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March of Time: Inside Nazi Germany

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Vorlage:Medienbox/Kopf
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1938
Länge 16 Minuten
Stab
Regie Jack Glenn
Drehbuch James L. Shute
Produktion Louis de Rochemont, (Louis de Rochemont Associates, Inc.)
Kamera Julien Bryan
Besetzung
  • Jackson Beck: Erzähler
Datei:The March of Time Inside Nazi Germany 1938.jpg
Uraufführung in New York 1938

March of Time: Inside Nazi Germany ist ein halbdokumentarischer Film aus dem Jahr 1938, der das Leben im nationalsozialistischen Deutschland sowie die weltweite Bedrohung durch den Nationalsozialismus beschreibt.

Hintergrund

Der Film beginnt mit Bildmaterial, das der Dokumentarfilmer Julien Bryan in Deutschland gedreht hatte. Er enthält Archivaufnahmen von Politikern, Statements des US-Botschafters in Deutschland (1933 bis 1937) William E. Dodd und Aufnahmen des nationalsozialistischen Amerikadeutschen Bundes, die im Einverständnis mit dessen Führer Fritz Julius Kuhn in New York und Hoboken (New Jersey) gedreht worden waren. Zusätzlich sind offizielle NS-Propagandabilder mit kritischen Kommentaren versehen worden. Regisseur Jack Glenn stellte zahlreiche Szenen nach,<ref>Staged scenes of antisemitism. auf resources.ushmm.org (Nachgestellte Szenen aus „Inside Nazi Germany“ (Outtakes) im Steven Spielberg Film and Video Archive.)</ref> die beispielsweise Misshandlungen durch SA-Männer oder eine Hinrichtung zeigen, deren Aufnahmen offensichtlich im Sommer 1937 entstanden sind. Es wird im Abspann des Films nicht erwähnt, von wem diese Sequenzen stammen.<ref name="die Welt"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der scheinbar schöne Schein von Nazideutschland (Memento vom 14. August 2012 im Internet Archive) auf welt.de, abgerufen am 19. August 2013.</ref> Bei den im Film zu sehenden Nonnen soll es sich in Wirklichkeit um Putzfrauen aus dem New Yorker Time-Warner-Gebäude gehandelt haben.<ref name="history.sandiego.edu"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Inside Nazi Germany (Memento vom 15. Mai 2008 im Internet Archive) auf history.sandiego.edu</ref>

Der Film endet mit den Sätzen: „Nazi Germany faces her destiny with one of the great war machines in history. And the inevitable destiny of the great war machines of the past has been to destroy the peace of the world, its people, and the governments of their time.“<ref name="history.sandiego.edu"/>

Der Film wurde unterschiedlich bewertet. Warner Bros. weigerte sich, ihn in ihren Kinos zu zeigen, da Jack L. Warner ihn für zu nazifreundlich hielt. David Selznick dagegen bezeichnete das Werk als „eine der größten und wichtigsten Filmrollen in der Filmgeschichte“.<ref>Raymond Fielding: The March of Time, 1935–1951. New York 1978, S. 199. und Michael E. Birdwell: Celluloid Soldiers. The Warner Bros. Campaign Against Nazism. New York, London 1999, S. 30, ISBN 0-8147-1338-6.</ref>

Der Film wurde von der Library of Congress als kulturell wertvoll eingestuft und 1993 als besonders erhaltenswert in die Liste des National Film Registry aufgenommen.<ref>Films Selected to the Library of Congress National Film Registry 1989–2010 – March of Time: Inside Nazi Germany – 1938 auf loc.gov, abgerufen am 19. August 2013.</ref>

Veröffentlichungen, Rezensionen, Kritiken

  • Das Werk gehört zur The-March-of-Time-Reihe und hatte am 21. Januar 1938 in New York im Embassy Theater Premiere. Der Film wurde als der „erste kommerziell veröffentlichte amerikanische Anti-Nazi-Kinofilm“ bezeichnet<ref>Raymond Fielding: The March of Time, 1935 bis 1951. New York 1978, S. 201.</ref> und fand in den USA mehr als 25 Millionen Zuschauer.<ref>David Welky: The Moguls and the Dictators. Hollywood and the Coming of World War II. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2008, S. 55, ISBN 978-0-8018-9044-4.</ref>
  • Sven Felix Kellerhoff gibt in seiner Rezension Der scheinbar schöne Schein von Nazideutschland einen ausführlichen Bericht zum Hintergrund des Films. Darin enthalten ist auch eine Kritik von Hans-Heinrich Dieckhoff (seinerzeit Botschafter in Washington) vom 2. Februar 1938: „Zweifellos“ sei eine „rein hetzerische Wirkung beabsichtigt“ gewesen. Bei dem Film handele es sich um „einen neuartigen Versuch der Hetzpropaganda“, die mit den „Mitteln einer anscheinenden Objektivität und Sachlichkeit“ arbeite. Der Zuschauer werde „systematisch“ zu dem Schluss gebracht, dass das „anscheinend normale und frohe Leben der Deutschen durch Zwangsmaßnahmen aller Art beeinträchtigt wird, die dem wahren Charakter des deutschen Volkes nicht entsprechen“.<ref name="die Welt" />
  • Michael Kloft behandelt den Film in einer eigenen Dokumentation Innenansichten – Deutschland 1937, die am 14. August 2012 auf Arte gesendet wurde. Dazu schreibt Kloft: „Das Einzigartige an ihnen ist, dass es professionelle Aufnahmen sind, die nicht vom Propagandaministerium gedreht wurden. Sie zeigen zwar keine grundsätzlich andere Wirklichkeit, aber sind gemacht von einem Ausländer mit einem anderen, einem dokumentarischen Blickwinkel.“<ref>US-Kameramann in Hitler-Deutschland – Zu Gast bei Feinden auf einestages.spiegel.de, abgerufen am 19. August 2013.</ref>

Literatur

  • Raymond Fielding: The March of Time, 1935–1951. Oxford University Press, New York 1978, S. 187–201, ISBN 0-19-502212-2.
  • Detlev Peukert: Inside Nazi Germany: conformity, opposition, and racism in everyday life. Yale University Press, New Haven 1987, ISBN 0-300-03863-1.

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>