Mark Binz
Mark Karlheinz Binz (* 10. Juli 1949 in Wiesbaden) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Rechtsanwalt.
Leben
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Berlin, Hamburg und Genf promovierte Binz mit dem Thema "Haftungsverhältnisse im Gründungsstadium der GmbH & Co" zum Dr. iur. utr. an der Universität zu Köln. Es folgten 1977 die Zulassung als Rechtsanwalt, 1979 die Zulassung als Fachanwalt für Steuerrecht. Seit 1987 führt Binz die auf Familienunternehmen spezialisierte Anwaltskanzlei Binz & Partner als Seniorpartner. Binz ist Mitglied im Wirtschaftsrat der CDU, im Verband Die Familienunternehmer, im Fachinstitut der Steuerberater in Köln. Im Dezember 2014 wurde Binz durch die Bundesregierung zum Honorarkonsul der Republik Östlich des Uruguay ernannt.<ref>Vertretungen Uruguays in Deutschland Auswärtiges Amt Online. Abgerufen am 14. August 2020</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Konsularplätze - Änderungen ( vom 23. September 2015 im Internet Archive) Diplomatisches Magazin Online; abgerufen am 19. September 2016</ref><ref>Neuer Honorarkonsul von Uruguay in Stuttgart Botschaft der Republik Östlich des Uruguay in der Bundesrepublik Deutschland; abgerufen am 19. September 2016</ref>
Tätigkeit
Binz gilt als Experte für Familienunternehmen und ist insbesondere im Bereich Unternehmensnachfolge als Autor von Fachpublikationen, als Rechtswissenschaftler und Rechtsanwalt tätig. Von 1996 bis 2008<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Binz&Partner Website; Societät; abgerufen am 19. September 2016.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> nahm Binz einen Lehrauftrag für Unternehmensnachfolge an der Hochschule Heilbronn wahr, an der er 2001 zum Honorarprofessor<ref>Dr. Mark K. Binz: Neuer Honorarprofessor. (PDF; 6,4 MB), FHacetten, Das Magazin der Fachhochschule Heilbronn, 1. Ausgabe, April 2002, S. 5.; abgerufen am 19. September 2016</ref> ernannt wurde. 2011 gründete Binz das Stuttgarter Institut für Familienunternehmen (IFF).<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Institut für Familienunternehmen (IFF) Stuttgart; Team; abgerufen am 19. September 2016.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>IFF-Studie; Ranking: Das sind Deutschlands größte Familienunternehmen Spiegel Online, vom 1. Juli 2014; abgerufen am 19. September 2016</ref>
Binz gehört zahlreichen Aufsichtsgremien an; so steht er dem Aufsichtsrat von Fielmann bereits seit dessen Börsengang im Jahr 1994 als Vorsitzender vor.<ref name="MM_2022">Manager Magazin: Wie Familienunternehmen wettbewerbsfähig bleiben. 20. Dezember 2022, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref> Über viele Jahre bekleidete er zudem den Vorsitz in den Aufsichtsräten von Jung von Matt<ref name="Horizont_JvM">Jung v. Matt wird zur AG. In: Horizont. 9. Dezember 1999, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref>, Kirchhoff<ref name="JUVE_Kirchhoff">Strabag übernimmt Kirchhoff-Mehrheit. In: JUVE. 10. Juli 2008, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref>, Moksel<ref name="taz_Moksel">Moksel: Kritik am Führungsstil. In: taz. 13. August 1993, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref>, Steffen<ref name="Steffen_DGAP">Steffen AG: Neuer Aufsichtsrat. DGAP, 16. August 2000, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref> und Wormland<ref name="Marketscreener_Binz">Profil Mark Karlheinz Binz. In: Marketscreener. Abgerufen am 11. Februar 2026.</ref>. Darüber hinaus war er stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat von Faber-Castell.<ref name="Faber_2020">Faber-Castell: Veränderungen in Vorstand und Aufsichtsrat der Faber-Castell AG. 13. Juli 2020, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref>
Als Rechtsanwalt war Binz in prominenten Fällen aktiv. Anfang der 1990er Jahre führte er gemeinsam mit seinem Kompagnon Martin H. Sorg gegen die Lufthansa erfolglos mehrere Musterprozesse zum Nichtraucherschutz, bis die Fluglinie auf Inlandsflügen ein generelles Rauchverbot aussprach.<ref>Raucher gegen Nichtraucher. Focus Nr. 8, 1995; abgerufen am 19. September 2016</ref> Im Jahr 2000 brachten Binz und Sorg den sogenannten Mannesmann-Prozess mit einer Strafanzeige wegen Untreue und Bestechlichkeit gegen Klaus Esser<ref>Anzeige gegen Esser wegen 60-Millionen-Abfindung - Manager Magazin Online, 7. März 2000; abgerufen am 19. September 2016</ref>, den früheren Vorstandsvorsitzenden von Mannesmann, und einem anschließenden Beschwerdeverfahren zum Generalstaatsanwalt ins Rollen.<ref>Interview Mark Binz: Großer Fall, kleines Einmaleins. manager magazin online, 27. Januar 2004; abgerufen am 19. September 2016</ref><ref>Mark Binz: "Parallelen zu Mannesmann". Stuttgarter Zeitung Online, 8. August 2010; abgerufen am 19. September 2016</ref>
Ferner trat Binz im Rahmen von Familienstreitigkeiten bei Voith, Haribo, ElectronicPartner, Heitkamp & Thumann<ref name="Stern_2015">„Am Ende gewinnt der Anwalt“. In: Stern. 26. Mai 2015, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref><ref name="TopMag_2015">Es geht immer auch um Gerechtigkeit. In: TOP Magazin Stuttgart. Nr. 2, 2015.</ref>, Breuninger<ref name="JUVE_Breuninger">Etappensieg im Breuninger-Streit: Binz-Mandant Blumers klagt Anteile ein. In: JUVE. 14. Mai 2013, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref> und Marc Cain<ref name="MM_MarcCain">Marc-Cain-Inhaber Helmut Schlotterer will die Macht über das Mode-Unternehmen an die Belegschaft übergeben. In: Manager Magazin. 25. Juli 2023, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref> öffentlich in Erscheinung. Bis Mai 2016 vertrat er Robert Tönnies im Streit mit seinem Onkel Clemens Tönnies um den Familienkonzern Tönnies.<ref name="NW_2016">Robert Tönnies tauscht im Familien-Machtkampf seine Anwälte aus. In: Neue Westfälische. 13. Mai 2016, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref> In der Folge vertrat er unter anderem im Konflikt um Tengelmann den Mehrheitsgesellschafter Christian Haub bei der Einigung mit den Familienstämmen Karl-Erivan Haub (2021)<ref name="LTO_2021">LTO: Tengelmann: Erben legen jahrelangen Streit bei. 27. April 2021, abgerufen am 11. Februar 2026.</ref> und Georg Haub (2022).<ref name="FAZ_2022">Brigitte Koch: Tengelmann: Haub-Brüder handeln Friedensvertrag aus. In: FAZ.NET. 21. Oktober 2022, abgerufen am 13. Februar 2026.</ref> Außerdem begleitete er die Enkeltochter des Künstlers Oskar Schlemmer im langjährigen Streit um deren Erbteil, der Ende 2024 durch einen Vergleich vor dem Oberlandesgericht Stuttgart beigelegt wurde.<ref name="Schlemmer_Erbe_2024">Bauhaus-Künstler Oskar Schlemmer: Wie die Erben um sein Werk streiten. In: Der Tagesspiegel. 19. Dezember 2024, S. 26.; sowie Streit um Schlemmers Erbe beendet. In: Stuttgarter Zeitung. 19. Dezember 2024, S. 27.</ref><ref>Erbstreit: Einigung in der Causa Oskar Schlemmer. In: Welt Online. 6. Januar 2025, abgerufen am 13. Februar 2026.</ref>
Seitens der Presse und Prozessbeteiligter wurde mehrfach Kritik an Binz laut. So unterstellte das Anwaltsmagazin Binz und seinem Kollegen Sorg zunächst, den Mannesmann-Prozess weniger aus staatsbürgerlicher Verantwortung, als aus Gründen der Eigenwerbung initiiert zu haben.<ref>„Binz gegen den Rest der Welt“. Manager Magazin, 12. August 2002; abgerufen am 19. September 2016</ref> In einer späteren Ausgabe hingegen charakterisierte dasselbe Magazin die Tätigkeit von Binz und Sorg im Mannesmann-Prozess als gut fundiert, beharrlich und das Werk von Profis.<ref>Anwaltsmagazin, Ausgabe Nummer 5, 5. März 2003, Seite 219, "Kanzlei Binz & Partner hat Anklage durchgesetzt", ZAP Verlag, ISSN 0936-7292</ref> Nach Darstellung des Magazins Capital äußerten Insider in einzelnen Streitfällen Kritik an Binz’ Vorgehen. Binz sei demnach eher als "Kriegsführer" denn als Vermittler aufgetreten. Andere Stimmen räumten laut Capital jedoch ein, dass gerade diese Strategie auch Teil des Erfolgs von Binz sei.<ref>„Tönnies - Ende einer Allianz“. Capital, 17. Mai 2016; abgerufen am 4. Oktober 2016</ref>
Veröffentlichungen
- Mark K. Binz, Martin H. Sorg: Die Stiftung. 5., überarbeitete Auflage. Verlag Recht und Wirtschaft, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-8005-4267-3.
- Mark K. Binz, Martin H. Sorg: Die GmbH & Co. KG im Gesellschafts- und Steuerrecht: Handbuch für Familienunternehmen. 12. Auflage. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-69075-4.
- Mark K. Binz, Brun-Hagen Hennerkes: Unternehmens-Steuerrecht. Oldenbourg, München/Wien 1985, ISBN 3-486-20082-8.
- Mark K. Binz, Haftungsverhältnisse im Gründungsstadium der GmbH & Co. KG, Binz, Verlag Dr. Otto Schmidt, Köln, 1976, ISBN 978-3-504-64536-6
Weblinks
- Literatur von und über Mark Binz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Website von Mark Binz bei der Binz & Partner Anwaltssocietät
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Binz, Mark |
| ALTERNATIVNAMEN | Binz, Mark Karlheinz (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechtswissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 10. Juli 1949 |
| GEBURTSORT | Wiesbaden |