach dem Bombenanschlag, am 1. Januar 1876 veröffentlichtes Bild

Einen ersten Versuch unternahm Keith im Juni 1875, als er ein gefülltes Fass auf dem Lloyd-Dampfer Rhein nach New York schickte, das er in London mit 9000 Pfund (nach heutiger Kaufkraft etwa 1.140.000 Pfund) hatte versichern lassen. Er selbst folgte dem Schiff auf dem Dampfer Republic, musste aber nach der Ankunft in New York feststellen, dass der Zündmechanismus versagt hatte und die Bombe nicht detoniert war. Bei einem weiteren Versuch weigerte sich der Zahlmeister des Dampfers Celtic, den Empfang einer angeblich mit Dollarmünzen gefüllten Kiste zu quittieren, ohne den Inhalt vorher in Augenschein genommen zu haben. Beim dritten Versuch wollte Keith ein Fass mit Sprengstoff und dem zuvor in Gang gesetzten Uhrwerk in Bremerhaven auf das Auswandererschiff Mosel des Norddeutschen Lloyd verladen lassen. Er selbst wollte in Southampton von Bord gehen. Die Mosel sollte mit den 400 Menschen an Bord während der Überfahrt über den Atlantik explodieren und untergehen. Beim Verladen der Tonne am 11. Dezember 1875 löste sie sich jedoch vom Kran, schlug auf das Pflaster auf und explodierte. Durch die gewaltige Zerstörungskraft waren 83 Tote und etwa 200 Verletzte zu beklagen.

Thomas befand sich bereits an Bord und schoss sich kurz nach dieser Explosion in seiner Kabine zwei Kugeln in den Kopf, war aber nicht sofort tot. Er gestand die Tat und starb fünf Tage später in einem Bremerhavener Krankenhaus. Sein abgetrennter Kopf befand sich bis 1944 oder 1945 im Bremer Kriminalmuseum und wurde bei einer Explosion vernichtet. Eine Tafel an den Tiergrotten in Bremerhaven erinnert an das Attentat.

Rezeption

In einigen Quellen wird angegeben, er sei „in Halifax im US-Bundesstaat Pennsylvania als Sohn eines deutschstämmigen Brauereibesitzers“ geboren. Die Weser-Zeitung berichtete am Tag des Unglücks in Bremerhaven zunächst, dass 40 bis 50 Menschen getötet und verwundet worden waren.<ref>Deutsche Geschichte: Als die Höllenmaschine Bremerhaven erzittern ließ, Bericht auf spiegel.de am 7. August 2006</ref>

Literatur

Weblink

Einzelnachweise

<references />

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