Derrick Taylor
Derrick Taylor (* 20. November 1963 in Thibodaux, Louisiana) ist ein Basketballtrainer und ehemaliger -spieler, der neben der US-amerikanischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Taylor wurde 2005 als Spieler deutscher Meister. Nach seiner Spielerkarriere war Taylor unter anderem Trainer in Bayreuth und Nürnberg.
Karriere
Der 1,83 m große Taylor spielte während seines Studiums für die Tigers der Louisiana State University (LSU) in der NCAA. Für diese Hochschulmannschaft, für die zuvor bereits „Pistol Pete“ Maravich und später Shaquille O’Neal spielten, erzielte Taylor 1590 Punkte, was zum Zeitpunkt seines Abschieds den sechsten Platz in der ewigen LSU-Korbjägerliste bedeutete. Mit 404 Vorlagen erreichte er den bis dahin viertbesten Wert in der Mannschaftsgeschichte.<ref>2011-12 LSU Men’s Basketball Media Guide. In: issuu.com. Louisiana State University, 31. Oktober 2011, S. 121, abgerufen am 5. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach Studienende begann er eine Karriere als Basketballprofi in seinem Heimatland. Nachdem ihm der Sprung in die NBA misslungen war, versuchte er sich über Engagements in der CBA und in der WBL doch noch zu empfehlen. Von 1987 an spielte er zwei Spielzeiten für die Mississippi Jets in der CBA, die 1988 als Texans nach Wichita Falls umzogen. Im Sommer 1988 stand er in der WBA in Diensten der kanadischen Mannschaft Calgary 88's, dort war Mike Thibault sein Trainer.<ref>Calgary 88's - Vancouver Nighthawks. In: funwhileitlasted.net. 19. Mai 1988, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. Januar 2025; abgerufen am 5. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Zwischendurch nahm er auch Verträge auf den Philippinen und in Venezuela an.<ref name="portrait" /><ref>Dino Reisner: Der alte Mann, die Familie und die große Liebe. In: Die Welt. 3. Juni 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. März 2019; abgerufen am 5. April 2026.</ref> Trotz teilweise überdurchschnittlicher Leistungen, so wurde er zweimal ins All-Star-Team der CBA berufen, wurde der Weg zu einem längerfristigen Engagement in der NBA aussichtslos. Daher wagte er den Wechsel für eine vollständige Spielzeit nach Europa, kam aber nach einem eher erfolglosen Jahr beim mehrfachen belgischen Meister Sunair Ostende wieder zurück zu den Wichita Falls Texans in die CBA. Dort hatte er mit 24,2 Punkten pro Spiel und einer Freiwurfquote von 90 % maßgebenden Anteil am Gewinn der CBA-Meisterschaft seiner Mannschaft und empfahl sich somit für höhere Aufgaben.
Anschließend wurde Taylor 1991 vom ehemaligen deutschen Meister Steiner Bayreuth verpflichtet, der aber trotz Taylors 24,4 Punkten pro Spiel und der besten persönlichen Freiwurfquote der Liga überraschend am Saisonende absteigen musste. Taylor blieb den Oberfranken dennoch erhalten und führte die Mannschaft als Publikumsliebling zum sofortigen Wiederaufstieg in die erste Liga und in der Folgesaison in die Play-offs um die deutsche Meisterschaft. Nach durchwachsenen zwei Jahren, in denen Taylor durch einen Kreuzbandriss nur wenige Pflichtspiele bestritt, erhielt er im Februar 1995 in Bayreuth einen Zwölfjahresvertrag, der in auch über die Spielerlaufbahn hinaus in Bayreuth halten sollte. Allerdings endete die Zusammenarbeit bereits weit vor dem Vertragsende.<ref name=":1">Dino Reisner: Weil Derrick Taylor einen 12-Jahres-Vertrag unterschrieb. In: 111 Gründe, Medi Bayreuth zu lieben: Eine Liebeserklärung an die großartigste Basketball-Stadt der Welt. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2019, ISBN 978-3-86265-770-4, S. 137–139.</ref> Taylor fand in der Spielzeit 1995/96 zu alter Stärke zurück und trat mit Bayreuth gleichzeitig im Korać-Cup an. Durch den deutschen Pass, den er 1996 erhielt,<ref name=":2">Dr. Peter-Michael Habermann: US-Boys im Bayreuther Dress. In: BBC Bayreuth. 6. Januar 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Januar 2011; abgerufen am 5. April 2026.</ref> wurde Taylor auch für Vereine Südeuropas interessant und zu Saisonbeginn 1996/97 wurde er nach weiteren Einsätzen für Bayreuth im Korać-Cup<ref>Derrick Taylor / Korac Cup 1997 / FIBA Europe. FIBA Europa, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 5. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Spielerstatistiken von 1997).</ref> vom italienischen Erstligisten Carmatic Pistoia unter Vertrag genommen. Zum Zeitpunkt seines vorläufigen Abschieds aus Bayreuth plagten den Verein Geldsorgen.<ref name=":1" />
Nach nur einem Jahr kehrte Taylor nach Deutschland zurück und erhielt einen Kontrakt beim entthronten Serienmeister Bayer 04 Leverkusen, wo er als Wunschspieler des damaligen Trainers Dirk Bauermann, später Bundestrainer, schon länger beobachtet wurde. Nach zwei Jahren am Rhein, in denen Taylor in 65 Bundesliga-Spielen durchschnittlich 18,3 Punkte erzielte,<ref>Alle Riesen vom Rhein auf einen Blick. In: leverkusen.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. August 2002; abgerufen am 5. April 2026.</ref> wechselte er zum französischen Meister E.B. Pau-Orthez. Hier war er nicht erfolgreich, so dass er bereits im Dezember 1999 zurück in die italienische Serie A zum Klub aus Reggio nell’Emilia wechselte. Dieser wurde jedoch am Saison abgeschlagen Tabellenletzter und Taylor kehrte erneut nach Deutschland zurück. Eigentlich wollte er seine Laufbahn beenden und sich mit seiner Familie in Bayreuth niederlassen, entschied sich dann aber, ein Angebot der Skyliners Frankfurt anzunehmen, um dort angesichts der Verletzungen von Pascal Roller und Kai Nürnberger auszuhelfen.<ref>BBL-Legende Derrick Taylor im Interview. In: netzathleten.de. 1. April 2011, abgerufen am 5. April 2026.</ref> Während der Spielzeit 2000/01 bestritt er elf Partien für die Opel Skyliners aus Frankfurt am Main und kam dann der Bitte von TSK Bambergs Manager Wolfgang Heyder nach, die sportlich erfolglose Mannschaft als erfahrener Spielmacher zu verstärken. Aus einem „Einspringen“ in Bamberg wurde mehr:<ref name=":0">Linus Müller: Weil Derrick Taylor im Alter von 41 Jahren zurückkehrte und die Freiwürfe zur Meisterschaft verwandelte. In: 111 Gründe, Brose Bamberg zu lieben. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2018, ISBN 978-3-86265-721-6, S. 70–72.</ref> Auch Trainer Dirk Bauermann, unter dem er während seiner Zeit in Leverkusen schon spielte und der 2001 das Amt in Bamberg übernahm, setzte auf ihn. Taylor erlebte in Bamberg trotz seines für einen Basketballspieler gehobenen Alters von mehr als 38 Jahren seine erfolgreichste Zeit in Deutschland. Als verlängerter Arm des Trainers war Taylor jahrelang auf der Position des Spielmachers gesetzt, konnte aber vorerst keinen Titel erringen und beendete seine Spielerkarriere im Jahr 2004. Nachdem er im Anschluss als Trainer des Bamberger-Kooperationsvereins TSV Tröster Breitengüßbach in der 2. Bundesliga gewirkt hatte, kehrte er während der Spielzeit 2004/05 jedoch aufs Spielfeld für den GHP Bamberg zurück, als bei diesem einige Leistungsträger verletzt ausfielen<ref>GHP Bamberg: Taylor mit Comeback. Basketball-Bundesliga, 13. April 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Juli 2012; abgerufen am 5. April 2026 (Pressemitteilung GHP Bamberg).</ref> und feierte mit Bamberg am Saisonende doch noch den Gewinn einer deutschen Meisterschaft als Spieler. Im fünften Spiel der Finalserie gegen Frankfurt verwandelte Taylor beim Stand von 65:62 zwei Freiwürfe und sicherte damit den Titel ab. Aufgrund seiner Nervenstärke sowie seines für einen Leistungssportler fortgeschrittenen Alters wurde ihm während seiner Bamberger Zeit der Spitzname „Daddy Cool“ gegeben.<ref name=":0" /> Taylor erzielte in der Bundesliga insgesamt 5906 Punkte.<ref>Die 200 besten Korbjäger der Bundesliga seit 1975. In: Basketball Bundesliga GmbH (Hrsg.): 50 Jahre Basketball Bundesliga. Köln, ISBN 978-3-7307-0242-0, S. 212.</ref>
Trainerlaufbahn
Nach Taylors endgültigem Rücktritt als Spieler, arbeitete er zuvorderst als Cheftrainer des TSV Breitengüßbach,<ref>GHP Bamberg: Taylor wird Trainer. Basketball-Bundesliga, 7. Juli 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. Juli 2012; abgerufen am 5. April 2026 (Pressemitteilung GHP Bamberg).</ref> betreute aber zusätzlich noch den GHP Bamberg als Co-Trainer an der Seite von Dirk Bauermann. Zur Spielzeit 2007/08 wechselte Taylor dann zum BBC Bayreuth, der das Erbe von Steiner Bayreuth angetreten hat, der ersten Station von Taylor als Spieler in Deutschland. Nach einer halbjährigen Tätigkeit als Nachwuchskoordinator des Klubs wurde Taylor dann im Februar 2008 zum Cheftrainer der ersten Mannschaft in der 2. Bundesliga ProA berufen.<ref>Michael Birkhan: Derrick Taylor wird neuer Headcoach in Bayreuth. In: schoenen-dunk.de. 18. Februar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. März 2014; abgerufen am 5. April 2026 (Pressemitteilung BBC Bayreuth).</ref> Dabei konnte die Erwartungen jedoch nicht alle erfüllen und wurde trotz eines dritten Platzes in der Abschlusstabelle kurz vor Saisonbeginn 2009/10 entlassen. Wenige Wochen später unterschrieb Taylor dann einen Vertrag als Cheftrainer des ProB-Ligisten Nürnberger BC,<ref>Derrick Taylor beerbt Alex Krüger als Headcoach. In: schoenen-dunk.de. 13. Oktober 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. März 2014; abgerufen am 5. April 2026 (Pressemitteilung NBC).</ref> mit denen er am Ende der Saison den fünften Platz in der zweiten Liga ProB belegte. Durch den Lizenzverzicht der Dragons Rhöndorf in der ProA stieg er mit seiner Mannschaft trotz der Halbfinal-Niederlage auf. Der Liganeuling, der sich mit den ehemaligen ProA-MVPs Jaivon Harris und Ryan DeMichael verstärkte, ging mit hohen Erwartungen in das Spieljahr, verpasste jedoch die Teilnahme an den Play-offs um den Aufstieg in die erste Liga. Daher wurde auch Taylors auslaufender Vertrag nicht mehr verlängert.<ref>F.P.: Ides beerbt Derrick Taylor. Nürnberger Zeitung, 12. April 2012, abgerufen am 5. April 2026.</ref> Im September 2013 kehrte Taylor in den Trainerberuf zurück und betreute fortan die 2. Mannschaft seines ehemaligen Clubs BBC Bayreuth.<ref>Eberhard Spaeth: Georg Kämpf: „Eine Sensation“ – Derrick Taylor übernimmt Regionalligateam des BBC - Nordbayerischer Kurier. In: kurier.de. 5. September 2013, abgerufen am 5. April 2026.</ref> Seine neue Mannschaft lief unter dem Namen Cybex Bayreuth in der 1. Regionalliga auf. Taylor erhielt in Bayreuth einen Vertrag bis Sommer 2014 und blieb letztlich bis zum Ende der Saison 2014/15 im Amt.
Ende November 2017 wurde er Cheftrainer des BBC Coburg in der 2. Bundesliga ProB,<ref>Derrick Taylor übernimmt. In: BBC-Magazin.com. 30. November 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Dezember 2017; abgerufen am 5. April 2026.</ref> konnte den Abstieg aber nicht verhindern.<ref>Würzburg/Coburg: BBC-Abstieg steht fest - Neue Presse Coburg. In: np-coburg.de. 15. April 2018, abgerufen am 5. April 2026.</ref> Nach dem Saisonende kam es zur Trennung.<ref>BBC Coburg: Neustart mit Ulf Schabacker. In: inFranken.de. 4. Mai 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 5. April 2026.</ref> Anfang Dezember 2019 wurde er beim Zweitligisten Nürnberg Falcons BC Co-Trainer sowie Jugendkoordinator.<ref>Die Falcons verlieren - und gewinnen Daddy Cool. In: nordbayern.de. 8. Dezember 2019, abgerufen am 5. April 2026.</ref> Anfang Dezember 2022 rückte Taylor in Nürnberg wieder ins Amt des Cheftrainers der Zweitligamannschaft auf, nachdem Vytautas Buzas entlassen worden war.<ref>Vytautas Buzas nicht länger Head Coach der Nürnberg Falcons. In: 2BasketballBundesliga.de. 6. Dezember 2022, abgerufen am 5. April 2026.</ref> Taylor betreute die Nürnberger Mannschaft bis zum Ende der Saison 2022/23<ref>Sebastian Böhm: Neuer Trainer! Falcons holen einen alten und dennoch jungen Bekannten. Nürnberger Nachrichten, 28. Mai 2023, abgerufen am 5. April 2026.</ref> und arbeitete anschließend wieder als Co-Trainer.<ref>Co-Trainer 2023/24. In: Nürnberg Falcons BC. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Dezember 2024; abgerufen am 5. April 2026.</ref>
Erfolge
- 1990/91: Gewinn der CBA-Meisterschaft mit den Wichita Falls Texans
- 2004/05: Gewinn der deutschen Meisterschaft mit GHP Bamberg
Privates
Taylor ist Vater zweier Kinder, hat einen Sohn und eine Tochter. Zusammen mit seiner Frau Marion, die er zu Beginn des Jahres 1996 heiratete, lebt er in Eckersdorf nahe Bayreuth. Taylor nahm im Laufe des Jahres 1996 die deutsche Staatsbürgerschaft an. Der Vater seiner Frau Marion, Manfred Hauser, war Manager von Steiner Bayreuth.<ref name=":2" /> Taylors Sohn David war deutscher Jugendnationalspieler, wechselte ans College in die USA und dann in die Basketball-Bundesliga. Die Sommerferien verbringt die Familie in Taylors Heimat Louisiana in den USA.<ref name="portrait" />
Weblinks
- Derrick Taylor: „Die Meisterschaft war wie ein Traum“ – Interview von David Hein mit Taylor zu seiner Spielerkarriere auf crossover-online.de (März 2011, Memento vom 26. März 2011 im Internet Archive)
- Derrick Taylor: Der Bauermann-Schüler – Interview von David Hein mit Taylor zu seiner Trainerkarriere auf crossover-online.de (März 2011, Memento vom 3. April 2011 im Internet Archive)
- Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) easyCredit BBL – Derrick Taylor – Spielerprofil auf der Website der easyCredit Basketball-Bundesliga
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Legabasket: Derrick Taylor ( vom 7. Januar 2019 im Internet Archive) – Spielerprofil auf den Statistikseiten der Serie A (italienisch)
- Derrick Taylor | FIBA Europe – Spielerstatistiken aus Europapokalwettbewerben der FIBA Europa, Stand 2004 (englisch)
Einzelnachweise
<references> <ref name="portrait"> Maja Kolonic: NBC-Trainer Derrick Taylor im Portrait. In: Nürnberger Zeitung. 23. Februar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Dezember 2015; abgerufen am 5. April 2026. </ref> </references>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Taylor, Derrick |
| ALTERNATIVNAMEN | Daddy Cool (Spitzname) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Basketballspieler und Basketballtrainer |
| GEBURTSDATUM | 20. November 1963 |
| GEBURTSORT | Thibodaux (Louisiana), Vereinigte Staaten |
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- Basketballtrainer (Nürnberg Falcons BC)
- Basketballspieler (Brose Bamberg)
- Basketballspieler (Vereinigte Staaten)
- Basketballspieler (Bayer Giants Leverkusen)
- US-Amerikaner
- Deutscher
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- Mann
- Basketballspieler (Skyliners Frankfurt)
- Basketballtrainer (Medi Bayreuth)
- Basketballspieler (Medi Bayreuth)
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- Basketballspieler (Élan Béarnais Pau-Lacq-Orthez)
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