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Seethen

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Seethen
Hansestadt Gardelegen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(136)&title=Seethen 52° 35′ N, 11° 34′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(136) 52° 35′ 18″ N, 11° 33′ 48″ O
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Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 10 km²
Einwohner: 136 (31. Dez. 2022)<ref name="EW-2022" />
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 039084
Lage von Seethen in Sachsen-Anhalt
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Datei:Seethen in Gardelegen.svg
Lage der Ortschaft Seethen in Gardelegen

Seethen ist ein Ortsteil der gleichnamigen Ortschaft der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />

Geografie

Lage

Seethen, ein Dorf mit Kirche, liegt etwa 15 km nordöstlich der Altstadt von Gardelegen in der Altmark. Im Osten fließt der Lindstedter Grenzgraben. Im Norden liegt der etwa 48 Meter hohe Hörsterberg.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Nachbarorte sind Lindstedt im Westen, Lindstedterhorst im Nordwesten, Wollenhagen im Nordosten und Lotsche im Osten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Ortschaftsgliederung

Zur Ortschaft Seethen gehören die Ortsteile Lotsche und Seethen.<ref name="Hauptsatzung" />

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Im Jahre 1380 wurde das Dorf Seethen erstmals als Sethen erwähnt, als Schulte, ein Bürger zu Gardelegen, seiner Tochter, einer Klosterfrau in Kloster Neuendorf, Hebungen aus der Mühle auf Lebenszeit verschrieb.<ref name="Riedel-22, S. 400" /> Weitere Nennungen sind: 1409 Zeten,<ref name="Riedel-SB, S. 386" /> 1457 Sethen und 1498 Seten.<ref name="HOB-12" /> Aus dem Urmesstischblatt von 1843 ergibt sich, dass das ursprüngliche Sackgassendorf zum Straßendorf erweitert wurde.<ref name="HOB-12" /> Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts stand auf dem Hörsterberg eine Windmühle.<ref name="KDR-265" /> Heute steht dort eine Stallanlage.

Der Historiker Peter P. Rohrlach weist darauf hin, dass die von Hermes und Weigelt<ref name="Hermes-Weigelt" /> aufgeführte urkundliche Erwähnung des Ortes im Jahre 1145 nicht belegbar ist.<ref name="HOB-12" />

Archäologie

1839 wurde am Weg nach Lindstedt an den Barwiesenkannen eine Aufgrabung eines slavischen Begräbnisplatzes durchgeführt.<ref name="Schreck 1841" /> Im Jahre 1912 war der Fund einer schwarztonigen Situla bei Seethen aus der späten Latènezeit bekannt.<ref name="Stendaler Beiträge III" /> In einer heute verfüllten Sandgrube im südwestlichen Bereich des Hörsterbergs nordwestlich des Dorfes wurden um 1930 Urnengräber entdeckt.<ref name="Frommhagen 2002" /> In der Mitte der 1960er Jahre wurde auf dem Hörsterberg Bausand abgebaut. Erst 1988 wurde der Abbau wieder aufgenommen, dabei kamen zerstörte Urnengräber zum Vorschein. Die Grabungen in den Jahren 1990 und 1991 erlaubten die Bergung einer Steinkreisanlage mit 74 Urnenkomplexen aus der jüngeren Bronzezeit.<ref name="Frommhagen 1996" /> Ein Grab war von einer rechteckigen Lappenschale überwölbt.<ref name="Mittag 2018" />

Im Südosten des Dorfes sind Reste einer vermutlich flämischen Wallanlage als archäologisches Kulturdenkmal unter Schutz gestellt.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>


Herkunft des Ortsnamens

Franz Mertens führt den Ortsnamen 1409 Zeten auf einen slawischen Personennamen zurück, den Eigennamen des ersten Siedlers „zeto“ oder „zeta“.<ref name="Mertens-Gardelegen" />

Eingemeindungen

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Lotsche nach Seethen eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" /> Die Gemeinde Seethen kam am 25. Juli 1952 vom Landkreis Gardelegen zum Kreis Gardelegen. Nach dessen Auflösung am 1. Juli 1994 kam sie zum Altmarkkreis Salzwedel.<ref name="Metzler-Poeschel" />

Die Gemeinde Seethen wurde per Landesgesetz<ref name="GemNeuglG SAW" /> am 1. Januar 2011 in die Stadt Gardelegen eingemeindet und verlor dadurch seine politische Selbständigkeit.<ref name="Destatis" /> Sie gehörte bis zu ihrer Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Gardelegen hatte und ebenfalls am 1. Januar 2011 aufhörte zu existieren.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 111
1772 057
1790 173
1798 147
1801 180
1818 148
Jahr Einwohner
1840 205
1864 233
1871 228
1885 219
1892 [00]199<ref name="Zahn-1928" />
1895 192
Jahr Einwohner
1900 [00]187<ref name="Zahn-1928" />
1905 190
1910 [00]177<ref name="Zahn-1928" />
1925 189
1939 162
1946 277
Jahr Einwohner
1964 308
1971 282
1981 204
1993 182
2006 166
2012 [00]145<ref name="EW-2012" />
Jahr Einwohner
2016 [0]097<ref name="EW-2016" />
2021 [0]137<ref name="EW-2022" />
2022 [0]136<ref name="EW-2022" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" /> 2016 ohne Lotsche, ab 1964 mit Lotsche.

Religion

Datei:Kirche Seethen.jpg
Dorfkirche Seethen

Die evangelische Kirchengemeinde Seethen, die früher zur Pfarrei Lindstedt gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Lindstedt im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Seethen stammen aus dem Jahre 1683.<ref name="Machholz" />

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Politik

Ortsbürgermeister

Gerald Adler ist Ortsbürgermeister der Ortschaft Seethen.<ref name="OR" /> Er war auch der letzte Bürgermeister der ehemals selbstständigen Gemeinde Seethen.

Ortschaftsrat

Bei der Ortschaftsratswahl am 26. Mai 2019 gewann die „Ortsinitiative Seethen/Lotsche“ alle 7 Sitze.<ref name="OR" /><ref name="VS 2019" />

Gewählt wurden 2 Ortschaftsrätinnen und 5 Räte.<ref name="OR" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Seethen ist ein flach gedeckter rechteckiger Feldsteinbau mit halbkreisförmigem Ostschluss und einem Westturm, der ab Firsthöhe des Schiffs in Fachwerk ausgeführt ist. Der Bau stammt aus dem 16. Jahrhundert.<ref name="Altmarkkirchen" />
  • Das Gehöft der früheren Wassermühle am Lindstedter Grenzgraben im Südosten des Dorfen steht unter Denkmalschutz. Die Mühle war bis in die 1930er Jahre in Betrieb. Sehenswert ist der Seether Mühlengarten.<ref name="VS 2015" />

Sage – Der Tulumstein auf dem Buchenberg

Der Lehrer Völker überlieferte im Jahre 1908 im „Altmärkischen Sagenschatz“ eine Sage über einen großen Findling auf dem etwa 81 Meter hohen Buchenberg, südwestlich des Dorfes. Er erläuterte, dass Ende der 1860er Jahre auf der Feldmark auf einer Anhöhe mit dem plattdeutschen Namen „Bökenberg“ ein „gewaltiger Steinriese“ lag. Der Stein wurde vom Maurer Olz aus Lindstedt „entzweigeschossen“ und zum Bau der Kirche in Holzhausen verwendet.<ref name="Sagenschatz" />

Der Sage zufolge wohnte auf dem Buchenberg ein Riese, der mit seinem Freund, dem berühmten Riesen aus Steinfeld (Altmark) zusammen Brot buk. Wollte einer backen, so „rackte“ er am Abend vorher mit dem Teigmesser in seinem Backtrog. Darüber gerieten die beiden mal in einen heftigen Streit, der Steinfelder Riese warf einen riesigen Stein nach Seethen, wo er liegen blieb. Den Namen „Tulumstein“ hat er erhalten, weil man von ihm sagte, dass er sich jedes Mal, wenn er den Hahn krähen hört, dreimal herumdreht.<ref name="Sagenschatz" />

Literatur

Weblinks

Commons: Seethen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 274 (PDF).</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 2. April 2022.</ref>

<ref name="Destatis">StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011</ref>

<ref name="EW-2012">Einwohnerentwicklung 2012 in den Ortsteilen. In: Volksstimme Magdeburg. 1. Mai 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 20. Februar 2022]).</ref>

<ref name="EW-2016"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seethen und Lotsche auf gardelegen.de (Memento vom 31. Mai 2017 im Internet Archive)</ref>

<ref name="EW-2022">Elke Weisbach: Die Kurve zeigt wieder nach oben. In: Gardelegener Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger. 24. Januar 2022, DNB 1047268027, S. 13.</ref>

<ref name="Frommhagen 1996">Ulf Frommhagen: Ein spätbronzezeitliches Brandgräberfeld von Seethen, Gardelegen Land. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 71. Jahresbericht, 1996, S. 7–16 (altmark-geschichte.de [PDF]).</ref>

<ref name="Frommhagen 2002">Ulf Frommhagen: Hünengräber – Siedlungen – Gräberfelder. Archäologie in der Altmark. Band 1. Von der Altsteinzeit bis zum Frühmittelalter. Tongefäße für den Leichenbrand. Hrsg.: Hartmut Bock (= Beiträge zur Kulturgeschichte der Altmark und ihrer Randgebiete. Band 7). dr. ziehten verlag, Oschersleben 2002, ISBN 978-3-935358-35-4, S. 102–109.</ref>

<ref name="GemNeuglG SAW">Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Altmarkkreis Salzwedel (GemNeuglG SAW) vom 8. Juli 2010. 8. Juli 2010, GVBl. LSA 2010, 410, § 3, § 4 (sachsen-anhalt.de [abgerufen am 28. Februar 2022]).</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Hauptsatzung">Hansestadt Gardelegen. Der Bürgermeister.: Hauptsatzung der Hansestadt Gardelegen. 27. August 2019, abgerufen am 1. März 2022.</ref>

<ref name="Hermes-Weigelt">Vorlage:BibOCLC</ref>

<ref name="KDR-265">Karte des Deutschen Reiches Blatt 265: Gardelegen. Reichsamt für Landesaufnahme, 1906, abgerufen am 3. Oktober 2020.</ref>

<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>

<ref name="Mertens-Gardelegen">Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308, S. 202.</ref>

<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Mittag 2018">Lothar Mittag: Schätze der Bronzezeit. Archäologische Kostbarkeiten aus der Altmark (= Schriften zur Regionalgeschichte der Museen des Altmarkkreises Salzwedel. Band 14). Initia Medien und Verlag UG, Uelzen 2018, ISBN 978-3-947379-03-3, S. 86–90, Eine außergewöhnliche Brandbestattung aus Seethen.</ref>

<ref name="OR">Hansestadt Gardelegen: Bürgerinfoportal Gardelegen, Ortschaftsrat Seethen. In: kitu-genossenschaft.de. Abgerufen am 2. April 2022.</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Lindstedt. Abgerufen am 18. November 2018.</ref>

<ref name="Riedel-SB, S. 386">Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Supplementband. Band 5. Berlin 1865, S. 386 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001051~SZ%3D00394~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Riedel-22, S. 400">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Sagenschatz">Lehrer Völker: Altmärkischer Sagenschatz (= Lehrerverband der Altmark [Hrsg.]: Beiträge zur Volks- und Heimatkunde der Altmark. Band 2). Klinkhardt, 1908, ZDB-ID 1198714-5, S. 148, Die Sage vom Tulumstein.</ref>

<ref name="Schreck 1841">Friedrich Schreck: Aufgrabungen. Bei Seethen, im Frühjahr 1839. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 25–27 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10013289~SZ%3D00025~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Stendaler Beiträge III">Paul Kupka: Fundberichte. Spät-Latène-Funde von Jarchau, Kreis Stendal. Hrsg.: Paul Kupka im Auftrag des Altmärkischen Museumsvereines zu Stendal (= Beiträge zur Geschichte, Landes- und Volkskunde der Altmark. Band III.). 1910, ZDB-ID 212026-4, S. 242–243.</ref>

<ref name="VS 2015">Andreas Puls: Seethener Mühlengarten - ein Schmuckstück. In: Volksstimme Magdeburg. 17. Dezember 2015 (volksstimme.de [abgerufen am 18. November 2018]).</ref>

<ref name="VS 2019">Elke Weisbach: Sechs von vier Ratssitze in Jeseritz besetzt. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Gardelegen,. 29. Mai 2019 (volksstimme.de [abgerufen am 25. März 2022]).</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>

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