Zum Inhalt springen

Abschnittsbefestigung Spitalwald

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. März 2023 um 07:50 Uhr durch imported>Didionline (HC: +Kategorie:Augsburg-Bergheim; +Kategorie:Höhenburg in Schwaben (Bayern); +Kategorie:Burg in Europa).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Abschnittsbefestigung Spitalwald
Datei:Abschnittsbefestigung Spitalwald.jpg
Staat Deutschland
Ort Augsburg-Bergheim-„Spitalwald“
Entstehungszeit Bronzezeitlich
Burgentyp Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand Abgegangen, Wälle und Graben erhalten
Geographische Lage 48° 18′ N, 10° 46′ OKoordinaten: 48° 18′ 11,9″ N, 10° 46′ 1,5″ O
 {{#coordinates:48,303295|10,767097|primary
dim=200 globe= name= region=DE-BY type=building
  }}
Höhenlage 550 m ü. NN
Abschnittsbefestigung Spitalwald (Bayern)
Abschnittsbefestigung Spitalwald (Bayern)

Die Abschnittsbefestigung Spitalwald (Gemeinde Augsburg, Gemarkung Bergheim) liegt etwa 50 Höhenmeter über dem Anhauser Tal auf einem Höhenrücken im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder (Bayerisch-Schwaben). Das Bodendenkmal geht vermutlich auf eine bronzezeitliche Siedlung oder Wehranlage zurück.

Beschreibung

Datei:Abschnittsbefestigung Spitalwald Querschnitt.jpg
Abschnittsbefestigung Spitalwald Blickrichtung Nord
Datei:Schleifstein.jpg
Schleifstein als Lesefund von der Abschnittsbefestigung Spitalwald (undatiert)

Ein lang gestreckter Höhenrücken über dem Burlafinger Weiher fällt nach Norden und Süden in Stufen in die Seitentäler ab. Im westlichen Kammbereich scheint die obere Geländestufe besonders nach Süden künstlich abgesteilt worden zu sein. Am südöstlichen Ende dieser Absteilung setzt ein bogenförmiger Graben an, der an der nördlichen Hangkante von einem kurzen Abschnittswall begleitet wird. Der etwa 1,5 Meter tiefe Abschnittsgraben wird auf der Innenseite von keinen Wallresten überhöht.

Das nahezu ebene, 20 bis 30 Meter breite und 100 Meter lange Plateau westlich der Abschnittsbefestigung wurde durch forstwirtschaftliche Maßnahmen verändert und trägt keine Hinweise auf eine Bebauung.

Zeitstellung und Zweckbestimmung

Die Abschnittsbefestigung unterscheidet sich deutlich von den meisten der zahlreichen Wallanlagen im Augsburger Umland. Die flüchtige Ausführung und geringe Grabentiefe deutet auf eine frühe Entstehung hin. Viele Schutzburgen dieser Region wurden bis ins frühe Mittelalter genutzt und werden deshalb in ihrer letzten Ausbaustufe als Ungarnschutzburgen des 10. Jahrhunderts interpretiert (Schlacht auf dem Lechfeld). Nur wenige Kilometer südöstlich hat sich mit der Abschnittsbefestigung Straßberg ein solcher kleiner mutmaßlicher Ungarnwall erhalten.

Die Abschnittsbefestigung im Spitalwald lässt keine eindeutigen Hinweise auf eine Weiternutzung bis ins frühe Mittelalter erkennen. Insbesondere fehlen im Spitalwald die typischen Hanggräben frühmittelalterlicher Burganlagen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege vermutet hier einen bronzezeitlichen Siedlungs- oder Burgplatz (Denkmalnummer D-7-7630-0073).<ref>Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eintragung (Memento vom 4. Januar 2016 im Internet Archive)</ref> Die genaue Zeitstellung des Denkmales bleibt allerdings bis zu einer fachkundigen archäologischen Untersuchung des Geländes spekulativ.

Einzelnachweise

<references />