Peter Prokosch
Peter Lutz Prokosch (* 1952 in Lüdenscheid) ist ein deutscher Biologe. Er war viele Jahre für den WWF im Wattenmeer und in der Arktis tätig. Er ist ehemaliger Managing Director von GRID-Arendal in Norwegen. Sein Fokus sind der Schutz der Wattenmeere und der ziehenden Küstenvögel, insbesondere längs der Ostatlantischen Vogelzugroute, dem East Atlantic Flyway.
Leben
Peter Prokosch ging auf die Rudolf-Steiner-Schule in Wuppertal, absolvierte seinen Zivildienst bei der Schutzstation Wattenmeer auf Hallig Langeneß<ref>Info Zivildienst. (PDF) In: Schutzstation Wattenmeer. Schutzstation Wattenmeer, abgerufen am 9. November 2025.</ref> und war in seiner Studienzeit in Kiel Mitbegründer der Aktionsgemeinschaft Nordseewatten, einer Bewegung, die zur Ausweisung des Schleswig-Holsteinischen Wattenmeeres zum Nationalpark führte.<ref>Peter Prokosch: Vom Widerstand gegen Eindeichungen zu Nationalparks und Weltnaturerbe Wattenmeer. In: Peter Prokosch (Hrsg.): Die Ostatlantische Vogelzugroute. Aula, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-89104-863-4, S. 45–61.</ref> Prokosch studierte an den Universitäten Kiel und Bonn Biologie und Meereskunde. In Kiel schloss er sein Diplom mit einer Arbeit über die Ökologie der Ringelgans (Branta b. bernicla) ab und wurde 1988 promoviert. Thema seiner Dissertation in Zoologie war die Funktion des Schleswig-Holsteinischen Wattenmeeres als Rastgebiet für arktische Watvögel (Pluvialis squatarola, Calidris canutus und Limosa lapponica).
Er ist verheiratet und lebt heute mit seiner Frau Susanne Prokosch und 4 Kindern in Norwegen.
Wirken
Von 1984 bis 1992 war Peter Prokosch Chef des Wattenmeerbüros des WWF in Husum. Er war maßgeblich an Expeditionen in sibirische Naturschutzzonen auf der Taimyr-Halbinsel und ins Lenadelta beteiligt.<ref>Peter Prokosch: Wie das „Große Arktis-Reservat“ an der nördlichsten Küste Sibiriens geboren wurde. In: Peter Prokosch (Hrsg.): Die Ostatlantische Vogelzugroute. Aula, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-89104-863-4, S. 85–108.</ref> 1992 wurde er Direktor des WWF International Arctic Programme<ref>The view from the director’s chair: Three decades of the WWF Arctic Programme, auf arcticwwf.org, abgerufen am 12. November 2025</ref> in Oslo. Von 2002 bis 2006 arbeitete er als Geschäftsführer von WWF Deutschland in Frankfurt am Main. Von 2006 bis 2014 war er Managing Director von GRID-Arendal in Norwegen.<ref>GA Homepage. Abgerufen am 9. November 2025.</ref>
Ab 2014 bis 2022 leitete er die von ihm mitgegründete NGO Linking Tourism and Conservation (LT&C),<ref>Peter Prokosch, auf events.vedomosti.ru, abgerufen am 12. November 2025</ref> die heute zu ETE-LT&C mit Sitz in Deutschland verschmolzen ist.<ref>Linking Tourism and Conservation: About the Board. Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen, abgerufen am 6. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Außerdem hat er 2014 das in Norwegen registrierte Natuschutzunternehmen VISION 52 AS gegründet,<ref>VISION 52 – The Nature Conservation Company of Peter Prokosch, auf vision52.info</ref> dessen Fokus unter anderem auf der Unterstützung des 30 x 30 Zieles liegt.
Seit 2023 organisiert Prokosch alljährlich das international besetzte East Atlantic Flyway Seminar in der Schutzstation Wattenmeer auf der Hallig Langeneß. Den Teilnehmenden geht es insbesondere um den Erhalt der Watt- und Feuchtgebiete, auf die Watvögel und andere Zugvögel angewiesen sind, um ihre Brutgebiete auf der Nordhalbkugel und ihre Überwinterungsgebiete auf der Südhalbkugel zu erreichen.
Schriften
- Peter Prokosch: Population, Jahresrhythmus und traditionelle Nahrungsplatzbindung der Dunkelbäuchigen Ringelgans (Brant b. bernicla, L. 1758) im Nordfriesischen Wattenmeer. 1984, Ökol. Vögel, S. 1–99
- Peter Prokosch: Das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer als Frühjahrs-Aufenthaltsgebiet arktischer Watvogel-Populationen am Beispiel von Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola, L. 7 758), Knutt (Calidris canutus, L. 7 758) und Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica, L. 1758). 1988, Corax 12, S. 273–442.
- Peter Prokosch, Hermann Höttker: Faunistik und Naturschutz auf Taimyr – Expeditionen 1989–1991. 1995, Corax 16 (Sonderheft)
- Peter Prokosch (Hrsg.): Die Ostatlantische Vogelzugroute. Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-89104-863-4
- Harro H. Müller, P. Prokosch, E.E. Syroechkowsky: Naturschutzgebiete auf Taimyr. WWF-Heft in russischer, englischer und deutscher Sprache. Oslo 1993 (online unter VISION52)
- Peter Prokosch, N.G. Solomonov: Naturschutzgebiet Lena-Delta und Neusibirische Inseln. WWF-Heft in russischer, englischer und deutscher Sprache. Oslo 1998 (online unter VISION52)
Literatur über Prokosch
- Rezension von Frank R. Mattig: Die Ostatlantische Vogelzugroute, BIOspektrum, Springer, Juni 2024
- Rezension von Elke Brüser: Zugvogelforschung: reich an Abenteuern. In: Flügelschlag und Leisetreter. 30. Okt. 2025
Auszeichnungen
- 2001: Goldene Ringelgansfeder<ref>Goldene Ringelgansfeder, auf ringelganstage.de, abgerufen am 12. November 2025</ref>
- 1993: Green Leaf Award der Wild Foundation
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Prokosch, Peter |
| ALTERNATIVNAMEN | Prokosch, Peter Lutz (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Diplom-Biologe und ehemaliger Managing Director von GRID-Arendal in Norwegen UNEP Global Resource Information Database |
| GEBURTSDATUM | 1952 |
| GEBURTSORT | Lüdenscheid |