Zum Inhalt springen

Johann Christian Ehrmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 10. April 2025 um 10:24 Uhr durch imported>Silewe (Normdaten ergänzt, Commonscat mit Helferlein hinzugefügt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Johann Christian Ehrmann MD à Francfort.jpg
Johann Christian Ehrmann

Johann Christian Ehrmann (* 29. April 1749 in Straßburg; † 31. August 1827 in Speyer) war ein deutscher Mediziner und als Autor sowohl im medizinischen Bereich als auch als Satiriker tätig.

Leben

Johann Christian Ehrmann war Sohn des gleichnamigen Professors der Medizin in Straßburg und studierte selbst Medizin an der Universität Basel, wo er 1772 zum Dr. med. promoviert wurde. Er war ab 1779 als praktischer Arzt in Frankfurt am Main tätig, ab 1796 als Garnisonsarzt und von 1804 bis 1817 Seuchenarzt am Rochusspital, ab 1808 als Medizinalrat. Den Ruhestand verlebte er ab 1821 in Speyer. Sein Nachfolger am Rochusspital wurde Georg Kloß, der bereits 1816 als sein Adjunkt eingearbeitet worden war.

Ehrmann wurde 1780 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Er pflegte seit Straßburger Zeiten den Umgang mit Goethe, der auch an Ehrmanns Unterrichtveranstaltungen an den Krankenbetten der Straßburger Klinik teilnahm,<ref>Frank Nager: Der heilkundige Dichter. Goethe und die Medizin. Artemis, Zürich/München 1990; 4. Auflage ebenda 1992, ISBN 3-7608-1043-8, S. 172 f. und 190 f.</ref> und gründete 1809 gemeinsam mit Friedrich Christian Matthiä den satirischen Orden der verrückten Hofräthe. Zudem wurde er 1784 in die Frankfurter Freimaurerloge Zur Einigkeit aufgenommen.

Als Impfgegner kritisierte Ehrmann die von Edward Jenner eingeführte Schutzimpfung gegen Pocken scharf.<ref>Johann Christian Ehrmann: Über den Kuhpokken-Schwindel bei Gelegenheit der abgenöthigten Vertheidigung des Dr. Ehrmann gegen die Brutalimpfmeistere den Herrn Dr. und Hofrath Sömmering und den Herrn Dr. Lehr. Andreäische Buchh., Frankfurt am Main 1801 (uni-frankfurt.de).</ref>

Werke

  • Unter dem „ausgeliehenen“ Pseudonym „Jean Paul“:
    • Das Buch Glaube, Liebe, Hoffnung. Oder die nothgedrungene Auswanderung des Oberförsters Joseph Wolf nebst seinem Weib, und seinen neun Kindern, im Jahr 1807. Frankfurt, Andreäische Buchhandlung, 1809. 1. Ed.
    • 1810 als Fortsetzung: Zweites Buch Glaube, Liebe, Hoffnung.
  • Wissenschaftlich unter seinem Namen:

Literatur

  • Kurt Baumann: Johann Christian Ehrmann. Ein wunderlicher Goethefreund. In: Die Rheinpfalz (Ausgabe Speyer) 11, 1955, Nr. 86 vom 14. April 1955.
  • Sabine Hock: Ehrmann, Johann Christian im Frankfurter Personenlexikon (Stand des Artikels: 30. Dezember 1987), auch in:
  • Emil Rödiger: Ehrmann, Johann Christian. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 48, Duncker & Humblot, Leipzig 1904, S. 292.
  • Voelcker: Johann Christian Ehrmann aus Straßburg (1749–1827), der Gründer des Ordens der verrückten Hofräte, in: Elsaß-LothrJb 7, 1928, S. 88–105

Weblinks

Commons: Johann Christian Ehrmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein