Vierscheibenhaus
Das Vierscheibenhaus ist ein Verwaltungsbau des Westdeutschen Rundfunks in Köln-Altstadt-Nord am Appellhofplatz 1.
Entstehungsgeschichte
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der WDR Hauptsitz im Funkhaus Wallrafplatz. Im Beisein von 700 Gästen, wurde das Funkhaus am 21. Juni 1952 von Bundespräsident Theodor Heuss feierlich eröffnet.<ref name="stich">21. Juni 1952 – Eröffnung des NWDR-Funkhauses in Köln. WDR 1, 21. Juni 2012, abgerufen am 10. Oktober 2013.</ref> 1965 wurde in der Nachbarschaft später das 1886 m² große „Studiogebäude“ An der Rechtschule fertiggestellt.
Im Juni 1963 wurden Expansionspläne des WDR öffentlich. Geplant war eine Bebauung zwischen Wallraf- und Appellhofplatz sowie der Hauptstraße Nord-Süd-Fahrt. Die projektierten Gebäude, die der Charakter von Hochhäusern prägte, waren sehr umstritten.<ref>Peter Fuchs (Hrsg.): Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 300</ref> Nach eine Einigung erzielt werden konnte, wurde am Appellhofplatz 1 ab 1966 das sechs- bis achtgeschossige Vierscheibenhaus (mit drei Tiefgeschossen) errichtet; im Juni 1970 wurde es in Betrieb genommen. Als Architekten zeichneten Hubert Petschnigg und Helmut Hentrich verantwortlich.<ref>WDR Vierscheibenhaus, Köln – Beton.org. In: beton.org. InformationsZentrum Beton GmbH, abgerufen am 23. Juli 2022.</ref> Deren Bauausführung vermied eine „perspektivische Konkurrenz zum Dom“.<ref>Fritz Pleitgen, in: Turbulente Ecke, in „WDR-Arkaden Büro- und Geschäftshaus“, hrsg. vom Westdeutschen Rundfunk Köln, 1997, S. 7</ref> Ähnlichkeiten weist der Komplex zum zehn Jahre zuvor in Düsseldorf realisierten Dreischeibenhaus auf.
Das Gebäude besteht aus vier nebeneinanderstehenden, seitlich zueinander versetzten Gebäudescheiben. Erkennbar ist diese Architektur von der Kopfseite her. Die beiden mittleren Scheiben überlappen sich zum größten Teil, die beiden äußeren Scheiben sind kürzer und – entgegengesetzt zueinander – von der Mitte nach außen verschoben. Etwa ein Fünftel der Fläche aller Scheiben überlappt sich bei einer Gesamtlänge des in Anspruch genommenen Areals von 165 Metern. Die südlichere der beiden mittleren Scheiben weist acht Stockwerke mit einer Höhe von 30 Metern auf. Sie ist die höchste Scheibe, gefolgt von der nördlicheren Scheibe. Das Gebäude ist mit den WDR Arkaden verbunden. Im August 2010 erhielt der Komplex eine Photovoltaikanlage.
1999 und 2003 fanden Sanierungen und in dem Zuge auch Umbauten statt. In der Bauchronologie folgten das Haus Berlich (1965–1967), das 13-stöckige Archivhaus über der Nord-Süd-Fahrt (1965–1968), das Filmhaus am Appellhofplatz (1971–1974) als Baugelenk zwischen Vierscheibenhaus und Archivhaus und die WDR Arkaden (1991–1996). 2012 wurde ein eigenes Sendegebäude für den Jugendsender 1 Live südlich des Vierscheibenhauses fertiggestellt.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 50° 56′ 23,3″ N, 6° 57′ 7,1″ O
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