Zum Inhalt springen

Graubrust-Buschammer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 6. November 2025 um 21:10 Uhr durch ~2025-31117-66 (Diskussion).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Graubrust-Buschammer
Datei:Atlapetes schistaceus 248661939.jpg

Graubrust-Buschammer (Atlapetes schistaceus)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Neuweltammern (Passerellidae)
Gattung: Buschammern (Atlapetes)
Art: Graubrust-Buschammer
Wissenschaftlicher Name
Atlapetes schistaceus
(Boissonneau, 1840)

Die Graubrust-Buschammer (Atlapetes schistaceus) ist eine Vogelart aus der Familie der Neuweltammern (Passerellidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das die südamerikanischen Länder Peru, Ecuador, Kolumbien und Venezuela umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale

Datei:BuarremonSmit1875.jpg
Graubrust-Buschammer, Illustration

Die Graubrust-Buschammer erreicht eine Körperlänge von etwa 18 Zentimetern. Die Oberseite ist überwiegend grau. Nur die Krone und der Nacken sind kastanienfarben. Die Kopfseiten sind schwarz. Die Flügel und der Schwanz sind schwarz getönt. An den Flügeln findet sich ein auffallender weißer Flügelspiegel. Die Kehle ist weiß mit markanten schwarz-weißen Streifen an den Wangen. Die Unterseite ist grau und wirkt in der Mitte des Bauches weißlicher.

Verbreitung und Lebensraum

Datei:Atlapetes schistaceus map.svg
Verbreitungsgebiet der Graubrust-Buschammer (grün)

Die Art kommt in feuchten bis nassen Bergwäldern in Höhen zwischen 2000 und 3800 Metern vor. Hier sieht man sie vor allem an buschigen Waldrändern, moosüberwachsenen verkrüppelten und niedrigen Baumformen der Krummholzzonen sowie Dickicht und Hecken nahe der Baumgrenze. Weiterhin sieht man sie auch in kleinen waldartigen Flächen über der Baumgrenze.

Verhalten

Es ist eine relativ aktive Buschammer und daher relativ einfach zu entdecken. Einzelne oder Familien folgen gern anderen Arten. Sie bewegt sich nur zwischen Büschen und niedrigen Bäumen der niedrigeren Stratifikationschichten. Dabei springt sie von Ast zu Ast. Wenn sie auf der Suche nach Futter am Boden ist, verhält er sich eher unauffällig. Dabei ernährt sie sich vorwiegend von Insekten und Früchten.

Unterarten

Es sind fünf Unterarten beschrieben, die sich vor allem in ihrer Färbung und ihrem Verbreitungsgebiet unterscheiden:<ref>IOC World bird list New World sparrows, bush tanagers</ref>

  • Atlapetes schistaceus schistaceus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Boissonneau, 1840)<ref name="boissonneau69">Auguste Boissonneau (1840), S. 69</ref> kommt an den Osthänge der Anden in Morona Santiago und der Finca Rancho Grande nahe Santandercitovor.<ref name="munves315">James Munves (1975), S. 315</ref> West- und Zentralanden Kolumbiens bis nach Ecuador. Nominatform
  • Atlapetes schistaceus tamae <templatestyles src="Person/styles.css" />Cory, 1913<ref name="cory292">Charles Barney Cory (1913), S. 292</ref> ist nur im Bundesstaat Táchira präsent. Krone ist heller als in Nominatform. Einzige Form mit matten Spur schwarz über dem Schnabel. Die Kehle ist weißgrau. Kein Flügelspiegel.
  • Atlapetes schistaceus fumidus <templatestyles src="Person/styles.css" />Wetmore & <templatestyles src="Person/styles.css" />Phelps Jr., 1953<ref name="wetmore13f">Alexander Wetmore u. a. (1953), S. 13–14</ref> Kommt in der Sierra de Perijá im Bundesstaat Zulia vor. Ähnelt A. s.castaneifrons hat aber schwärzeren Rücken.
  • Atlapetes schistaceus castaneifrons (<templatestyles src="Person/styles.css" />Sclater & <templatestyles src="Person/styles.css" />Salvin, 1875)<ref name="sclater235f">Philip Lutley Sclater u. a. (1875), S. 235–236</ref> wurde ursprünglich unter Buarremon castaneifrons beschrieben. Präsent in den Bundesstaaten Táchira, Mérida bis an den 3.585 Meter hohen Páramo Cendé im Norden von Trujillo nahe der Grenze zu Lara. Noch hellere Krone als in A. s. tamae Es fehlt der Flügelspiegel bzw. ist nur sehr schwach ausgeprägt.
  • Atlapetes schistaceus taczanowskii (<templatestyles src="Person/styles.css" />Sclater & <templatestyles src="Person/styles.css" />Salvin, 1875)<ref name="sclater236">Philip Lutley Sclater u. a. (1875), S. 236</ref> wurde ursprünglich unter dem Namen Buarremon taczanowskii im gleichen Beitrag wie A. s. castaneifrons beschrieben. Kommt an den östlichen Hängen der nördlichen Zentralanden von Peru in den Regionen Huánuco bis Junín vor. Hat eine hellere Krone als A. s. castaneifrons und es fehlt der Flügelspiegel. Die Wangen sind fast weiß mit nur unmerklichem schwarzen Strich.

Bei einigen Autoren gilt die Cusco-Buschammer (Atlapetes canigenis) <templatestyles src="Person/styles.css" />Chapman, 1919 als weitere Unterart. Dies kommt daher, da im Englischen früher auch für sie der Name Slaty Brush-finch verwendet wurde. In Wahrheit ist diese endemische Art aber eher noch Rotohr-Buschammer (Atlapetes rufigenis) oder der Schwarzgesicht-Buschammer (Atlapetes melanolaemus) verwandt.<ref>Proposal (#85) to South American Check-list Committee: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Change English name of Atlapetes canigenis (Memento vom 28. Juni 2010 im Internet Archive) (engl.)</ref>

Forschungsgeschichte und Etymologie

Auguste Boissonneau beschrieb diese Buschammer zunächst unter Tanagra (Arremon) schistaceus.<ref name="boissonneau69"/> Es war 1831 Johann Georg Wagler der die Gattung Atlapetes einführte.<ref name="wagler526">Johann Georg Wagler (1831), S. 526</ref> Das Wort setzt sich aus atla für den Titan Atlas, dessen Name Träger, Dulder bedeutet und petes vom griechischen petros für der Fels zusammen. Atlas trug in der antiken Mythologie das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern.<ref>Atlapetes in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> Der Artepitheton kommt aus dem Lateinischen und bildet sich aus dem Wort schistaceus für schieferfarben (d. h. blaugrau) von schistus für Schiefer.<ref>schistaceus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref>

Literatur

  • Charles Barney Cory: Descriptions of twenty-eight new species and subspecies of neotropical birds. In: Publications of the Field Museum of Natural History (Publication 167). Band 1, Nr. 7, 1913, S. 283–292 (biodiversitylibrary.org).
  • Steven Leon Hilty, William Leroy Brown: A guide to the birds of Colombia. Princeton University Press, Princeton 1986, ISBN 978-0-691-09250-8, S. 649–650.
  • Steven Leon Hilty, John A. Gwynne, Guy Tudor: Birds of Venezuela. Princeton University Press, Princeton 2002, ISBN 978-0-691-09250-8, S. 810–811 (google.de).
  • James Munves: Birds of a Highland Clearing in Cundinamarca, Colombia. In: The Auk. Band 92, Nr. 2, April 1975, S. 810–811 (unm.edu [PDF; 677 kB]).
  • Rodolphe Meyer de Schauensee, William H. Phelps, Guy Tudor: A Guide to the Birds of Venezuela. Princeton University Press, Princeton 1992, ISBN 978-0-691-08205-9, S. 358.
  • Philip Lutley Sclater, Osbert Salvin: On Venezuelan Birds collected by Mr. A. Goering Part V. In: Proceedings of the Scientific Meetings of the Zoological Society of London for the Year 1875. 1875, S. 234–238 (biodiversitylibrary.org).
  • Robert S. Ridgely, Guy Tudor, William Leroy Brown: The Birds of South America Vol. I. The Oscine Passerines: Jays and Swallows, Wrens, Thrushes, and Allies, Vireos and Wood-Warblers, Tanagers, Icterids, and Finches. University of Texas Press, Austin, Texas 1989, ISBN 978-0-292-70756-6, S. 442–443.
  • Robert Sterling Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide: Status, Distribution, and Taxonomy. Band 1. Princeton University Press, Princeton 2001, ISBN 978-0-8014-8720-0, S. 783 (a).
  • Robert Sterling Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide: Field Guide. Band 2. Princeton University Press, Princeton 2001, ISBN 978-0-8014-8721-7, S. 687 (b).
  • Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O’Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2007, ISBN 978-0-7136-8673-9, S. 604.
  • Johann Georg Wagler: Einige Mittheilungen über Thiere Mexicos. In: Isis von Oken. Band 24, Nr. 5, 1831, S. 510–535 (biodiversitylibrary.org).
  • Alexander Wetmore, William Henry Phelps, Jr.: A race of forest-inhabiting finch from the Perijá Mountains of Venezuela and Colombia. In: Proceedings of the Biological Society of Washington. Band 66, 1953, S. 13–14 (biodiversitylibrary.org).

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />