Zum Inhalt springen

Birdum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. Januar 2026 um 08:49 Uhr durch imported>Sokrates 399 (Typografie.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Birdum
Datei:Roger Crowe 008.jpg
Birdum (1950er-Jahre)
Staat: AustralienDatei:Flag of Australia (converted).svg Australien
Bundesstaat: Datei:Flag of the Northern Territory.svg Northern Territory
Gegründet: 1929
Koordinaten: 15° 39′ S, 133° 13′ OKoordinaten: 15° 39′ S, 133° 13′ O
 {{#coordinates:−15,643888888889|133,21916666667|primary
dim= globe= name= region=AU-NT type=city
  }}
Zeitzone: ACST (UTC+9:30)
Birdum (Northern Territory)
Birdum (Northern Territory)

Birdum ist eine aufgelassene Siedlung im Northern Territory, Australien. Der Ort war für rund zwei Jahrzehnte südlicher Endpunkt der Nordaustralischen Eisenbahn und während des Zweiten Weltkriegs Standort verschiedener militärischer Einheiten.

Vorgeschichte

Datei:Map of North Australia Railway in 1936.jpg
Nordaustralische Eisenbahn, Übersichtskarte von 1936

Im Jahre 1858 tauchte im australischen Bundesstaat South Australia, zu dem seinerzeit der Bereich des späteren Northern Territory gehörte, erstmals der Vorschlag auf, das gesamte Gebiet durch eine Eisenbahn in Nord-Süd-Richtung zu erschließen,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zur Geschichte der Eisenbahn von Adelaide nach Darwin (Memento des Vorlage:IconExternal vom 31. Juli 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.southaustralianhistory.com.au bei southaustralianhistory.com</ref> ausgehend von den Orten Port Augusta im Süden sowie Palmerston (heute: Darwin) im Norden. 1878 wurde von Süden mit dem Bau der Great Northern Railway begonnen, 1883 mit dem Bau der (später sogenannten) North Australian Railway. Beide Strecken wurden als Schmalspurbahn in Kapspur errichtet. In zahlreichen Etappen wurde der Bau der Strecken – mit langen Unterbrechungen – über mehr als 50 Jahre vorangetrieben. Infolge der Weltwirtschaftskrise und fehlender finanzieller Mittel wurde der Weiterbau der Strecken 1929 eingestellt. Während der Bau der Südstrecke immerhin in einer Ortschaft, Alice Springs, zum Stillstand kam, endete die Nordstrecke im Niemandsland<ref>Planzeichnung der Trasse zwischen Mataranka und Daly Waters auf der Website des Northern Territory Land Information Systems, jpg-Datei, 1,6 MB.</ref> zwischen Mataranka und Daly Waters, in Birdum.

Endpunkt der Nordaustralischen Eisenbahn

Datei:Birdum station.JPG
Bahnhofsgelände, 1940er Jahre, Blick vom Wassertank nach Norden
Datei:Birdum moth aeroplane April 1932.JPG
Doppeldecker auf dem Landeplatz Birdum, 1932
Datei:Birdum buildings view.JPG
Ortskern mit Hotel

Am seinerzeit als vorläufig betrachteten Endpunkt – die Weiterführung war ja schon gesetzlich verankert und auch bereits vermessen – entstand binnen kürzester Zeit eine kleine Siedlung. Sie erhielt ihren Namen nach einem östlich des Ortes verlaufenden Fluss, dem Birdum Creek. Am 5. September 1929 erreichte der erste Zug Birdum. Der erste Fahrplan sah einen alle zwei Wochen verkehrenden Zug vor,<ref>Commonwealth Railways; Opening of Line to Birdum Northern Territory Times, 30. August 1929.</ref> der dann ab Februar 1930 auf einen Zug pro Woche verdichtet wurde.<ref>Alteration to Running of Mixed Train Account Aerial Mail Service Northern Territory Times, 31. Januar 1930.</ref> Bei dieser Taktfrequenz sollte es bis auf weiteres auch bleiben.<ref>The Once-a-week Train, Darwin to Birdum. Sydney Morning Herald, 30. April 1938.</ref>

Am 20. April 1930 wurde eine gebrochene Postline von Darwin nach Brisbane eröffnet, welche bis Birdum den Zug, von da Richtung Daly Waters in der Trockenzeit den Landweg, in der Regenzeit (von Dezember bis März) aber den Luftweg nehmen sollte.<ref>Air Mail Timetable. Northern Territory Times, 4. Februar 1930.</ref> Hierfür entstand am Rande des Ortes ein unbefestigter Start- und Landeplatz.<ref>Statistisches Jahrbuch von Australien, Jahrgang 1930. Online verfügbar hier, PDF-Datei, 4,9 MB.</ref> Den Betrieb sollte zunächst der Australian Aerial Service übernehmen, welcher bereits eine Konzession für den Weitertransport von Daly Waters in Richtung Camooweal besaß.<ref>Travel to Darwin. Northern Territory Times, 3. September 1929.</ref><ref>Aerial Route Map; Services to be operated by Australian Aerial Services in 1930. Northern Territory Times, 21. Februar 1930.</ref> Die Verhandlungen mit AAS über die Finanzierung scheiterten jedoch noch vor Betriebsaufnahme, und so eröffnete der Civil Aviation Branch des australischen Verteidigungsministeriums mit eigenem Personal und einer eigenen Maschine, einer D.H.60, im Dezember 1930 den Linienbetrieb.<ref>Larkin Aircraft Supply Co. (LASCo) and Australian Aerial Services Ltd.</ref><ref>De Havilland DH60M Moth VH-ULP</ref> Ab Dezember 1931 übernahm dann Queensland and Northern Territory Aerial Services (Qantas) mit einem Flugzeug gleichen Typs die Linie und führte sie als Inselbetrieb in den folgenden Jahren fort.<ref>John Gunn: The Defeat of Distance. Qantas 1919–1939. 1985, ISBN 0-7022-1707-7. Online verfügbar bei Google Books hier</ref><ref>philatelicdatabase.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />An Air Mail Pioneer: The Story of Qantas Empire Airways (Memento vom 11. April 2013 im Internet Archive)</ref><ref>Statistisches Jahrbuch von Australien, Jahrgang 1932. Online verfügbar hier, PDF-Datei, 4,9 MB.</ref><ref>A Hostess of the Never-Never. Sydney Morning Herald, 25. Mai 1937.</ref><ref>Air-Britain Information Exchange: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Übersicht über alle gebauten DH60 (Memento vom 23. Juli 2011 im Internet Archive; PDF; 807 KB) (englisch)</ref> Außer Post wurden auch Luftfracht und in eingeschränktem Rahmen Passagiere befördert.<ref>Our Gilbertian Air Service Ends. Northern Territory Times, 20. März 1930.</ref>

Für den Personen-, Güter- und Postverkehr von und nach Nordaustralien wurde Birdum Umsteige- bzw. Umladestation, es entstand die für den Betrieb der Bahn benötigte Infrastruktur, darunter ein Lokschuppen, ein Wassertank sowie ein Gleisdreieck zum Wenden der Lokomotiven. Arbeiter der Eisenbahn ließen sich hier nieder, bereits am 19. September 1929 war die erste Hochzeit im Ort zu verzeichnen.<ref>First Wedding in Birdum. Northern Territory Times, 11. Oktober 1929.</ref> 1930 bestanden ein Hotel, eine Pension, mehrere Geschäfte, eine Tankstelle, eine Werkstatt, sowie etliche Häuser. Birdum galt Ende der 1930er Jahre als geschäftiges kleines Städtchen.<ref>New Hotel for Birdum. Northern Territory Times, 25. April 1930.</ref><ref>Newsletter der Federation of Australian Historical Societies, Dezember 2005, online verfügbar hier, PDF-Datei, 540 kB.</ref><ref>Newsletter der Federation of Australian Historical Societies, März 2006, online verfügbar hier, PDF-Datei, 151 kB.</ref>

Im Sommer 1940 drängte die australische Armee auf den Bau einer Nordaustralischen Verteidigungsstraße (North Australian Defence Road), um die Lücken im transaustralischen Fernstraßennetz zu schließen. Unter Federführung des Verteidigungsministeriums wurde daher noch im gleichen Jahr die von Birdum nach Süden weiterführende Piste, die vor allem während der Regenzeit immer wieder unpassierbar war, bis Tennant Creek (hier bestand bereits guter Straßenanschluss in Richtung Alice Springs) zunächst zu einer ganzjährig nutzbaren Schotterstraße ausgebaut und 1942/43 asphaltiert – der Stuart Highway entstand. Eine Weiterführung von Tennant Creek nach Osten bis Mount Isa mit Anschluss an das Straßennetz Queenslands erfolgte 1942.<ref>Queensland Department of Main Roads: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />From Bulldust to Beef Roads and Beyond (Memento vom 30. September 2009 im Internet Archive; PDF; 1,07 MB)</ref><ref>Strategic Road To Darwin Stands up to the Wet. Sydney Morning Herald, 24. Juni 1941</ref><ref>The Road that spans a Continent. The Canberra Times, 22. Juli 1942</ref><ref>Victoria helped build the North-South Road. The Argus, Melbourne, 14 August 1943</ref>

Militärische Bedeutung während des Zweiten Weltkrieges

Datei:Refugees at birdum 1942.JPG
Flüchtlinge aus Pine Creek warten auf den Weitertransport nach Süden, März 1942
Datei:DOMF parade birdum 1941.jpg
DOMF beim Appell, Januar 1941
Datei:Birdum kitchen135th.jpg
Küche des Feldlazaretts des 135. SanReg, August 1942
Datei:11 signals camp birdum.jpg
Feldlager 11.SU, Dezember 1944

Einen erheblichen Aufschwung erlangte der Ort mit Beginn des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg. Bereits vor der Kriegserklärung Australiens an Japan im Dezember 1941 fanden massive Truppenverlagerungen an die australische Nordküste statt. Aufgrund der Befürchtung, japanische Truppen könnten dort eine Invasion versuchen, wurde die Stadt Darwin zwischen dem 16. Dezember 1941 und dem 15. Februar 1942 weitgehend evakuiert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Japanese bombing of Darwin and northern Australia (Memento vom 8. April 2011 im Internet Archive)</ref> Stattdessen wurden dort 32.000 alliierte Soldaten samt Ausrüstung stationiert. Ein Großteil dieser Bewegungen lief über Birdum ab,<ref>Army moves to Darwin. Sydney Morning Herald, 18. 1941.</ref> ebenso der Transport von Verwundeten und Flüchtlingen nach dem japanischen Luftangriff auf Darwin Ende Februar 1942.<ref>Darwin’s Raid Ordeal. The Argus, Melbourne, 23. Februar 1942</ref> Die Furcht, Transporte per Schiff über das Meer könnten versenkt werden, trug ebenfalls zur Zunahme des Verkehrs über Bahn und Straße bei. Die Zugfrequenz vervielfachte sich auf bis zu 147 Züge die Woche in Spitzenzeiten.<ref>The Overland Telegraph Port Darwin to Port Augusta.</ref> Die Australische Armee übernahm die Kontrolle über den Betrieb auf der Bahnstrecke und begann, sie so auszubauen, dass sie der exorbitant gestiegenen Belastung gerecht wurde.<ref>Report of the Committee of Inquiry into Defence and Defence Related Awards (CIDA), März 1994. Online verfügbar auf der Website des Australischen Verteidigungsministeriums hier, PDF-Datei, 0,6 MB.</ref>

Östlich des Ortes am Rande des Flussbettes entstand ein Militärlager. Erster Nutzer war die Darwin Overland Maintenance Force (DOMF). Gegründet im September 1940 aus der Australian Imperial Force heraus und mit Hauptquartier in Alice Springs war es ihre Aufgabe, den Transport von Menschen und Material zwischen den beiden Endpunkten der Schienenstrecken zu übernehmen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gedenktage: 6. September (Memento vom 19. Juli 2005 im Internet Archive) auf der Website der Australian Army History Unit.</ref><ref>Romance of the Road that leads to Darwin. Sydney Morning Herald, 9. August 1941</ref><ref>Along the Great North Road. The Argus, Melbourne, 23. September 1941.</ref> In der Folgezeit sollten etliche weitere militärische Einheiten aus Australien und den USA den Standort Birdum nutzen. So sind nach einer Postleitzahlenliste der amerikanischen Feldpost (APO) für Juni 1942 in Birdum an amerikanischen Truppen u. a. das Hauptquartier und der Stab des 148. Feldartillerieregimentes, das 394. Quartermaster-Bataillon (von Mai bis November 1942)<ref>Ulysses Lee: The Employment of Negro Troops, S. 606. Center of Military History, United States Army, Washington 1966.</ref> sowie das 135. US-Sanitätsregiment, beide ebenfalls mit ihrem Hauptquartier, verzeichnet. Letzteres errichtete im September 1942 das „Medical Regiment Evacuation Hospital“ für Personal und Patienten, die zuvor in Coomalie Creek nahe Batchelor untergebracht waren.<ref>World War II No 1 Medical Receiving Station bei exlporeoz.com</ref> Diese Station erbrachte auch Unterstützungsleistungen für ein in unmittelbarer Nähe errichtetes australisches Feldlazarett, das 45. Australian Camp Hospital.<ref>Australian War Memorial: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref><ref>Informationstafel am Standort des australischen Lazarettes. In: awm.gov.au. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Januar 2017; abgerufen am 13. Juni 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.awm.gov.au</ref>

Das Birdum Hotel wurde in dieser Zeit zum Offiziersheim umfunktioniert. Die Leitung des amerikanischen Militärengagements im nordaustralischen Luftkrieg befand sich unter dem Vordach des Hotels.<ref>Peter Forrest</ref>

Auch die Australische Luftwaffe nutzte Birdum als Standort. Eine Abteilung des 14. Airframe Repair Depot (ARD), dessen Aufgabe es war, Flugzeuge zu reparieren und zu warten, wurde im November 1942 in Birdum stationiert. Nach Fertigstellung des neuen, etwa 20 Kilometer nördlich von Birdum gelegenen Militärflugplatzes Gorrie zog die 14. ARD zwischen Februar und Mai 1943 dorthin um.<ref name="gorrie">World War II Airstrip Gorrie bei exploroz.com</ref>

Das amerikanische Lazarett wurde im Sommer 1944 nach Adelaide River verlagert, seinen Platz nahmen im Juli des gleichen Jahres Funker des 11. Signals Unit der australischen Luftwaffe ein, um dort die 9. Wireless Telegraph Station zu betreiben. Da ihr Auftrag eng mit der 14. ARD verbunden und sie ihr auch organisatorisch angegliedert war, folgte sie dieser im März 1945 nach Gorrie.<ref>Artikel über die 9. Wireless Telegraph Station bei ozatwar.com</ref> Sie war die letzte Einheit, die das Lagergelände verließ.

Niedergang

Datei:Birdum aerial view.JPG
Luftaufnahme von Birdum. Das Wendedreieck der Eisenbahn ist gut zu erkennen.
Datei:Birdum Hotel.JPG
Das Birdum Hotel wurde 1952 nach Larrimah verlegt

Schon bald zeigte sich, dass die Lage Birdums unglücklich gewählt war. Zum Verhängnis wurde der Siedlung ihre Position westlich des Birdum Creek. Sowohl der Stuart Highway als auch die Telegraphenleitung verliefen am Ostufer des Flusses. Dessen Querung mittels einer Furt stellte, vor allem während der Regenzeit, ein Problem dar, das als Provisorium tolerierbar war, mit dem drastisch erhöhten Verkehrsaufkommen sowie den gestiegenen Anforderungen an die Zuverlässigkeit aber nicht mehr tragbar war. Diese bot sich acht Kilometer nördlich von Birdum an: Hier berührte die Bahnstrecke nochmals Straße und Telegraphenleitung, bevor sie zwei Kilometer südlich mittels einer Brücke auf die Westseite des Flusses wechselte. An dieser wesentlich günstiger gelegenen Stelle entstand so zunächst eine militärische Ladestraße. Der neue Umschlagpunkt erhielt den Namen Larrimah, was in der mittlerweile ausgestorbenen Sprache des Ureinwohnervolkes der Yangman Treffpunkt bedeutet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eintrag zu Larrimah (Memento des Vorlage:IconExternal vom 11. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.planbooktravel.com.au bei planbooktravel.com.au</ref> Auch für den neuen Militärflugplatz Gorrie, auf dem in seiner Hochphase 1943 6500 Menschen, darunter 440 Zivilangestellte, stationiert waren, lag Larrimah günstiger.<ref name="gorrie" /> In der Folgezeit verlagerten sich die Funktionen als Warenumschlagplatz und lokales Geschäftszentrum sukzessive von Birdum nach Larrimah, ebenso die Wohnquartiere und die betriebstechnischen Einrichtungen der Eisenbahn. Larrimah wurde, so nicht offiziell, aber doch faktisch zum neuen Endpunkt der Nordaustralischen Eisenbahn.

Die Besiedlungsgeschichte Birdums fand ihr Ende 1952, als das Birdum Hotel als letzter Betrieb nach Larrimah verlegt wurde.<ref name="griff">Andrew McMillan: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />We’re all eccentrics here (Memento vom 13. Juni 2010 im Internet Archive). In: Julianne Schultz (Hrsg.): Up North – Myths, Threats & Enchantment. Griffith Review 9, 2005. ISBN 978-0-7333-1671-5</ref> Lediglich für den Wasserbedarf der Dampflokomotiven wurde Birdum noch genutzt. Nachdem diese Mitte der 1950er Jahre durch Sulzer-Diesellokomotiven ersetzt wurde, entfiel auch dieses. Der letzte Zug nach Birdum verkehrte 1956. In der Folgezeit eroberte sich die Natur Strecke und Anlagen zurück, offiziell stillgelegt wurde das Teilstück bis zur Einstellung des Betriebes auf der Gesamtstrecke 1976 aber nicht.<ref>Das Statistische Jahrbuch von Australien, Jahrgang 1975–1976, zeigt auf S. 381 eine seit mindestens 1941 unveränderte Streckenlänge der staatlichen Eisenbahn im Northern Territory an. Auf S. 382 wird die Strecke nochmals als von Darwin nach Birdum angeführt. Online verfügbar hier, PDF-Datei, 2,9 MB.</ref> Die 2003 fertiggestellte Zentralaustralische Eisenbahn, die Alice Springs mit Darwin verbindet, verläuft etwa 45 Kilometer westlich an Birdum vorbei.

Heutiger Zustand

In den folgenden Jahren verfielen die Reste der Siedlung, sofern ihre Bauteile nicht schon in Larrimah Verwendung gefunden hatten. Lediglich der stählerne Wassertank, Bodenplatten der Gebäude sowie zugewachsene Gleise blieben erhalten. Erste Bemühungen, zur Belebung des Tourismus Teile der Anlage wiederherzustellen, gingen 1987 von der Larrimah Progress Association aus. Strafgefangene aus Darwin wurden eingesetzt, um die Bahntrasse zwischen Larrimah und Birdum freizuschneiden. Eine Diesellokomotive, die man geschenkt bekommen hatte, erwies sich aber als zu schwer für die Gleise und wurde später nach Pine Creek abgegeben. Stattdessen wurden Fahrten mit einer motorisierten Eisenbahn-Draisine angeboten.<ref name="griff" /><ref>Mit dem bei McMillian genannten Quad ist kein Quad gemeint, sondern dieses Fahrzeug</ref> Der 2001 gegründete Verein Friends of the North Australia Railway veranstaltet seit 2004 ein jährliches Treffen in Birdum, in dessen Rahmen versucht wird, die vorhandenen Reste der Siedlung und der Bahnanlagen freizulegen und für die Nachwelt zu erhalten.<ref>Assossiation of Tourist Railways: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Birdum 2006 – Friends, Colleagues, Heritage Clan, outback explorers and other variants (Memento vom 25. Oktober 2009 im Internet Archive)</ref> Ebenfalls um den Erhalt des historischen Erbes Birdums bemüht sich die Birdum Historical Society mit Sitz in Larrimah.

2001 wurde die Aufnahme Birdums in die Liste der denkmalgeschützten Gebäude und Anlagen des Northern Territory erstmals geprüft, allerdings erfolglos.<ref>Northern Territory: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Heritage Advisory Council 2000–2001 Annual Report (Memento vom 5. Oktober 2009 im Internet Archive; PDF; 737 KB)</ref> Ein erneutes Aufnahmeverfahren ist in Vorbereitung, Birdum wird hierbei in seinem Zusammenspiel der Verkehrsträger Schiene, Straße und Luftverkehr als einzigartig für das Northern Territory bewertet. Die Aufnahme aller noch bestehenden Reste der Eisenbahnstrecke von Darwin nach Birdum in die Denkmalschutzliste wird seit 2006 geprüft.<ref>Territory Iron Limited: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Frances Creek Project, Assessment Report 57, November 2006 (Memento vom 7. Oktober 2009 im Internet Archive; PDF; 277 KB)</ref>

Literatur

  • Peter Dermoudy: Larrimah and Birdum: a survey of historic sites, prepared for the National Trust of Australia. 1988.
  • Peter Forrest: Birdum: an historic and archaeological review. Darwin 1999.

Weblinks

Commons: Birdum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />