Zum Inhalt springen

Simmersbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. März 2026 um 11:18 Uhr durch imported>Jomarius (Abschnitt "Wappen" hinzugefügt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Simmersbach
Gemeinde Eschenburg
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1286)&title=Simmersbach 50° 49′ N, 8° 23′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1286) 50° 49′ 18″ N, 8° 22′ 50″ O
 {{#coordinates:50,821666666667|8,3805555555556|primary
dim=10000 globe= name=Simmersbach region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 373 m ü. NHN
Fläche: 7,22 km²<ref name="DF" />
Einwohner: 1286 (30. Juni 2019)<ref name="DF">Statistische Daten. In: Webauftritt. Gemeinde Eschenburg, abgerufen im März 2020.</ref>
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35713
Vorwahl: 02774
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Simmersbach (mundartlich Sömmaschbuch) ist ein Ortsteil der Gemeinde Eschenburg im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geografische Lage

Simmersbach liegt im Nordosten des Lahn-Dill-Kreises, direkt an der Grenze zum Landkreis Marburg-Biedenkopf. Umgeben ist der Ort von Ausläufern des Rothaargebirges im Nordwesten und dem Gladenbacher Bergland im Osten. Er liegt im Tal des Simmersbachs, einem Zufluss der Dietzhölze.

Die angrenzenden Orte sind, von Norden im Uhrzeigersinn beginnend: Roth (Gemeinde Eschenburg), Oberhörlen (Gemeinde Steffenberg), Lixfeld (Gemeinde Angelburg), Hirzenhain, Eiershausen und Eibelshausen (alle Gemeinde Eschenburg).

Nordwestlich des Ortes erhebt sich der Staffelböll (536 m ü.NN), südöstlich der Hornberg (570 m ü.NN) und der Mattenberg (577 m ü.NN). Nordöstlich befindet sich der Galgenberg (541 m ü.NN).

Simmersbach, Ansicht aus Südost
Simmersbach, Ansicht aus Südost

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Simmersbach erfolgte unter dem Namen Symmersbach im Jahr 1323.<ref name="lagis" /><ref>Christoph Reitz: Simmersbach im Wandel der Zeiten. In: Simmersbach. 31. Oktober 2018, abgerufen am 14. März 2026.</ref>

In dem landwirtschaftlich orientierten Dorf versuchte man sich Ende des 18. Jahrhunderts die wenigen vorhandenen Bodenschätze nutzbar zu machen und so wurde unterhalb des Hornbergs eine Schiefergrube mit dem Namen Grube Wolfsschlucht eröffnet.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Simmersbach:

„Simmersbach (L. Bez. Gladenbach) evangel. Pfarrdorf; liegt 312 St. von Gladenbach, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Man findet 63 Häuser und 369 Einwohner, die alle evangelisch sind, sodann 1 Kirche, die gut gebaut ist, 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus, 2 Mahlmühlen mit 1 Oelmühle, und ein Grenznebenzollamt II. Klasse. Unter den Einwohnern sind 60 Bauern und 10 Handwerker. In der Gemarkung werden Schiefersteine gebrochen. Im 15. Jahrhundert gehörte der Ort zum Breidenbacher Kirchengebiet.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Mit dem Aufblühen der Industrie ab Ende des 19. Jahrhunderts wandten sich die Simmersbacher mehr und mehr von der für sie inzwischen unrentablen Landwirtschaft ab und fanden Arbeit in den Hütten und Fabriken des nahen Dietzhölz- oder Dilltals. So wurde aus dem einstigen Bauerndorf eine Wohngemeinde.

Bis zum Ende des Deutsch-deutschen Krieges 1866 war Simmersbach jahrhundertelang ein Grenzort zwischen dem Herzogtum Nassau und seinen Vorläuferstaaten und dem Großherzogtum Hessen und dessen Vorläufern. Simmersbach war der letzte Ort auf hessischer Seite. In diesem Kontext steht auch die Geschichte der Philippsbuche (siehe unten). Bis zur Gebietsreform in Hessen 1974 spiegelte sich das noch in den Kreisgrenzen wieder. Bis zur endgültigen Grenzziehung im Jahre 1668 beanspruchte Nassau sogar ein Teil des heutigen Ortsgebiets, während die hessischen Ansprüche über den Ort hinaus bis an die Siedlungen von Eibelshausen und Mandeln reichten. Die Grenze von 1668 existiert heute noch als Gemarkungsgrenze zwischen Simmerbach und Eibelshausen.<ref>Christoph Reitz: Grenzverhältnisse in Simmersbach. In: Simmersbach. 17. August 2023, abgerufen am 14. März 2026.</ref><ref>mfsimba: Aus der Ortsgeschichte von Simmersbach -. 24. November 2019, abgerufen am 14. März 2026.</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Simmersbach zusammen mit seinem Nachbarort Roth, die bis dahin zum Landkreis Biedenkopf gehörten, kraft Landesgesetz dem Dillkreis zugeordnet und mit den Gemeinden Eschenburg, Hirzenhain zur Großgemeinde Eschenburg zusammengeschlossen.<ref>Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237, § 27 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref> Die Inkraftsetzung erfolgte zum 1. Juli 1974 durch den Regierungspräsidenten in Darmstadt.<ref>Benennung von Gemeindeteilen im Dillkreis vom 21. November 1974. In: Der Regierungspräsident (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1974 Nr. 49, S. 2257, Punkt 1663 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 7,7 MB]).</ref><ref></ref> Für alle sechs Ortsteile von Eschenburg wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 110 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Eschenburg, abgerufen im Januar 2021.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Simmersbach angehört(e): <ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Simmersbach 1275 Einwohner. Darunter waren 30 (2,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 243 Einwohner unter 18 Jahren, 564 zwischen 18 und 49, 258 zwischen 50 und 64 und 216 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 456 Haushalten. Davon waren 90 Singlehaushalte, 120 Paare ohne Kinder und 198 Paare mit Kindern, sowie 36 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 84 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 309 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• Um 1480: 18 nassauische Eigenleute
• 1577: 29 Hausgesesse
• 1630: 23 Hausgesesse (2 zweispännige, 14 einspännige Ackerländer, 7Einläuftige [einschließlich Witwen])
• 1677: 21 Männer, 2 Witwen, 2 Jungmannschaften, 8 ledige Mannschaften
• 1742: 48 Haushalte
• 1791: 320 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 323 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 364 Einwohner, 63 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 369 Einwohner, 63 Häuser<ref name="GW" />
Simmersbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2018
Jahr  Einwohner
1791
  
320
1800
  
323
1806
  
364
1829
  
369
1834
  
366
1840
  
377
1846
  
387
1852
  
406
1858
  
412
1864
  
384
1871
  
399
1875
  
468
1885
  
428
1895
  
487
1905
  
559
1910
  
616
1925
  
675
1939
  
735
1946
  
982
1950
  
962
1956
  
932
1961
  
964
1967
  
1.049
1970
  
1.070
1980
  
1.153
1985
  
1.093
1990
  
1.172
1995
  
1.365
2000
  
1.399
2005
  
1.412
2008
  
1.333
2011
  
1.275
2015
  
1.258
2018
  
1.216
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref><ref>Dill-Zeitung, 23. Oktober 2010, S. 23</ref>; ab 2008: Haushaltsplan Gemeinde Eschenburg 2019<ref name="HH2019" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1830: 369 evangelische (= 100 %) Einwohner
• 1885: 428 evangelische (= 100 %) Einwohner
• 1961: 905 evangelische (= 93,88 %) und 49 katholische (= 5,08 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1867: Erwerbspersonen: 67 Landwirtschaft, einer Forstwirtschaft, vier Bergbau und Hüttenwesen, 18 Gewerbe und Industrie, vier Verkehr, eine Erziehung und Unterricht, eine Kirche und Gottesdienst, drei Gemeindeverwaltung
• 1961: Erwerbspersonen: 218 Land- und Forstwirtschaft, 265 produzierendes Gewerbe, 31 Handel und Verkehr, 29 Dienstleistungen und sonstiges.

Die Philippsbuche

Datei:Philippsbuche Simmersbach.jpg
Ableger der Philippsbuche

Im Jahr 1552 kehrte Landgraf Philipp von Hessen aus fünfjähriger Gefangenschaft zurück in seine Heimat und betrat am 10. September am Staffelböll erstmals wieder hessischen Boden. Wenige Jahre später pflanzten die Simmersbacher zum Gedenken daran an dieser Stelle eine Buche, die so genannte Philippsbuche. 1910 wurde unter dem Baum ein Denkmal errichtet. Vier Hauptäste ragten ursprünglich aus dem Hauptstamm heraus und wurden gerne als Symbol für die vier Söhne Philipps angesehen.

1963 musste die mittlerweile 400-jährige Buche gefällt werden, da sie abgestorben war. Aus einem Ableger von ihr wurde aber ein neuer Baum gepflanzt. Die Philippsbuche wurde zwischenzeitlich zum Naturdenkmal erklärt und ist bis heute ein beliebtes Wanderziel.

Wappen

Wappen von Simmersbach
Wappen von Simmersbach
Blasonierung: „In einem von Rot und Weiß gespaltenen Schild eine vierästige, bewurzelte Buche in verwechselten Farben.“<ref name="Wappen">https://soemmaschbuch.de/das-wappen/</ref>
Wappenbegründung: In den 1950er und 60er Jahren war Erwin Reh lange Zeit Bürgermeister in Simmersbach. Von Beruf Anstreicher, war er auch ein passionierter Maler, der viele Simmersbacher Landschaften auf die Leinwand bannte. Als 1957 die Gemeinde auch ein eigenes Wappen anstrebte, kam man auf das Motiv der Philippsbuche (Hintergründe siehe oben).

Kreisoberinspektor Karl Huth stimmte den Vorstellungen der Simmersbacher zu. Es war das Verdienst von Bürgermeister Reh, dass ein Bild vorhanden war, das den Zustand des Baumes kurz nach dem Ersten Weltkrieg zeigt. Die schweren Schäden, die den historischen Baum später trafen, waren damals noch nicht eingetreten. Reh stellte das von ihm geschaffene Bild zur Verfügung. Ein Foto davon erhielt der Heraldiker Heinz Ritt, der dann im Auftrag des Hessischen Staatsarchivs das Wappen zeichnete. Das Wappen wurde am 12. Dezember 1960 durch den Hessischen Minister des Innern genehmigt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Datei:Simmersbach Dorfgemeinschaftshaus.jpg
Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehrhaus

Simmersbach verfügt über ein Dorfgemeinschaftshaus und einen Sportplatz mit Kunstrasenbelag.

Außerhalb des Ortes in Richtung Oberhörlen befindet sich das kleine Gewerbegebiet Streitwasser.

Verkehr

Die Bundesstraße 253 (DillenburgFrankenberg) führt als Ortsumgehung direkt an Simmersbach vorbei. Bis zur Autobahn 45 (Anschlussstelle Dillenburg) sind es etwa 13 km.

Bildung

In Simmersbach gibt es einen Kindergarten und eine Grundschule. Weiterführende Schulen können in Eibelshausen (Kooperative Gesamtschule) oder Dillenburg (Gymnasium) besucht werden.

Weblinks

Commons: Simmersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Simmersbach, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 22. Januar 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 12 und 52, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="HH2019"> Haushaltsplan 2019. (PDF; 1,92 MB) Entwicklung der Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Gemeinde Eschenburg, S. 51, abgerufen im Januar 2021. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 191 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 204 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 247 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein