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Alvin Kraenzlein

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Alvin Kraenzlein Vorlage:SportPicto

Datei:Kraenzlein 1899.jpg
Alwin Kraenzlein im Trikot der University of Pennsylvania (1899)

Voller Name Alvin Christian Kraenzlein
Nation Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten
Geburtstag 12. Dezember 1876
Geburtsort Milwaukee, Vereinigte Staaten
Größe 183 cm
Gewicht 75 kg
Sterbedatum 6. Januar 1928
Sterbeort Wilkes-Barre, Vereinigte Staaten
Karriere
Disziplin Hürdenlauf, Weitsprung
Verein Penn Quakers
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 4 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Olympische Spiele
Gold Paris 1900 Gold
Paris 1900 Gold Paris 1900
Gold Paris 1900

Alvin Christian „Al“ Kraenzlein (* 12. Dezember 1876 in Milwaukee, Wisconsin; † 6. Januar 1928 in Wilkes-Barre, Pennsylvania) war ein US-amerikanischer Leichtathlet. Er war der erste Sportler in der Geschichte der Olympischen Spiele der Neuzeit, der vier Olympiasiege in Einzelwettbewerben erzielte (vor 1904 noch mit Silbermedaillen belohnt).

Karriere

Sein sportliches Talent zeigte Kraenzlein bereits an der East Side High School in seiner Heimatstadt Milwaukee und ab 1895 als Student an der University of Wisconsin. Der seinerzeit erfolgreichste Trainer in der US-amerikanischen Leichtathletik, Mike Murphy, bemerkte frühzeitig Kraenzleins Talent und überzeugte ihn, zur University of Pennsylvania zu wechseln, wo er Zahnmedizin studierte und 1900 mit dem Titel eines Doctor of Dental Surgery (D.D.S.) abschloss.

Den ersten Leichtathletiktitel gewann Kraenzlein 1897 bei den Meisterschaften der Amateur Athletic Union (AAU), was den nationalen Meisterschaften der USA entsprach, im Hürdenlauf über 220 Yards. Er wiederholte diesen Erfolg 1898 und 1899 und holte sich in diesen Jahren auch noch den Titel im Hürdenlauf über 110 Yards. Auch bei den Meisterschaften der Intercollegiate Association of Amateur Athletes of America (IC4A), was den Studentenmeisterschaften in den USA entsprach, war er von 1898 bis 1900 über diese beiden Strecken jeweils unschlagbar.

Seine Erfolge im Hürdenlauf waren das Ergebnis einer von ihm entwickelten neuen Hürdentechnik. Er überquerte die Hürden mit dem gerade nach vorn gestreckten Führungsbein und erzielte so einen flüssigen Lauf, ohne vor den Hürden viel Tempo zu verlieren. Dieser Laufstil wird noch heute in fast unveränderter Form praktiziert.

Zur Umsetzung der neuen Hürdentechnik bedurfte es einer gewissen Schnelligkeit und eines enormen Sprungvermögens. Kraenzlein verfügte über beides. So verwunderte es nicht, wenn er neben seinen Erfolgen im Hürdenlauf auch im Weitsprung 1899 Meister der AAU und der IC4A wurde, sowie 1900 Meister der AAU über 100 Yards. In nur vier Jahren gewann er so 8 Studentenmeisterschaften und 6 nationale Meisterschaften.

Zusammen mit einer Reihe von Studienkollegen der Universität Pennsylvania schickte man Kraenzlein auf die Reise zu den Olympischen Spielen 1900 nach Paris. Bei einem Zwischenaufenthalt in England nahm er, nur wenige Tage vor Beginn der Leichtathletikwettbewerbe in Paris, an den Meisterschaften der Amateur Athletic Association (AAA) teil, was den britischen Meisterschaften entsprach. Er gewann den Hürdenlauf über 120 Yards vor seinem späteren Konkurrenten bei den Olympischen Spielen, Norman Pritchard. Außerdem holte er sich auch noch den Sieg im Weitsprung.

Bei den Olympischen Spielen in Paris wurde er seiner Favoritenrolle gerecht. In allen vier Disziplinen, in denen er an den Start ging, im 60-Meter-Lauf, im 110-Meter-Hürdenlauf, im 200-Meter-Hürdenlauf und im Weitsprung, gewann er die Goldmedaille. Bei seinen Siegen stellte er zwei Weltrekorde (7,0 s über 60 m und 15,4 s über 110 m Hürden) und zwei olympische Rekorde (25,4 s über 200 m Hürden und 7,185 m im Weitsprung auf).

Datei:Kraenzlein Hurdling.jpg
Alvin Kraenzlein beim Hürdenlauf

Bemerkenswert war sein Sieg im Weitsprung. Sein schärfster Konkurrent, Meyer Prinstein, erzielte in der Qualifikation eine Weite von 7,175 m, Kraenzlein lediglich 6,93 m. Zum Finalwettkampf, der an einem Sonntag ausgetragen wurde, trat Prinstein nicht an, da dessen Universität (die Methodistische Universität von Syracuse) ihm für den Fall eines Starts mit der Exmatrikulation drohte. Die Qualifikationsweiten wurde jedoch gewertet und Kraenzlein hatte im Finale die Chance, die Leistung von Prinstein zu überbieten. Es gelang ihm tatsächlich, wenn auch nur um einen Zentimeter.

Die Platzierungen bei Olympischen Spielen für Alvin Christian Kraenzlein:

  • II. Olympische Spiele 1900, Paris

Anmerkung: Mit Ausnahme der Zeit des Siegers sind die Laufzeiten geschätzt, da es für die Platzierten keine Zeitmessung gab. Bei ihnen wurde der Rückstand auf den Sieger oder Vorplatzierten mit einer Längenangabe festgestellt.

1901 beteiligte sich Kraenzlein während eines Aufenthaltes in England noch einmal an den Meisterschaften der AAA und siegte erneut im Hürdenlauf über 120 Yards. Dies war sein letzter großer Titel, danach zog er sich vom aktiven Leistungssport zurück. Zu diesem Zeitpunkt hielt er noch sechs Weltrekorde, die zu jener Zeit noch keinen offiziellen Charakter besaßen.

Zunächst arbeitete er einige Jahre als Zahnarzt in Philadelphia und heiratete Claudine Gilman. 1906 machte er erstmals als Trainer für die Leichtathletik an der University of Michigan und der Mercersburg Academy auf sich aufmerksam, wo er 1910 eine Professur zur Leibeserziehung übernahm. Zu seinen Studenten gehörte Ralph Craig, späterer zweifacher Olympiasieger bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm.

Auf seiner aus Mitteln des Reichsinnenministerium finanzierten Reise im Herbst 1913 warb Carl Diem ihn als Reichstrainer nach Deutschland ab. Aufgrund der US-amerikanischen Erfolge bei den Olympischen Spielen 1908 und 1912 holten viele Staaten amerikanische Trainer.<ref>Arnd Krüger: "Buying victories is positively degrading". The European origins of Government Pursuit of National Prestige through Sports, in: International Journal of the History of Sport 12 (1995), 2, 201 - 218</ref> Zunächst veranstaltete Kraenzlein Lehrkurse für Sportlehrer der Leichtathletik, den ersten am 13. Oktober in Berlin. Er sollte auch Talente für die Olympiamannschaft finden. Kraenzlein hatte einen Vertrag bis Ende 1916, da nur bis zu den Olympischen Spielen (die für Berlin geplant waren), die Finanzierung durch das Reich sichergestellt war. Nach der Absage der Spiele wegen des Ersten Weltkrieges kehrte Alvin Kraenzlein in die USA zurück und diente als Ausbilder zur Körperertüchtigung in der Armee. Nach Kriegsende versuchte er sich wieder als Trainer, zunächst an der University of Pennsylvania und schließlich in Kuba.

Kraenzlein starb im Alter von 51 Jahren an einer Herzkrankheit.

1974 wurde Alvin Kraenzlein in die nationale Ruhmeshalle der US-Leichtathletik aufgenommen, National Track & Field Hall of Fame, und 1985 in die US-Olympic Hall of Fame.

Weblinks

Commons: Alvin Kraenzlein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

<references />

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Vorlage:Klappleiste/Anfang 1900: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Alvin Kraenzlein | 1904: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Archie Hahn

Liste der Olympiasieger in der Leichtathletik Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1896: Vereinigte Staaten 44Datei:Flag of the United States (1891-1896).svg Thomas Curtis | 1900: Vereinigte Staaten 45Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg Alvin Kraenzlein | 1904: Vereinigte Staaten 45Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg Fred Schule | Zwischenspiele 1906: Vereinigte Staaten 45Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg Robert Leavitt | 1908: Vereinigte Staaten 46Datei:Flag of the United States (1908-1912).svg Forrest Smithson | 1912: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Fred Kelly | 1920: Kanada 1868Datei:Canadian Red Ensign (1868-1921).svg Earl Thomson | 1924: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Daniel Kinsey | 1928: Kanada 1921Datei:Canadian Red Ensign (1921-1957).svg Sidney Atkinson | 1932: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg George Saling | 1936: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Forrest Towns | 1948: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg William Porter | 1952: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Harrison Dillard | 1956: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Lee Calhoun | 1960: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lee Calhoun | 1964: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Hayes Jones | 1968: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Willie Davenport | 1972: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rod Milburn | 1976: FrankreichFrankreich Guy Drut | 1980: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Thomas Munkelt | 1984: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Roger Kingdom | 1988: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Roger Kingdom | 1992: KanadaDatei:Flag of Canada (Pantone).svg Mark McKoy | 1996: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Allen Johnson | 2000: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Anier García | 2004: China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Liu Xiang | 2008: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Dayron Robles | 2012: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Aries Merritt | 2016: JamaikaDatei:Flag of Jamaica.svg Omar McLeod | 2020: JamaikaDatei:Flag of Jamaica.svg Hansle Parchment | 2024: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Grant Holloway

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Liste der Olympiasieger in der Leichtathletik Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

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