Zum Inhalt springen

Laurentius Liechti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 5. Juli 2022 um 00:53 Uhr durch imported>APPERbot (Bot: externe Links von Kursivauszeichnung getrennt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:St-Martin-Baar.jpg
Kirche St. Martin in Baar mit Uhrwerk von 1526
Datei:Kirche Unterkulm.jpg
Kirche Unterkulm mit Turmuhr von 1530
Datei:Remigen Kirche.JPG
Kirche von Remigen mit Turmuhr von 1535
Datei:Zeitglockenturm SO 02.JPG
Zeitglockenturm in Solothurn mit Uhrwerk von 1545
Datei:AstrUhrSolothUW.JPG
Astronomische Uhr Solothurn (Wandtafelbild)

Laurentius Liechti (* wahrscheinlich 1489; † 1545 in Winterthur) war ein Schweizer Uhrmacher, Politiker und Begründer der Uhrmacherdynastie Liechti.

Leben und Wirken

Laurentius Liechti wurde wahrscheinlich 1489 in Winterthur geboren. Er war von Beruf Schlosser und Uhrmacher. Bekannt wurde er durch den Auftrag zum Bau einer astronomischen Uhr an der Liebfrauenkirche in München.

Laurentius Liechti konstruierte mehr als 19 Turmuhren, von denen 16 heute noch erhalten und teilweise in Betrieb sind. Er stellte hauptsächlich Räderuhren mit einem Zeiger her, aber auch Elementaruhren mit Astrolabium.

Familie

Die Familie wurde erstmals 1412 erwähnt. Laurentius Liechtis Sohn Laurentius II (1598) übernahm die väterliche Werkstatt und arbeitete als Schlosser, während der zweite Sohn Erhard (um 1530–1591) Zimmeruhren für wohlhabende Bürger und Klöster erstellte.

Ab 1533 hatten die Liechtis einen Sitz im Grossrat und ab 1588 im Kleinrat von Winterthur. Sie übten die Uhrmacherkunst während drei Jahrhunderten bis zu Jakob Ulrich (1829–1857) aus und brachten in 12 Generationen 19 Handwerker hervor, die Uhren bauten.

Während frühe Eisenuhren nicht signiert wurden, war es bei den Liechtis Familientradition, ihre Produkte zu signieren (Zwischen den Initialen ein Stern des Familienwappens und ein W für Winterthur) und zu datieren (Jahreszahl). Dank dieser Tradition konnte aufgrund alter Ratsprotokolle, dem Stammbaum der Liechti und den Jahreszahlen die Uhrentechnik über rund zwei Jahrhunderte rekonstruiert werden.

Werke

Turmuhren von Laurentius Liechti mit Baujahr<ref>Adolf Schenk, Georg von Holthey: Die Uhrmacherfamilie Liechti von Winterthur und ihre Werke. Erstauflage 1970. Gewerbemuseum Winterthur, Winterthur 2006, ISBN 3-9520940-3-X. (Mit einem Verzeichnis der heute noch bekannten Liechti-Uhren.)</ref> Die Werke sind mit L*L, dem W für Winterthur und der Jahreszahl (Baujahr) signiert.

Museen

Literatur

  • Adolf Schenk: Die Uhrmacherfamilie Liechti von Winterthur und ihre Werke. Erstauflage 1970 (mit einem Verzeichnis der heute noch bekannten Liechti-Uhren). Gewerbemuseum Winterthur, Winterthur 2006, ISBN 3-9520940-3-X.
  • Das astronomische Getriebe von Laurentius Liechti aus Winterthur, 1529. In: Erik Damm: Grundlagen Astronomischer Uhren. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8391-0361-6, S. 55 f. (books.google.ch).
  • Ruedi Wehrli: Uhrmacherei im Kanton Zürich. In: Der Mensch und die Zeit in der Schweiz, 1291–1991. La Chaux-de-Fonds 1991.

Weblinks

Commons: Laurentius Liechti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein