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Franz Essel

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Vorlage:Hinweisbaustein Franz Essel (* 31. Januar 1909 als Franz Ernst Essel in Wien; † 5. Oktober<ref>Franz Essell [sic!]. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1975. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 83. Jg., Hamburg 1975, S. 68. In: Rubrik „Die Toten des Jahres“. [= Zeitraum vom 1. September 1973 bis 31. August 1974].</ref> 1973) war ein österreichischer Film- und Theaterschauspieler, Theaterregisseur, Spielleiter und Hörspielsprecher.<ref>Deutsches Rundfunkarchiv (Hrsg.): Hörspiel 1954-1955: Eine Dokumentation. Seite 480. [Auszüge bei Google Books]</ref>

Leben

Ausbildung und Theater

Franz Essel besuchte das Gymnasium in seiner Geburtsstadt Wien. Er erhielt privaten Schauspielunterricht bei dem Burgschauspieler und Regisseur Josef Danegger (1865–1933). Sein Debüt als Theaterschauspieler gab er 1930 am Landestheater Neustrelitz als jugendlicher Held Ferdinand in Kabale und Liebe. Er hatte vor dem Zweiten Weltkrieg verschiedene Theaterengagements, u. a. am Landestheater Neustrelitz (ab 1930), am Stadttheater Königsberg (als Opernregisseur), in Berlin, in Wien und am Stadttheater Teplitz-Schönau (1942).

1933 spielte Essel in einer Produktion der „Nationalsozialistischen Kampfbühne Magdeburg“ den SA-Mann Heinz Schulte in dem NS-Propaganda-Stück Die letzte Schicht von Hanns Trautner.<ref>Gastspiel der Nationalsozialistischen Kampfbühne, Magdeburg. Aufführungskritik. In: Jeversches Wochenblatt vom 15. Februar 1933. Seite 3.</ref> 1936 war er in einer Produktion der „Reichsautobahn-Bühne“ der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ mit dem Stück Krach um Jolanthe, in dem er „den schwärmende[n], der rauen, aber auch herzhaften Wirklichkeit so ferne[n]“ Lehrer Meiners spielte, auf Tournee.<ref>Die Reichsautobahn-Bühne spielt. Aufführungskritik. In: Stuttgarter NS-Kurier, 22. April 1936. Seite 8.</ref> 1937 folgte eine Tournee-Produktion der „Reichsautobahn-Bühne“, bei der Essel die Rolle des Schreibers Licht in Der zerbrochne Krug übernahm.<ref>Dorfrichter Adam auf Reisen. Aufführungskritik. In: Die Glocke vom 15. Januar 1937. Seite 6.</ref> Anschließend war er im Frühjahr und Sommer 1937 als Valère in Der Tartüff mit der „Reichautobahn-Bühne“ auf Tournee.<ref>Von der „Reichautobahn-Bühne“. In: Neue Mannheimer Zeitung vom 30. März 1937. Seite 2.</ref><ref>Rudolf Miksch-Behrensdorf: Die Reichautobahnbühne spielt im Gau Halle-Merseburg. Aufführungskritik. In: Hallische Nachrichten vom 18. August 1937. Seite 2/3.</ref>

In der Spielzeit 1937/38 war er am Niederschlesischen Landestheater Jauer i. Schl. als Spielleiter des Schauspiels und Schauspieler und gleichzeitig bei der „Reichsautobahnbühne“ der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ als Schauspieler engagiert.<ref>Franz Essel. In: Deutsches Bühnenjahrvuch 1938. Seite 253 / Seite 426</ref>

In der Spielzeit 1938/39 spielte er am Stadttheater Innsbruck (damals Städtische Bühne Innsbruck) den Hortensio in der Shakespeare-Komödie Der Widerspenstigen Zähmung.<ref>Natalie Beer: Shakespeare am Innsbrucker Stadttheater. Aufführungskritik. In: Verbo vom 21. November 1938. Seite 2.</ref> Im November 1938 übernahm er die Rolle des Herzogs von Braunschweig in der Innsbrucker Erstaufführung des historischen Schauspiels Das Frühstück zu Rudolstadt von Rudolf Presber.<ref>„Das Frühstück zu Rudolstadt“. Aufführungskritik. In: Innsbrucker Nachrichten, 21. November 1938, S. 11 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn</ref> Im Jänner 1939 spielte er „in ausgezeichneter Weise“, den Kammerdiener Jean, „dichterisch vielleicht die gelungenste Figur der Komödie“, in der Innsbrucker Erstaufführung der Komödie Aimée oder der gesunde Menschenverstand von Heinz Coubier.<ref>„Aimée oder der gesunde Menschenverstand“. Aufführungskritik. In: Innsbrucker Nachrichten, 12. Jänner 1939, S. 7 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn</ref> Im Februar 1939 übernahm er die Rolle des Bankiers Adams in der Innsbrucker Erstaufführung des Theaterstücks Thomas Paine von Hanns Johst.<ref>Karl Paulin: „Thomas Paine“ – Ein großer Erfolg. Aufführungskritik. In: Innsbrucker Nachrichten, 16. Februar 1939, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn</ref> Ab Mai 1939 war Franz Essel an der Städtischen Bühne Innsbruck als Gymnasialprofessor Wasner, „dem er einen grandiosen satirischen Zug gab“, in einer Neuinszenierung der Komödie Moral von Ludwig Thoma zu sehen.<ref>Karl Paulin: „Entlarvtes Muckertum“. Aufführungskritik. In: Innsbrucker Nachrichten, 4. Mai 1939, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn</ref>

1940 trat er mehrfach im „Simpl“ in Wien auf.<ref>Viel Beifall im „Simpl“. Kurzkritik. In: Neues Wiener Tagblatt, 1. September 1940, S. 11 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwg</ref><ref>Der kleine Simpl – ganz groß. Kurzkritik. In: Völkischer Beobachter, 1. September 1940, S. 16 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vob</ref><ref>„Othello“, das Oktoberprogramm im Simpl. Kurzkritik. In: Völkischer Beobachter, 30. September 1940, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vob</ref> In der Winterspielzeit 1940/41 spielte er am Theater in der Praterstraße in der Singspieloperette Axel an der Himmelstür.<ref>Im Theater in der Praterstraße: „Axel an der Himmelstür“. Kurzkritik. In: Völkischer Beobachter, 25. Dezember 1940, S. 14 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vob</ref> Im März 1941 war er in Wien in der Titelrolle der vom NS-Fliegerkorps durchgeführten Komödie Der Marsmensch von Wien zu sehen.<ref>Der Marsmensch lüftet sein Geheimnis. Kurzkritik. In: Das kleine Volksblatt, 12. März 1941, S. 8 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dkv</ref> Im April 1941 wirkte er am Wiener Raimundtheater in der Uraufführung der Operette Der Reiter der Kaiserin von August Pepöck mit.<ref>Uraufführung im Raimund-Theater. In: Das kleine Volksblatt, 17. April 1941, S. 10 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dkv</ref> In der Spielzeit 1942/43 war er an den Städtischen Bühnen in Teplitz-Schönau als Höfling Thameisel in der Uraufführung von Robert Hohlbaums tragischer Komödie Gewitter im Vormärz zu sehen.<ref>Richard Pflegshörl: Gewitter im Vormärz. Hohlbaums Tragische Komödie. Aufführungskritik. In: Hakenkreuzbanner vom 21. April 1943. Seite 2.</ref>

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er in Deutschland und Österreich als Theaterschauspieler und Theaterregisseur. Im Mai 1946 spielte er in einer Produktion der Wiener „Gastspieldirektion Ignaz Brantner“ in dem Wiener Singspiel Fahr’n ma, Euer Gnaden von Oskar Weber (Musik: Karl Hieß) im Theresiensaal in Linz den reichen Deutsch-Amerikaner Theodor Kreisler.<ref>Dr. H. R.: Wiener Volksstück im Theresiensaal. Aufführungskritik. In: Oberösterreichische Nachrichten, 20. Mai 1946, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/oon</ref><ref>„Fahr’n ma, Euer Gnaden“. Aufführungskritik. In: Neue Zeit. Organ der Kommunistischen Partei Oberösterreichs, 24. Mai 1946, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nzl</ref> Anschließend war er an der Wiener Renaissancebühne engagiert.<ref name="OZ">„Fahrn ma Euer Gnaden“. In: Obersteirische Zeitung, 5. März 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> 1947 inszenierte er in Villach.<ref>Deutsches Bühnen-Jahrbuch Band 62, 1954, S. 306, 413</ref>

Ab 1947 war er bis 1949 als Regisseur, Charakterspieler und Charakterkomiker am Stadttheater Leoben engagiert, wo er im März 1947 als Fiaker Gschwandner in Fahr’n ma, Euer Gnaden debütierte.<ref name="OZ"/><ref>Josef Rutter: „Fahr’n ma, Euer Gnaden“ im Stadttheater. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 12. März 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Im März 1947 übernahm er am Stadttheater Leoben auch den Ritter Fridolin von Gumpendorf in einer Neuinszenierung der Operette Die gold’ne Meisterin.<ref>Josef Rutter: Die goldne Meisterin. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 19. März 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> In Emilia Galotti, seiner ersten eigenen Inszenierung am Stadttheater Leoben, die Ende März 1947 ihre Premiere hatte, übernahm er auch die Rolle des Angelo.<ref>Josef Rutter: Emilia Galotti. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 2. April 1947, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Anschließend übernahm Essel die Regie bei der Neuinszenierung der Komödie Helden, die im April 1947 ihre Premiere hatte.<ref>Josef Rutter: Die „Helden“ von Bernard Shaw. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 23. April 1947, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Im Mai 1947 stand er als Tito in der Premiere der Komödie Scampolo von Dario Niccodemi auf der Bühne und führte Regie bei Nikolai Gogols Komödie Die Brautfahrt zu Petersburg.<ref>Josef Rutter: „Scampolo“ im Stadttheater. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 3. Mai 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref><ref>Josef Rutter: Gogols „Brautfahrt zu Petersburg“ im Stadttheater. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 24. Mai 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Zur Spielzeiteröffnung 1947/48 inszenierte Essel am Stadttheater Leoben Maria Stuart und übernahm selbst die Rolle des Leicester.<ref>Josef Rutter: Maria Stuart. Eröffnung des Leobener Stadttheaters. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 20. September 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> In seiner Bunbury-Inszenierung, die im Oktober 1947 ihre Premiere hatte, übernahm er die Rolle des Algernon.<ref>Josef Rutter: „Bunbury“ im Stadttheater. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 18. Oktober 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Anschließend übernahm er die Regie bei der Premiere des Volksstücks Der Meineidbauer, in dem er selbst den Jakob „mit erschütternder Tragik“ gestaltete.<ref>Josef Rutter: „Der Meineidbauer“ im Stadttheater. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 15. November 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Im Dezember 1947 übernahm er, „außerordentlich komisch“, den Baron Weps in einer Neuinszenierung der Operette Der Vogelhändler.<ref>Josef Rutter: Der „Vogelhändler“ im Stadttheater. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 24. Dezember 1947, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Im Februar 1948 übernahm er den Titus Feuerfuchs in einer Neuinszenierung der Posse Der Talisman von Johann Nestroy.<ref>Josef Rutter: „Der Talisman“ im Stadttheater. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 7. Februar 1948, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Im März 1948 war er als Mephisto in einer Neuinszenierung des Faust besetzt.<ref>Josef Rutter: Goethes „Faust“ im Stadttheater. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 20. März 1948, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Im Mai 1948 war er der Regisseur bei einer Neuinszenierung der Shakespeare-Komödie Was ihr wollt, in der er auch die Rolle des Haushofmeisters Malvolio übernahm.<ref>Josef Rutter: „Was ihr wollt“ im Stadttheater Leoben. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 22. Mai 1948, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref>

Ab der Spielzeit 1948/49 war er am Stadttheater Leoben als Oberspielleiter des Schauspiels und der Oper engagiert.<ref>Hans Dafert:Ausklang und Ausblick. In: Obersteirische Zeitung, 3. Juli 1948, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Er inszenierte unter anderem in Villach (1947), später dann auch in Stuttgart (ab 1950) und Schwäbisch Hall (1954).<ref>Deutsches Bühnen-Jahrbuch Band 62, 1954, S. 306, 413</ref> Essel war in der Spielzeit 1948/49 u. a. als Fürst Ypsheim-Gindelbach in der Operette Wiener Blut zu sehen.<ref>Josef Rutter: Erste Operettenpremiere im Stadttheater. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 22. September 1948, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Außerdem inszenierte er die Oper Tosca.<ref>Josef Rutter: Stadttheater Leoben: „Tosca“. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 24. November 1948, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Im Jänner 1949 spielte er, an der Seite von Ewald Balser, den Kulturleiter Dr. Schmidt-Lausitz in Des Teufels General.<ref>Josef Rutter: Leoben hat es gewagt!. Ewald Balser in „Des Teufels General“. Aufführungskritik. In: Arbeiterwille, 1. 18 1949, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Im Februar 1949 übernahm Essel die Regie bei der Premiere des Nestroy-Volksstücks Lumpaci vagabundus, in dem er auch selbst den Schneidergesell Zwirn spielte.<ref>Lumpaci vagabundus. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 2. Dezember 1949, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Ende Februar 1949 folgte Essels Neuinszenierung von Der zerbrochne Krug, wo er selbst als Dorfrichter Adam auf der Bühne stand.<ref>Heinrich von Kleist und sein Meisterlustspiel. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 23. Februar 1949, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Im März 1949 gastierte er, gemeinsam mit dem Ensemble des Stadttheaters Leoben, als Enterich in der Operette Der Bettelstudent in Knittelfeld und spielte am Stadttheater Leoben an der Seite von Annie Rosar in der Komödie Das Kuckucksei von Walter Firner.<ref>„Der Bettelstudent“ in Knittelfeld. Aufführungskritik. In: Murtaler Zeitung, 12. März 1949, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/mtz</ref><ref>„Das Kuckucksei“. Annie Rosar als Gast. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 12. März 1949, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Im April 1949 war Essel in der Rolle des Schünzl neben Siegfried Breuer in dem musikalischen Lustspiel Arm wie eine Kirchenmaus von Ludwig Schmidseder zu sehen.<ref>„Arm wie eine Kirchenmaus“. Gastspiel Siegfried Breuer. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 9. April 1949, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref> Im Mai 1949 war Essel als Thoas in einer Neuinszenierung von Iphigenie auf Tauris, bei der er selbst Regie führte, zu sehen.<ref>„Iphigenie“ im Leobner Stadttheater. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 5. Juli 1949, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref>

Im Juli 1949 führte er im Rahmen der Theaterinitiative des Obersteierischen Kulturbundes Regie bei einer Inszenierung des Jedermann in der Salzburger Festspielfassung bei einer Freilichtaufführung vor der Stadtpfarrkirche St. Xaver in Leoben. Attila Hörbiger war Stargast dieser Aufführungen, Essel übernahm die Rolle des Mammon.<ref>Obersteirischer Kulturbund 1947–1992: Beiträge zu einem Jubiläum herausgegeben von Matthias Wieland, S. 7/8 (Auszüge (Textauszug 1) bei Google Books</ref><ref>Obersteirischer Kulturbund 1947–1992: Beiträge zu einem Jubiläum herausgegeben von Matthias Wieland, S. 7/8 (Auszüge (Textauszug 2) bei Google Books</ref>

In der Theatersaison 1949/50 war er kurzzeitig mit seinen drei Leobener Schauspielkollegen Gertie Sitte-Dafert, Hans Dafert und Walter Hauttmann beim Kabarett „Die Großen Vier“ aktiv, bevor er Leoben verließ, um ein Engagement in Stuttgart anzunehmen.<ref>Die Großen Vier vom Grand Hotel. Aufführungskritik. In: Obersteirische Zeitung, 6. Mai 1950, S. 7 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref><ref>Die Großen Vier im Grand Hotel. Vorbericht. In: Obersteirische Zeitung, 21. Oktober 1950, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obs</ref>

Ab 1950 wirkte Essel als Schauspieler und Regisseur an Stuttgarter Bühnen.<ref>Deutsches Bühnen-Jahrbuch Band 62, 1954, S. 306, 413</ref> 1950 war er am „Jungen Theater Stuttgart“ in den musikalischen Lustspiel Der Mann mit dem Zylinderhut von Just Scheu und Ernst Nebhut zu sehen.<ref>Ein Kaiser, ein Hundedieb, ein Zylinder. Aufführungskritik. In: Bruchsaler Post vom 23. Oktober 1950. Seite 4.</ref> 1950/51 gestaltete er bei mehreren szenischen Vortragsabenden „glaubhaft und unaufdringlich die Rolle des ungefügen und doch seinem Weggefährten gegenüber so anschmiegsamen und dankbaren“ sowie „naiv-sensiblen, schwachsinnigen Farmarbeiters“ Lennie Small in John Steinbecks Von Mäusen und Menschen.<ref>„Von Mäusen und Menschen“. Aufführungskritik. In: Badische Neueste Nachrichten vom 25. Oktober 1950. Seite 7.</ref><ref>Schicksalsprüfungen einer Freundschaft. Aufführungskritik. In: Ettlinger Zeitung vom 23. November 1950. Seite 7.</ref><ref>„Von Mäusen und Menschen“. Aufführungskritik. In: Bruchsaler Post vom 10. Januar 1951. Seite 3.</ref>

1951 wirkte er am „Jungen Theater Stuttgart“ in dem Lustspiel Edouards Kinder von Marc-Gilbert Sauvajon mit.<ref>„Edouards Kinder“ im „Jungen Theater“. Aufführungskritik. In: Bruchsaler Post vom 20. Januar 1951. Seite 3.</ref> Im Mai 1951 inszenierte er am „Jungen Theater Stuttgart“ die Uraufführung des Schauspiels Oberleutnant Achilles von Hermann Roßmann, in der er auch als Schauspieler als Oberst im Führerhauptquartier zu sehen war.<ref>Tragische Gläubigkeit. Uraufführung von „Oberleutnant Achilles“. Aufführungskritik. In: Alb-Bote vom 5. Mai 1951. Seite 8.</ref><ref>Wagemutiges »Junges Theater« in Stuttgart. Aufführungskritik. In: Bruchsaler Post vom 22. Mai 1951. Seite 6.</ref> Zum Saisonbeginn 1951/52 inszenierte er als Produktion des „Jungen Theaters Stuttgart“ im Theatersaal des Hotel Marquardt mit Eva Köhrer in der Titelrolle die Komödie Ninotschka von Melchior Lengyel.<ref>Seifenblasen mit Hintergründen. Saisonbeginn auf Stuttgarter Bühnen. Aufführungskritik. In: Bruchsaler Post vom 11. September 1951. Seite 8.</ref>

Von 1950 bis 1955 übernahm er als Darsteller an der Stuttgarter Komödie im Marquardt unter anderem die Titelrolle in Volpone, den Malvolio in Was ihr wollt, den Amtsvorsteher Wehrhahn in Der Biberpelz und den Graf Barrenkrona in Kolportage von Georg Kaiser. Als Regisseur inszenierte er an der Komödie im Marquardt unter anderem die beiden Theaterstücke Die Glasmenagerie und Der steinerne Engel von Tennessee Williams, die Komödie Die Probe oder Die bestrafte Liebe von Jean Anouilh, die Komödie Die Brautfahrt zu Petersburg von Nikolai Gogol und den Einakter Der Apollo von Bellac von Jean Giraudoux.

Ab der Spielzeit 1955/56 war Essel bis in die 60er Jahre hinein weiterhin ohne Unterbrechung als Schauspieler an der Komödie im Marquardt engagiert.<ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1956. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 64. Jg., Hamburg 1956, S. 317 und S. 433 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1957. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 65. Jg., Hamburg 1957, S. 335 und S. 453 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1958. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 66. Jg., Hamburg 1958. Eintrag unter Stuttgart IV [= Das Junge Theater, Komödie im Marquardt]. Seite 343. Abgerufen am 30. Januar 2025.</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1959. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 67. Jg., Hamburg 1959, S. 370 und S. 495 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1960. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 68. Jg., Hamburg 1960, S. 364 und S. 491 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1961. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 69. Jg., Hamburg 1961, S. 382 und S. 509 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1962. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 70. Jg., Hamburg 1962, S. 375 und S. 508 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1963. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 71. Jg., Hamburg 1963, S. 382 und S. 523 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1964. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 72. Jg., Hamburg 1964, S. 411 und S. 559 (Register).</ref>

Mit Aglaja Schmid und Leopold Rudolf spielte er 1954 am Wiener Theater in der Josefstadt die Rolle des norddeutschen Barons Neuhoff in Hugo von Hofmannsthals Komödie Der Schwierige.<ref>Neues Forum, Band 1, 1954, S. 19</ref> 1954 trat er am Theater in der Josefstadt neben Gustav Waldau, Helmuth Lohner, Bruno Dallansky und Nicole Heesters auch als Graf Kattwald in dem Lustspiel Weh dem, der lügt! auf.<ref>Richard Hoffmann: Klassikeraufführung in der Josefstadt. Aufführungskritik. In: Österreichische Zeitung, 1. September 1954, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/oez</ref><ref>Rudolf Bayr: Die Wiener Bühnen beginnen ihre Saison. Aufführungskritik. In: Salzburger Nachrichten, 6. September 1954, S. 8 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/san</ref>

Ab der Spielzeit 1963/64 war er für drei Spielzeiten als Schauspieler und Regisseur am Stadttheater Bremerhaven verpflichtet.<ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1964. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 72. Jg., Hamburg 1964, S. 212/213 und S. 559 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1965. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 73. Jg., Hamburg 1965, S. 206 und S. 557 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1966. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 74. Jg., Hamburg 1966, S. 221/222 und S. 583 (Register).</ref> In der Spielzeit 1964/65 gastierte er als Schauspieler außerdem am „Berliner Theater“.<ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1965. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 73. Jg., Hamburg 1965, S. 180 und S. 557 (Register).</ref> In der Spielzeit 1966/67 war Essel als Schauspieler am Landestheater Linz verpflichtet.<ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1967. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 75. Jg., Hamburg 1967, S. 461 und S. 587 (Register).</ref> In seinem letzten Festengagement am Theater gehörte Essel ab der Spielzeit 1967/68 bis zum Ende der Spielzeit 1970/71 zum Schauspielensemble am Stadttheater Bremerhaven.<ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1968. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 76. Jg., Hamburg 1968, S. 245 und S. 630 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1969. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 77. Jg., Hamburg 1969, S. 251 und S. 644 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1970. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 78. Jg., Hamburg 1970, S. 251 und S. 647 (Register).</ref><ref>Franz Essel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1971. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 79. Jg., Hamburg 1971, S. 246 und S. 662 (Register).</ref>

Essel war seit 1930 Mitglied in der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger.<ref>Deutsches Bühnen-Jahrbuch Band 73, 1965, S. 557</ref>

Film und Hörspiel

Essel war in den 1950er Jahren und 1960er Jahren auch in mehreren Filmen und Fernsehspielen zu sehen. Dabei wurde er schwerpunktmäßig in prägnanten Nebenrollen eingesetzt. Unter der Regie von Alfred Weidenmann spielte er als Partner von O. E. Hasse die Rolle des Beckmann in dessen Spielfilm Canaris (1954) und den Staatsanwalt in dem Kriminalfilm Alibi (1955) mit dem jungen Hardy Krüger in der Hauptrolle. In Harald Brauns Der letzte Mann (1955), ein Remake des Stummfilmklassikers Der letzte Mann von Friedrich Wilhelm Murnau, übernahm er, an der Seite von Hans Albers, die Rolle des Empfangschefs Pichler. In der Märchenverfilmung Rübezahl – Herr der Berge (1957) spielte er als mächtiger, riesengroßer Berggeist Rübezahl die Titelrolle.

Essel wirkte in den 1950er Jahren auch als Sprecher und Regisseur bei mehreren Hörspielen mit, beispielsweise Der Nächste bitte (NWDR 1953, als Autor und Regisseur) und Alexander von Athen (NWDR 1955). In dem Hörspiel Eduard und Caroline (1954/55) nach der Boulevardkomödie von Félicien Marceau sprach er die Rolle des Onkels Claude Beauchamps. Seine Partner in diesem als musikalisches Lustspiel konzipierten Hörspiels waren Erik Schumann, Margot Hielscher, Willi Reichmann und Paul Hoffmann. Außerdem wirkte er 1954/55 in einer kleineren Rolle in dem Hörspiel Der große Verzicht nach dem Schauspiel von Reinhold Schneider mit (Regie: Wilhelm Semmelroth; Musik: Winfried Zillig; Partner unter anderem Paul Bildt und Rolf Henniger). Im Juni 1954 war Essel beim Norddeutschen Rundfunk in dem Hörspiel Sarajewo von Erwin Wickert zu hören; eine seiner Partnerinnen war Olga von Togni.

Filmografie

Literatur

  • Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, DNB 010075518, S. 155–156.
  • Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, DNB 451560736, S. 372.

Weblinks

Einzelnachweise

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