Oliver Kluck
Oliver Kluck (* 1980 in Bergen auf Rügen) ist ein deutscher Schriftsteller und Dramatiker.
Leben und Wirken
Nach einer Berufsausbildung zum Wasserbauer begann Kluck in Warnemünde ein Studium der Ingenieurwissenschaften, wechselte aber 2006 ans Deutsche Literaturinstitut Leipzig um Prosa, Dramatik und Neue Medien zu studieren.<ref>Theater der Zeit: Oliver Kluck</ref>
In der Spielzeit 2010/2011 lieferte er für das Deutsche Nationaltheater Weimar eine Reihe von Texten. Im Oktober 2010 wurde Oktoberlabor im Kesselsaal des Weimarer E-Werkes aufgeführt.<ref>Jördis Bachmann: „Wie Ratten im Labor“, nachtkritik.de, 16. Oktober 2010</ref> Es folgten Novemberlabor sowie 2011 Aprillabor und Mailabor. Am Schauspielhaus Graz wurden in der Spielzeit 2011/2012 unter dem Motto „Von der Industrie lernen – Über die Möglichkeiten zur Steigerung der Effizienz“ drei seiner Texte aufgeführt. Die erste Premiere mit dem Titel Der Wiederaufbau des Haider-Denkmals gab es im Oktober 2011.<ref>Colette M. Schmidt: „Mit dem Mädchen Jörg Haider im Theaterlabor am Dorpflatz.“, Der Standard (online) am 17. Oktober 2011 (Print vom 18. Oktober), zuletzt abgerufen am 1. April 2012.</ref> Nach dem Stück Der Untergang des Hauses Wuppertaal folgte als Finale im April 2012 unter der Regie von Christina Rast die Premiere von Mein Name ist Programm.<ref>Colette M. Schmidt: „Mit hässlicher Krawatte in die ungewisse Zukunft“ - Trilogie von Oliver Kluck, Der Standard (online) am 16. April 2012</ref> Sein Stück Über die Möglichkeiten der Punkbewegung wurde im November 2011 am Volkstheater Rostock aufgeführt.
Sein Text Die Froschfotzenlederfabrik wurde unter der Regie von Anna Bergmann im Dezember 2011 im Kasino am Schwarzenbergplatz des Wiener Burgtheaters uraufgeführt<ref> Hartmut Krug: „Körperintensiv bespielte Schaumbadewanne“, Podcast auf Deutschlandfunk, 22. Dezember 2011</ref><ref> Bernhard Doppler: „Innerer Monolog voller Obsessionen“, Podcast auf Deutschlandradio Kultur, 21. Dezember 2011</ref><ref> Uwe Mattheis: "Porno, Nazis und Fernsehballett", taz.die tageszeitung, 22. Dezember 2011</ref> und zudem vom SWR unter der Regie von Leonhard Koppelmann als Hörspiel eingerichtet.<ref>SWR2-Hörspiel-Studio (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Sendung vom 16. Dezember 2011, SWR2 (als Audio offline)</ref> Im Stück geht es laut Kluck um eine Fabrik zur Herstellung von Spezialkleidung für Neonazis.<ref>Oliver Kluck: „Höre am liebsten den Diktatoren zu!“, im Interview mit Barbara Petsch, Die Presse (online), 16. Dezember 2011, Printausgabe am 17. Dezember 2011</ref> Im Januar 2012 wurde in Hamburg das Stück Leben und Erben im Malersaal des Schauspielhauses uraufgeführt.<ref> Monika Nellissen: „Geviertelte Gedankengänge im Quadrat“, DIE WELT online, 9. Januar 2012</ref>
2017 erklärte Kluck im Deutschlandfunk Kultur, dass er mit dem Theater gebrochen habe: Nach seiner anfänglich steilen Karriere sei das Interesse an seinen Texten größtenteils verschwunden, wofür Kluck seine eigene Kritik am Theatersystem verantwortlich machte.<ref>Deutschlandfunk Kultur: Schriftsteller und Lokführer Oliver Kluck „Ich war zum Schluss ein Zeitmillionär“</ref> Kluck ließ sich zum Lokführer umschulen, kehrte aber 2019 zum Schreiben zurück: „Es war langweilig bei der Bahn.“<ref>Deutschlandfunk Kultur: Störung im Betriebsablauf</ref> Seine Erfahrungen als Lokführer ließ Kluck 2019 in sein satirisches Hörspiel Baader Panik miteinfließen.<ref>Deutschlandfunk: Hörspiel-Satire über deutsche Gegenwart</ref>
Kluck ist für das Verfassen von Beschwerdebriefen bekannt.<ref>Deutschlandfunk Kultur: Beschwerdebriefe als literarische Initialzündung</ref> So schrieb er 2012 einen an die Rostocker Kultursenatorin Liane Melzer, in dem er sich gegen einen künstlerischen Bildungsauftrag aussprach und seine eigene Vorstellung von Theater deutlich machte: „Das Theater ist keine Schule und auch kein schulisches Ergänzungsangebot, sondern ein Ort der Subjektivität. Der Spielplan des Theaters ist kein Lehrplan, sondern eine reine Befindlichkeit und Befindung … Demnach ist das Theater kein Ort der Bildung, sondern ein Ort des Zweifels …“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Oliver Kluck an Frau Dr. Melzer ( des Vorlage:IconExternal vom 12. April 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., publiziert am Freitag, 14. Oktober 2011 von Jürgen Opel auf Blog Volkstheater Rostock</ref>
Klucks Stücke wurden ins Spanische, Tschechische und Polnische übersetzt.<ref>Oliver Kluck, in: rowohlt THEATER VERLAG 2011/12, S. 7 (PDF; 2,5 MB)</ref> Seine Werke sind mehrfach ausgezeichnet worden.<ref>Rezension: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />"Mein Name ist Programm" ( vom 28. Mai 2012 im Internet Archive), Kleine Zeitung Graz, online 14. April 2012</ref><ref>"Wegwerfmentalität gekoppelt mit Wunsch nach Individualität" - Dramatiker Oliver Kluck über die Kunst, effizient Stücke zu schreiben, Podcast auf Deutschlandradio Kultur am 21. Dezember 2011</ref> Er lebt und arbeitet in Berlin.
Auszeichnungen
- 2009: Förderpreis für Junge Dramatik<ref>Die Berliner Literaturkritik: „Oliver Kluck ist Kleist-Förderpreisträger 2010. ‚Warteraum Zukunft‘ wird ausgezeichnet“ vom 14. Januar 2010, zuletzt abgerufen am 12. Januar 2012</ref> des Berliner Theatertreffens
- 2010: Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker, verliehen von der Dramaturgischen Gesellschaft (umfasst neben einem Preisgeld auch eine Uraufführungsgarantie)<ref> Hartmut Krug: „Oliver Klucks Preisträger-Stück und die Kleist-Festtage in Frankfurt/Oder“, Deutschlandfunk, 7. Oktober 2010</ref>
- 2011: Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft für Dramatiker
- 2019: Hörspiel des Monats für Baader Panik verliehen von der Deutsche Akademie der Darstellenden Künste<ref>Deutschlandfunk Kultur: Hörspiel des Monats: Baader Panik., deutschlandfunkkultur.de, 7. Dezember 2019, abgerufen am 26. Oktober 2021.</ref>
Werke
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Hörspiele
- 2010 Warteraum Zukunft, Regie: Leonhard Koppelmann (NDR)
- 2011 Die Froschfotzenlederfabrik, Regie: Leonhard Koppelmann (SWR)
- 2014 Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend, Regie: Leonhard Koppelmann (SWR)
- 2016 Der Hund des alten Mannes, Regie: Leonhard Koppelmann (SWR)
- 2019 Baader Panik, Regie: Leonhard Koppelmann (SWR)
- 2022 Antigone GmbH, Regie: Leonhard Koppelmann (SWR)
Weblinks
- offizielle Webpräsenz von Oliver Kluck
- Elise Graton: (Interview mit Kluck) „Berliner Theatertreffen: ‚Kreative sind allein‘“ auf Zeit Online vom 11. Mai 2009, zuletzt abgerufen am 12. Januar 2012
- Tobias Becker: „Nachwuchsautor Oliver Kluck. Bitte kräftig rauchen!“, Spiegel Online vom 6. Februar 2010, zuletzt abgerufen am 12. Januar 2012
- Bernhard Doppler: „Theatralische Erregungstexte - Bilanz der Uraufführungen von Stücken von Oliver Kluck“, Podcast auf Deutschlandradio Kultur am 12. April 2012
- Erik Zielke: "Wer hat Angst vor Oliver Kluck", Autorenporträt in "Stück-Werk 6 – Neue deutschsprachige Dramatik im Porträt" vom 1. Juli 2020, zuletzt abgerufen am 25. Februar 2026
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
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| NAME | Kluck, Oliver |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller und Dramatiker |
| GEBURTSDATUM | 1980 |
| GEBURTSORT | Bergen auf Rügen |
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- Autor
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