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Kleinkems

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Kleinkems
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(482)&title=Kleinkems 47° 41′ N, 7° 31′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(482) 47° 41′ 17″ N, 7° 31′ 24″ O
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Höhe: 234 m ü. NN
Fläche: 3,71 km²
Einwohner: 482 (1. Jan. 2022)<ref>Gemeinde Efringen-Kirchen: Infos, Zahlen & Fakten. Abgerufen am 15. Juni 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1974
Postleitzahl: 79588
Vorwahl: 07628
Datei:Gemeindegliederungskarte Efringen-Kirchen-Kleinkems.png
Karte
Lagekarte der Gemarkung Kleinkems in der Gemeinde Efringen-Kirchen
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Kleinkems ist ein Ortsteil der Gemeinde Efringen-Kirchen im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg. In der Gemarkung von Kleinkems befinden sich die Wüstungen Vollenburg<ref>Eintrag Vollenburg (Wüstung) auf Landeskunde entdecken online – leobw</ref>, Felsenmühle<ref>Eintrag Felsenmühle (Wüstung) auf Landeskunde entdecken online – leobw</ref> und Neuenburg.<ref>Eintrag Neuenburg (Wüstung) auf Landeskunde entdecken online – leobw</ref> Kleinkems gehört flächenmäßig zu den drei kleineren Ortsteilen von Efringen-Kirchen und hat die kleinste Einwohnerzahl.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Statistik auf der Homepage der Gemeinde Efringen-Kirchen (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. Januar 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.efringen-kirchen.de</ref>

Lage und Verkehrsanbindung

Kleinkems befindet sich nordwestlich des Kernortes Efringen-Kirchen an der A 5 und ist über die Abfahrt 67 angeschlossen. Nach Süden ist der Ort über die Landesstraße L 137 mit Efringen-Kirchen und dessen Ortsteil Istein verbunden, in Richtung Norden führt die Kreisstraße K 6347 nach Rheinweiler. Im Westen wird die Gemarkung durch den Rheinseitenkanal begrenzt, dem die Grenze zu Frankreich folgt. Jenseits, auf französischer Seite, liegt die elsässische Gemeinde Kembs. Östlich von Kleinkems liegt der Ortsteil Blansingen der Gemeinde Efringen-Kirchen, der nur über eine Gemeindestrasse zu erreichen ist, die den Steilhang überwindet. Direkt nordöstlich des Orts erstreckt sich das 34,0 ha große Naturschutzgebiet Eichholz-Buchholz. Direkt südlich liegt das 24,0 ha große NSG Blansinger Grien und nordwestlich das 70,0 ha große NSG Kapellengrien. Zwischen Kleinkems und Istein erhebt sich das Vorgebirge Isteiner Klotz.

Geschichte

Ortsgeschichte

In Kleinkems soll sich das älteste bekannte Bergwerk Deutschlands befinden, eine Abbauhöhle für Jaspisknollen, die in der Jungsteinzeit angelegt wurde.<ref>Siehe Müller S. 716.</ref> Dort wurde während der Jungsteinzeit (vor allem etwa 4200–4100 v. Chr.) Feuerstein bergbaumäßig abgebaut.<ref>Siehe hierzu Elisabeth Schmid: Der jungsteinzeitliche Bergbau auf Jaspis bei Kleinkems (Baden). In: Das Markgräflerland, Heft 1/1981, S. 39–64 Digitalisat der UB Freiburg</ref> Weitere Einzelfunde und Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit sind weniger bedeutend. Die älteste erhaltene Urkunde die Kleinkems erwähnt, stammt aus dem Jahr 1086. Hier wird für den Ort Kambiz die Schenkung eines Hesso von Üsenberg an das Kloster Sankt Georgen im Schwarzwald aufgeführt. Die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg sind seit Ende des 14. Jahrhunderts als Ortsherren mit Hoch- und Niedergerichtsbarkeit belegt.<ref>Siehe Müller S. 718.</ref> Der einträglich Rheinzoll gehörte allerdings der Stadt Basel, was immer wieder zu Auseinandersetzungen führte. Bei einem Hochwasser wurde 1422 die Zollstelle zerstört und 1424 linksrheinisch auf der Gemarkung der heute französischen Gemeinde Kembs neu errichtet.<ref>Siehe Müller S. 718.</ref> Zwischen Kleinkems und Kembs verkehrte eine Fähre. Die Bevölkerung lebte vorwiegend von der Fischerei und der Schifffahrt. 1841 wurden die Gemarkungen von Blansingen und Kleinkems getrennt. Die Rheinbegradigung veränderte die Gemarkung erheblich. Während des ersten badischen Aufstandes 1848 marschierte die Deutsche Demokratische Legion von Straßburg ins Obere Elsass und überschritt in der Nacht vom 23. auf den 24. April 1848 den Rhein bei Kleinkems.<ref>Franz Lipp: Georg Herweg's viertägige Irr- und Wanderfahrt, J.B. Metzler, Stuttgart 1850 online auf Google Books</ref> Von dort marschierten die Freischärler nach Kandern und weiter zum Gefecht bei Dossenbach. Am 8. November 1848 wurde der Abschnitt Schliengen–Efringen-Kirchen der Bahnstrecke Mannheim–Basel eröffnet, an der der Kleinkems liegt und mit einem eigenen Bahnhof angeschlossen ist. Die Gemeinde teilte das Schicksal de Markgrafschaft Baden und war immer wieder von den kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Habsburgern und Bourbonen betroffen. Nach der napoleonischen Neuordnung Südwestdeutschlands wurde die Verwaltungsgliederung im Großherzogtum Baden neu geordnet und Kleinkems kam 1805 vom Oberamt Rötteln zum neuen Bezirksamt Schliengen und 1810 zum Bezirksamt Kandern. Nach dessen Auflösung 1819 wurde Kleinkems dem Bezirksamt Lörrach zugewiesen.

Das Zementwerk

Im Gewann Vollenburg, in dem der Steinbruch des späteren Zementwerkes lag, wurden Spuren älteren Bohnerz-Bergbaus gefunden.<ref>siehe Winfried Zwernemann: Ein unterirdischer Stollen und Gang bei der „Vollenburg“ auf der Gemarkung Kleinkems. In: Das Markgräflerland, Heft 3/4.1977, S. 311–315 Digitalisat der UB Freiburg</ref> Seit 1900 bestand in Kleinkems ein Zementwerk. 1907 gründete der deutsch-brasilianische Zigarrenfabrikant Gerhard Dannemann die Breisgauer Portland-Cementfabrik GmbH, Kleinkems<ref>die Firma hatte keine Verbindung zur Portland-Cement-Fabrik Heidelberg und Mannheim AG die später als HeidelbergCement AG das Kalkwerk im benachbarten Istein übernommen hat; Portland steht nicht für eine Firmengruppe, sondern für einen Zementtyp.</ref> und baute das bisherige Kalkwerk zur Produktion von Portlandzement um. 1924 übernahm die Zürcher E.G. Portland<ref>(Eingetragene Genossenschaft Portland) siehe Lucienne Hubler: Portland. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref> sämtliche Anteile der Gesellschaft.<ref>Geschichte Breisgauer Cement auf www.holcim-sued.de</ref><ref>maßgeblichen Einfluss bei der E.G. Portland hatte die schweizerische Industriellen-Familie Schmidheiny</ref> Während des Zweiten Weltkriegs arbeiteten auch ukrainische Zwangsarbeiter in der Zementfabrik<ref>siehe www.documentatiegroep40-45.nl</ref> 1950 zerstörte ein Brand eine Reihe von Werksgebäuden. Nachdem 1956/57 in Labor- und Mahlanlagen investiert und der Steinbruch erweitert wurde, erfolgten im folgenden Jahrzehnt weitere Investitionen in die Rationalisierung der Produktion, wodurch der Arbeitsaufwand pro Tonne Zement von 1,29 auf 0,51 Stunden reduziert werden konnte.<ref>siehe Breisgauer Portland-Cementfabrik GmbH, Kleinkems. In: Wolfgang Bechtold (Herausgeber): Der Kreis Lörrach, Stuttgart und Aalen 1971, S. 258</ref> 1966 hatte das Werk eine Jahreskapazität von 400.000 Tonnen.<ref>Breisgauer Portland-Cementfabrik G.m.b.H., Kleinkems. In: Helmut Vocke (Herausgeber): Die Chronik des Kreises Lörrach, Waldshut 1966, S. 385 </ref> 1967 fasste die E.G. Portland den Beschluss bei Geisingen ein neues Zementwerk zu bauen, da die Rohstoffvorkommen im Raum Kleinkems für die Zukunft als nicht ausreichend beurteilt wurden. Nachdem 1971 dieses Werk fertiggestellt war, kam es 1974/75 zu einem deutlichen Markteinbruch für die E.G. Portland, was 1975 zur Schließung der Klinkerproduktion in Kleinkems führte. Das Kleinkemser Werk verlor die Hälfte der Belegschaft und betrieb mit etwa 125 Mitarbeitern nur noch das Zementmahlwerk weiter. 1992 übernahm die schweizerische Portland-Cementwerk Thayngen AG<ref>Handelsregisterauszug der Portland-Cementwerk Thayngen AG auf www.shabex.ch; abgerufen am 18. Januar 2019</ref> die Gesellschaft und benannte sie 1993 um in Breisgauer Cement GmbH. Bereits 1999 erfolgte ein weiterer Eigentümerwechsel zur schweizerischen Holderbank-Gruppe, die sich später Holcim nannte und 2014 mit dem französischen Konzern Lafarge zur LafargeHolcim Ltd. fusionierte. Im Jahr 2000 wurde die Weiler Hupfer GmbH<ref>seit 2004 Holcim Kies und Beton GmbH</ref> durch die Breisgauer Cement GmbH übernommen,<ref>Entwicklung der Holcim Kies und Beton GmbH; abgerufen am 18. Januar 2019</ref> die dann auch ihren Sitz nach Weil verlegte. Per 30. Juni 2001 wurde das Zementwerk in Kleinkems stillgelegt. Die Breisgauer Cement GmbH firmiert nun unter Holcim (Süddeutschland) GmbH und ist Teil der LafargeHolcim Ltd. 2007 wurde ein Teil der Bauten auf dem Werksgelände, das mittlerweile die Gemeindeentwicklungsgesellschaft der Gemeinde Efringen-Kirchen übernommen hatte, abgerissen.<ref>Victoria Langelott: Heikler Abbruch an der Bahnlinie. in: Badische Zeitung vom 12. Oktober 2007; abgerufen am 18. Januar 2019</ref> Gebäudeteile wurden bis zu deren Insolvenz 2017 durch die Mineralguss Trickes AG genutzt. 2013 verbesserte die Gemeindeentwicklungsgesellschaft die Zufahrt zum Gewerbegebiet auf dem Gelände des Zementwerks.<ref>Tunnel ab Herbst halb offen. In: Oberbadische Zeitung vom 11. Juli 2013</ref> Nach dem Konkurs von Trickes wurde das Gelände geräumt und es wurden ca. 30.000 Quadratmeter Gewerbegrundstücke angeboten.<ref>Clemens Leutz: Trickes-Areal wird geräumt. In: Weiler Zeitung vom 12. September 2017</ref>

Bevölkerung und Religion

Einwohner

Die Zahl der Einwohner von Kleinkems entwickelte sich wie folgt:<ref>Bevölkerungsentwicklung: Kleinkems 1852–1970, aufgerufen am 1. Mai 2023.</ref><ref>Einwohner 2011–2019, aufgerufen am 1. Mai 2023.</ref>

Jahr Einwohner
1852 290
1871 280
1880 276
1890 239
1900 220
1910 274
1925 348
Jahr Einwohner
1933 315
1939 329
1950 370
1956 434
1961 493
1970 541
2011 435
Jahr Einwohner
2014 443
2018 408
2019 405
2020 460
2021 465
2022 482

Religion

Datei:Kleinkems - Evangelische Kirche2.jpg
Evangelische Kirche Kleinkems

Aufgrund der historischen Zugehörigkeit zur Markgrafschaft Baden-Durlach in der 1556 die Reformation eingeführt wurde, ist noch immer der weitaus überwiegende Anteil der Bevölkerung evangelisch und gehört zur Kirchengemeinde Blansingen-Welmlingen-Kleinkems.<ref>Homepage der Kirchengemeinde; abgerufen am 12. Dezember 2019</ref> Die Katholiken werden von der Seelsorgeeinheit Kandern-Istein betreut.<ref>Homepage der katholischen Kirchengemeinde St. Franz von Sales, Kandern - St. Michael, Istein; abgerufen am 1. Mai 2023.</ref>

Die Zugehörigkeit zu den Religionsgemeinschaften verteilte sich in der Vergangenheit wie folgt:<ref>Religionszugehörigkeit 1858 und 1925: Kleinkems, aufgerufen am 1. Mai 2023.</ref><ref>Religionszugehörigkeit: Kleinkems; aufgerufen am 1. Mai 2023.</ref>

Religionszugehörigkeit in Kleinkems
Jahr Religion
evangelisch katholisch sonstige
1858 90,4 % 9,6 % 0,0 %
1925 71,6 % 28,2 % 0,3 %
1950 68,9 % 30,3 % 0,8 %
1961 66,3 % 30,4 % 3,2 %
1970 61,0 % 37,9 % 1,1 %

Politik

Eingemeindung

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg wurde Kleinkems per 1. Oktober 1974 in die neue Großgemeinde Efringen-Kirchen eingegliedert.

Gemeinderat

Efringen-Kirchen hat seit der Gemeindereform 1974 die unechte Teilortswahl und will diese auch beibehalten.<ref>Victoria Langelott: Die unechte Teilortswahl bleibt in Efringen-Kirchen unangetastet. In: Badische Zeitung vom 9. März 2023.</ref> Kleinkems steht gemäß Hauptsatzung ein Sitz im Gemeinderat zu.<ref>§13 der Hauptsatzung der Gemeinde Efringen-Kirchen; PDF</ref>

Ortschaftsrat

Der Ort hat einen Ortschaftsrat mit 6 Mitgliedern. Ortsvorsteher ist Jörg Kratz.<ref>siehe Homepage der Gemeinde Efringen-Kirchen; abgerufen am 1. Mai 2023</ref>

Wappen

„In Blau über einem auf silbernem Wasser schwimmenden schwarzen Fischerkahn (Weidling) eine flammende goldene Sonne.“<ref>Harald Huber: Wappenbuch Landkreis Lörrach, Konstanz 1984, S. 48</ref> Das Wappen wurde erst 1905 verliehen, nimmt aber Motive eines im 19. Jahrhundert verwendeten Dorfsiegels auf.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Evangelische Kirche Kleinkems wurde bereits 1086 urkundlich erwähnt.
  • Das steinzeitliche Jaspis Bergwerk ist nur gelegentlich (z. B. am Tag des Geotops) zugänglich, da der Aufstieg durch die Bergwacht gesichert werden muss.

Persönlichkeiten mit Bezug zum Ort

Siehe auch

Literatur

  • Anneliese Müller: Efringen -Kirchen. Geschichte der Gemeindteile. In: Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3799513531 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. S. 716–720
  • Karl Seith: Die Enthüllung der Hermann-Albrecht-Tafel in Kleinkems. In: Das Markgräflerland, Heft 3/4.1937, S. 112–113 Digitalisat der UB Freiburg
  • Walter Sick: Die Schiffer von Kleinkems im Gefängnis in Breisach. In: Das Markgräflerland, Heft 1/1964, S. 23–27 Digitalisat der UB Freiburg
  • Walter Sick: Wem gehört der Wald? Aus der Bannteilung von Blansingen und Kleinkems. In: Das Markgräflerland, Heft 1/1966, S. 56–59 Digitalisat der UB Freiburg
  • Walter Sick: Der Rheinzoll in Kleinkems. In: Das Markgräflerland, Heft 2/1966, S. 109–114 Digitalisat der UB Freiburg
  • Bruno Richard Rabus: Die Geschichte des Gasthauses „Zur Blume“ in Kleinkems. In: Das Markgräflerland, Heft 2/1991, S. 109–128 Digitalisat der UB Freiburg

Weblinks

Commons: Kleinkems – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Blansingen | Efringen-Kirchen (mit Kirchen) | Egringen | Huttingen | Istein | Kleinkems | Mappach (mit Maugenhard) | Welmlingen | Wintersweiler

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