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Feld-Kranzenzian

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Feld-Kranzenzian
Datei:Feldenzian.JPG

Feld-Kranzenzian (Gentianella campestris)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Gattung: Kranzenziane (Gentianella)
Art: Feld-Kranzenzian
Wissenschaftlicher Name
Gentianella campestris
(L.) Börner

Der Feld-Kranzenzian (Gentianella campestris),<ref name="FloraWeb" /> auch Feld-Fransenenzian oder einfach Feld-Enzian genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kranzenziane (Gentianella) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).

Beschreibung

Datei:Gentiana campestris — Flora Batava — Volume v14.jpg
Illustration aus Flora Batava, Band 14
Datei:GENTIANA CAMPESTRIS - GENTO - IB-285 (Genciana campestre).JPG
Vierzählige Blüte im Detail
Datei:Gentianella campestris white in Engadin.JPG
Weißblühende Form
Datei:Neuchâtel Herbarium - Gentiana campestris - NEU000099883.jpg
Herbarbeleg

Vegetative Merkmale

Der Feld-Kranzenzian wächst je nach Unterart als ein- oder zweijährige<ref name="FloraEuropaea1972" /> krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 10 bis 20<ref name="FloraWeb" /> (5 bis 30) Zentimetern erreicht. Er besitzt meist im oberen Bereich verzweigte Stängel.

Die kahlen Blattspreiten sind 1 bis 3,5 Zentimeter breit. Die Form der Grundblätter ist bei den Unterarten unterschiedlich (siehe unten bei den Unterarten).<ref name="FloraEuropaea1972" /> Die Stängelblätter sind zungenförmig bis eilanzettlich mit stumpfem bis etwas spitzem oberem Ende.<ref name="FloraEuropaea1972" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht je nach Standort von Mai bis Oktober.<ref name="FloraWeb" /> Die Blüten stehen in einem traubigen oder fast doldentraubigen Blütenstand zusammen.<ref name="FloraEuropaea1972" />

Die Blüten sind meist vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch setzt sich aus zwei größeren sowie breiteren und zwei kleineren Kelchblättern zusammen. Die Kelchzähne sind am breitesten unterhalb ihrer Mitte und ihr flacher Rand ist papillös oder bewimpert. Die 1 bis 3 Zentimeter lange Kronröhre ist etwa doppelt so lang wie der Kelch.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Die lilafarbene bis bläulich-violette oder weiße Blütenkrone besitzt einen Durchmesser von 12 bis 15, selten bis 30 Millimeter Durchmesser.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Die vier Kronzipfel sind 6 bis 10 Millimeter lang.<ref name="InfoFlora"/> Typisch für die Gattung Gentianella ist der bärtige Kronschlund (er ist fransenartig, daher der ehemalige Trivialname „Fransenenzian“), bei dieser Art ist dieser Bart am Schlundeingang relativ lang.<ref name="InfoFlora"/>

Die Kapselfrucht ist sitzend oder gestielt.<ref name="FloraEuropaea1972" />

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 9; es liegt bei beiden Unterarten Tetraploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 36 vor.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="IPCN" /><ref name="FloraWeb" />

Ähnliche Arten

Der Feld-Kranzenzian ähnelt dem Deutschen Fransenenzian, der jedoch fünfzählige Blüten besitzt.

Ökologie

Die Bestäubung erfolgt durch Falter und Hummeln, aber such Selbstbestäubung findet statt. Die Belohnung ist Nektar. Selbstbefruchtung führt erfolgreich zum Samenansatz, also ist der Feld-Kranzenzian selbstkompatibel.<ref name="FloraWeb" />

Die Ausbreitung der Diasporen, es sind die leichten Samen, erfolgt durch den Wind.<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen

Der Feld-Kranzenzian ist in Europa weitverbreitet. Er ist in Mitteleuropa und auch in Nordeuropa verbreitet. Es gibt Fundortangaben für Spanien, Andorra, Frankreich, Monaco, die Kanalinseln, das Vereinigte Königreich, Irland, die Färöer-Inseln, Island, Finnland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Italien, Rumänien, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Tschechien, Polen, Kaliningrad, Estland, Lettland, Litauen und den nördlichen bis nordwestlichen Teil des europäischen Russlands.<ref name="Euro+Med" />

In Mitteleuropa kommt er im Tiefland nordöstlich der Elbe vereinzelt vor, desgleichen in den Mittelgebirgen mit kalkarmem Gestein und im Schwäbischen Jura; im Alpenvorland, im Schweizer Jura. Im Schweizer Mittelland, in den Zentralalpen und auf den entkalkten Böden der Kalkalpen ist er selten zu finden. In Österreich ist der Feld-Kranzenzian in der Steiermark, Tirol sowie Vorarlberg verbreitet und tritt gebietsweise recht häufig auf.

Er kommt in Höhenlagen ab 600 Metern vor und steigt in den Alpen bis etwa 2750 Meter auf.<ref name="Hegi1966" /> Der Feld-Enzian gedeiht am besten auf kalkarmen oder kalkfreien, lockeren Lehmböden. Er besiedelt Magerrasen, magere Weiden, Waldlichtungen und Wegränder.<ref name="Aichele_Schwegler2000" /> Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Ordnung Nardetalia und kommt besonders in Pflanzengesellschaften des Verbands Violion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Gentiana campestris durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 231. Die Neukombination zu Gentianella campestris <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Börner wurde 1912 durch Carl Julius Bernhard Börner in Eine Flora für das deutsche Volk . . ., Seite 543 veröffentlicht.<ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton campestris bedeutet „auf Feldern wachsend“<ref name="Blaich" /> oder besser „auf trockenen Grasland wachsend“. Ein weiteres Synonym für Gentianella campestris <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Börner ist Gentiana insubrica <templatestyles src="Person/styles.css" />Kunz.<ref name="Euro+Med" />

Bei manchen Autoren gibt es von Gentianella campestris zwei Unterarten:<ref name="Euro+Med" /><ref name="FloraEuropaea1972" />

  • Gentianella campestris <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Börner subsp. campestris (Syn.: Gentiana campestris var. suecica <templatestyles src="Person/styles.css" />Froel., Gentiana campestris subsp. islandica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) Vollm., Gentiana campestris subsp. suecica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Froel.) Murb., Gentiana islandica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) Dörfl., Gentiana islandica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) Wettst., Gentianella campestris subsp. islandica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) Löve & Löve, Gentiana campestris var. suecica <templatestyles src="Person/styles.css" />Froel.)<ref name="Euro+Med" />: Sie ist zweijährig.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Die Grundblätter sind spatelförmig.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Sie wurde 1996 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands in Kategorie 3 = „gefährdet“ eingeordnet. Sie ist nach Bundesartenschutzverordnung „nicht besonders geschützt“.<ref name="FloraWeb" /> Sie kommt in Gesellschaften des Verbands Nardion, Polygono-Trisetion oder der Ordnung Seslerietalia vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie in Bayern am Gipfel des Linkerkopfs bis zu einer Höhenlage von 2455 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
  • Baltischer Fransenenzian (Gentianella campestris subsp. baltica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) Á.Löve & D.Löve, Syn.: Gentiana baltica <templatestyles src="Person/styles.css" />Murb., Gentianella baltica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) Börner, Gentiana campestris subsp. baltica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) Vollm., Gentianella campestris subsp. baltica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) N.M.Pritch., Gentianella campestris subsp. baltica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) Tutin): Sie kommt in Nord-, Mittel- und Osteuropa vor.<ref name="Euro+Med" /> Sie ist einjährig.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Zur Blütezeit sind oft noch die Keimblätter vorhanden. Die Grundblätter sind eiförmig oder lanzettlich.<ref name="FloraEuropaea1972" /> Sie wurde 1996 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands in Kategorie 2 = „stark gefährdet“ eingeordnet. Sie ist nach Bundesartenschutzverordnung „nicht besonders geschützt“.<ref name="FloraWeb" /> In der Schweiz kam diese Unterart früher im Kanton Waadt vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="IPCN"> Gentianella campestris bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraWeb"> Gentianella campestris (L.) Börner s. str., Feld-Kranzenzian. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Gentiana campestris L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Aichele_Schwegler2000"> </ref> <ref name="FloraEuropaea1972"> Thomas Gaskell Tutin: Gentianella. In: </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 348. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Gentianaceae.: Datenblatt Gentianella campestris. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Blaich"> Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2029–2032. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Feld-Kranzenzian (Gentianella campestris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien