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Otto Emicke

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Otto Christoph Martin Erhardt Emicke (* 27. April 1891 in Ratibor; † 19. Oktober 1970 in Freiberg) war ein deutscher Metallurg auf dem Gebiet des Kaltwalzens und Begründer der Fachrichtung Metallformung an der Bergakademie Freiberg.

Leben

Datei:Otto Emicke Grab Freiberg.JPG
Otto Emickes Grab in Freiberg

Emicke besuchte die Gymnasien in Neisse und Breslau (1903 bis 1912) und legte sein Abitur 1912 am König-Wilhelm-Gymnasium ab. Im Anschluss studierte er von 1912 bis 1918 an der Technischen Hochschule Breslau Chemie und Hüttenkunde, welches er aufgrund des 1. Weltkriegs unterbrach und ab 1918 bis 1919 fortsetzte.<ref>Werner Lauterbach: Berühmte Freiberger - Ausgewählte Biographien bekannter und verdienstvoller Persönlichkeiten. In: Freiberger Altertumsverein e.V (Hrsg.): Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins. Teil 4: Persönlichkeiten aus den Jahrzehnten ab 1876 Auflage. 92. Heft. Druckerei Wagner, Verlag und Werbung GmbH, Siebenlehn 2003, S. 97–98.</ref> Im Jahr 1922 promovierte er an der RWTH Aachen zum Thema Über Versuche mit einem Chromstahl<ref>Otto Emicke: Ueber Versuche mit einem Chromstahl. Schweidnitz (dnb.de [abgerufen am 24. September 2025]).</ref> (Dr. Ing.) und schloss 1933 eine weitere Promotion (Dr. mont.) an der Montanistischen Hochschule Leoben mit Auszeichnung ab.<ref>Bergakademie Freiberg (Hrsg.): Blätter der Bergakademie Freiberg. Freiberg 1933, S. 29 (google.de).</ref>

Bis 1928 war er in leitender Funktion im Edelstahlwerk Remscheid und beim Verein Deutscher Eisenhüttenleute in Düsseldorf tätig. Während dieser Zeit gehörte er zu den Herausgebern des Handbuchs für das Walzwerkwesen.

Emicke war seit 1928 außerordentlicher Professor an der Bergakademie Freiberg. Im gleichen Jahr initiierte er die Anschaffung eines Versuchswalzwerk für das Walzen von Leichtmetallen zu Blechen und Bändern, welches 1930 in Betrieb genommen wurde (Duo-Reversiergerüst). Dieses wird nach Modernisierung auch noch heute für die wissenschaftliche Forschung am Institut für Metallformung der TU Freiberg genutzt.<ref>Walzanlagen | TU Bergakademie Freiberg. Abgerufen am 24. September 2025.</ref>

Emicke unterzeichnete im November 1933 das Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler. Am 1. April 1941 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. April 1940 aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.048.848).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/7750434</ref><ref>Harry Waibel: Diener vieler Herren. Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2011, ISBN 978-3-631-63542-1, S. 79.</ref>

1942 wurde er ordentlicher Professor für Verformungskunde und Direktor des Instituts für Metallformung und übernahm die Leitung des Fachausschusses des Walzwerkens der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde.<ref>Helmut Maier: 100 Jahre Deutsche Gesellschaft für Materialkunde: 1919 bis 2019: eine Dokumentation. In: Bochumer Studien zur Technik- und Umweltgeschichte. 1. Auflage. Band 11. Klartext, Essen 2019, ISBN 978-3-8375-2226-6, S. 92.</ref> 1947 verließ Emicke die Bergakademie und wirkte bis 1949 als Forschungsleiter im sowjetischen Büro „Eisen und Metallurgie“ in Freiberg. Im Jahr 1949 wurde er Direktor des Freiberger Forschungsinstitutes für Nichteisenmetalle.<ref>Detailseite - Archivportal-D. Abgerufen am 24. September 2025.</ref>

Emicke trat 1956 in den Ruhestand und verstarb 1970 in Freiberg. Er wurde auf dem Donatsfriedhof beigesetzt.

Mitgliedschaften

Ehrungen

Datei:Otto Emicke plaque.jpg
Gedenktafel in Freiberg, Cottastr. 4

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Über Versuche mit einem Chromstahl. Aachen, TH, Diss., 1922
  • Handbuch für das Walzwerkwesen
  • Über graphische Verfahren und ihre Berechnungsunterlagen zur Ermittlung und Nachprüfung von gleichartigen Formkalibrierungen der Sonderstähle, des Flusstahles und der Nichteisenmetalle. Leoben, Montanist. Hochsch., Diss., 1932
  • Das Breiten beim Walzen in Abhängigkeit von Walzgeschwindigkeit, Walzendurchmesser und Stahlzusammensetzung (mit Eberhard Pachaly). 1936
  • Stand und Fortentwicklung der Walzenkalibrierung. 1937
  • Der Einfluß der Walzgeschwindigkeit auf den Formänderungswiderstand einiger Nichteisenmetalle und auf die Walzenbeanspruchung. International Journal of Materials Research and Advanced Techniques, 1938.
  • Beanspruchung, Abnutzung und Schleifen von Walzen für die Herstellung von Grob-, Mittel- und Feinblechen. Stahl und Eisen, Bd. 58, Nr. 4, S. 73–82, 1938.
  • Formänderungswiderstand (Arbeitsbedarf) und Breitung beim Walzen und Pressen von Werkstoff mit gleichmäßiger und ungleichmäßiger Querschnittshärte (mit Heinz Benad). Verlag Stahleisen, 1939.
  • Das Walzen von Leichtmetallen zu Blechen und Bändern. Mauckisch Freiberg, 1944
  • Nomogramme fuer die Praxis des Warm- und Kaltwalzens von Stahl, Edelstaehlen und Nichteisenmetallen. Akademie-Verlag Berlin, 1962

Literatur

  • Prof. Dr.-Ing. Dr. mont. Otto Emicke Ehrensenator der Bergakademie Freiberg. In: Bergakademie. Akademie-Verlag Berlin, 13/1961/6, S. 426–427
  • Georg Juretzek: Prof. Dr. Dr. Otto Emicke 75 Jahre alt. In: Neue Hütte 11/1966, S. 318
  • Ehren-Kolloquium anlässlich des 75. Geburtstages von Herrn Prof. Dr. Dr. O. Emicke. Bergakademie Freiberg, 1966
  • Werner Lauterbach: Otto Emicke. In: Berühmte Freiberger. Ausgewählte Biographien bekannter und verdienstvoller Persönlichkeiten. Teil 4. Freiberg, 2003, S. 97–98. ISSN 1611-5759
  • Wer ist wer? Band 14, Teil 2. Schmidt-Römhild, 1965, S. 62.

Weblinks

Commons: Otto Emicke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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