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Lawrence C. Murphy

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Lawrence C. Murphy (* 21. November 1925; † 21. August 1998)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lawrence Murphy Chronology. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 2. Mai 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.archmil.org Archdiocese of Milwaukee</ref> war ein Priester der römisch-katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten, der durch sexuellen Missbrauch an Kindern Aufsehen erregte.<ref>Vatican defends decision not to defrock priest accused of molesting deaf boys in Wisconsin. In: Syracuse Online, 24. März 2010, syracuse.com</ref><ref name="NYT">Vatican Declines to Defrock US Priest Who Abused Boys. In: New York Times, 25. März 2010</ref>

Leben

Murphy war von 1950 bis 1974 in der St. John’s School in St. Francis, einer Einrichtung für gehörlose Kinder in Wisconsin tätig. Obwohl bereits in den 1950er Jahren Missbrauchs-Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden, wurde er 1963 Leiter der Schule. Die Vorwürfe eines gehörlosen Jungen wurden 1973 von den staatlichen Strafverfolgungsbehörden nicht verfolgt.<ref>Rev. Lawrence C. Murphy BishopAccountability.org</ref> Murphy wurde vom Erzbischof von Milwaukee, William Edward Cousins, im Mai 1974 nach Superior versetzt, wo er weitere 24 Jahre in Gemeinden, Schulen und einer Jugendstrafanstalt arbeitete. Drei Bischöfe von Wisconsin reagierten auf die Hinweise nicht weitergehend.

Auch die Gefängnisverwaltung der Jugendstrafanstalt reagierte offenbar nicht.<ref>Die Kardinalsfrage. Treuer Helfer oder Dunkelmann? Im Vatikan wächst die Kritik an der Rolle des zweiten Mannes, Tarcisio Bertone. In: Die Zeit, Nr. 15/2010. Zitat: „2009, elf Jahre nach Murphys Tod, wandte sich der inzwischen 45-jährige Donald Marshall aus West Allis in Wisconsin an einen Anwalt und erhob Anzeige gegen die Erzdiözese Milwaukee. Er behauptet, als 13- oder 14-jähriger Insasse einer Jugendstrafanstalt von Murphy missbraucht worden zu sein. Marshall, sagte Anwalt Jeff Anderson, habe Ende der siebziger Jahre eine Strafe wegen Einbruchdiebstahls verbüßt.
Marshall habe sich gegen den Übergriff gewehrt, der 1977 oder 1978 in einer Einzelzelle stattgefunden habe, und den Priester bei der Gefängnisverwaltung angezeigt. Dort habe man ihm mitgeteilt, dies sei nicht die erste Beschwerde gegen Murphy.“</ref>

Erst Erzbischof Rembert Weakland beschäftigte sich ab 1993 näher mit dem Fall und beauftragte einen Sozialarbeiter mit der Untersuchung. Murphy erklärte dem Beauftragten, er habe 200 Kinder missbraucht und fühle keinerlei Reue.<ref name="tt">200 Kinder missbraucht – und der Vatikan blieb tatenlos. In: tt.com, 25. März 2010, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />tt.com (Memento vom 14. Oktober 2011 im Internet Archive)</ref> 1996 leitete der Erzbischof ein kircheninternes Verfahren gegen Murphy ein<ref>Update: Milwaukee church judge clarifies case of abusive priest Father Murphy. In: Catholic Anchor online, 29. März 2010 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />catholicanchor.org (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. April 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/catholicanchor.org</ref> und berichtete den Fall schriftlich<ref name="NYTdocs">The Document Trail: The Predator Priest Who Got Away. In: New York Times, 24. März 2010</ref> an den Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Ratzinger. Weakland reiste 1998 sogar selbst nach Rom und traf dort den damaligen Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre, Tarcisio Bertone.<ref name="NYTdocs" /> In einem Brief vom 19. August jenes Jahres an Erzbischof Bertone teilte Erzbischof Weakland diesem mit, dass er die formelle Einstellung des Verfahrens gegen Murphy angeordnet habe.<ref>Correction: Milwaukee church judge was aware of order to halt trial against abusive priest. In: Catholic Anchor online, 3. April 2010, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />catholicanchor.org (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. September 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/catholicanchor.org</ref> Wenige Tage später starb Murphy.

Nach der Beisetzung schrieb der Erzbischof von Milwaukee am 2. September 1998 in einem Schreiben an Tarcisio Bertone, damals Sekretär der päpstlichen Glaubenskongregation in Rom: Wir dachten, (Murphys) Familie hätte zugestimmt (…) Doch sie taten exakt das Gegenteil, verstießen gegen unsere Vereinbarung, luden Vertreter der Taubstummen-Gemeinde ein, hatten den Sarg offen und den Father in vollem Ornat. Höchste Stellen der katholischen Weltkirche hatten eine private Beerdigungsfeier für den 72-Jährigen angeordnet, der Sargdeckel sei geschlossen zu halten, der Kreis der Trauergemeinde sei auf die Angehörigen zu beschränken und jegliches Zeremoniell zu vermeiden. Man wusste also in Rom, dass Murphy ein schwerer Sünder war.<ref>Martin Klingst, Patrik Schwarz: Die Akte Bertone. In: Die Zeit, Nr. 14/2010</ref>

Im März 2010 wurde bekannt, dass einige Opfer gegen das Erzbistum Milwaukee klagen. Das Bistum wirft ihnen eine „Schmutzkampagne“ vor.<ref>Catholic Church accuses abuse victims of smear campaign. In: Milwaukee Journal Sentinel, 25. März 2010, jsonline.com</ref>

Siehe auch

Weblinks

  • Briefwechsel zum Fall Lawrence C. Murphy. Faksimile: zeit.de (PDF; 1,33 MB) Diese Briefe stammen aus den Akten der Erzdiözese von Milwaukee; sie wurde von amerikanischen Opferanwälten gerichtlich gezwungen, die Briefe und andere Akten herauszugeben.

Einzelnachweise

<references />

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