Uwe Boll
Uwe Boll (* 22. Juni 1965 in Wermelskirchen) ist ein deutscher Regisseur, Produzent und Drehbuchautor von Independent-Filmen. Bekanntheit erlangte er mit einer Vielzahl stark kritisierter Trashfilme, die ihm den Ruf als „schlechtester Regisseur der Welt“ einbrachten.<ref>Deutschlandfunk Kultur: Der schlechteste Regisseur der Welt?</ref><ref>The Guardian: The 'World's Worst Director'</ref><ref>Spiegel.de: Uwe Boll plant Filmprojekt über Hanau</ref><ref>Georg Seesslen: Uwe Bolls „Max Schmeling“ – Trash wäre schöner, taz, 6. Oktober 2010</ref>
Leben und Karriere
Jugend und Ausbildung
Boll begann als Jugendlicher, erste Kurzfilme auf Super 8 und Video zu drehen. Nach dem Abitur bewarb er sich erfolglos an mehreren Filmhochschulen<ref>YouTube: Filmemacher Kurs mit Uwe Boll - so fing alles an</ref> und konnte nur als Gasthörer einzelne Vorlesungen besuchen, die er allerdings als „zu theoretisch“ ablehnte.<ref>Welt.de: Direkt vom Erzeuger</ref> Er studierte Betriebswirtschaftslehre (ohne Abschluss) und Literaturwissenschaft in Köln und Siegen.<ref>https://web.archive.org/web/20230527094913/https://www.faz.net/aktuell/finanzen/steuersparmodelle-spiel-mir-das-lied-vom-tod-der-medienfonds-1410601.html</ref><ref>Filmportal.de (eingesehen am 19. November 2018)</ref> In Siegen promovierte er 1994 im Fach Literaturwissenschaft mit der Arbeit Die Gattung Serie und ihre Genres.<ref>https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&cqlMode=true&query=idn%3D94129529X</ref>
Tätigkeit im Filmgeschäft
1991 gründete er die Filmproduktionsfirma BOLU. Seit 1998 ist er alleiniger Inhaber und Geschäftsführer des Unternehmens. Von 1994 bis 2000 war er zudem Produzent bei der Taunusfilm und Geschäftsführer von TaunusFilm International.
Seit 1991 ist Boll als Regisseur und Produzent tätig. Seine ersten Spielfilme entstanden als deutsche No- und Low-Budget-Produktionen und stießen auf wenig Beachtung.<ref>Münzinger: Uwe Boll</ref> Zu seinen ersten beiden Filmen German Fried Movie von 1992 und Barschel – Mord in Genf? von 1993, bei denen er gemeinsam mit Frank Lustig Co-Regie führte, veröffentlichte Boll das Buch German fried movie & Barschel-Mord in Genf. Oder wie man in Deutschland Filme drehen muß.<ref>Stefan Höltgen: "So, Freunde, hier ist alles egal!"</ref> Sein dritter Spielfilm Amoklauf nahm beim Filmfestival Max Ophüls Preis 1994 teil, wo er auch Premiere feierte.<ref>https://www.filmportal.de/film/amoklauf_692b8f04c3c1452793b368b1d567b425</ref>
Ab dem Jahr 2000 begann Boll, seine Filme mit selbst aufgelegten Medienfonds sowie der Ausnutzung eines Steuerschlupflochs zu finanzieren (s. u.).<ref>Steffen Uttich: Spiel mir das Lied vom Tod der Medienfonds. In: FAZ.net. 3. Februar 2007, abgerufen am 27. Mai 2023.</ref> Damit gelang es ihm, größere Produktionen in den USA zu stemmen und Filmlizenzen für bekannte Videospiele zu erwerben. Zunächst erschienen der Horrorfilm Blackwoods<ref>Meg St-Esprit: The Growing Trend of Horror Movie-Inspired Vacations. 30. Oktober 2023, abgerufen am 15. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und das Amoklauf-Drama Heart of America, bei denen Boll sowohl Regie führte als auch das Drehbuch schrieb. 2003 erschien House of the Dead, Bolls erste Videospielverfilmung, 2005 folgte Alone in the Dark. Dank des hohen Bekanntheitsgrads der Vorlagen erhielten die Filme große Aufmerksamkeit, wurden jedoch sowohl von der Kritik als auch von den Fans der Videospiele scharf verrissen. Beide Filme tauchen mehrfach in Ranglisten der schlechtesten Filme aller Zeiten auf.<ref>Rotten Tomatoes: Worst Movies of All Time</ref><ref>Time.com: Worst Video Game Movies</ref> Es folgte eine Reihe weiterer derart produzierter und ähnlich schlecht bewerteter Videospieladaptionen, darunter Postal (2007), Schwerter des Königs – Dungeon Siege (2007) und Far Cry (2008).
2005 gründete Boll den Filmvertrieb Boll AG, der 2006 an die Börse ging. Boll vermarktet damit auch durch Dritte produzierte Filme, etwa den Thriller One Way (2006) und den russischen Fantasyfilm Fürst der Dämonen (2014). 2009 zog sich Boll aus Deutschland zurück und produziert seit 2011 seine Filme durch sein kanadisches Unternehmen; die Boll AG wurde im selben Jahr aufgelöst.<ref>Nick Coffman: Smashing Game Time – Episode 83 – Interview with Uwe Boll. In: Game Chronicles. 10. Juli 2023, abgerufen am 15. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Registerportal | Startseite. Abgerufen am 20. April 2024 (Suche nach „Boll AG“ beim Amtsgericht Mainz HRB 40145).</ref>
2010 kam Bolls Filmbiografie Max Schmeling – Eine deutsche Legende in die Kinos. Die Titelrolle spielte der frühere deutsche Halbschwergewichtsweltmeister Henry Maske. Der von der Kritik einhellig verrissene Film war auch kommerziell ein Misserfolg. Im Jahr 2011 veröffentlichte Boll die Videospielverfilmung Bloodrayne: The Third Reich und die Parodie Blubberella, die er parallel mit derselben Crew und – mit Ausnahme der Hauptdarsteller – denselben Schauspielern gedreht hatte. Boll erklärte, dass er Blubberella als Kritik am Marvel Cinematic Universe verstehe.<ref name=":1">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Uwe Boll Talks Video Games, MCU & ‘First Shift,’ His Latest Project.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Beide Filme fielen bei Kritik und Publikum durch.<ref>Rotten Tomatoes: Bloodrayne: The Third Reich</ref><ref>Rotten Tomatoes: Blubberella</ref>
2016 erklärte Boll, dass Rampage 3 sein letzter selbst produzierter Film sein soll. Durch den Rückgang des Verkaufs von DVDs und Blu-ray sähe er keine Möglichkeit mehr, für seine Filmprojekte eine tragfähige Finanzierung zu erreichen. Er gab an, sich in Zukunft mehr auf den Bereich Filmvertrieb konzentrieren zu wollen, und kündigte im selben Jahr einen eigenen Streamingdienst namens Bollflix an.<ref>Moviepilot: Uwe Bolls Bollflix</ref> 2018 erklärte er erneut, vorerst keine Filme mehr drehen und produzieren zu wollen, kündigte aber bereits 2020 wieder seine Rückkehr ins Filmgeschäft an.<ref name=":0">Uwe Boll tritt zurück – Zeit für eine Würdigung?</ref><ref>Dennis Sand: Uwe Boll: Der umstrittene Regisseur plant sein Comeback. In: Die Welt. 15. Oktober 2020 (welt.de [abgerufen am 22. Oktober 2020]).</ref>
2021 sorgte Boll für Aufsehen, nachdem publik geworden war, dass er den rassistisch motivierten Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 verfilmen wolle.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: OMR, 16. September 2020. Abgerufen am 15. Oktober 2020Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Die Stadt Hanau und Familienangehörige der Opfer forderten Boll in einem offenen Brief auf, von dem Vorhaben abzusehen, u. a. da „die Persönlichkeitsrechte der Angehörigen, deren Pietätsempfinden und die fortwirkende Menschenwürde der Verstorbenen zu beachten“ seien.<ref>Offener Brief an Dr. Uwe Boll wegen des Filmprojekts „Hanau“. 12. März 2021, abgerufen am 13. März 2021.</ref> So hatte Boll im Vorfeld offenbar kein Einverständnis der Betroffenen eingeholt. Boll veröffentlichte seinen Film trotz der Appelle. Er erklärte seine Entscheidung damit, dass er das Thema Rechtsextremismus für wichtig halte.<ref>Hinterbliebene empört über geplanten Hanau-Film. In: Spiegel.de. 12. März 2021, abgerufen am 13. März 2021.</ref> Der Film wurde von Rezensenten verrissen, so hieß es etwa im Deutschlandfunk Kultur: „Selbst wenn man Boll glaubt, dass er über den Rechtsextremismus aufklären“ wolle, sei „unter dem Strich wegen mangelndem Handwerk und fehlender Kenntnis nur Bockmist“ herausgekommen.<ref>Jenni Zylka: „Hanau“ von Uwe Boll – „In sämtlichen Gewerken versagt“, Deutschlandfunk Kultur, 16. Februar 2022</ref>
2024 erschien Bolls Krimidrama First Shift mit Kristen Renton.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Director Uwe Boll on Coming Back to Filmmaking, The Super Mario Bros. Is ‘A Great Family Film,’ Spending Thousands on Fortnite, and More.] In: Nerd Reactor. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Der Produktionsfirma des Films wurde vorgeworfen, Crewmitglieder beim Dreh eingeschüchtert zu haben, weil sie eine gewerkschaftliche Organisation anstrebten. In einer Beschwerde wird von unlauteren Arbeitsbedingungen gesprochen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Notorious German Director Uwe Boll’s ‘First Shift’ Faces Claim Over Unfair Labor Practices.] In: The Hollywood Reporter. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Sonstiges
Boll ist in seinen Filmen gelegentlich in Cameoauftritten oder kleinen Nebenrollen zu sehen, etwa in Seed und The Final Storm. In Postal tritt Boll als lederhosentragender Filmproduzent auf, der verkündet, seine Filme mit Nazigold zu finanzieren. In seinem Holocaust-Film Auschwitz ist er als SS-Mann zu sehen, in Blubberella als Adolf Hitler.
Bolls Autobiographie Ihr könnt mich mal! Vom Kurzfilmer in Burscheid zum meistgehassten Regisseur Amerikas erschien 2017 im Kick Verlag. 2024 veröffentlichte er mit Raw: A Memoir eine weitere Autobiographie.<ref>BearManorMedia: Uwe Boll - Raw</ref>
Als Regisseur hält Boll den Rekord für die meisten Videospielverfilmungen.<ref>Most prolific videogame-license franchise director. Abgerufen am 10. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auf seiner Website bietet Boll Kurse über das Filmemachen an.<ref>Uwe Boll: Videokurs für Filmemacher</ref>
Finanzierung
Boll finanzierte seine Filme von 2000 bis 2008 durch insgesamt elf selbst aufgelegte Medienfonds, über die er insgesamt 267 Millionen Euro von Anlegern sammelte.<ref>Steffen Uttich: Spiel mir das Lied vom Tod der Medienfonds. In: FAZ.net. 3. Februar 2007, abgerufen am 10. August 2025.</ref> Durch steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten boten die Fonds den Anlegern selbst bei starken Verlusten hohe Nachsteuerrenditen.
Boll kam so ohne etablierte Filmstudios oder die staatliche Filmförderung an große Budgets für seine oftmals unrentablen Projekte,<ref>Cinemablend - Uwe Boll: Money For Nothing</ref> während seine Anleger von der Steuerersparnis profitierten.<ref>Welt.de: Direkt vom Erzeuger</ref> Mit der Schließung des Steuerschlupflochs im November 2005 brach dieser Milliardenmarkt jedoch abrupt zusammen.<ref>Steffen Uttich: Spiel mir das Lied vom Tod der Medienfonds. In: FAZ.net. 3. Februar 2007, abgerufen am 10. August 2025.</ref> Wegen dieses Finanzierungsmodells wurde Boll und anderen Filmproduzenten auch vorgeworfen, die deutschen Steuerzahler zu belasten. Zudem sei ein Großteil des Filmbudgets nicht in Deutschland eingesetzt worden, sondern ins Ausland geflossen.<ref>https://web.archive.org/web/20230527094913/https://www.faz.net/aktuell/finanzen/steuersparmodelle-spiel-mir-das-lied-vom-tod-der-medienfonds-1410601.html</ref><ref>Manager-Magazin: Medienfonds – Schlussverkauf für Steuersparer</ref>
Boll versuchte mehrmals erfolglos, mit Crowdfunding seine Filme zu finanzieren: 2013 versuchte er über Kickstarter 500.000 US-Dollar für den Film Postal 2 zu sammeln – es kamen nur etwa 30.000 US-Dollar zusammen. Ein zweiter Versuch folgte im Herbst 2014 über Indiegogo zur Finanzierung von Rampage 3, bei dem lediglich 6.375 von 100.000 kanadischen Dollar erzielt wurden. Im Juni 2015 startete Boll eine dritte Kampagne erneut über Kickstarter mit dem Ziel von 50.000 Euro, erreichte jedoch nur rund 23.000 Euro; daraufhin veröffentlichte er zwei Videos, in denen er Crowdfunding-Plattformen und Unterstützer wütend beleidigte und erklärte, künftig auf solche Finanzierungsformen zu verzichten.<ref>Filmstarts: "Fuck Yourself" - Uwe Boll ist wütend</ref> Nach eigener Darstellung finanziert Boll seit 2008 seine Filme über einen eigenen Filmvertrieb sowie den Vorverkauf von Verwertungsrechten, Subventionen und Rückstellungen.<ref>MasterCut: FILME FINANZIEREN! Wie man Filme ohne Förderung produziert! | Uwe Boll | Regisseur & Produzent. 29. April 2024, abgerufen am 23. April 2025.</ref>
Rezeption
Filmkritik
Boll wurde immer wieder als einer der schlechtesten Filmregisseure bezeichnet, auch als „schlechtester Regisseur aller Zeiten“ und „der Welt“.<ref name="filmstart_rampage3" /><ref name="radiokultur" /><ref name="welt_vermissen" /> Gelegentlich wird Boll mit dem bekannten Trashfilm-Regisseur Ed Wood verglichen, so bezeichnete ihn eine britische Kinozeitschrift 2006 als „Son of Ed Wood“, und bei den Razzies wurde er als „Deutschlands Antwort auf Ed Wood“ tituliert.<ref>“{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”. Worst Career Achievement. Auf: razzies.com, zuletzt abgerufen am 21. April 2009.</ref>
Auszeichnungen und Negativpreise
Boll und seine Filme wurden mehrfach mit dem Negativpreis Goldene Himbeere bedacht. So gewann Boll 2009 die Goldene Himbeere als „Schlechtester Regisseur“ für seine Filme Postal, 1968 Tunnel Rats und Schwerter des Königs – Dungeon Siege und wurde zusätzlich für das „Schlechteste Lebenswerk“ (Worst Career Achievement) ausgezeichnet.<ref>29th Annual Golden Raspberry (Razzie©) Award “Winners”. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. April 2016; abgerufen am 21. April 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verleihung der „Goldenen Himbeere“: Boll ist der schlechteste Regisseur ( vom 23. Dezember 2007 im Internet Archive) Auf: tagesschau.de, 22. Februar 2009. Vgl. 29th Annual Golden Raspberry (Razzie©) Award “Winners”. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. April 2016; abgerufen am 29. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dieser Preis war zuvor seit 1987 nicht mehr vergeben worden.<ref name="razzie2008">Lane Brown: 2008 Razzie Nominating Ballot Calls Into Question Seriousness of Awards. Auf: nymag.com, 7. Januar 2009, zuletzt abgerufen am 21. April 2009.</ref> Als Reaktion beleidigte Boll die Mitglieder der Razzie-Gesellschaft als „Arschlöcher“.<ref>Uwe Bolls Antwort an die Razzies. Video bei YouTube, hochgeladen am 10. März 2009 (englisch); abgerufen am 15. August 2012</ref> Boll war zuvor aufgrund seiner Filme BloodRayne 2005 und Alone in the Dark 2006 jeweils als „Schlechtester Regisseur“ nominiert, außerdem als „Schlechtestes Filmpaar“: „Uwe Boll zusammen mit ALLEN Schauspielern, Filmkameras oder Drehbüchern“.<ref>RAZZIE’s Worst Award Nominees of 2006 Released. In: Movieweb. Watchr Media, 22. Januar 2007, abgerufen am 2. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Ellie Gibson: Boll nominated for Razzie. In: Eurogamer. Gamer Network, 31. Januar 2006, abgerufen am 2. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>IMDb: Razzie Awards 2009</ref> Mehrere seiner Filme waren in unterschiedlichen Kategorien nominiert, darunter Schwerter des Königs in der Kategorie „schlechtester Film“ und BloodRayne sogar in insgesamt sechs Kategorien.<ref>Paris’ Nottie, Myers’ Guru, Shyamalan’s The Happening, Disaster Movie and Uwe Boll Rank Among 2008 Razzie Worsts. Auf: razzies.com, zuletzt abgerufen am 21. April 2009.</ref>
Im September 2010 gewann Bolls Darfur auf dem New York International Independent Film & Video Festival den Preis für den besten internationalen Film.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Darfur wins Best Film in New York ( vom 13. September 2010 im Internet Archive) auf FilmContact.com, abgerufen am 17. September 2010.</ref>
Boxkampf gegen Kritiker
Als Reaktion auf die harsche Kritik seiner Arbeit lud Boll 2006 seine Kritiker zu einem Boxkampf gegen sich in Vancouver ein. Voraussetzung zur Teilnahme war die Veröffentlichung von mindestens zwei negativen Rezensionen. Fünf Kritiker und Blogger (Richard Kyanka, Jeff Sneider, Chris Alexander, Carlos Palencia Jimenez-Arguello und der damals 17-jährige Nelson Chance Minter) nahmen die Einladung an – wobei nicht alle von ihnen auch wirklich Filme von Boll rezensiert hatten.<ref>Wired: Raging Boll</ref> Boll, der über Boxerfahrung verfügt, gewann alle fünf Kämpfe.<ref>The Guardian: Boll Knocks out his Critics</ref>
Der Boxkampf wird in der rumänischen Filmsatire Erwarte nicht zu viel vom Ende der Welt von Radu Jude aus dem Jahr 2023 erwähnt, in dem Boll sich selbst in einem Cameo-Auftritt spielt.
Petition „Stop Dr. Uwe Boll“
Im April 2008 startete der Computerspiele-Tester Robert Harvey eine Online-Petition mit dem Titel „Stop Dr. Uwe Boll“, die Boll zur Einstellung aller Tätigkeiten im Filmgeschäft auffordert. Er kritisierte Boll dafür, dass er mit seinen Filmen die „künftigen Möglichkeiten für alle ruiniert [habe], die versuchen würden, Videospiele zu Film zu bringen“.<ref>Christian Klaß: Uwe Boll würde bei einer Million Unterschriften aufhören. Auf: golem.de, 7. April 2008, zuletzt abgerufen am 21. April 2009.</ref> Boll erklärte kurz darauf in einem Interview, dass die bereits gesammelten 18.000 Stimmen nicht reichten, um ihn zu „überzeugen“, er aber bei einer Million Unterschriften aufhören würde.<ref>Christian Klaß: Uwe Boll würde bei einer Million Unterschriften aufhören. Auf: golem.de, 7. April 2008, zuletzt abgerufen am 21. April 2009. Vgl. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Exclusive: FEARnet Interviews Director Uwe Boll ( vom 7. Oktober 2008 im Internet Archive). Auf: fearnet.com, 4. April 2008, zuletzt abgerufen am 21. April 2009: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”</ref> Nachdem diese Ankündigung Bolls die Unterstützerzahl binnen weniger Tage um über 100.000 erhöht hatte, antwortete Boll auf das Medienecho zur Petition in einer Videobotschaft, in der er sich selbst als einziges Genie im Filmgeschäft bezeichnete, andere Regisseure wie Michael Bay, Eli Roth und George Clooney kritisierte und seine Fans zur Erstellung einer Pro-Boll-Petition aufforderte.<ref>Petition gegen Uwe Boll. In: Moviepilot. 10. April 2008, abgerufen am 26. Dezember 2016.</ref><ref>Uwe Boll Responds to Anti-Boll Petition: I’m No George Clooney. In: Wired. Abgerufen am 26. Dezember 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Kaugummihersteller Stride unterstützte die Anti-Boll-Petition und bot jedem Teilnehmer die Zusendung eines Warengutscheins für eine Packung Kaugummi an, falls die Petition bis zum 14. Mai 2008 die Grenze von einer Million Unterschriften überschreiten sollte.<ref>Christian Merkel: Uwe Boll. Kaugummis helfen gegen Trash-Filmer. Auf: gamestar.de, 8. Mai 2008, zuletzt abgerufen am 21. April 2009.</ref> Die Petition erreichte letztlich etwa 300.000 Unterschriften.<ref name="az_rundumschlag" />
Politisches Engagement
2019 war er kurzzeitig Bundessprecher der rechtspopulistischen Zwergpartei Das Haus Deutschland.<ref>Presseportal: Uwe Boll geht in die Politik</ref><ref>Belltower News: Haus Deutschland</ref> Er wurde aus der Partei herausgedrängt, nachdem er Xavier Naidoos Verschwörungstheorien kritisiert hatte.<ref>Vice: "Ich spiele im neuen Film von Uwe Boll mit – und bereue es"</ref>
Seit 2025 publiziert Boll Kolumnen im rechtskonservativen Onlinemagazin Tichys Einblick.<ref>Tichys Einblick: Sie lesen alternative Medien? Dann sind Sie rechtsextrem, sagt das Bundeskriminalamt</ref>
Persönliches
Familie und Wohnsitz
Boll ist mit der kanadischen Fernsehproduzentin Natalia Boll, gebürtige Tudge, verheiratet und hat zwei Kinder.<ref>Brent Simon: Uwe Boll Admits His Wife Doesn’t Like His Movies. In: Shockya.com. 21. Dezember 2011, abgerufen am 23. August 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er lebt in Vancouver und Mainz.<ref>Michael Jacobs: Kultregisseur Uwe Boll kehrt dem Filmgeschäft den Rücken und eröffnet ein Edel-Restaurant in Vancouver in allgemeine-zeitung.de am 30. Juli 2016.</ref>
Restaurant
Von 2014 bis 2020 betrieb Boll in Vancouver das Restaurant Bauhaus, in dem er gehobene deutsche Küche anbot.<ref>‘World’s worst director’ Uwe Boll wins international accolade for his restaurant Bauhaus</ref> Das Restaurant erhielt gute Kritiken, wurde aber nach Streitigkeiten mit dem Vermieter geschlossen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: Vancouver is Awesome, 16. September 2020. Abgerufen am 2. Juli 2018 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Kurioses: Uwe Boll räumt Bestnoten ab – für sein Restaurant!</ref> 2018 gründete er mit seiner Ehefrau die Bauhaus Group und übernahm einen Pub in Vancouver, der aber noch im selben Jahr geschlossen wurde.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Scout Magazine, 7. März 2018. Abgerufen am 2. Juli 2018 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>https://twitter.com/theblenheimpub</ref>
Filmografie
<templatestyles src="column-multiple/styles.css" />
- 1991: German Fried Movie (Co-Regie, Drehbuch, Produktion)
- 1992: Barschel – Mord in Genf? (Co-Regie, Drehbuch, Produktion)
- 1993: Amoklauf (Regie, Drehbuch, Produktion)
- 1994: Boxen (Regie)
- 1997: Das Erste Semester (Regie, Drehbuch, Executive Producer)
- 1997: Fake – die Fälschung (Koproduzent)
- 1998: Fiasco (Produktion)
- 2000: L’Amour (L’amour, l’argent, l’amour, Koproduzent)
- 2000: Sanctimony – Auf mörderischem Kurs (Sanctimony, Regie, Drehbuch, Produktion)
- 2001: Backflash 2: Angels Don’t Sleep Here (Geschäftsführender Produzent)
- 2002: Blackwoods (Regie, Drehbuch, Geschäftsführender Produzent)
- 2003: Heart of America (Regie, Drehbuch, Produktion)
- 2003: House of the Dead (Regie, Produktion)
- 2005: Alone in the Dark (Regie, Produktion)
- 2005: BloodRayne (Regie, Produktion)
- 2007: Postal (Regie, Drehbuch, Produktion)
- 2007: Seed (Regie, Drehbuch, Produktion)
- 2007: Schwerter des Königs – Dungeon Siege (In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale, Regie, Produktion)
- 2007: BloodRayne II: Deliverance (Regie, Geschäftsführender Produzent)
- 2007: Demon Days – Im Monat der Geister (They Wait, Geschäftsführender Produzent)
- 2008: Far Cry (Regie, Produktion)
- 2008: 1968 Tunnel Rats (Regie, Drehbuch, Geschäftsführender Produzent)
- 2008: Alone in the Dark II (Produktion)
- 2009: Siegburg (Stoic, Regie, Produktion)
- 2009: Darfur (Regie, Drehbuch, Produktion)
- 2009: Rampage (Regie, Drehbuch, Produktion)
- 2010: The Final Storm (Regie, Produktion)
- 2010: Max Schmeling (Regie, Geschäftsführender Produzent)
- 2010: Bloodrayne: The Third Reich (Regie, Produktion)
- 2011: Blubberella (Regie, Drehbuch)
- 2011: Auschwitz (Regie, Drehbuch, Produktion)<ref>Eklat um Auschwitz-Film – Boll-Werk gegen Berlinale. In: spiegel.de. Spiegel Online.</ref>
- 2011: Schwerter des Königs – Zwei Welten (In the Name of the King 2, Regie, Produktion)
- 2012: Tim Sander goes to Hollywood (Schauspieler)
- 2012: Zombie Massacre (Produktion, Schauspieler)
- 2013: Assault on Wall Street (Regie, Drehbuch, Produktion)
- 2013: Operation Olympus – White House Taken (Suddenly, Regie)
- 2013: Prisoners of the Sun (Produktion)
- 2013: The Profane Exhibit (Episodenfilm) (Abschnitt: „Basement“, Regie)
- 2014: Schwerter des Königs – Die letzte Mission (In the Name of the King III, Regie)
- 2014: Seed 2 – The New Breed (Produktion)
- 2014: Rampage: Capital Punishment (Regie, Drehbuch, Produktion)
- 2014: Fürst der Dämonen (Viy, Ausführender Produzent)
- 2015: Zombie Massacre 2: Reich of the Dead (Produzent)
- 2015: ABCs of Superheroes (Schauspieler)
- 2015: Anger of the Dead (Produktion)
- 2015: Morning Star (Produktion)
- 2016: Rampage: President Down (Regie, Drehbuch, Produktion)
- 2022: Hanau (Regie, Drehbuch, Produktion)
- 2023: Thanatomania (Schauspieler)
- 2024: Bandidos and I (Regie)
- 2024: First Shift (Regie, Drehbuch)
- 2025: Run (Regie, Drehbuch)
- 2025: Citizen Vigilante (Regie, Drehbuch)<ref>Ed Meza: Uwe Boll’s Migrant Thriller ‘Run’ Picked Up by Quiver for North America, U.K., Set for Global Rollout in November. In: variety.com. 4. September 2025, abgerufen am 5. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Veröffentlichungen
- German fried movie & Barschel-Mord in Genf oder wie man in Deutschland Filme drehen muß. Mañana-Verlag, Leverkusen 1992, ISBN 3-929177-02-1.
- Die Gattung Serie und ihre Genres. Alano Verlag, Aachen 1994, ISBN 3-89399-216-2 (zugleich Dissertation, Universität Siegen).
- Ihr könnt mich mal! – Vom Kurzfilmer in Burscheid zum meistgehassten Regisseur Amerikas. Kick Verlag, Bonn, 2017, ISBN 978-3-946312-17-8.<ref>Süddeutsche Zeitung, 28. August 2017, Seite 13.</ref>
- Warum sich keiner mehr zu sagen traut, was wirklich ist. Deutschland zwischen Cancel Culture, Political Correctness, und der neuen Feigheit die Wahrheit zu sagen. FBV, München 2022, ISBN 978-3-95972-553-8.
- Tabula Rasa. WUZI-Verlag, 2023, ISBN 979-8-393-01501-5.
- Uwe Boll RAW: A MEMOIR. BearManor Media, 2024, ISBN 979-8-887-71539-1.
Literatur
- Evan Torner: Transnational System Schlock: The Case of Uwe Boll. In: kunsttexte.de, Nr. 2, 2010, www.kunsttexte.de.
Weblinks
- Literatur von und über Uwe Boll im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Uwe Boll bei filmportal.de
- Uwe Boll auf Tychis Einblick
- Ralf Sander: Regisseur Uwe Boll. Das Boll-Werk. Auf: Stern.de, 26. April 2007.
- Daniel Sander: Der Unbeugsame. Ist Uwe Boll aus Mainz der schlechteste Regisseur der Welt oder ein missverstandener Rebell? Spiegel Online, 24. September 2007.
- Interview von David Gutsche mit Uwe Boll: „So wohnt Mainz: Uwe Boll“ vom 26. Februar 2011.
- Interview von Oliver Bilger und Hannah Wilhelm mit Uwe Boll: Banker-Familie am Esstisch, bumm, Kopfschuss. In: Süddeutsche Zeitung, 29. April 2011.
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />BollFlix ( vom 17. August 2018 im Internet Archive)
- Vorlage:IMDb/1
Einzelnachweise
<references> <ref name="filmstart_rampage3"> Rampage 3: President Down 3 filmstarts.de Von Thomas Vorwerk </ref> <ref name="radiokultur"> Uwe Boll zeigt letzten Film Der schlechteste Regisseur der Welt? Deutschlandradio Kultur, 9. August 2016; Moderation: Stephan Karkowsky </ref> <ref name="welt_vermissen"> Warum wir Dr. Uwe Boll trotzdem vermissen werden. Welt Online, 10. August 2016. </ref> <ref name="az_rundumschlag"> Ein letzter Rundumschlag. In: Allgemeine Zeitung. 22. August 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. Oktober 2017. </ref> </references>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boll, Uwe |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Regisseur und Filmproduzent |
| GEBURTSDATUM | 22. Juni 1965 |
| GEBURTSORT | Wermelskirchen |