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Georg Heinrichs

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Georg Heinrichs<ref>BDA - Bund Deutscher Architekten: Stadtgestalten - Georg Heinrichs. In: Video - Interview. Bauwelt, 13. Oktober 2015, abgerufen am 11. Mai 2017.</ref> (* 10. Juni 1926 in Berlin; † 20. Dezember 2020 ebenda<ref>Nikolaus Bernau: Zum Tod von Georg Heinrichs, rbb-online.de, gesendet am 8. Januar 2021, abgerufen am 9. Januar 2021.</ref>) war ein deutscher Architekt und Stadtplaner. Seine wichtigsten Werke, darunter wesentliche stadtbildprägende Arbeiten, entstanden in den 1960er und 1970er Jahren in West-Berlin. Heinrichs arbeitete bis 1967 in einer Architektengemeinschaft mit Hans Christian Müller.

Leben

Georg Heinrichs Kindheit war stark von den Erfahrungen im Nationalsozialismus geprägt. 1944 wurde er wegen der jüdischen Abkunft seiner Mutter in ein Arbeitslager in Petershütte im Harz deportiert. Seine Großeltern wurden während der deutschen Besatzungszeit nach 1941 in Estland ermordet, sein Bruder Sergej starb kurz vor Kriegsende in einem Arbeitslager bei Dessau.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Berliner Star-Architekt Georg Heinrichs wird 90 (Memento vom 4. Juli 2016 im Internet Archive), Nikolaus Bernau in Berliner Zeitung vom 10. Juni 2016</ref>

Nach Kriegsende begann Heinrichs ein Studium an der von Max Taut gegründeten Architekturschule an der Berliner Hochschule der Künste (heute: UdK), das er 1954 abschloss. Seine ersten beruflichen Erfahrungen sammelte er beim Bauhaus-Architekten Wils Ebert, bei dem er an der Erweiterung der Dahlemer Museen mitwirkte, sowie im Architekturbüro Yorke-Rosenberg-Mardall in London. Heinrichs’ Projekt in diesem Büro war der Tower des Gatwick Airport.<ref>Anna Teut: Portrait Georg Heinrichs. Quadriga – J. Severin, Berlin 1984, ISBN 3-88679-108-4, S. 18, 19.</ref> Er entwarf die Fassaden des Towers.<ref>Eduard Kögel: Anstatt eines Nachrufs: Ein Gespräch mit Georg Heinrichs. In: www.german-architects.com. PSA Publishers Ltd., 27. Januar 2021, abgerufen am 20. April 2023: „EK: Welchen Einfluss hatte Ihre Erfahrung in Großbritannien? GH: Ich arbeitete in London bei Yorke Rosenberg Mardall am Flughafen Gatwick. […] Dann mussten sie den ganzen Entwurf ändern, nur mein Control-Tower in Béton brut blieb, den Reyner Banham in seinem Buch ‚The New Brutalism‘ veröffentlichte.“</ref> Außerdem arbeitete er für Alvar Aalto, der 1957 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung ein Gebäude für das Berliner Hansaviertel plante.

Datei:Clayallee 34 Berlin-Dahlem.jpg
„Immerhin liegt das Haus hier an der Clayallee, da hört man wenigstens ein bisschen Autolärm. So weiß ich, dass ich noch lebe.“ Georg Heinrichs im SZ-Interview 2011 über sein Zuhause in der 1925/26 von Bruno Paul entworfenen Villa (Haus Auerbach).<ref>Gabriella Herpell: »Ich halte es eigentlich nur bei mir aus«. 7. April 2011, abgerufen am 28. November 2019.</ref><ref>Georg Heinrichs – Architect. In: The Selby. Abgerufen am 28. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Eintrag 09075317 in der Berliner Landesdenkmalliste</ref><ref>Michaele Brunk, Dr. Jörg Rüter (Redaktion): Denkmal des Monats – Klopstockstraße 37. Hrsg.: BerlinOnline. Mai 2013 (berlin.de [PDF]).</ref>

Heinrichs starb im Dezember 2020 im Alter von 94 Jahren in Berlin. Seine letzte Ruhestätte erhielt er auf dem Waldfriedhof Dahlem (Feld 007-143).

Werk

Datei:Grabstätte Georg Heinrichs.jpg
Grabstätte auf dem Waldfriedhof Dahlem

Als Vertreter der Moderne führte Georg Heinrichs in seinen Bauten die horizontal-dynamische Architektur Erich Mendelsohns mit der Rationalität Ludwig Mies van der Rohes zusammen. Dominierendes ästhetisches Element seiner Entwürfe ist die von ihm selbst als „zurückhaltend und bescheiden“ bezeichnete Horizontale, die vertikale Form dagegen empfand er als aggressiv und lehnte sie konsequent ab, ebenso das Quadrat als geometrisches Ordnungsraster und Grundmotiv, das er als „proportionslos“ bezeichnete,<ref>Die Fahrt durch das Haus. Leben und Werk des Berliner Architekten Georg Heinrichs. Dokumentarfilm von Knut Klaßen und Carsten Krohn (Deutschland, 2008)</ref> im Gegensatz z. B. zu Oswald Mathias Ungers oder Richard Meier.

Seine Entwürfe zeichnen sich neben einem häufig skulptural anmutenden Charakter auch durch zum Teil flexible bzw. intelligente Grundrisslösungen aus. Gleichzeitig sind die Bauten häufig schon zu ihrer jeweiligen Bauzeit Ziel starker Kritik gewesen. Zu seinen bekanntesten Projekten zählt das städtebauliche Konzept und die Gesamtplanung für das Märkische Viertel im Berliner Bezirk Reinickendorf (1962, mit Werner Düttmann und Hans Christian Müller).

Ausgeführte Bauten (Auswahl)

Bildergalerie

Literatur

Weblinks

Commons: Georg Heinrichs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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