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Hermann Theodor Simon

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Datei:Voit 203 Hermann Theodor Simon.jpg
Hermann Theodor Simon; 1910
Datei:H.Th.Simon MaxLange 1919.jpg
Einseitige Gussplatte (Plakette, Medaille) 430 × 600 mm des Hermann Theodor Simon. Werk Max Langes in der Zeit in Göttingen von 1919. Guss Firma Hermann Gladenbeck

Hermann Theodor Simon (* 1. Januar 1870 in Kirn; † 22. Dezember 1918 in Göttingen) war ein deutscher Physiker.<ref>Jagdish Mehra, Helmut Rechenberg: The historical development of quantum theory. Springer, New York 1982, S. 271.</ref>

Leben

Er studierte in Heidelberg und Berlin bei Heinrich Rubens<ref>BERZELIUS TREE. (PDF; 5 kB)</ref> und August Kundt († Mai 1894), bei dem er 1894 seinen Doktor mit einer Arbeit zur Dispersion von UV-Strahlung erwarb. Er wurde zunächst Assistent von Eilhard Wiedemann in Erlangen und habilitierte 1896.

1897 beobachtete er in Göttingen die Superposition von Wechselströmen über Gleichstrom und erfand 1898 die singende Bogenlampe, eine Art radiophonisches Instrument.<ref>Ludwig Darmstaedter: Handbuch zur Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik. In chronologischer Darstellung. (PDF; 2,5 MB) 2., umgearb. u. verm. Auflage, Unter Mitwirkung von R. du Bois-Reymond, Hrsg. von L. Darmstaedter, Singer, Berlin 1908, S. 971.</ref> (William Duddell hatte seinen singing arc möglicherweise schon 1894 erfunden, aber erst 1900 vorgestellt.) Die Bogenlampe sendet ungedämpfte Schwingungen. Der den Lichtbogen speisende Gleichstrom ersetzt die durch Wärme und Strahlung verlorene Leistung.<ref>Zeitleiste von 1800–1899. 1897 auf: deutsches-telefon-museum.eu</ref> Im folgenden Jahr entdeckte er, dass der Lichtbogen so empfindlich auf die Schwankungen der ihn umgebenden Luft reagiert, dass er sogar den durch die menschliche Stimme hervorgerufenen kleinen Luftschwingungen folgt und erfolgreich als Mikrofon verwendet werden kann.<ref>Berthold Monasch: Der elektrische Lichtbogen bei Gleichstrom und Wechselstrom und seine Anwendungen. Springer, Berlin 1904.</ref>

1898 holte Eduard Riecke ihn als seinen Assistenten nach Göttingen. Ab Oktober 1899 gaben sie die Physikalische Zeitschrift heraus und Simon übernahm bis 1904 die Redaktion.

1899 erfand er mit Max Reich ein System der Radiotelefonie, bei dem ein Selenempfänger eine sprechende Bogenlampe betätigt.<ref>Ludwig Darmstaedter: Handbuch zur Geschichte der Naturwissenschaften …. (PDF; 2,8 MB) S. 980. </ref>

Ostern 1900 ging er nach Frankfurt am Main als Dozent für Physik beim Physikalischen Verein und wurde Direktor des Physikalischen Instituts. Im Herbst 1901 kehrte er zurück nach Göttingen und wurde außerordentlicher Professor und Direktor der Abteilung für angewandte Elektrizitätslehre (die Theodor Des Coudres seit 1895 aufgebaut hatte). Im Dezember 1905 wurde der Neubau fertiggestellt und die Abteilung in ein eigenes Institut umgewandelt. 1907 wurde er ordentlicher Professor.<ref>Martin Fimpel: Spezialinventar zur Geschichte der Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Göttingen von 1880-1933. Ein Führer zu den archivalischen Quellen. In: Ulrich Hunger, Hermann Wellenreuther (Hrsg.): Schriften des Universitätsarchivs Göttingen. Band 1. Göttingen 2002, S. 107–108 (archive.org [PDF] Personalakten Prof. Dr. Hermann Theodor Simon (Physiker, 1870–1918)).</ref> Um 1909 regte er die Gründung der Radioelektrischen Versuchsanstalt für Marine und Heer in Göttingen an, die dann von Max Reich aufgebaut wurde. Nach Simons Tod übernahm Max Reich seine Lehrstuhlnachfolge.<ref>Personalakte Prof. Dr. Max Reich. In: U. Hunger, H. Wellenreuther (Hrsg.): Schriften des Universitätsarchivs Göttingen. Band 1. Göttingen 2002, S. 95 (archive.org [PDF]).</ref>

Simon war seit Beginn seines Studiums in Heidelberg Angehöriger des Corps Suevia Heidelberg.<ref>Kösener Corpslisten 1960, 67, 762</ref><ref>Th[eodor] Des Coudres: Hermann Th. Simon †. In: Physikalische Zeitschrift, Jg. 20, 1919, Nr. 14, S. 313–320, hier S. 313. (Digitalisat auf digitalisate.sub.uni-hamburg.de, abgerufen am 3. April 2026)</ref>

Schriften

  • Über Dispersion ultravioletter Strahlen. 1894.
  • Über ein neues photographisches Photometrierverfahren und seine Anwendung. 1896.
  • Die Firma Carl Simon Söhne 1857 * 1907. 1907.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Detaillierte Chronik der SIMONA AG. (Memento vom 23. Februar 2010 im Internet Archive) auf: simona-de.com</ref>
  • Der elektrische Lichtbogen – Experimentalvortrag auf Wunsch des wissenschaftlichen Vereins zu Berlin gehalten am 11. Januar 1911. 1911.
  • Leben und Wissenschaft, Wissenschaft und Leben. 1918.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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