Zum Inhalt springen

Dudenrother Schanze

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 2. November 2021 um 16:33 Uhr durch imported>Zollernalb (HC: +Kategorie:Burg im Rhein-Hunsrück-Kreis; +Kategorie:Burg in Europa).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Dudenrother Schanze
Datei:Dudenrother Schanze.jpg
Dudenrother Schanze (rechts), aus westlicher Richtung vom inneren Wall aus fotografiert. Im Vordergrund ist der mit Wasser gefüllte innere Graben zu erkennen.

Dudenrother Schanze (rechts), aus westlicher Richtung vom inneren Wall aus fotografiert. Im Vordergrund ist der mit Wasser gefüllte innere Graben zu erkennen.

Alternativname(n) Alte Schanze, Alte Burg, Die Burg, Die Burg von Dudenroth
Staat Deutschland
Ort Dudenroth
Entstehungszeit nicht bekannt
Burgentyp Niederungsburg, Motte
Erhaltungszustand Burgstall, Wälle, Gräben
Geographische Lage 50° 5′ N, 7° 32′ OKoordinaten: 50° 5′ 14,5″ N, 7° 32′ 10,3″ O
 {{#coordinates:50,0873614|7,5361812|primary
dim=200 globe= name=Dudenrother Schanze region=DE-RP type=building
  }}
Dudenrother Schanze (Rheinland-Pfalz)
Dudenrother Schanze (Rheinland-Pfalz)

Die Dudenrother Schanze ist eine abgegangene Niederungsburg vom Typus einer Turmhügelburg (Motte) am heutigen Schinderhannes-Radweg in der Nähe der Ortsgemeinde Braunshorn, Ortsteil Dudenroth, im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz.

Geschichte

Zur Geschichte der Burg ist nichts Näheres bekannt. Als Erbauer kommen die Freiherren von Braunshorn in Betracht, zu deren Herrschaftsgebiet Dudenroth gehörte und deren Stammsitz auf Burg Braunshorn nur ca. 2 km entfernt lag.

Für Dudenroth sind 1438 Güter erwähnt, die sich im Besitz von Johann vom Walde und Kraft von Reichenstein befinden.<ref name="moetsch" />

Anlage

Datei:Dudenroth Grundriss.png
Grundriss der Dudenrother Schanze nach Cohausen<ref name="Bonner Jahrbuecher" />
Datei:Dudenrother Schanze Wasseraustritt Sueden.jpg
Südlicher Wasseraustritt am inneren Wall, von Süden fotografiert.

Im Jahre 1787 wird „die Burg“ als eine Verschanzung von etwa 200 Schuhen (Fuß) im Durchmesser mit zwei Gräben und einem hohen Wall beschrieben.<ref name="Widder" />

Eine ausführlichere Darstellung liefert Karl August von Cohausen im Jahre 1852. Die Schanze wird von ihm als runder künstlicher, durch eine wasserführende Eingrabung zweigeteilter Hügel beschrieben, umgeben von konzentrischen Wall- und wassergefüllten Grabenanlagen.<ref name="Bonner Jahrbuecher" /> Die Wälle waren außer auf der Angriffsseite so schmal, dass sie keinen Wehrgang zu tragen vermochten. Der Haupthügel besaß eine Höhe von 20 Fuß, der äußere Damm einen Durchmesser von ca. 190 Schritt.<ref name="Cohausen" />

Diesen Beschreibungen zufolge handelte es sich bei der Dudenrother Schanze um eine mittelalterliche Turmhügelburg (Motte). Funde weisen auf eine schiefergedeckte Fachwerkbebauung hin.<ref name="Burghuegel" />

Die heutige Anlage ist nur noch in kleinen Wall- und Gräbenresten zu erkennen, da Anfang des 20. Jahrhunderts die Bahntrasse der Hunsrückbahn mittig von Osten nach Westen durch den Hügel gelegt wurde. Laut Literatur geschah dies 1905/1906<ref name="Hoppstaetter" />, in der topographischen Karte von 1903 ist jedoch die Bahntrasse und der Wallrest schon verzeichnet.<ref name="Burghuegel" />

Funde

Cohausen fand den Hügel von Grabungslöchern zerwühlt vor. Oberflächlich waren ziegelrote, ziemlich hart gebrannte Scherben, offenbar angeziegelten Hüttenlehm und Schieferstücke zu erkennen. Die Oberfläche der Scherben war rau, sandig und mit eingekratzten schrägen Strichen verziert.<ref name="Bonner Jahrbuecher" /><ref name="Cohausen" /> Von Einwohnern wird berichtet, sie haben zudem „schwarz verbrannte Frucht“ (Holzkohle?) gefunden.<ref name="Burghuegel" />

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Widder"> Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen geographisch-historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rheine. Band III. Frankfurt und Leipzig 1787, S. 490 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="moetsch"> Johannes Mötsch: Regesten des Archivs der Grafen von Sponheim. Band 4 (1426-1437). Verlag der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Koblenz 1987, ISBN 3-922018-77-7, S. 395. </ref> <ref name="Bonner Jahrbuecher"> Karl August von Cohausen: Alte Verschanzungen auf dem Hunsrück und ihre Beziehung zu der Veste Rheinfels bei St. Goar. In: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. Band XVIII. Bonn 1852, S. 51 ff. (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Cohausen"> Karl August von Cohausen: Die Befestigungsweisen der Vorzeit und des Mittelalters. Wiesbaden 1898, S. 32 f. </ref> <ref name="Hoppstaetter"> Helmut Hoppstätter: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Wehrbauten des Hunsrücks. In: Schriftenreihe des Museums Simmern. Band 2. Simmern 1968, S. 20. </ref> <ref name="Burghuegel"> Reinhard Friedrich: Siedlungskundliche Studien zu einer Gruppe von Burghügeln im Hunsrück. In: Interdisziplinäre Studien zur europäischen Burgenforschung, Festschrift für Horst Wolfgang Böhme zum 65. Geburtstag, Teil 2. Braubach 2005, ISBN 3-927558-24-9. (Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung. Reihe A: Forschungen, Band 9, S. 63 f.) </ref> </references>