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Frederick Wiseman

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Frederick Wiseman (2005)

Frederick Wiseman (* 1. Januar 1930 in Boston, Massachusetts; † 16. Februar 2026<ref>Patrick Hipes: Frederick Wiseman Dies: Prolific Documentary Filmmaker & Honorary Oscar Winner Was 96. In: Deadline. 16. Februar 2026, abgerufen am 17. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in Cambridge, Massachusetts<ref name=":0">Frederick Wiseman, a master of immersive documentaries, dies at 96. In: The Washington Post. 16. Februar 2026, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 18. Februar 2026]).</ref>) war ein US-amerikanischer Dokumentarfilmregisseur.

Leben und Werk

Der Sohn einer Polin und eines Russen war nach Jurastudium am Williams College und der Yale Law School<ref name="bio1"/> und Militärdienst zunächst als Rechtsanwalt in Paris tätig. 1958 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Rechtsmedizin der Boston University und später Dozent an der Juristischen Fakultät.<ref>Thomas W. Benson, Carolyn Anderson: Documentary Dilemmas: Frederick Wiseman’s Titicut Follies. Southern Illinois University Press, Carbondale 1991, ISBN 978-0-809315-18-5. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden., englisch)</ref>

Ab 1967 arbeitete er auch als Filmregisseur. Er drehte für seine eigene Firma Zipporah Films über 40 Dokumentarfilme und realisierte auch zwei Spielfilme. Neben D. A. Pennebaker, Robert Drew und Richard Leacock gilt er als wichtiger Pionier des US-amerikanischen Direct Cinema. Sein 1967 im Bridgewater State Hospital in Massachusetts gedrehter Film Titicut Follies<ref>Lance Duerfahrd: Discovering the Shock of Frederick Wiseman's Titicut Follies. In: p.o.v. Aarhus University - Department of Information and Media Studies, Dezember 2006, abgerufen am 13. Juli 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> war einer der kompliziertesten Zensurfälle in der Filmgeschichte und wurde erst 1991 vom Obersten Gericht für das Publikum freigegeben.

1982 war er MacArthur Fellow. Im Frühjahr 2012 nahm Wiseman aktiv am dreimonatigen Ausstellungsbetrieb der Whitney Biennial 2012 teil.<ref>Roberta Smith: A Survey of a Different Color. 2012 Whitney Biennial. The New York Times, 1. März 2012, abgerufen am 12. März 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2016 wurde ihm der Ehrenoscar zuerkannt.<ref>Jackie Chan, Anne V. Coates, Lynn Stalmaster and Frederick Wiseman to receive Academy's 2016 Governors Awards bei oscars.org, 1. September 2016 (abgerufen am 2. September 2016).</ref>

Für seine Werke Ex Libris – The New York Public Library (2017) und Un couple / A Couple (2022) erhielt er Einladungen in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig.

Seine letzte eigene Produktion war Menus-Plaisirs – Les Troisgros aus dem Jahr 2023. Als Schauspieler erschien er in Rebecca Zlotowskis Tragikomödie Les enfants des autres (2022) und in Paris Murder Mystery aus dem Jahr 2025. Mit der Produzentin Karen Konicek verband ihn eine 45 Jahre anhaltende Zusammenarbeit, die beiden waren auch befreundet.<ref name="bio1">Jack Dunn: Frederick Wiseman, Legendary Documentary Filmmaker, Dies at 96. In: variety.com. 16. Februar 2026, abgerufen am 17. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Frederick Wiseman starb am 16. Februar 2026 im Alter von 96 Jahren. Er wohnte zuletzt in Northport (Maine) und Paris (Frankreich)<ref>Duane Byrge/Mike Barnes: Frederick Wiseman, Oscar-Winning Documentarian, Dies at 96, The Hollywood Reporter vom 16. Februar 2026</ref> sowie in Cambridge (Massachusetts), wo er zuhause starb.<ref name=":0" /> Wisemans Ehefrau Zipporah Batshaw Wiseman starb 2021. Sie waren 65 Jahre verheiratet und hatten zwei Söhne sowie mehrere Enkelkinder.<ref name="bio1"/>

Filmografie (Auswahl)

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Auszeichnungen (Auswahl)

Quelle:<ref>Zipporah Films. Abgerufen am 12. Februar 2018.</ref>

Literatur

  • Thomas W. Benson, Carolyn Anderson: Reality Fictions: The Films of Frederick Wiseman. Southern Illinois University Press, Carbondale 1989, ISBN 978-0-809313-64-8.
  • Trenczak, Heinz (1990): "Der Ort ist der Star." Ein Portrait des US-Dokumentaristen Frederick Wiseman. In: Blümlinger, Christa (Hg.) 1990: Sprung im Spiegel. Filmisches Wahrnehmen zwischen Fiktion und Wirklichkeit., S. 295–304, Wien: Sonderzahl Verlag, ISBN 3-85449-023-2
  • Hohenberger, Eva (Hg.) 2009: Frederick Wiseman. Kino des Sozialen. Berlin: Vorwerk 8, ISBN 978-3-940384-14-0
  • Barry Keith Grant: Voyages of Discovery: The Cinema of Frederick Wiseman, Columbia University Press, erweiterte Neuauflage 2023
  • Hannes Brühwiler (Hg.): Frederick Wiseman. Das Schauspiel der Gesellschaft. Berlin: Bertz + Fischer, 2023, ISBN 978-3-86505-338-1.

Weblinks

Commons: Frederick Wiseman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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