Zum Inhalt springen

Verrichtung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 15. Juli 2025 um 07:42 Uhr durch imported>Lektor w (nach der Kürzung ist die Überschrift nicht mehr nötig. Ich lösche sie, weil sich das obere Bild auf die ersten beiden Sätze bezieht.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Fotothek df roe-neg 0006230 030 Porträt eines Lehrlings an einer Werkbank.jpg
Lehrling an einer Werkbank (1952): Die Werkbank und ihre unmittelbare Umgebung sind der Arbeitsplatz, die Werkbank und die Feile sind die Arbeitsmittel, das zu feilende Metallstück ist das Arbeitsobjekt, das Feilen ist die Verrichtung

Unter Verrichtung (oder Verrichten) werden in der Arbeitswissenschaft die sichtbaren Tätigkeiten einer Arbeitsperson bei der Ausführung einer Aufgabe verstanden. Die Verrichtung führt zur Erfüllung der Aufgabe (Verrichtungsprinzip).

Die Verrichtung ist nach Erich Kosiol eines von sechs Merkmalen, mit denen sich eine Aufgabe beschreiben lässt. Die anderen Merkmale sind das Arbeitsobjekt, der Aufgabenträger, die Arbeitsmittel, der Arbeitsplatz und die Arbeitszeit.<ref>Lutz J. Heinrich, Armin Heinzl, Friedrich Roithmayr: Wirtschaftsinformatik-Lexikon. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2014, ISBN 978-3-486-81590-0 (google.de [abgerufen am 7. Juni 2025]).</ref>

Vor und nach der Verrichtung gibt es Rüstzeiten, die der Vor- und Nachbereitung der eigentlichen Arbeitsverrichtung dienen.<ref>Wolfgang Lück: Lexikon der Betriebswirtschaft. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2015, ISBN 978-3-486-81562-7 (google.de [abgerufen am 7. Juni 2025]).</ref>

Verrichtungsklassen

Nach dem Verrichtungsprinzip werden einzelne Arbeitsschritte nach Gleichartigkeit in Verrichtungsklassen aufgeteilt, etwa bei der Fertigungsart (wie Bohren, Drehen, Feilen, Fräsen) oder der betrieblichen Funktion (Beschaffung, Produktion, Vertrieb).<ref>Horst Wildemann: Verrichtungen, in: Wolfgang Lück (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 2004, ISBN 978-3486275131, S. 710.</ref> Bei einer Zeitstudie zählen zum Verrichten alle beeinflussbaren Ablaufarten. Auch statische Muskelarbeit kann als Verrichten klassifiziert werden.<ref>REFA Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation e. V. (Hrsg.): Methodenlehre der Betriebsorganisation. Lexikon der Betriebsorganisation. Hanser, München 1993, ISBN 3-446-17523-7, S. 191 f.</ref>

Verrichtungsgrad

Das Verhältnis der Zeit für die Arbeitsverrichtung <math>V</math> zur Auftragszeit <math>A</math> wird Verrichtungsgrad <math>VG</math> genannt:

<math> VG = \frac{\text{V}}{\text{A}}</math>.

Dabei ist die Auftrags- oder Vorgabezeit jener Zeitraum, in welchem alle Arbeitsabläufe auszuführen sind, die zur Fertigung eines Endproduktes erforderlich sind.

Literatur

Einzelnachweise

<references />