Zum Inhalt springen

Ura e Mesit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 2. November 2025 um 19:01 Uhr durch imported>Eddy Renard ("ottomanisch" benutzt man im Englischen, im Deutschen (auch laut DUDEN) "osmanisch").
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Ura e Mesit.jpg
Ansicht von Westen mit ausgetrocknetem Flusslauf
Datei:Stone bridge in Mes.jpg
Hauptbogen
Datei:Shkodra – Way to Skreli (W Le Queux).jpg
Aufnahme von 1906

Die Ura e Mesit (deutsch: Brücke von Mes) ist eine osmanische Steinbogenbrücke in Nordalbanien etwa acht Kilometer östlich von Shkodra. Die vermutlich im 18. Jahrhundert<ref name="koch">Guntram Koch: DuMont-Kunst-Reiseführer Albanien. DuMont, Köln 1989, ISBN 3-7701-2079-5.</ref> erbaute Brücke überquert den Fluss Kir, der hier aus den Bergen in die Küstenebene rund um Shkodra tritt. Aufgrund ihrer Länge gilt sie als bedeutendste und am besten erhaltene osmanische Brücke in Albanien.<ref name="koch" />

Die Ura e Mesit ist 108 Meter lang<ref name="schild" /> und besteht aus 13 Bögen.<ref name="koch" /> Ihre Breite beträgt 3,4 Meter.<ref>Renate Ndarurinze: Albanien entdecken. Trescher Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-89794-091-4.</ref><ref name="schild" /> Der mittlere Bogen ist bis zu 18 Meter hoch. Seine Breite beträgt 21,5 Meter<ref name="schild" />. Etwa fünf Meter nördlich des Hauptbogens knickt die Brücke leicht ab.<ref name="koch" /> Drei Bögen, einer nördlich und zwei südlich des Hauptbogens, sind keine typischen Rundbögen, sondern spitz zulaufende Fenster im Mauerwerk.

Die Brücke war Teil einer Handelsroute, die von Shkodra entlang des südlichen Rands der Albanischen Alpen nach Kosovo führte – ein Weg, den schon die Römer benutzten und der noch bis 1944 mit Maultieren begangen wurde.<ref name="pettifer">James Pettifer: Albania & Kosovo – Blue Guide. A & C Black, London 2001, ISBN 0-7136-5016-8.</ref> Sie verband zudem Shkodra mit dem jenseits des Flusses auf einem Hügel gelegenen mittelalterlichen Städtchen Drivastum (albanisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).<ref name="luzati">Skënder Luzati: Bauten und Architektur in Shkodra: Niedergang einer nordalbanischen Metropole. In: Werner Daum (Hrsg.): Albanien – zwischen Kreuz und Halbmond. Pinguin Verlag, Innsbruck 1998, ISBN 3-7016-2461-5.</ref>

Wegen ihrer Ähnlichkeit mit anderen Bauten wird vermutet, dass die Brücke am Ende des 18. Jahrhunderts vom Shkodraner Pascha Mehmed Bushati erbaut wurde, der damals diverse Straßen ausbessern ließ.<ref name="koch" /> Damals ging es den Städten in Nordalbanien und Westkosovo wirtschaftlich gut,<ref name="pettifer" /> was den Bau einer solch „monumentalen Brücke“<ref name="luzati" /> erlaubte. Es könnte auch sein, dass Bushati lediglich eine ältere Brücke aus dem 17. Jahrhundert oder sogar einen venezianischen Bau aus dem 15. Jahrhundert erneuern ließ,<ref name="gstrein">Heinz Gstrein: Walter-Reiseführer Albanien. Walter-Verlag, Olten 1989, ISBN 3-530-29602-3.</ref> respektive dass eine ältere, steilere Brücke auf beiden Seiten mit Art Rampen verlängert wurde, um auch bei Hochwasser den Fluss passieren zu können.<ref>Volker Grundmann: Albanien – Das komplette Reisehandbuch. Unterwegs Verlag, Singen 2010, ISBN 978-3-86112-274-6.</ref><ref name="schild">Hinweisschild für Touristen bei der Brücke</ref>

Ihren Namen hat die Brücke vom kleinen Dorf Mes am Südufer des Kir. Eine Betonbrücke 50 Meter südlich und eine Industrieruine etwas weiter das Tal hoch beeinträchtigen den Blick auf das Kulturdenkmal.

Im kommunistischen Albanien war die Ura e Mesit ein oft besuchtes Touristenziel, weswegen gleich bei ihrem östlichen Ende ein Café erbaut wurde, das heute verfallen ist. 2010 wurde der Zugang zur Brücke insbesondere auf der Westseite erneuert – was früher wie viele albanische Flussufer mehr einer Müllhalde glich, ist seither eine gepflegte Anlage mit Informationstafeln. Im Dorf am Westufer gibt es heute auch mehrere private Cafés.

Weblinks

Commons: Ura e Mesit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

Koordinaten: 42° 6′ 52,1″ N, 19° 34′ 29,9″ O

 {{#coordinates:42,11448|19,574976|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=AL-10
   |type=landmark
  }}