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Glauberit

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Glauberit
Datei:Glauberite-172284.jpg
Glauberit aus der Bertram Mine, Kalifornien, USA
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Glb<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel CaNa2[SO4]2<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VI/A.08
VI/A.08-040

7.AD.25
28.04.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m
Raumgruppe C2/c (Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 10,13 Å; b = 8,31 Å; c = 8,53 Å
β = 112,2°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2,5 bis 3<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,75 bis 2,85; berechnet: 2,78<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {001}, unvollkommen nach {110}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität muschelig; spröde
Farbe grau, schwach gelb, farblos
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glas- bis Wachsglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,507 bis 1,515<ref name="Mindat" />
nβ 1,527 bis 1,535<ref name="Mindat" />
nγ 1,529 bis 1,536<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,022<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = 24° bis 34° (berechnet)<ref name="Mindat" />

Glauberit ist ein verbreitet, aber nur lokal häufiger vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate und Verwandte“ (siehe Klassifikation) mit der chemischen Zusammensetzung CaNa2[SO4]2<ref name="StrunzNickel" /> und ist damit chemisch gesehen ein Calcium-Natrium-Sulfat.

Glauberit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt bis zu zehn Zentimeter große, tafelige, prismatische oder dipyramidale Kristalle. In reiner Form ist Glauberit farblos und durchsichtig. Durch Fremdbeimengungen kann er aber auch eine graue oder schwach gelbliche Farbe annehmen.

Etymologie und Geschichte

Glauberit wurde erstmals 1808 von M. Dumeril in der Typlokalität in der Nähe von Villarrubia de Santiago in der spanischen Provinz Kastilien-La Mancha gefunden und von Alexandre Brongniart beschrieben. Er benannte das Mineral nach Johann Rudolph Glauber, der das dem Glauberit ähnliche Natriumsulfat (Glaubersalz) entdeckte und beschrieb.<ref name="Brongniart" />

Typmaterial des Minerals wird im Muséum national d’histoire naturelle in Paris unter den Katalog-Nr. 23.400 bis 23.402 aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation

In der alten (8. Auflage) und neuen Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) gehört der Glauberit zur Abteilung der „Wasserfreien Sulfate ohne fremde Anionen“. Die neue Strunz’sche Mineralsystematik unterteilt hier allerdings präziser nach der Größe der beteiligten Kationen und das Mineral steht daher jetzt entsprechend in der Unterabteilung „Mitausschließlich großen Kationen“, wo er als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 7.AD.25 bildet.

Die im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Glauberit ebenfalls in die Klasse der Sulfate, dort allerdings in die Abteilung der „Wasserfreien Säuren und Sulfate mit verschiedenen Formeln“, wo er ebenfalls als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 28.4.2 bildet.

Kristallstruktur

Glauberit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe C2/c (Raumgruppen-Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15 mit den Gitterparametern a = 10,13 Å; b = 8,31 Å; c = 8,53 Å und β = 112,2° sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Eigenschaften

Datei:Gypsum-Glauberite-178641.jpg
Gipskristalle haben sich auf Glauberit gebildet

Da Natriumsulfat wasserlöslich ist, ist auch Glauberit teilweise wasserlöslich, dabei scheiden sich andere Minerale wie Gips ab. Dies geschieht auch an feuchter Luft, daher ist das Mineral an dieser nicht beständig und es bilden sich Ausblühungen und Krusten an Gips.

Bildung und Fundorte

Glauberit bildet sich unter trockenen Bedingungen in Evaporiten, Sedimenten und Salzseen. Auch als Niederschlag durch Sublimation in Fumarolen, in Höhlen von basaltischer Lava und in Nitratlagerstätten kann sich Glauberit bilden.<ref name="römpp" /> Es ist in Evaporiten vergesellschaftet mit Halit, Polyhalit, Anhydrit, Gips, Thénardit und Mirabilit; in Fumarolen mit Thénardit und Sassolin; in Nitratvorkommen mit Thénardit und Blödit.

Als eher seltene Mineralbildung kann Glauberit an verschiedenen Fundorten zum Teil reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er aber wenig verbreitet. Als bekannt gelten aktuell (Stand Mai 2016) rund 130 Fundorte.<ref name="MindatAnzahl" /> Neben der Typlokalität zählen Douglashall bei Westeregeln in Sachsen-Anhalt (Deutschland), Hallstatt in Österreich, Varangéville in Frankreich, Antofagasta in Chile, dem Großen Salzsee und weiteren Orten in den Vereinigten Staaten, Gypsumville in Kanada, Lochiel in South Australia, Vulcano in Italien sowie Surtsey in Island.<ref name="Fundorte" />

Verwendung

Glauberit dient lokal als Grundlage für die Produktion von Natriumsulfat. Früher wurde es auch für die Sodagewinnung abgebaut.<ref name="römpp"/>

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Glauberite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Brongniart"> Alexandre Brongniart: Sur une nouvelle espèce de Minéral de la classe des sels, nommée Glauberite. In: Journal des mines. 1808, 133, S. 5–20 (pdf) </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Glauberite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 65,6 kB) </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Glauberit beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="Mindat"> Mindat – Glauberite </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Mindat – Anzahl der Fundorte für Glauberit </ref> <ref name="römpp"> Eckard Amelingmeier: Glauberit. In: Römpp Chemie-Lexikon. Thieme Verlag, Stand November 2005 </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 368. </ref> </references>