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Majdan Nesaleschnosti

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Koordinaten: 50° 27′ 0″ N, 30° 31′ 27″ O

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Majdan Nesaleschnosti
Majdan
Datei:COA of Kyiv Kurovskyi.svg
Platz in Kiew
Majdan Nesaleschnosti
Der Majdan mit dem Unabhängigkeitsdenkmal (2013)
Basisdaten
Ort Kiew
Ortsteil Rajon Schewtschenko
Angelegt Mitte des 19. Jahrhunderts
Neugestaltet 2001
Einmündende Straßen Chreschtschatyk, Instytutska-Straße
Bauwerke Hotel Ukrajina, Unabhängigkeitsdenkmal, Nationale Musikakademie, Haus der Gewerkschaften, Kiewer Hauptpostamt, Wohnhaus Chreschtschatyk 13, Ljadski-Tor, Brunnen der Stadtgründer, Kosak-Mamaj-Denkmal, U-Bahnhof Majdan Nesaleschnosti
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Kraftverkehr, ÖPV, Veranstaltungen, Demonstrationen

Der Majdan Nesaleschnosti ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) [<templatestyles src="IPA/styles.css" />maɪ̯ˈdan nezaˈlɛʒnosci]; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); deutsch Unabhängigkeitsplatz) ist der zentrale Platz der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Er wird meist kurz Majdan genannt. International bekannt wurde der Unabhängigkeitsplatz durch die Revolution auf Granit 1990, die Orange Revolution 2004 und die Majdan-Revolution 2014.

Der Platz wird durch den Chreschtschatyk (eine mehrspurige Hauptverkehrsstraße) in einen nördlichen und einen südlichen Teil getrennt. Beide Teile des Platzes sind durch das unterirdische Einkaufszentrum „Globus“ sowie durch die Unterführung der MetrostationMajdan Nesaleschnosti“ miteinander verbunden.

Namen

Das Wort Майдан/Majdan stammt vom Persischen میدان/mejdān (‚Platz‘) und kam wahrscheinlich über das Türkische meydan ins Ukrainische.<ref>Encyclopaedia Iranica</ref>

Der Majdan Nesaleschnosti ist der einzige Platz in Kiew, der amtlich als „Majdan“ (майдан) bezeichnet wird. Alle anderen Plätze in Kiew werden amtlich als „Ploschtscha“ (площа) bezeichnet, dem ursprünglichen und gebräuchlichen ukrainischen Wort für „Platz“.

Im Laufe der Geschichte trug der heutige Unabhängigkeitsplatz folgende Namen:

Geschichte

Die Geschichte des heutigen Majdan begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als an dieser Stelle die ersten Steingebäude Kiews errichtet wurden.

Wie das gesamte Stadtzentrum Kiews wurde auch der heutige Majdan während des Zweiten Weltkrieges schwer zerstört. Auch das Gebäude der Duma war schwer beschädigt und wurde nicht wieder aufgebaut. Die südwestliche Hälfte des Platzes wurde nun im Stil des sozialistischen Klassizismus völlig neu errichtet; die nordöstliche Hälfte blieb nach dem Tod Stalins 1953 und der Abkehr vom sozialistischen Klassizismus in den folgenden Jahrzehnten ohne besondere Gestaltung. Dies wirkte sich auch auf die Architektur des Hotelhochhauses aus, das ursprünglich im stalinistischen „Zuckerbäckerstil“ entworfen und begonnen worden war, aber dann mit wesentlich vereinfachter Fassade und weitgehend schmucklosem Turmabschluss fertiggestellt werden musste.

Zum 60. Jahrestag der Oktoberrevolution wurde 1977 auf der Südostseite des Platzes ein monumentales Denkmal der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution mit einer Leninfigur im Zentrum errichtet. Nun wurde auch die Nordostseite des Platzes mit dem Haus der Gewerkschaften und weiteren Gebäuden im brutalistischen Stil neu bebaut.

Anlässlich 1500-Jahr-Feier Kiews 1982 entstand an der Nordwestseite des Platzes ein monumentaler Brunnen der Völkerfreundschaft (фонтан Дружби Народів), der wegen seiner Form umgangssprachlich „Roulette“ (Рулетка) genannt wurde und ein beliebter Treffpunkt war. Zwischen diesem und dem Denkmal der Oktoberrevolution auf der Südostseite wurde außerdem ein Ensemble aus Fontänen und Kaskaden angelegt.

Das Denkmal der Oktoberrevolution wurde nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wieder abgetragen. Zum 10. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine, am 24. August 2001, wurde der Majdan erneut grundlegend umgestaltet.<ref>Реконструкция майдана Незалежности в Киеве. Architekturbüro S. Babyschkin (Архитектурное бюро “С. Бабушкин”), archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Februar 2011; abgerufen am 22. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Zuge dieser erneuten Umgestaltung verschwand auch der Brunnen der Völkerfreundschaft, der 2011 in dem etwa 100 Kilometer südwestlich gelegenen Dorf Buky (Oblast Kiew) wieder zusammengebaut wurde.

Auf dem Majdan fanden während der Revolution auf Granit (2. bis 17. Oktober 1990) Massenproteste statt. Diese endeten, als der damalige Ministerpräsident der USSR, Witalij Massol, zurückgetreten war.
Der Majdan war nach der Präsidentschaftswahl am 21. November 2004 das Zentrum des politischen Protestes gegen den Wahlbetrug, durch den Wiktor Janukowytsch zum Wahlsieger gemacht worden war. Nach wochenlangen friedlichen Protesten wurde die Stichwahl am 26. Dezember 2004 wiederholt. Der westlich orientierte Wiktor Juschtschenko gewann diese Wahl. Die Orange Revolution verlief unblutig und machte den Majdan weltbekannt.

Er war von November 2013 bis Ende Februar 2014 Mittelpunkt (der nach ihm benannten) teils blutigen Euromaidan-Proteste. Auch im Rahmen des Russisch-Ukrainischen Krieges ab 2014 wurde der Majdan immer wieder erwähnt.<ref>Musiker des Kiewer Orchesters haben auf dem Maidan gespielt. 9. März 2022, abgerufen am 30. März 2022.</ref><ref>Orchester spielte "Ode an die Freude" auf Maidan Platz in Kiew. 9. März 2022, abgerufen am 30. März 2022.</ref>

Während der Kämpfe des Euromaidan im Februar 2014 wurde der Platz teilweise verwüstet, das Haus der Gewerkschaften brannte aus. Anfang August 2014 begannen die Behörden den bis dahin immer noch von Demonstranten besetzten Platz unter Gegenwehr der Besetzer zu räumen.<ref>Oliver Kühn: Räumung in Kiew: Schwarzer Rauch über dem Maidan. In: faz.net. 7. August 2014, abgerufen am 22. November 2019.</ref>

Bebauung des Platzes

Nördlicher Majdan

Die halbovale Nordseite wird von sieben Gebäuden im Stalin-Stil des sowjetischen Realismus (auch sozialistischer Klassizismus genannt) umrahmt. Fünf Straßen gehen von dieser Platzseite ab, unter anderem zur Sophienkathedrale und zum Michaelkloster. Direkt am Chreschtschatyk befinden sich das Haus der Gewerkschaften und das Kiewer Hauptpostamt. Auf der Nordseite des Platzes befinden sich ebenfalls mehrere Springbrunnen, sowie das 2001 neu errichtete Ljadski-Tor mit der Bronzeskulptur des Erzengels Michael, des Schutzpatrons der Stadt.

Südlicher Majdan

Die Südseite des Platzes hat einen Durchmesser von 70 Metern und ist mit Granitplatten in Form eines ukrainischen Stickereimusters gepflastert. In seiner Mitte befindet sich das 63 Meter hohe Unabhängigkeitsdenkmal der Ukraine. Dahinter liegt ein dreistöckiger Glaspalast in der Form eines Halbkreises, der ein Einkaufszentrum beherbergt. Auf dem Hang darüber thront das 16-stöckige Hotel „Ukrajina“ (bis 2001 Hotel „Moskwa“). Dekoriert ist der Platz mit Blumenrabatten und drei Springbrunnen, von denen der Brunnen der Stadtgründer mit den Statuen der vier legendären Gründer Kiews, Kyj, Schtschek, Choryw und Lybid, geschmückt ist. Über dem Platz weht die ukrainische Nationalflagge. An der Westseite wird der Platz flankiert vom Gebäude der Nationalen Musikakademie der Ukraine, davor das Kosak-Mamaj-Denkmal, die Ostseite an der sich ein großer TV-Bildschirm befindet, gibt den Blick auf den Oktober-Palast frei.

Literatur

  • Günther Schäfer: Kiev entdecken, Rundgänge durch die Metropole am Dnepr. 2. Auflage. Trescher, Berlin 2007, ISBN 978-3-89794-026-0. 3. aktualisierte Auflage: Kiev, Rundgänge durch die Metropole am Dnepr. Trescher, Berlin 2011, ISBN 978-3-89794-181-6.

Weblinks

Commons: Majdan Nesaleschnosti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Н. Зенькович: Главная площадь города. In: Janus-Magazin 17. September 1996; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), veröffentlicht auf janus.ua am 27. Februar 2012).

Einzelnachweise

<references />

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