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Dywity

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Dywity
Vorlage:Platzhalterbild
Dywity (Polen)
Dywity (Polen)
Basisdaten
Staat: PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen

Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Olsztyn
Gmina: Dywity
Geographische Lage: 53° 50′ N, 20° 29′ OKoordinaten: 53° 50′ 6″ N, 20° 28′ 34″ O
 {{#coordinates:53,835|20,476111|primary
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  }}
Einwohner: 3573 (2021<ref name="wies">Polska w Liczbach: Wieś Dywity w liczbach (polnisch)</ref>)
Postleitzahl: 11-001<ref>Poczta Polska: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2022, S. 242 (polnisch) (PDF; 7,4 MB) (Memento vom 26. Oktober 2022 im Internet Archive)</ref>
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 51: (Bagrationowsk/Russland–) BartoszyceLidzbark WarmińskiDobre MiastoSpręcowoOlsztyn (–S 51/Olsztynek)
RóżynkaBukwałdBarkwedaBrąswałd → Dywity
Różnowo → Dywity
und
Ługwałd → Dywity
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig

Dywity [<templatestyles src="IPA/styles.css" />dɨˈvitɨ] ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein Dorf im Powiat Olsztyński (Allensteiner Kreis) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es ist Amtssitz der Gmina Dywity mit 13.708 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024).

Geographische Lage

Das Dorf liegt im ehemaligen Ostpreußen, am Nordufer des Diwitter Sees (poln. Jezioro Dywickie), sechs Kilometer nördlich der Stadt Olsztyn (Allenstein).

Datei:Most na rzece Wadąg.jpg
Brücke der DK 51 über den Wadang (poln. Wadąg) südlich des Dorfs
Datei:Jezioro Dywickie - panoramio.jpg
Diwitter See (poln. Jezioro Dywickie)

Geschichte

Ortsgeschichte

1366 gilt als Gründungsjahr des Dorfes Dewitten,<ref>Dietrich Lange: Diwitten, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)</ref> weil am 7. Oktober jenes Jahres offiziell bestätigt wurde, dass der ermländische Domcustos Johannes Stryprock die Ortschaft am 30. Juli 1355 gekauft hatte.<ref name="GenWiki">GenWiki: Diwitten</ref> Am 17. September 1688 wurde die Handfeste erneuert, wiederholt am 21. März 1765.

Im Jahre 1785 hatte das königliche Bauern- und Kirchdorf im Hauptamt Allenstein, Kreis Heilsberg, 57 Feuerstellen.<ref name="GenWiki" /> Eine Volkszählung am 3. Dezember 1861 ergab für Diwitten 49 Wohngebäude bei 394 Einwohnern.

Am 7. Mai 1874 wurde Diwitten Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Allenstein im Regierungsbezirk Königsberg (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen.<ref name="Jehke">Rolf Jehke: Amtsbezirk Diwitten</ref> Die Zahl der Einwohner belief sich im Jahre 1910 auf 546.<ref>Der Landkreis Allenstein im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Februar 2025; abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref>

Auf einem Grundstück in der Nähe des Dorfes Diwitten wurde im Jahr 1913 eine Luftschiffhalle errichtet, die 176 Meter lang, 44 Meter breit und 34 Meter hoch war. Ab Juni 1914 wurde in Diwitten das Luftschiff Z IV (Zeppelin) stationiert. Das Schiff wurde im Februar 1915 abgezogen. Im Jahr 1915 war für einige Monate das Luftschiff LZ 26 in Diwitten stationiert. Die Luftschiffhalle wurde nach dem Ersten Weltkrieg demontiert.<ref>Beleg Luftschiffhalle in Diwitten</ref>

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Diwitten gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Diwitten stimmten 300 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen 60 Stimmen.<ref>Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 68</ref>

Im Jahre 1933 waren in Diwitten 552 Einwohner gemeldet.<ref name="Rademacher">Michael Rademacher: Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> Am 1. April 1939 wurde der Nachbarort Dongen (polnisch Dągi) nach Diwitten eingemeindet.<ref name="Jehke" /> Die Einwohnerzahl belief sich in jenem Jahr auf 626.<ref name="Rademacher" />

Nach Beendigung der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde das gesamte südliche Ostpreußen von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Die Ortsbezeichnung Diwitten wurde zu „Dywity“ polonisiert. Das Dorf war von 1954 bis 1972 Sitz einer Gromada und ist seit 1973 Sitz der Gmina Dywity (Landgemeinde Diwitten) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Die Zahl der Einwohner Dywitys belief sich im Jahre 2021 auf 3.573.<ref name="wies" />

Amtsbezirk Diwitten (1874–1945)

Bei der Errichtung des Amtsbezirks Diwitten gehörten sieben Kommunen dazu:<ref name="Jehke" />

Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen
Damerauer Forstrevier nach 1883 unbekannt umgegliedert
Diwitten Dywity
Dongen Dągi 1939 nach Diwitten eingemeindet
Hochwalde Ługwald
Rosenau Różnowo
Rosgitten Rozgity
Stolpen Słupy 1928 nach Micken im Amtsbezirk Nickelsdorf umgegliedert

Im Januar 1945 gehörten nur noch Diwitten, Hochwalde, Rosenau und Rosgitten dem Amtsbezirk Diwitten an.

Gemeinde

Zur Landgemeinde Dywity gehören das Dorf selbst und 19 weitere Dörfer mit Schulzenämtern (Sołectwa), außerdem sieben anderweitige Ortschaften.


Kirche

Datei:Kościół w Dywitach - panoramio.jpg
Winterbild der Simon-und-Judas-Kirche

Römisch-katholisch

Seit dem Jahre 1366 ist Diwitten resp. Dywity ein Kirchdorf. Die heutige neugotische Kirche wurde in den Jahren 1894 bis 1897 nach den Plänen von Friedrich Heitmann an der Stelle erbaut, an der ein aus dem Mittelalter stammender Vorgängerbau stand. Die Kirche ist den Aposteln Simon und Judas Thaddäus geweiht. Die Pfarrei gehört zum Dekanat Olsztyn II - Zatorze im Erzbistum Ermland.<ref>Webseite der <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Parafia Dywity (Memento vom 16. Oktober 2019 im Internet Archive)</ref>

Evangelisch

Bis 1945 war Diwitten in die evangelische Kirche Allenstein<ref>Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 489</ref> in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert. Der Bezug zu dieser – inzwischen mit Namen versehen – Christus-Erlöser-Kirche Olsztyn besteht heute noch. Die Kirche gehört nun aber zur Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr

Dywity liegt an der verkehrsreichen polnischen Landesstraße 51, die in Nord-Süd-Richtung durch die Woiwodschaft Ermland-Masuren verläuft und Bartoszyce (Bartenstein) mit Olsztyn (Allenstein) verbindet. Als ausgebaute Schnellstraße 51 führt sie weiter bis nach Olsztynek (Hohenstein i. Ostpr.). Bis 1945 war diese Straße die deutsche Reichsstraße 134, die Preußisch Eylau (russisch Bagrationowsk) mit Friedrichshof (polnisch Rozogi) im Kreis Ortelsburg verband.

In Dywity enden außerdem Nebenstraßen, die den Ort mit der Nachbarregion verbinden. Eine Bahnanschluss besteht nicht.

Literatur

  • Diwitten, Dorf, Landkreis Allenstein, Regierungsbezirk Allenstein, Provinz Ostpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Diwitten (meyersgaz.org).

Weblinks

Einzelnachweise

<references /> Vorlage:Navigationsleiste Gmina Dywity Vorlage:Hinweisbaustein